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Die Wahrheit · 1924-04-18 · Heft 16-17 (18.4.1924) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 16-17 (18.4.1924)
Date
1924-04-18
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 16/17 Sumrnierung der einzelnen. Es ist eine Lebendigkeit nicht weniger als die einzelne Seele, ein Organismus, der seine eigenen Lebensgesetze, sein Werden, sein Vergehen hat. „Nur im .logischen- Denken läßt sich eine Menschheit als bloße Sumierung der einzelnen vorstellen; für alles Gefühlsmäßige bleibt zwischen dem einzelnen und der Menschheit das Lebensgeheimnis des Volkes. Unsere besondere Aufmerksamkeit verdient die 5. Rede: „Die deutsche Judenfrage". Eine entschiedene Absage an die . Judenrausrüfer, voll Anerkennung für den Zionismus. „Die »internationalen' und .intellektuellen' Juden haben die Gefühls wiesen ihres. Volksstammes verloren — die in der Bibel für die Menschheit hlühten — und leugnen oder mißachten den Lebensgrund, den sie nicht mehr besitzen, auch für die anderen." Sie können dem Deutschtum nur gefährlich werden, indem sie das deutsche Volk entscheidend beeinflussen. Das geschieht durch das Metier, in dem sie die - unbestrittenen Meister sind. Es ist die Literatur. Der Kampf der hierdurch den Deutschen aufgezwungen wird, ist heilsam, wie auch der Weltkrieg seinen Segen verdient, wenn er die Jugend zur Auf erweckung der deutschen Religion begeistert haben sollte. Schäfer dankt dem Schicksal, daß es „uns schweren und trägen Karpfen diesen flinken Hecht — die Judenheit — in den deutschen Teich gesetzt". Wenn wir auch mit Schäfer in vielen Punkten nicht übereinstimmen, sein Buch 'hat -uns, wie gewiß manchem anderen, Vieles und Wichtiges 'zu sagen. , R- Armand Lipman. Les origines juives de la cene chretienne. Edition Ernest Loraux, Paris. Les origines juives de Lorauer Dominical du Paternoster. Lebicurie Fichbacher, Paris. Zwei kurze, aber bedeutungsvolle Studien des bekannten Verfassers. Als solche werden sie auch in den' Begleitworten gewürdigt, die Maurice Vernes, Studiendirektor für religiöse Wissen- - schaft, an der Sarbonne den beiden Schriften voranschickte. Betreffs der Abhandlung über das heilige Abendmahl erklärt Vernes: „Ich lege Wert darauf, dem Verfasser des „jüdischen Ursprungs" des christlichen Abendmahls zu sagen, daß er ei>i heiliges und gutes Werk geboten." Mit großem Aufwände an Schaffen imd Gelehrsamkeit weist Lipman aus den Evangelisten, soweit diese Juden waren, ferner aus Talmud und Mischnasteilen nach, daß die Segen,ssprüche über Brot und Wein beim letzten. Abendmahl gesprochen wurden, dem jüdischen Ritual' entsprechend. Dadurch werden alle gewaltsamen Behauptungen der Christgermanen, daß Jesus kein Jude war, hinfällig. Ebenso treffend gelingt dem französischen Rabbiner derJSachweis, daß die einzelneu Stelleu des Vater unser dem jüdischen Tefilahs entnommen "sind. Der exegetische Wert dieser neuesten Schriften des Verfassers ist nicht zu verkennen. _______________ G. D. Zu Pessach. „Schleppt Stroh und Lehm für Ziegel herbei1 Nur Sklaven seid Ihr! Ich läss' Euch nicht frei, Und, wehe dem Träger, es treffe ihn gut Die Peitsche' des Wächters, bis fließet sein Blut". So rastet der König und höhnet voll Spott „Ich kenne mir Götter, nicht Eueren Gott", — Doch Größe und Ruhm, nichts kann besteh'n, Vor des Höchsten Hauch sie wie Spreu verwerTn. „Nicht Knechte, nicht Sklaven. Ich end' Eure Pein, Mein Volk, mein erwähltes, das sollt Ihr mir sein, Ich führe heraus Euch mit starker Hand, Ich, der Ewige, in das verheißene Land". Gelagert am Meer anstimmt Moses den Sang, Dank Dir, o Gott, unser Leben1 Lang. Erlöset hast Du uns aus Schmach und Not, Es fand der Feind in den Fluten den' Tod. Die Posaune ertöne mit hellem Schall, Der Herr hat errettet die Seinen all, . Der Herr der Welten über Tod und Zeit, Der Herrscher sein wirdinxEwigkeit! Beate Baumgart-en. Für Jhüräisclftes wird eine zweite Küchenfrau gesucht. Vorzustellen Elisabethheim, Wien II., Malzgasse Nr. 7 Die Wahlreform in der Wiener Kultusgemeinde. Bei Schluß des Blattes erfahren wir: Montag, den 13. d. MM -fand eine öffentliche Sitzung, des Vorstandes der Kultusgemeinde Wien statt, in welcher unter anderem auch die Anträge auf Abänderung der Wahlordnung zur endgültigen Beschlußfassung gelangten. Die Beratung endete mit der Annahme folgender Bestimmungen: Der § 3 lautet nunmehr: „Die Mandatsdauer wird vom Tage der Konstituierung des Kultusvorstandes an gerechnet. Die: Neuwahlen haben in der Regel in der ersten Hälfte des Monats. November stattzufinden." Der Absatz 1 des § 5 besagt nunmehr: „Das aktive Wahlrecht haben alle- Kultussteuerträger der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, ohne Unterschied des Geschlechts, soferne sie das für die Erlangung der Eigenberechtigung gesetzlich vorgeschriebene Lebensalter erreicht haben, welche mindestens in den dem Jahre der Wahl vorausgegangenen zwei Verwaltungsjahren in Kultüssteuervorschreibung gestanden sind und die ihnen für,, das Jahr der Wahl oder das vorangegangene Verwaltungsjahr statutengemäß vorgeschriebene Kultussteuer bis zum Ablaufe der Reklamationsfrist entrichtet haben. Verein „Wohlfahrt". In des am 14. d. M. unter dem Vorsitze des Vizepräsidenten David Goldmann abgehaltenen Verstandssitzimg, an welcher die Herren Hermann David, Paul Fries, Philipp Haas, Ludwig H i r s c h f e 1 d, E. J u s zk o v i t s, Sigmund Kornmehl; Moritz Oesterreicher, S. Oesterreicher, Rudolf R ti d i n g e r, Oskar T o n e 11 o. "Adolf Ungar, BezirRsr.at Simon W e i n e r, Ignatz Walzer, Mich. Max Weiß teilgenommen haben, hat es sich wieder einmal gezeigt, daß die Ersprießlichkeit des Wirkens dieser gemeinnützigen Körperschaft sich in dem Zusammenhalt und in der Verehrung für ihren trefflichen Präsidenten Herrn Dr. Max Grunwald manifestiert. In dieser Sitzung, in welcher der Präsident nach längerer Abwesenheit von Wien wieder zum erstenmal erschien, wurden ihm seitens aller Anwesenden lebhafte Ovationen aus Anlaß seiner silbernen Hochzeit bereitet und verdolmetschte Vizepräsident D. 0 o 1 d m a n n die Gefühle der Anwesenden auch dahin, daß sich die Gemahlin des allgemein verehrten Führers bereits auf dem Wege der Genesung befindet. Bezfrksrat S. Weiner betonte in seiner Ansprache namens der Sektion IX des Vereines mit besonderer Genugtuung, wie stolz seine Mitarbeiter sind, von der Gründung des „Sanierungskomitees" bis zu dem jetzt so human wirkenden Verein „Wohlfahrt" unter der Leitung eines Mannes wie Dr. Grunwald zu stehen. Hierauf w urde dem Präsidenten ein von den Vorstandsmitgliedern gewidmetes sinniges Geschenk überreicht. In seiner Entgegnung erwiderte Dr. Max G r u nv w a 1 d, sichtlich tief ergriffen von der ihm gewordenen Ueberraschung, daß er stolz darauf sei, im Kreise solcher Mitarbeiter wirken zu können und daß ihnen der Löwenanteil der erzielten Erfolge zu danken sei: und es werde auch ferner sein Bestreben sein, die Tätigkeit des Veerines in jenen Bahnen zu halten, die geeignet sind, so' viel Not und Elend zu mildern und namentlich die Tränen der verschämten Armen zu trocknen. Tempelverein des XIII. Bezirkes. Sonntag, den 6. d. M., fand im Klublokal „Zum weißen Engel'* in Anwesenheit des Delegierten der Kultusgemeinde Ehrenpräsident Dr. Krenberger und Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. T a g 1 i c h t die diesjährige ordentliche Generalversammlung statt. Bevor in die Tagesordnung eingegangen wurde, gedenkt Herr Präs. Dr. Kuner in warmen Worten des dahingeschiedenen Mitgliedes Jakob Oser und erheben sich zum Zeichen der Trauer sämtliche Anwesende von ihren Sitzen. Herr Dr. Kuner berichtet nun, daß der Gesamtvorstand beschlossen hat, seine Mandate niederzulegen, da die große Aufgabe, die des Tempelvereines harrt, neuer Kräfte bedarf, und anderseits verschiedene Vorstände ihre Mandate niederzulegen wünschen. Weiter sprach er über den Kauf des neuen Bauplatzes, der

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