Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 21 (23.5.1924)
- Date
- 1924-05-23
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 10 DIE WAHRHEIT Nr. 21 Kjpjl Eingesendet Von Woche zu Woche i (Für diese Rubrik übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Offener Brief an das Präsidium und die Mitglieder der israelitischen Kultus-, meinde Wien. Es hat dem Herrn Kultus- und Bethausvorsteher D. Dohan gefallen, in der .öffentlichen Plenarsitzung vom 17. April d. J. dem Antrage des Referenten, Herrn I. Sekretärs Guido Fuchs gelb, "auf Erhöhung der Tempelsitzpreise, mit der satirisch-höhnischen Begründung entgegenzutreten, „es seien nach seiner Meinung, für die Kantoren und Chöre, die man zu hören bekomme, die Tempelsitze ohnedies genug leuer bezahlt". Gegen diese herausfordernde, das. Ansehen der Gemeinde- Kantoren herabsetzende, in öffentlicher Sitzung vorgebrachte, jedoch den Tatsachen durchaus nicht entsprechende Ausr lassung, sieht sich die gefertigte Kantoren-Sektion genötigt, öffentlich Protest einzulegen. Herr Vorsteher Dohan hat sich in den Kreisen der Angestellten der Kultusgemeinde schon seit Jangem den traurigen Ruhm erworben, ihnen in sie schädigender Weise in den Rücken zu fallen und dadurch materiell zu beeinträchtigen. Er steht in dem Rufe., die Hand legen zu wollen an so manche Einrichtungen dieser altehrwürdigen Kultusgemeinde, Einrichtungen, die durch Traditionen heilig geworden, an Minhogim, die durch jahrzehntelange Uebung förmlich Gesetzeskraft erlangten. Herr Vorsteher Dohan will die Lebensarbeit Mannheimers und des" Großmeisters Professor Sulzer und deren Nachfolger, deren Verdienst das Entstehen und Bestehen der in der ganzen Welt berühmten und geschätzten Einrichtungen der Wiener israelitischen. Kultus-- gemeinde und speziell des Gottesdienstes in den Wiener Gemeindetempeln ist, vernichten und auf das Niveau und die Gewohnheiten einer kleinen Provinzgemeinde herabdrückeir — dies alles trotz eines vollständigen Mangels an entsprechender Vorbildung auf dem Gebiete der Wissenschaft und der Liturgik. Wir nehmen dabei an. daß dem Herrn D. Dohan zu seiner trivialen Anklage gegen die Kantören und Chöre der Kultusgemeinde nnr der Wunsch veranlaßt haben mag, die Liturgie kleiner Provinzgemeinden auf Kosten der edlen Traditionen der Wiener Kultusgemeinde hier einzubürgern. Dieses Vorgehen ist aber nicht zu billigen, schon aus dem Grunde, daß bei unzähligen Gelegenheiten der verehrliche Vorstand wie die Tempelbesucher über die Leistungen der Gemeindefiinktiomire und Chöre ihre höchste Zufriedenheit aussprachen und unter diesen wiederholt auch der Herr Vorsteher Dohan! Solange Herr Vorsteher Dohan in mutwilliger Weise nur uns geschädigt und wehegetan hat, blieben wir ruhig und haben geschwiegen: heilte aber, da es um die uns zur Pflicht gemachte Hochlialt'ing der durch die Zeit geheiligten Traditionen der Kultusgemeiude geht, müssen wir reden und wenden uns an die verehrlichen Präsidien des Kultus- und des Bethausvorstandes' mit dem höflicherr Ersuchen, Herrn Vorsteher Dohan in die gebührenden Schranken zu weisen. Mit berechtigtem Stolze können wir darauf hinweisen, daß speziell die Fremden aus aller Welt, die ja in den Tempeln der Kultusgemeinde nie fehlen, über die Leistungen der Kantoren und Chöre in Worten der höchsten Bewunderung sich ergehen und dieselben als einfach mustergültig bezeichnen. Wien, den 18. Mai 1924. In Hochachtung Die Kantoren-Sektion der Organisation der Angestellten der Kultusgemeinde Wien.' Generalversammlung der Aguda. Die österreichische Landesorganisation der Aguda hielt Sonntag, den 4. d. M. ihre Generalversammlung ab. Den Vorsitz führte Wolf Pappenheim, der Obmann der Landeszentrale. Der Rabbinische Rat war durch Oberrabbiner S. Fürst, das Zentralbüro durch Rabbiner Dr. Pinchas K o h n, vertreten. Nach dem allgemeinen Bericht des Vorsitzenden hielten Universitätsprofessor Dr. Max Eisler über die soziale Arbeit, Moses Blech über Keren Hathora, Dr. Pollak über Erez Jisroel, über die Jugend und Presse. Referate. Den Finanzbericht erstattete Herr Moritz Felsen bürg. Red. Schapse Schönfeld begründete die Resolution,-in welcher dem Rabbi Chaim ,S o n n e n f eJ d in Jerusalem das Vertrauen ausgesprochen wurde. In der Generaldebatte wurde eine rege Diskussion entfaltet, nach welcher dem abtretenden Vorstande das Absolutorium erteilt wurde. Brautausstattungsverehi. In der diesjährigen ordentlichen General-Versammlung wurde Herr Präsident Aron Barsch a k, der sich durch unermüdlichen Eifer und seine opfervolle und hingebungsreiche Tätigkeit unvergängliche-- Verdienste um den Verein erworben hat, unter begeisterter Sympathiekundgebungen der anwesenden Mitglieder mit Stimmeneinhelligkeit zum E h r e n m i t g 1 i e d e ernannt. Der Vereinsvorstand veranstaltete Montag, den 5. Mai unter' großer Beteiligung der vielen Freunde und Verehrer seines Präsidenten ein Festbankett, bei weichem gleichzeitig mit der Ueberreichung eines von Künstlerhand geschmackvoll ausgeführten, textlich sehr sinnreichen Ehren -Diploms, das .in Abbildung hier gezeigt wird, auch der Geburtstag desselben Von der Bundesregierung bewilligte cneMoiiottcric Zugunsten des ElISilBEf H-HEira für Kriegswaisen) Lehrmädchen und Arbeiterinnen Wien 11., Pfialz^usse Tt T«eI«|Blm«»n Mr. 43-S-40 Gesamttreffer 600 Millionen Kronen 60f 35, 20 and IO Plillion«en Kronen und Mausend andere Treff ler Lose in allen Banken und Trafiken erhältlich! - Wiederverkäufer gesucht!