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Die Wahrheit · 1924-05-09 · Heft 19 (9.5.1924) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 19 (9.5.1924)
Date
1924-05-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 10 DfE WAHRHEIT Nr. 19 Bauern!" — worauf denn die „Besichtigung" weiter geht. Bisweilen gibt es schöne Bilder, schöne Bilder aber, wie jedes schöne Land sie geben könnte. Und im ganzen zeigt man einem philiströsen Publikum nicht mehr als europäische Technik auf neuem Grund und Boden. Es soll wohl heißen: „Wir haben es hier genau so gut und „komfortabel" und praktisch und auf der Höhe der Zivilisation wie ihr drüben in Europa." — Ist das der Sinn zionistischer Bewegung geworden? Zionistischer Bewegung, die so gern allgemein-jüdische Bewegung sein möchte. So laßt euch sagen! Wir Nichtzionisten, wir deutschen Juden haben — soviel gescholten und geschmäht, — mehr Judentum in uns, mehr jüdisches ■Empfinden, mehr Judenwollen, als daß sich unser Fühlen nicht zusammenkrampfte, wenn wir in diesen Bildern immer und immer vergebens nach dem Juden suchen. Wo ist ein Gottesdienst, wo ist Kultur, die jüdisch wäre, die hier in Deutschland, in Europa nicht gedeihen sollte. Ihr sagt: der Boden ist das Erste! Kultur wird sein! — Sie wird nicht sein, wenn sich der Zionismus derart auf Technisches und Zivilisatorisches einstellen wird, wie hier in seinem Propagandafüm. Sie wird nicht sein, solange Zionisten wagen durften, den Helden ihres Films zur Klagemauer hinzuführen und dieser seinen Kodak stellt und die Klagemauer vom Tempel in Jerusalem — knipst! Vielleicht hat das doch kein amerikanischer Jude in Wirklichkeit getan. Im Propagandafilm der Zionisten geschieht es also . . . „Propaganda"??! „Die besten jüdischen Anekdoten." Perlen des Humors^ von Hermann ßlumenthal sind soeben erschienen, deren Besprechungen demnächst erfolgen wird. Das Buch ist gegen Voreinsendung von.K 12.000 samt Porti franko zu beziehen von H. Blumenthal Wien I., Wallnerstraße 2. Die Reden des Gotamo Buddha. Aus der mittleren Sammlung zum ersten Male ins Deutsche übersetzt von Karl Eugen Neu mann, Verlag P i p e r & Comp., .München. Buddha ist Inbegriff der vollkommensten Sittenreinheit, der restlosen Hingabe an die Gottheit und Liebe zu ihren Geschöpfen. Er predigte Selbsterkenntnis, Demut und Geduld. Seine Lehren haben die Hälfte der Erde erobert und den Glauben der anderen Hälfte modifiziert. Sir William Hunter sagte: „Ihr wird man es vielleicht zu danken haben, wenn, so weit es eben möglich ist, eine möglichst menschenwürdige Religion auf dem Erdball allgemeine Verbreitung gewinnt." Tatsächlich hat der Buddhismus in den meisten westlichen Kulturländern Wurzel gefaßt und stille Gemeinden entstehen lassen. Angesichts der lebhaften Sympathie, deren er sich in solchen Kreisen erfreut, war es eine dankenswerte Tat, daß Karl Eugen Neumann als Erster einer in jeder Beziehung vollkommenen Uebertragung der Reden Buddhas aus der Pali- Sprache ins Deutsche sich unterzogen hat. Er ist bei diesem seinem Lebenswerk mit einer wunderbaren Vertiefung und Sorgfalt an die Sache gegangen. Es bedurfte hierzu nicht nur der genauesten Studien sondern auch der feinsten Einfühlung in das ungeheure Material. Nur ein Gelehrter, der auch Poet ist, konnte außer dem getreuen Wortlaut noch den eigenartigen Rhythmus des Originals wiedergeben. Beides ist hier meisterhaft gelungen. Die Freunde und Verehrer des Buddhismus werden in dem dreibändigen Werk Neumanns, das in seiner Art unerreicht bleiben wird, eine Fundgrube reichster Weisheit begrüßen. Der Pipersche Verlag hat unter bedeutendem Kostenaufwand für eine vornehme Ausstattung Sorge getragen. d. Die fünf Bücher Moses. Uebersetzt und eingeleitet, erklärt von E. Dimmler. M.-Gladbach, Volksvereins-Veiriag. — Eine für katholische Leser bestimmte, an deud-yulgata orientierte Uebersetzung in handlicher Ausgabe, •.nth? v>nt j-p r,-r!ü!:>l'fj!,r: ^ib-' -iinit^ fif» Verein der Freunde des Großen Leopoldstädter Tempels. Dienstag, den 6. d. M. fand im Sitzungssaale der Isr. „Kultus-. gemeinde unter Vorsitz des Herrn Kommerzialrat Alfred Landesberger die 2. ordentliche Generalversammlung des Vereines und in Anschluß daran ein mit großem Beifall autgenommener Vortrag Sr. Ehrwürden Rabb. Dr. Max G r u nwald „Aus der Geschichte des "Leopoldstädter Gemeindetempels" statt. Wir werden über beides in der nächsten Nummer berichten. Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge in Wien. Unter dem Vorsitze des Präsidenten J. Wachtel hat Montag, den 14. April, im großen Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde die ordentliche Delegierten-Versammlung der „Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge in Wien' stattgefunden. Nach Begrüßung der zahlreich erschienenen Delegierten der Wiener jüdischen Wohlfahrtsvereinc durch den Vorsitzenden erstattete Sekretär Dr. M. Löwy den Tätigkeitsbericht, der ein erschöpfendes Bild der umfangreichen organisatorischen und fürsorgerischen Tätigkeit der Zentralstelle und ihrer Verbände bot. Der Kurverband bringt schon seit einer Reihe von Jahren die Kosten für die Erhaltung des israelitischen Hospitals in G1 e i c h e n b er g auf, hat außerdem namhafte Kurbeiträge bewilligt und vielen Personen hierdurch die Möglichkeit geboten, Gesundheit und Erwerbsfähigkeit wiederzuerlangen. Der Altersfürsorgeverband befürsorgt gegenwärtig 270 alte Frauen und Männer, durch Gewährung von Monatsrenten und zeitweiligen anderen Aushilfen. Die Kosten dieser Fürsorge, die durch Beiträge der angeschlossenen Vereine und der Kultusgemeinde sowie durch Spendeneingänge gedeckt werden, belaufen sich auf zirka 20 M i 11 i o n e n monatlich. Auch in der Erholungsfürsorge wurden höchst erfreuliche Resultate erzielt. In den Ferienkolonien V ö s 1 a u, Seebenstein, Angerhof und im Sonnentagesheim A u g a r t e n, erstere vom Verein „Nachlath Jeschurun", die drei letzteren von den B'nei-B'rith-Vereinigungen erhalten, wurden 450 Kinder untergebracht. Für alle vier Kolonien hat die Zentralstelle Geldzuschüsse und Lebensmittel aus öffentlichen Fonds, insbesondere vom Wiener Jugendhilfswerk, beschafft. Im Herbst 1923 wurde von der Kultus- " gemeinde die Organisation und Durchführung der „J ü}&isehen Deutschlands hilfe" der Zentralstelle Mbüljgrtragen. Aus den Eingängen der jinter Mitwirkung dßr-,ßezirjkskommissionen. der Tempelvereine, der jüdischer^ WiQhHahr^svereine und Jugendorganisationen veranstalteten^ >§#«fililungen, sowie aus den von einzelnen./QriSKam^atfoneni fceAfcst aufgebrachten Mitteln wurden zahlreiche j it darfceili e Flüchtlinge, die aus D e u t §,c h La ji d a.11 s g.e w i es e n wurden, mit Aushilfen B8älfcht,rt™§£wte3TOii;J-eUä"--smittelpaketen nach DeufsfcjjW^HrM — und über. 'difcW von dÄfee; gertöW * 'WiurH -Jwjfl/?.,; m^vW'-m&n'm >te Bencfft utfer W T¥?i«^deP ÄSit "3. 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