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Die Wahrheit · 1924-06-13 · Heft 24 (13.6.1924) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 24 (13.6.1924)
Date
1924-06-13
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sc=ie ü DIE WAHRHEIT Nr. 24 Barmtewahfeier. Sonntag, den 8. d„ fand im Tempel des Prater-BethausVereines Tefilath Jeschurun die Barmizwahfeier des Studenten Benno Edelstein, des einzigen Sohnes des Obmannes des Vereines Herrn Heinrich E d e 1 s t e i q, statt die sich zu einer imposanten Kundgebung von Sympathie und Wertschätzung für die Familie des Konfirmanden ge- . staltete."An diesen, der treffijch die Hafthora rezitierte, richtete Rabbiner Dr. S. Funk eine tiefdurchdachte Ansprache. Der Vorstand des Bethausvereines benützte den freudigen Anlaß, seinen verdienstvollen Obmann durch Widmung eines Diploms als Ehrenmitglied zu feiern, welches ihm mit herzlichen Ansprachen der Herren Vorstände Kammer und- A11 h o 1 z überreicht wurde. Der schöne Gottesdienst, versehen durch die Kantoren Ernst G o 1 d s t e i n und Hermann G o 1 d s t e i n, hatte bei allen Anwesenden großen und tiefen Eindruck erzielt, zumal auch für verschiedene Wohltätigkeitszwecke namhafte Beträge gespendet wurden. Am Nachmittag versammelte ein Fest zahlreiche Freunde und Verehrer des Hauses, die der herrlichen Rede des Konfirmanden lauschten. Es folgten Tischreden der Herren Rabb. Dr. S. Funk, ferner des Präsidenten des Kantorenvereines, Isidor Löwit, der mit den Oberkatoren Alter und Müller erschienen war. Nachdem noch Prof. Nasche eine zündende Schlußrede gehalten hatte, schloß die schöne Feier. Trauung. Sonntag, den 22. d., %3 Uhr nachm., findet im Großen Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse 3, die Trauung des Fräulein Grete Landau mit dem Kassier der Kultusgemeinde, Herrn Moriz Ä p t e statt. Silberne Hochzeit. Vergangene Woche beging dasverdienstvolle Vorstandsmitglied des Josefstädtier Temj.~eiverein.ts Herr Ignaz P o 11 a c h mit seiner Gattin Frieda, geb. Liebermann, im engsten -Familienkreise das Fest der siioernen -Hochzeit. Als Sohn .des seinerzeit im ganz Mähren und als Verfasser des berühmten Werkes „P'ne-Jenoscbua'' weit über die Creme» -seiner Heimat bekannten und ehrwürdigen Rabbiners Jehoschna Pollach s. A., hat Herr Ignaz Pollacli ein Stück jüdisches Leben seines berühmten Vaters in. sich, aufgenommen, dis er, schön und würdig in seiner in weiten Kreisen 'bekannten humanen Tätigkeit auszuüben versteht. Sein segensreiches Wirken als Obmann der Mai-ffiahiilfer „KiWderfreunde'' ist in den westlichen Wfoner Bezirken ruhmreich bekannt und die jüdische Bevölkerung von MarfahUf. Neubau und Josefstadt hat schon öfter Gelegenheit gehabt, sich von seinem wahrhaft gut iüd&scnen Herzen zu überzeugen. In seiner bekannten Bescheidenheit nat' Herr PoMach die silberne Hochzeit im engen Kreise seiner Angehörigen gefeiert, um so den vielen Ehrungen, die ihm gewiß bevorstanden^, zu entgehen1. Wir wollen uns je-. doch diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und beglückwünschen diiesen edlen und guten Menschen zu ^seinem Jubeltage. Möge es ihm vergönnt sein mit seiner lieben Gattin das ' goldene Hochzeitsfest zu erleben, zum Wohle der unzähliiigen Armen und Bedürftigen, die ihre Existenz dem edlen Jubelpaar zu verdanken, haben. J. G. Vorigen Monat beging der Oberkantor der israelitischen Gemeinde in Zürich, Herr S. T o m i m b e r g, mit seiner Frau Adele das Fest der Silbernen Hochzeit und war das Jubelpaar aus diesem Anlasse Gegenstand vielfacher schmeichelhafter Ehrungen, die als Beweis für die 'allgemeine Beliebtheit-, deren es sich erfreut, zu betrachten ist. Herr Tomimberg, aus Rußinnd stammend, genoß seinerzeit in Wien letzte Ausbildung und wurde dank seiner hervorragenden Begabung unter vielen Bewerbern würdig befunden, die Stelle eines Kantors in der jüdischen Gemeinde Zürich zu bekleiden, wo er noch immer mit ungeminderter Kraft seiner wohlgeschulten Stimme wirkt. « 6Ieichenberg. Wie wir erfahren, hat der durch sein langjähriges Wirken in Wien bestbekannte Herr „Restaurateur A. Barschak das Restaurant -T h e r e s i e ii h o f (neben dem Kurpark) übernommen. Herr BarschaTt, der das Restaurant, das einen schönen, schattigen Garten besitzt, persönlich leitet, wird sich bemühen, durch vorzügliche, streng orthodoxe Küche, aufmerksame Bedienung und mäßige Preise seine Besucher zufrieden zu stellen. , " . Fleischhaüerei Siegm. Kornmehl, Wien. Hauptgeschäft IX., Berggasse 19, Koscher-Fleischbank in Währing, XVIII... Währingerstraße 97, unter Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinats der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, eröffnet. Ausschrötungvon sämtlichen Fleischsorten, ausschließlich prima Qualitäten zu den billigsten Tagespreisen. i Hilleruf Oer jüdischen BlinOen! Die trostlose Lage, in der sich die jüdischen Blinden in Wien befinden, veranlaßt die Vereihsleitung, an die ganze jüdische Oeffentlichkeit des In- und Auslandes - nachstehenden Appell zu richten: - Der Hilfsverein der jüd' Blinden, der seit seinem Bestände bestrebt ist, das schwere Los seiner Mitglieder zu erleichtern, ist infolge der großen Not und - des Zuwachses an Kriegsblinden, außerstande, auch nur. den geringsten Anforderungen gerecht zu werden. Der Verein besteht teils aus Kriegs- und Späterblindeten, teils aus selbständigen Bürstenbindern und Korbflechtern, die schwer um ihre Existenz kämpfen müssen und teils aus arbeitsunfähigen Kranken. Besonders groß ist die Not der blinden Familienväter. Der weitaus größte Teil sind Ausländer, die von keiner öffentlichen Einrichtung unterstützt werden und ausschließlich auf die private Fürsorge angewiesen sind. Um diesem furchtbaren Elend wirksam entgegenzutreten, ist der Verein bestrebt, eine systematische produktive Fürsorge durchzuführen, die Spätcrblindeten neuen Berufen zuzuführen, eine Kreditkassa für blinde Gewerbetreibende zu errichten, einzelne Existenzen zu fördern und ein Blindenledigenheim zu gründen. Wir glauben, daß es Pflicht der ganzen jüdischen Oeffentlichkeit wäre, dem, tragischen Bilde, welches sich uns täglich darbietet, Blinde mit dem Stocke tastend und um Almosen bittend, ein Ende zu machen: Unser Wunsch ist es, alle Fürsorgebedürftigen aus- ' schließlich von dieser Institution auch zu erhalten. Um alle diese Ziele zu verwirklichen, sind ansehnliche Geldmittel notwendig. Wir dürfen wohl annehmen, daß unser Hilferuf an die jüdische Oeffentlichkeit nicht vergebens war und daß sich genug hochherzige Menschen finden werden, den Unglücklichsten aller Unglücklichen zu helfen. ' - Wir bitten sich als. unterstützende Mitglieder in der Vereinskanzlei, IX., Berggasse .7, anzumelden. Spenden, mögen sie noch so klein sein, sind auf unser Postsparkassakonto Nr. 133-213 einzuzahlen. Wir bitten, sich unserer blinden Sprachlehrer und Klavierstimmer zu bedienen, deren Adressen in der Vereinskanzlei zu erfragen sind. Für das Blindenmädchenheim II., Darwingasse 5 bitten wird um Beschäftigung in Form von^ weiblichen Handarbeiten. Spenden von abgelegten" Kleidern für unsere bedürftigen Mitglieder werden dankend entgegenommen. An die Jugend richten wir die Bitte, sich als Vorleser freiwillig zu melden. ,»»■»»»»»»»»—■■»»■■■■■■■■—»»■»»■■■»»■»■■»■■«■■■ Seidenbaus KUNSTABT S^msi __J.fkl>0 #»AM«K MB#~ Wien I., Flc?isclemcarl*tf Mw. 2<& Seidenstoffe für Kleider und Fütler. 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