Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 5 (1.2.1924)
- Date
- 1924-02-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3062972-3064071-3064076--12553-3080009- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
geschätzt, wirkt als Oberregisseur an der Budapester Königlichen Oper. Nach der glorreichen Reprise der „Königin von Saba" in Budapest hat ein Redakteur des „Lgyenlöseg" den Oberregisseur Ferenczy einem Interview unterzogen, demzufolge dieser mitteilce: „Di 3 Königin von Saba" ist drei Jahre vor der „Aida" von Goldmark komponiert worden. Somit war dieser der Erste, der die glühende Luit des Orients, seine Farbenpracht und seine stürmische Leidenschaft in einem Opernwerk auf die Bühne brachte. Als Vorläuferin desselben wurde die Ouvertüre . der „Königin von Saba" unter dem Titel „Sakuntala" bereits 1865 zur Aufführung gebracht. Es ist auch dokumentarisch erwiesen, daß von meinem Onkel Goldsmark bereits im Jahr 1868 der Wiener Hofoper die Partitur der „Königin von Saba" überreicht wurde. Die „Aida" wurde, wie bekannt, 1871 zum erstenmal, in Kairo aufgeführt; obgleich später komponiert als „Die Königin von Saba", hatte sie das Glück, vor dieser auf die Bühne zu gelangen. Ohne Bemühen der feinsinnigen, schönen Künstlerin Frau Gomperz-Betcelheim wäre das Meisterwerk Karl Goldmarks auch im Jahr 1875 nicht zur Aufführung gelangt, denn sie schlummerte sieben Jahre im Archiv der Hofopsr, ohne daß die Direktion sie beachtete und einer Durchsicht würdigte. Die gefeierte Künstlerin Bettelheim war eine Schülerin meines Onkels in Ersuchen, dahin zu wirken, daß man seine Oper endlich wenigstens einer Beurteilung würdige. (octuuu futgi.) Budgetreferat pro 1^24. Vom Ersten Sekretär Guido Fuchsgelb. (Fortsetzung.) Anlangend das Tax- und Gebührenwesen sei darauf hingewiesen, daß die Kultusgemeinde ganz besonders bezüglich der unteren Klassen in ihrer Tarifstellung überaus rücksichtsvoll vorgeht, so beträgt der Zuschuß der Kultusgemeinde zu -den Selbstkosten bei einer-vollbezahlten Beerdigung nach der -IV. Klasse K 300.000 bis 400.000. Zieht man nun in Betracht, daß im ersten Halbjahre 1923 409 Gratisbeerdigungen, 84 mit ermäßigter Gebühr der IV. Klasse und 251 gegen volle Gebühr der IV.' Klasse stattgefunden haben, so wird die Notwendigkeiteinleuchten, das "Gebührenwesen in den höheren Klassen dementsprechend einzurichten. Nicht unbeachtet darf bleiben", daß die Einhebung einer Renovationsgebühr von 15 zu IS Jahren, wie sie bei der Gemeinde Wien üblich ist, bisher seitens der Kultusgemeinde nicht praktiziert wird; während in früheren Zeiten nicht allein .für den Friedhoferwerbungs- und Erweiterungsfonds Rücklägen gemacht, sondern aus den Erträgnissen des Friedhof- und Beerdigungswesens der größte Teil des Zuschusses für -das Spital und Versorgungshaus bestritten werden konnte, .muß das derzeitige faktische Erträgnis des Friedhof- und Beerdigungswesens als unverhältnismäßig gering bezeichnet werden. Durch die Einhebung eines Friedhoferhaltungsbeitrages;bei Käufen von Gräbern und Grüften sollen die Ergebnisse dieses Budgetkapitels günstiger gestaltet werden. IV. Fürsorgewesen. 1. Einnahmen: ^Voranschlag 1923 . . . . ......K 2.500,000.000 1924 . . . -......, , „ 3.000,000.000 Das elfnlonatige Ergebnis der Einnahmen pro 1923 beträgt K 4.345,037.011. Hiervon ordentliche Einnahmen (Verpflegsgebühren von Partelen im Spitale und in der Versor- ' gungsanstalt, ferner Rückersätze der Gemeinde Wien für nach Wien zuständige Insassen der Versorgungsanstalt) . K . 2.087,774.104, außerordentliche Einnahmen (Dotationen aus der Dollarspende des.„A. J. D. C", aus .dem -Notstandsfonds und eaus'Spenden) K 2.257,262506. " "Im Voranschläge dec-lEmnahmen pro 1924 erscheinen außerordentliche Einnahmen nicht präliminiert, hingegen ist die Auswirkung der in den letzten Wochen vorgenommenen Erhöhung der Spitalsverpflegsgebühren und die Schaffung weiterer Zahlbetten im Spitale berücksichtigt. 2. Ausgaben: Voranschlag 1923 ........ . , K 3.530,000.000 1924 .........., „ 8.000,000.000 " Das elfmonatige Ergebnis der Ausgaben beträgt K 7.307,642.451. Hiervon außerordentliche Ausgaben (Instandsetzungsarbeiten) K 1.651,297.281. Die personellen Ausgaben dieses Kapitels*haben K 1.441,566.284 betragen. Von den Ausgaben entfallen auf das Spital K 3.324,736.711, auf die Versorgungsanstalt K 2.033,719.465, auf die Kinderspital-Ambulanz K 44,267.134, auf Subventionen an Vereine K 57,017.300, auf alle sonstigen Fürsorgezweige wie: Unterstützungen an Arme, für verlassene Kinder, für periodische Unterstützungen, für Studienzwecke, für arme Bräute und aus Spenden für verschiedene wohltätige Vereine K 1.847,901.841. Im Ausgabenpräliminare erscheinen folgende gesteigerten Aufwendungen berücksichtigt: Subvention für die „Zentralstelle für jud. soziale Fürsorge" und deren Jugendamt, Erhöhung der Gnadengaben und Pflegebeiträge, Instandsetzungen und Inventarnachschafiungen im Spitale und in der Versorgungsanstalt. Auf diesem Gebiete haben sich Auswirkungen der Kriegs- und Nachkriegszeit ganz besonders bei der israelitischen Kultusgemeinde Wien fühlbar gemacht. Zunächst ist es die Redüzierung des Spitalsbelages, welche mangels der erforderlichen Mittel beim Zusammenbruche einsetzte und bisher nur zum geringen Teile ausgebaut werden konnte. Aber auch auf allen anderen Gebieten " des Fürsorgewesens mußte die Kultusgemeinde ihre in der Vorkriegszeit durch eigene Maßnahmen und Subventionsbewilligungen betätigte und sehr umfassende Obsorge bedeutend reduzieren. Dank der Opferwilligkeit unserer Glaubensbrüder im Auslande und dank der Rührigkeit jüdischer privater Institutionen konnte dennoch in Wien eine jüdische Fürsorgetätigkeit entfaltet werden, die als imposant bezeichnet werden muß. Anstalten, die der Wiener Judenschaft zum Stolz und zur Zierde gereichen, waren wiederholt angesichts ihrer tristen finanziellen Lage vor der Sperre gestanden und immer wieder ergab sich 'die Möglichkeit, diese traurige und letzte Maßnahme zu vermeiden. Die Hilfe aus dem Auslande ist zum allergrößten Teile abgebaut worden und gesteigerte Verpflichtungen ergeben sich für die israelitische Kultusgemeinde. Zur Vermeidung einer unrationellen Wirtschaftsführung wird in Bälde der volle Spitalsbelag hergestellt werden müssen, damit sich nicht die ansehnlichen Generalunkosten auf eine verhältnismäßig geringe Patientenzahl auswirken. Durch Beschlüsse des Plenums ist ein Ausbau der „Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge" in den letzten Wochen erfolgt und es soll ganz besonders hervorgehoben werden, daß im Rahmen dieser Zentralstelle die Jugendfürsorge nach allen Richtungen, sowohl was das leibliche Wohl der Jugend, als auch deren körperliche Ertüchtigung und jüdische Erziehung anbetrifft, im weitesten Umfange gepflegt werden wird. Im Wege der Zentralstelle ist bereits in den letzten Jahren die offene Altersiürsorge und die Kurfürsorge zum größten Teile zentralisiert worden und in der letzten Zeit konnte auch bei dieser Zentralstelle eine Zentralisierung der „Jüdischen Deutschlandhilfe" ins Werk gesetzt werden. In den letzten Tagen befindet sich eine Kohlenaktion für die Beteilung armer Familien mit Brennmaterial in Ausführung, welche durch das Zusammenwirken der Zentralsteile mit dem Wohltätigkeitsamte und der Armenanstalt der Kultusgemeinde umfassende und wirksame Hilfeleistung angesichts des diesjährigen schweren Winters mit sich bringen wird. Durch spezielle Spenden konnte die Versorgungsahstalt einer teil weisen Renovierung unterzogen werden. Im nächsten Jahre sollen unaufschiebbare bauliche Herstellungen und Renovierungen im Spitale und in der Versorg'ungsanstalt vorgenommen und die Inventarien ergänzt werden. Ohne Belastung für die Gemeinde hat die Kinderspital-Ambulanz im Augarten eine wesentliche und segenbringende Erweiterung erfahren. Schon im Jahre 1922 hat der israelitische Humanitätsverein „B'nai B'rith" neben der von der Kultusgemeinde erhaltenen Liegehalle für zu Tuberkulose disponierte Kinder eine zweite Baracke errichtet und deren Erhaltung übernommen. Im abgelaufenen Jahre hat ein Mitglied dieser Vereinigung einen dritten Barackenbaü durchführen lassen und auch für dessen Erhaltung die Kostentragung auf sich genommen. , .-^^m '." (foMs*»ung tot8t*>