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Die Wahrheit · 1923-12-02 · Heft 24 (2.12.1923) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 24 (2.12.1923)
Date
1923-12-02
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 24 DIE WAHRHEIT Seite 15 | Theater, Kunst u. Literatur MBPMMnMnHHH^HMVHMKMnMHnMMBMDKflHnnnniniHHBMHIHh. Großes Synagogenkonzert. Donnerstag, den 15. November, abends halb 6 Uhr, fand das vom „Verein der Freunde des großen Lepoldstädter Tempels" veranstaltete Synagogenkonzert statt. Fuldas außerordentliche Interesse, womit dieser hohen künstlerischen Darbietung begegnet wurde, war beweisgebend, daß bereits im Vorverkauf fast sämtliche Karten vergriffen waren und sowohl Schiff als beide Oalerien des festlich beleuchteten Gotteshauses bs auf den letzten Platz besetzt waren. Das sorgfältig gewählte Programm, das durch die Elite der Wiener Kantorenschaft zur Ausführung kam, ließ einen erlesenen Genuß erwarten und diese Erwartung wurde von der ersten bis zur letzten Nummer übertroffen. Es konnte auch nicht anders sein. Das reiche edle Stimmenmaterial unserer Kantoren, von so verständnisvoller Leitung wie die Oberkantors J. L ö w i t und Chordirektors Josef Z e 11 n i k geführt, konnte nur Vollendetstes zu Gehör bringen. Gesungen wurde Lewandovsky, Psalm 100 und Hallelujah; G o 1 d s t e i n, Uwchen jiskadasch; von den beiden S u 1 z e r Weseorew und Adaun aulom; Baruch Schorn Aw horachamim, und eine alttraditionelle alte Weise. W'ollte man diejenigen nennen, die zu dem großen Erfolg beigetragen haben, so müßte man ohne Ausnahme die Namen sämtlicher Mitwirkenden registrieren. Wir beschränken uns aus Raummangel, darauf hinzuweisen, daß die Soli der Herren Vereinsoberkantoren Alter, Frän kl, M ü 11-e r und Postolow im wahrsten Sinne des Wortes glänzend wären. Die mitwirkenden Kantoren der israelitischen Kultusgemeinde hatten-zur Ehrung der Kantoren der Tempelvereine in kollegialer Weise diesen die Soli überlassen. Gebührende Anerkennung sei auch dem Präludium und der Begleitung des Orgelvirtuosen Herrn Prof. Georg V a 1 k e r ausgesprochen. Das aus der besten Wiener jüdischen Gesellschaft bestehende Auditorium lauschte in weihevoller Ergriffenheit vom An- . fang bis zum Ende dem Konzert der jüdischen Wiener Meistersinger. Unter den Anwesenden bemerkte man den Vorstand der Kultusgemeinde mit Herrn Präsidenten Prof. Dr. A. Pick und den beiden Vizepräsidenten Dr. S. Kauders und D. Friedmann*an der Spitze, den Bethausvorstand unter Führung des Herrn Dr. E. M i n z, eine große Abordnung des Rabbinerverbandes mit Herrn Rabbiner Dr. D. F e u c h t w a n g an der Spitze, den Gesamtvorstand des „Vereines der Tempelfreunde" unter Führung des Protektors Rabbiner Dr. Max Grün w a-1 d und Präsidenten Dr. E. T h a l e r, den Lehrkörper mit J^ektor Prof. Dr. Schwarz an der Spitze, das Präsidium der Türkisch-israelitischen Gemeinde, Abordnungen der verschiedenen Tempel- und humanitären Vereine und viele andere. Um das Zustandekommen haben sich Kommerzialrat Alfred Landesberger als Ehrenpräsident des Komitees, die Herren Karl S c h n i t z e r als Obmann, Bethausvorstand Sigmund Ernst und Redakteur Ludwig iti r s c h f e 1 d als Obmannstellvertreter, Wilhelm H e rzka als Kassier und S. Meister als Schriftführer sowie die Herren K. K a 1 m a n n, Th. K r i e s- Ii aber, .0. O b 1 a c t, N. R e i s n e r, J. S c h a f f e r, M. S t e i s s e 1, 0. T o n e 11 o, J. Wassermann. S. W a c h s m a n n und Fau Rat S e i d l e r als Beiräte des Komitees sowie die übrigen Vorstandsmitglieder des „Vereines der Tempelfreunde" besonders verdient gemacht. Vortrag über Dr. Josef S. Bloch. Am 10. v. M.- hielt unser Mitarbeiter Oberrabbiner Dr. x^dolf Altmann als Präsident der B. B. Mosel-Loge in Trier in der Logensitzung einen Vortrag über Dr. Josef ' S. Bloch s. A. unter dem Titel „Ein großer Toter des jüdischen Volkes41, der sich zu einer Ehrenkundgebung für den für das Judentum so überaus verdienten Mann gestaltete. Josef Grob in Stanislau. Ungemein groß war der Erfolg unseres Mitarbeiters Joser Grob auch in Stanislau, wo er nach Absolvierung einiger Pfovinzstädte am 15. v. M. im Stanislauer Theatersaäl einen literarischen Abend gab. Der Andrang war so stark, daß man gezwungen war, am 18. im jüdischen Nationalhause einen zweiten und schließlich am. 21, einen dritten Abend zu veranstalten. Das Publikum jubelte dem Vortragenden zu, alle Veranstaltungen waren bis auf deru letzten Platz ausverkauft und man wollte ihn noch immer nicht von Stanislau fortlassen. Dessenungeachtet hat sich Herr Josef G r o b entschlossen, am 22. v. M. nach C z e r n o w i t z zu fahren, da er weitere drei Wochen für Vorträge in Rumänien verwenden will. Dlnter überdichtet das neue Testament. Aus dem freundlichen Städtchen Langensalza versendet die „Thüringer Verlagsanstalt Emil Kabisch" - mit „kollegialen Grüßen" einen gedruckten Waschzettel, der ein „Aufsehen erregendes Werk" des Herrn Artur Dinter, des Verfassers der „Sünde wider das Blut" ankündigt. In dem Waschzettel heißt es: „Der bekannte deutsche Schriftsteller Artur Dinter hat soeben eine Arbeit vollendet, die weit über die. Grenzen Deutschlands hinaus Aufsehen erregen dürfte. Unter dem Titel: „Das Evangelium unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus nach den Berichten des Johannes, Markus, Lukas und Matthäus im Geiste der Wahrheit dargestellt" erscheint demnächst im Verlage der Thüringer Verlagsanstalt Emil Kabisch in Langensalza (Thüringen) ein neues Werk Dinrers. Das Buch stellt eine Neuiiihersetzuircgder Evangelien aus den griechischen Urtexten dar, unter Ausmärzuintg aller Fälschungen und der vielen Uebersetz'iingsfehler Luthers und seiner vielen Nachfolger. Es bringt den evangelischen Text in eine" einzige fortlaufende Erzählung, ohne jeden Widerspruch. Dem Werke ist ein Kommentar beigegeben; in dem die Abweichungen von den bisherigen Übersetzungen streng wissenschaftlich begründet werden.- Da die erste Auflage schnell vergriffen sein dürfte; ist sofortige Bestellung bei oben genanntem Verlagzu empfehlen. Der Preis beträgt .... und ist dieser' Betrag sofort bei der Bestellung, am besten in Papiergeld mit einzusenden, da per Nachnahme ins Ausland nicht versandt werden kann." — Auf di£se Sünde wider die Tinte darf man neugierig sein. Zwei Sachen von Walter Serner. Leider hat der Verlag Paul Steegemann, Hannover, die Sendung nicht an die richtige Adresse überwiesen, in die Niederösterreichische Heil- und Pflegeanstalt am Steinhof; am besten auch gleich dazu den Herrn Ver-

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