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Die Wahrheit · 1924-01-25 · Heft 4 (25.1.1924) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 4 (25.1.1924)
Date
1924-01-25
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Nr. 4 lj Von Woche zu Woche Der jüdische Sammeltag. Soweit wir bis zum Schlüsse des Blattes Informationen über das Ergebnis des Sammeltages einholen konnten, dürfte dasselbe ein besonders günstiges sein. Mit wenigen Ausnahmen hat sich eine reiche Gebefreudigkeit der jüdischen Bevölkerung Wiens gezeigt. Bund jüdischer Eltern im 2. Wiener tiemeindebezirk. Montag, den 4. Februar d. J., findet im Klubzimmer des Cafe Fetzer, IL, Praterstraße 8, die konstituierende Versammlung statt, zu der alle Eltern jüdischer Schulkinder der Leopoldstadt sowie die Religionslehrer dieses Bezirkes eingeladen werden. Als Proponenten zeichnen: Rabbiner Dr. M. Grunwald. Laura Haller, AI. Kronfeld, Osk. Oblatt. Anna Paschkes. Dav. Strämer Verein der Preßburger in Wien. Am Sonntag den 3. Februar 1924, um 8 Uhr abends, findet in den Olympia-Prunksälen, Wien 1., Rotgasse 5, das Gründungsfest verbunden mit heiteren Vorträgen nur erstklassiger Künstler und Ball des „Verein der Preßburger in Wien" statt. Das hohe künstlerische Niveau, N welches die bisherigen Veranstaltungen auszeichnete, wird auch diesmal durch die Darbietungen der Damen und Herren H. Kolischer, M. Hansen, Rosl Berndt (Komödienitaus), Otto Glaser, Trade Traubert und anderer hervorragender Kräfte vtflistens zur Geltungkommen. Konzert und Ballmusik wird vom Dostal-Dornans,ky- Orchester unter persönlicher Leitung der Herren Kapellmeister Hermann Dostal und Ferdinand Domansky besorgt. Die Hakoah in Jerusalem. Am 9. Jänner fand ein großartiger Empfang zu Ehren der Wiener Hakoan-Mannschaft statt. Vertreter der palästinensisch-zionistischen Exekutive, des Waad Leuini sowie der Organisation Macoabie und des Jerusalemer Sportklubs hielten Begrüßungsansprachen. Am 10. Jänner wurde die Hakoah vom Oberkommissär Palästinas, Sir Herbert Samuel, empfangen. Der Gouverneur von Jerusalem, Sir Ronald Storrs, gab zu Ehren der Hakoah einen Tee. Probevorträge im Großen Leopoldstädter Tempel. Freitag, den 18. d. M., und Samstag, den 19. d. M., hielt Herr Öberkantor Simon Weiß aus Philadelphia, der zum Besuche seiner Familie in Wien weilt, Probevorträge und errang durch seine sympathische Tenorstimme, wie*auch durch seine vorzügliche musikalische Begabung vollste Zufriedenheit des zahlreich anwesenden Publikums. — Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien gibt hiermit bekannt, daß an nachbenannten Tagen weitere Probevorträge im Leopoldstädter Tempel stattfinden werden, und zwar: N. T a s c h 1 i t z k y, Oberkantor aus Arnheim (Holland), Freitag, den 25., und Samstag, den 26. Jänner 1924. Markus Fuchs, Ober4cantor aus . Tyrnau (Tschecho-Slowakei). Freitag, den 1., und Samstag, den 2. Februar 1924. Jüdischer Asyl verein. Dienstag, den 15. Jähner, fand im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde die Neukonstatuierung des Vorstandes des jüdischen Asylvereines statt. Es wurden gewählt: zum Obmann Prof. Dr. Max Eisler, als dessen Stellvertreter Oskar Goldschmidt und Direktor S t e i n, zu Kassieren Michael Honig und Josef B r o d y, zu Schriftführern Rabbiner Bela Fischer und Julius Fritz, als technischer Beirat Ingenieur K o r n f e i n. Herr Gem.-Rat Dr. Plaschkes, der ebenfalls dem Vorstande des Asylvereänes angehört, riebtej einen wannen Appel an die Anwesenden, mit Rücksicht auf die herrschende Wohnungsnot die Errichtung eines jüdischen Asyls für Obdachlose ehestens in Angriff zu nehmen und versicherte sie des werktätigen Beistand der Kultusgemeinde. Es liegen drei verschiedene Anträge vor, zu deren Prüfung und Berichterstattung Herr Oskar Goldschmidt im Einvernehmen mit dem technischen Beirat -und der Schriftführung ermächtigt wurde, und zwar handelt es sich um den Kauf oder die Inpachtnahme eines Objekts, damit bereits m den nächsten Wochen eine Unterkunfts- ^•i»iwuiiinininH(NiHiiHiHUiuniiHHiiuimHlM«iiii»tnHHMili|ii stelle für Obdachlose geschaffen werde. Die hierzu notwendigen Kapitalien sollen über Antrag des Herrn Oskar Goldschmidt durch Zeichnung von unverzinslichen Anteilscheinen aufge- - bracht werden. Predigt. Freitag, den 25. d. M., SA5 Uhr, findet im großen. Leopoldstädter Tempel eine Predigt Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald statt. . - Generalversammlung. Am b. Jänner fand im Sitzungssaal des Mariahilfer Tempelvereines die 56. Generalversammlung des H-u manit ä t s v er e i n e s der westlichen Bezirke unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. Carl Löwy statt. Als Ehrengäste wohnten ihr Herr Kultusvorsteher Dr. Jakob Engel sowie mehrere Vertreter uiid Vertreterinnen befreundeter Vereine bei. Der Versammlung lag ein gedruckter Tätigkeitsbericht vor, welcherbesonders die erfolgreiche Führung der Ferienkolonie für Kinder in Vös~ lau, die Liebesgabensendungen nach Deutschland, die Gründung eines Dr. Löwy-Fonds für arme Studenten, sowie die rege Werbetätigkeit des Vorstandsmitgliedes N e u f e 1 d hervorhob. Auch die emsige Arbeit der Frau Helene K a n i t z fand entsprechende Würdigung. Nach Vortrag des Jahresberichtes und des Kassaberichtes des Herrn Hermann K ö n i g würdigten Herr Dr. Eh gel, Frau Kadi sch u. a. die Tätigkeit des Vereines und der genannten Funktionäre in herzliche» Ansprachen. Der Mitgliedsbeitrag wurde mit K 10.000.— normiert, die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Paul Hersehe 1, Karl Fröhlich und Leopold Kanitz, sowie die Revisoren wurden wiedergewählt. Nach angeregter Debatte über die zukünftige .Wirksamkeit des Vereines fand die Versammlung ihr Ende. , Für die Umgestaltung der „Wahrheit" sind bis 20. d. M. weiters eingelaufen: je K 100.000, Martin Heim, Heinrich Spitz (Kritzendorf), J. Schönherz; K 80.000, Hugo Reininger (Wiener- Neustadt); je K 50.000, Ad.olf Böhm & Co.,-Adolf Weiß, Doktor Leopold Drucker, Rudolf Fried], Siegfried IHamlisch, Dr. M. I. Haas. Alfred Morgenstern (Baden), Isidor Morgenstern, Ignatz Nascher, Richard Schramek, Hugo Weinberger, Leopold Weinstein, Karl Beer, F. Wang* Karl Kaiman, David Gottesmann, Moritz Sterk, Jakob Klein; K 45.000 Leopold Knöpfelmacher; je K 20.000, . Adolf Grünhut, Bretisch & Co. (Vösendorf); K 15.000, Marie Weiß; je K 10.000, Dr. Ignatz Winter, A. Hermann;- ferner Drucksorten im Werte von K 250.000 von M. Grünwald. Immanuel Low. Das ungarische Judentum feierte in diesen Tagen dias Jubiläum eines seiner besten Söhne. Immanuel Low, der bekannte und berühmte Rabbiner von Szeged, der zweitgrößten Stadt in Ungarn, trat am 20. Jänner 1924 in das 70. Jahr seines Lebens. Es ist das ein Leben voller Arbelt und Mühsale, doch auch voller Erfolge; als Mensch, als'Seelsorger und als Gelehrter genießt er gleich hohe Achtung in den weitesten Kreisen. 70. Geburtstag. Samstag, den 19. d. M. feierte der Sekretär des Tempel Vereines „Aeschel Awrohom", Herr M. Kohn, seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlasse wurde dem zur Thora gerufenen Jubilar seitens des Vorstandes Ovationen dargebracht. Nach dem Verlesen der Paraschah brachte Oberkantor J. Müller einen von ihm verfaßten Mischeberach ausdrucksvoll zum Vortrage. Hierauf hielt Herr Rabbiner Poktor S. Funk an den Jubilar eine herzliche Ansprache. Obmann Oskar Schramek brachte im Namen des Vorstandes die Glückwünsche desselben sowie der Vereinsmitglieder zum Ausdruck. Todesfall. Samstag, den 22. Dezember v. J. verschied in Baden bei Wien-in den Armen einer ihref Töchter, unserer Mitarbeiterin Frau Edelst e in-Fr i edm ann, Fraut Eleonore Frdedmann, geb. Schneeberger, Witwe nachdem unvergeßlichen Lektor M. F r i e d m a n n. gesegneten Andenkens, in ihrem 83. Lebensjahre. Herr Oberrabbiner Dr. Reich hielt bei der am 24. Dezember stattgefundenen Beerdigung an die Trauerfamilie eine warme Ansprache, in welcher er der Verdienste der Verewigten gedachte und die Venstorbene als eine Frau von tiefer Herzensfrömmigkeit und wahrem Geistesadel pries. Seidenbaus KUHSTflDT B Wien I„ Flclidimorhl Nr. »«• Spezialfalls aller Qualitäten Seidenstoffe für Kleide- und Futter. Herrliche Brokate« Crepe de Chine, Crepe Maroquin« etc., zu staunend billigen Preisen Telephon Nr. 79.201 und 79.202 .

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