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Die Wahrheit · 1924-03-21 · Heft 12 (21.3.1924) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 12 (21.3.1924)
Date
1924-03-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Veröffentli „Union Oer Wien IX. Berggasse 4 PostspariMMen- Konto _ Nr. MM Telephon Kf« I%AS(f ~ , iii■ ■ ■ ■ i^rrt I Die Bestie im Menschen. In den letzten Wochen haben einige krasse Fälle sexueller Entartung die Oeffentlichkeit beschäftigt, und des Langen! und Breiten ist hierbei die Frage erörtert worden, ob derlei Exzesse des Trieblebens kriminell oder pathologisch zu behandeln seien. Unsere Zeit ist sehr weichmütig und sensibel geworden, und je mehr der Völker-, Rassen und Klassenhaß sich vertieft, je mehr Brutalität und Egoismus um sich greifen, um so mein* will man die Heilung sozialer Schäden und seelischer Degeneration nicht mehr nach der seit Jahrtausenden geübten Methode der Freiheitseinschränkung für die Uebertreter des Gesetzes üben, sondern man ruft mit einer vielfach verdächtigen Beflissenheit und über- * triebenen Empfindsamkeit nach dem Seelenarzte, man verkündet die von Menschlichkeit triefende Lehre, daß jeder Verbrecher an „moral insanity" leidet und nicht in das Zuchthaus, sondern in die Irrenanstalt gehört. Es ist nicht unsere Aufgabe und auch nicht unsere Absicht, uns in diesen Kampf zwischen Justiz und Heilkunst einzumengen, welcher namentlich' in der seit langem hart umstrittenen Position der Gerichtsärzte zum Ausdrucke gelangt. Aber in dieser Welt, wo alles Alte zu stürzen droht, wo die Beziehungen zwischen Mann und Weib, wo die Gesetze der natürlichen Fortpflanzung sich vielfach verschieben, wo die Begriffe von Sitte und Moral durch die Lehre vom „rücksichtslosen Sich-aus-leben" verdrängt werden, ist es vielleicht am Platze, an Gesetz, Tradition und Moral des Judentums zu erinnern. Das gewaltige Wunder der Erhaltung des Judentums durch die Jahrtausende ist zum nicht geringsten Teile der hohen Stellung zu verdanken, welche das jüdische Gesetz und das jüdische Leben der Frau angewiesen haben. Diese Stellung ist vor allem fundiert durch harte Strafandrohungen gegen jede Art widernatürlichen Geschlechtsverkehres. In diesem Punkte kannte das Judentum niemals falsche Empfindsamkeit, und die Innigkeit und Reinheit des jüdischen Familienlebens beruhte auf der Natürlichkeit der Beziehungen zwischen den beiden Geschlechtern und auf dem sittlichen Werte und dem sittigenden Einfluße der Frau. Wir wollen in die grauen Zeiten des Mythos, in die Zeiten Sodoms und Gomorrbas, in die Zeit des Baal- und Astartedienstes nicht zurückgreifen, in weichen die Bestie im Menschen kaum noch durch Gesetz und Recht gezügelt war. Aber in der geschichtlichen Zeit gab es im Judentum keine jener ungeheuerlichen Ausschreitungen, durch welche fast alle Völker des Altertums sich befleckten. Die Thora schuf unüb'erschreitbare Grenzen für die Triebe des? Mannes und für die natürliche Bestimmung des Weibes. Der griechische Kulturkreis hatte sein Hetärentum, der römische sein Messalinentum undi seine neronischen Wahnsinnstaten, das christliche Mittelalter sah die Züge der Flagellanten und.« den Kinderkreuzzug — durchwegs Dinge, welche einmoderner Psychiater zweifellos in die Sphäre der sexuellen Ausartungen verweisen würde. Das Judentum aber pflegte in all diesen Zeiten und unter allen Völkern das heilige Herdleuer der Familie und die absolute Reinheit des Geschlechtsverkehres. Dais sind die mächtigsten Tragsäulen unserer Kraft gewesen, so blieben wir wurzelstark und triebkräftig bis in die Zeit herauf, da die Ghettomauern fielen und wir eintraten in die Gemeinschaft unserer Umwelt. Ist es heute1 noch so? Können wir heute noch sagen, daß wir inj der jüdischen Frau noch immer den Mittelpunkt und die sittigende Kraft unseres Familien- und Gesellschaftslöbens erblicken, können wir ruhigen Gewissens darauf hinweisen, daß in Unseren Reihen homosexuelle Verfehlungen, Unzucht wider die Natur, Sadismus und Masochismus noch nicht Raum gewonnen! haben? Ich möchte hier keine Moralpredigt halten und überlasse dies gern unseren berufenen geistlichen Führern. Aber die Tatsache kann nicht unverschieiert bleiben, daß breite Schichten der Judenschaft mehr und mehr aus dem geschlossenen und heiligen Kreise der Familie hinaustreten auf den lärmenden Markt und! daß Prunksucht und Luxus von Männern urid Frauen mehr und mehr geübt und körperliche Reize der letzteren in geschmackloser Weise zur Schau gestellt werden. Das ist unjüdisch, unjüdisch in dem Sinne, daß die alte patriarchalische Einfachheit der . Sitten und das innige keusche Verhältnis zwischen Mann und Frau in bedenklicher Weise zerstört werderu. In den höheren Schichten der jüdischen Gesellschaft mehren sich die Eheirruingen und Ehescheidungen in erschreckendem Maße. Von da bis zum Abgleiten auf die schiefe Ebene der sexuellen Entartunigetn, des naturwidrigen Trieblebens ist nur ein Schritt. Die Bestie im Menschen' lebt wieder auf, und ob man sie kriminell peitscht oder pathologisch streichelt, ist eine viel wichtigere Frage, als unsere oberflächlichen soziologischen Weltverbesserer sich träumen lassen. Siegfried) Fleischer. Der Papst, die Juden uud Herr Ludendorff. Wären die Juden nicht den älteste Aldei der Welt, so könnte man sagen, 'daß ihnen kürzlich einte große Ehre widerfahren! ist. Herr Ludendorff hat in seinem! Prozesse vor dem Münchneri Volksgerichte den Papst und die Juden beiziichtigt, diaß sie den Versailles Diiktatfrieden verschuldet hätten. AUerdings darf man die geistige Kapazität des Generals Ludlendorff nach den ersten Proben, .Idffiel etr diavon in seSnfcr Verteidigungsrede ialblegte, nicht gar hoch einschätzen. Er ist der Typus jenes praußfeehian Junker tums, dlais auf Säbel und Portepee sichwört, den ödesten national-chiaüivinistischen Phrasen folgt und von den geistigein Zusammenhängen in Staat, Wirtschaft

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