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Die Wahrheit · 1924-05-23 · Heft 21 (23.5.1924) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 21 (23.5.1924)
Date
1924-05-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
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gefeiert wurde. Herr Vizepräsident Saul Klausner hielt eine Ansprache, in welcher derselbe die Verdienste, die der Verein mit der höchsten Auszeichnung belohnte, die er zu verleihen hat, schilderte. Hierbei erlangten die innigen Gefühle der Verehrung und Freundschaft einen erhebenden Ausdruck. Es folgten hierauf zahlreiche Redner, deren Ausführungen in Worten des Lobes der Dankbarkeit und Verehrung miteinander wetteiferten. Herr Präsident Barschak dankte tief gerührt für die ihm erwiesene Ehre und Glückwünsche im eigenen Namen sowie im Namen seiner viel verehrten Gattin und spendete bei diesem Anlasse namhafte Beträge für wohltätige Zwecke, welchem Beispiele zahlreiche Anwesenden folgten. Fürsorgeverein „Auxilla". Nach zehnjährigem Bestände hat .die Wiener Brockensammluag für jüdische Arme ihren .Namen in FürsorgevereLn „Auxilra": geändert. Seit einer Reihe von Jahren sind Gebrauchsgegenständen, sogenannte Brocken, uns Ln .dien allerseitensten Fällen zur Verfügung gestellt worden. Wir konnten unseren Armen nur mit Geld aushelfen Den geänderten Verhältnissen entsprechend nahmen wir diese Namensänderung vor und erstreckten unsere Tätigkeit auch auf -das Gebiet der Fürsorge jeder Art Hauptsächlich aber stecktan wir uns das Ziel, armen jüdlischee Studierenden iu dieser schweren Zeit mit Rat und Tat beizustehen. Die am 8. d. M. abgehaltene Generalversammlung erbrachte den Beweis dafür, daß wir auch dem neuen Namen in jeder Weise gerecht wurden. Wir bitten hfermit die jüdischen Studierenden, sich vertrauensvoll an uns zu wenden. Nach Maßgabe unserer Kräfte sind wir gern bereit, ihnen unter die Arme zu greifen. An die jüdische Oeffeintiiichkeit richten wir die Bitte, uns in unserem Streben tatkräftigst zu unterstützen und durch Zuwendungen in die Lage zu versetzen, unser Programm zu verwirklichen. Barmizwahfeier. Ein schönes Familienfest vereinigte Samstag, den 17. d. M. die Mitglieder der hochangesehenen Familien Leitner - Koppel in der Schiffschul. Sie waren herbeigeeilt, um an der Barmizwahfeier des Studenten Jozsi L e i t n e r, des einzigen Sohnes des Herrn Moritz L e i t n e r und .seiner Gattiin Frieda geb. Koppel teilzunehmen. Nach altjüdischer Sitte und der Tradition der Familie Rechnung tragend, trug der kleine Jozsi die Parascha, wie den Prophetenabschnitt in der weihevollen Melodie vor, die, von frischen Kinderlippen gesungen, einen tiefen Eindruck auf die andächtigen Zuhörer machte. Die Eltern "wie der Sohn, der zu den schönsten Hoffnungen berechtigt, wurden von allen Anwesenden herzlichst beglückwünscht. In jedem Antlitz war der vom Herzen kommende Wunsch zu lesen, daß der hübsche J[unge zur Ehre seiner angesehenen Familie und zur Ehre seiner Eltern heranwachse, welchem Wunsch auch wir uns anschließen. Bei dem Familienfeste am Nachmittag, das alle Mitglieder und Verehrer des Hauses vereinigte, hielt der junge Leitner eine innige, von den Anwesenden äußerst beifällig aufgenommene Rede. Während des Nachmittags kamen ununterbrochen Gratulanten, die es sich nicht nehmen ließen, persönlich ihre Glückwünsche der. überaus beliebten Familie zu überbringen. H. Todesfälle. Donnerstag, den 8. d. M. (4. Ijjar) wurde in Bratislava der in weiten Kreisen bestbekannte und geschätzte Herr Siegmund Reichner, der ein Alter von 82 Jahren erreicht hat, zu Grabe getragen. Das hohe Ansehen, das der Verblichene wegen seiner Rechtschaffenheit genoß — er. war 40 Jahre Bethausvorsteher der „B r ü 11 - S c h u 1" " und 30 Jahre der „Ma-chsike Hadass" — kam so recht durch die Beteiligung am Leichenbegängnisse zum Ausdruck. In dem Trauerhause hob Herr Rabbiner H e r z 1 in .seiner Rede hervor, daß der Hingeschiedene als leuchtendes Beispiel gottgefälligen Lebenswandels gelten könne. Am Friedhofe sprachen Rabbiner Donatih für die „Chewrai Kadischa" und Oberrabbiner Akiba Schreiber., der Sn seiner "Ansprache, die alle Anwesenden zu Tränen rührte, betonte, daß -de Frömmigkeit des Verstorbenen, sein redlicher Lebenswandel, seine Thoratreue und Anhänglichkeit an die jüdische Tradition ihn bei Lebzeiten unter die führenden Persönlichkeiten der Preßburger Orthodoxie stellen. An seiner Bahre trauern sieben Söhne, drei Töchter, Schwiegertöchter und Enkelkinder.. Am 4. Mai starb plötzlich in Berlin im Alter von 47 Jahren der bekannte Filmindustrielle Jean J. Lipowetzki. Der Verstorbene war in der Berliner Gesellschaft und in der Kunst- und Filmwelt hochangesehen und äußerst beliebt, was auch beim Leichenbegängnisse, das Donnerstag, den 8. Mai in Berlin stattfand, zum Ausdruck kam. 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