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Die Wahrheit · 1924-02-15 · Heft 7 (15.2.1924) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 7 (15.2.1924)
Date
1924-02-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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keine Eroberungsgeste. Er war in hundert Prüfungen vor sich selbst und reinigte sich. Er hatte keine Frau. Das Haus ist gegen die Liebe des Weibes gefeit, ist kühl und hallend, nur für den einen einsamen Schritt, iür diese eine Stimme. Du erinnerst dich an Tolstoi: „Herr, schicke mir nur Prüfungen, die ich bestellen kannl" Rarhenau hat tiefe Selbstgespräche um sich geschaffen. Als er die Republik führen sollte, hätte er sie retten müssen. Retten? Er wußte, daß hier sein Ende bereitet war. Er hätte fliehen müssen. Er hat aber nachgegeben, weil er ganz gerecht war. Auch kam er mit reinen Händen und fühlte wohl, was ein Opfer bedeutet, was ein Todesopfer wert sein kann. Er hat sich Bedenkzeit ausgebeten und hat sich dann entschieden. Zweifellos hat er sich für das Opfer seiner Existenz entschieden. Dort begann aber auch sein großer Friede mit sich selber. Man soll nicht alles aussprechen. Die Dinge sind in sich verhüllt. Wenn sein Haus jetzt geöffnet wird, so schadet es nichts. Niemand wird ihm etwas zerstören können. Er hatte kein Kind, keinen Erben, mag die Republik das Haus behalten. Ob sie ein Museum daraus macht oder eine andere Redensart, ist gleichgültig. Vermutlich wird das Haus bald vergessen sein. Wer aber ist der Erbe? Wer ist die Republik. („Die Glocke", Berlin.) Budgetreferat pro 1924. Vom Ersten Sekretär Guido Fuchsgelb. (Fortsetzung.) VII. Gemeindeverwaltung und Gebäudeerbaltuag. 1. Einnahmen: Voranschlag 1923 ..........., K 100,000.000 1924 ...........,,„ 150,000.000 Das elf monatige Ergebnis beträgt K 242,719.322/ wovon K 155,000.000 auf außerordentliche, nicht wiederkehrende Einnahmen entfallen. 2. Ausgaben: Voranschlag 1923........... K 1.800,000.000 1924 . .........■ . „ 4.500,000.000 Das elfmonatige Ergebnis beträgt K 3.647,152.931. Hiervon entfallen auf außerordentliche Ausgaben K 236,719.926. Von den Ausgaben dieses Kontos entfallen auf personelle Auslagen K 2.742,719.248. Die Differenz zwischen dem Präliminare pro 1923 und dem pro 1924 liegt zunächst darin, daß im Voranschlage für das Jahr 1923 unter dem Titel „Außerordentliche Einnahmen und Ausgaben" ein Betrag von K 1.600,000.000 vorgesehen war, der für solche Ausgaben als Reserve diente, die nunmehr im ordentlichen Erfordernis des Kapitels „Gemeindeverwaltung" zum Ausdruck gekommen ist. In dem Ausgabenpräliminare pro 1924 erscheint ferner Bedacht genommen auf jene Bezugsregulierungen, welche zufolge der gewährten Automatik mit den Angestellten der Stadt Wien in Kraft treten, ferner auf Neuanstellungen, Pensionserhöhungen und bauliche Instandsetzungen an den Amtsgebäuden der Kultusgemeinde. Unter den personellen Ausgaben dieses Kapitels befinden sich sämtliche Pensionen und Gnadengaben für Angestellte, Aushilfen, Remunerationen und Kurbeiträge, die Gehalte folgender Aemter: Sekretariat und dessen Abteilungen, Kassa. Liquidatur, Buchhaltung, Steueramt, technisches Amt, Materialverwaltung, Archiv, Bezirkskanzleien, Häuserverwaltungen. Unter den Sachauslagen sind die Instandhaltungen der Gemeindehäuser, die Ausgaben für Porti, Telephongebühren, Drucksorten. Beleuchtung und Beheizung der Aemter etc. enthalten. Entwicklung der personellen Lasten von 1918 bis 1923 gegenüber der Kultussteuereinnahme von: Einnahmen: Ausgaben: 1918 2,474.782 2,142.575 1919 3,554.768 3,487.861 1920 8,283.880 4321.152 1921 52,903.178 41,924.370 1922 2.861,627.450 1.322,366.193 1923 8.851,341.857 8.485,310.186 Veränderung der Personalstände von 1914 bis 1923; Stand am 1. 1.1914 auagesch. «Ingetret. a a.id öin 31.XI1.192 Oberrabbiner 1 1 1 1 Rabbiner 7 1 1 . 7 Kantoren 13 7 3 n Chordirigenten 4 — — 4 Chorsänger 27 12 8 23 Religions-Lehrer def. 44 15 14 43 „ nebenamtl. 43 18 4 29 Beamte u. Beamtinnen 95 48 35 82 Kanzlei-Diener 32 16 4 20 Friedhofdiener 21 8 3 16 Chewramänner 3 i 1 3 Chewrafrauen 3 2 1 2 Friedhofaufseher 2 —. 1 3 Tempelinspektor 2 2 1 1 Schächt. u. Maschgich. 25 17 3 U Portiere Jl_ — 1 3 326 148 81 259 Es sind ferner 15 neue amtliche Tempeldiener, 34 Aushilfsmaschgichim, 7 Hausbesorger und die jeweilig erforderliche Zahl von Aushilfsschreibkräften im Steueramte beschäftigt. Schließlich Schrairamänner und Friedhofaushilfsdiener nach Bedarf. Dieses Kapitel umfaßt zunächst die Pensionen und Gnadengaben aller im Ruhestande befindlichen Angestellten, ferner die Gehalte jener Angestellten, welche nicht auf die früher behandelten Kapitel ressortieren, die Auslagen für Telephon, Porti, Drucksorten, Beheizung und Beleuchtung und schließlich die Instandhaltung der Gemeindehäuser. Bezüglich der Angestellten ist zu berichten, daß im Jahre 1914 außer den Kollektiv-Angestellten des Spitales und der Versorgungsanstalt und außer den aushilfsweise Beschäftigten. 326 ständig Beschäftigte im Dienste der Kultusgemelnde gestanden sind. Hiervon sind seither 148 ausgeschieden und es sind 81 zugewachsen, so daß der derzeitige Stand der ständig Beschäftigten 259 beträgt. Dieser Abbau von zirka 25 Prozent hat sich dadurch ergeben, daß freiwillig ausgeschiedene, pensionierte und verstorbene Angestellte nur in den unvermeidlichsten Fällen ersetzt wurden. Derzeit ist eine Anzahl von Kantoren-, Chorsänger- und Verwaltungsbeamtenstellen unbesetzt, bezüglich deren die Wiederbesetzung nicht zu vermeiden sein wird. Dennoch wird der Angestelltenstatus um 15 Prozent geringer sein, als in der Vorkriegszeit. Die Besoldung der Angestellten erfolgt nach dem bei der Gemeinde Wien in Anwendungbefindlichen Schema und es ist auch die Ausarbeitung eines Pensionsnormales erfolgt, das dem der Gemeinde Wien unter Berücksichtigung der speziellen Verhältnisse bei der Kultusgemeinde gleichgehalten erscheint. Bezüglich der Instandsetzung der Gemeindehäuser ist zu berichten, daß die äußeren Fassaden und Stiegenhäuser der Amtsgebäude, I., Seitenstettengasse 2 und 4, im Laufe dieses Jahres hergerichtet werden konnten, daß jedoch noch ziemlich bedeutende Investitionen für die übrigen Gemeinde-Realitäten nötig sein werden. In diesem Kapitel ist auch jene Bezugserhöhung, welche in Angleichung an die Regulierung der Staatsbeamtenbezüge jüngst erfolgte, berücksichtigt. Auf dem Gebiete der Gemeindeverwaltung sind in letzter Zelt durch die besondere Betrauung eines bewährten Organes mit der ständigen Revision der Gebarung und der Verrechnungsmodalitäten wesentliche Verbesserungen herbeigeführt worden, (Fortsetzung folgt.) l«t Beset unb verdrehet bie „Wafjrfjeit Jnserieret in ber „Wa0r0eif

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