Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1923
- Issue
- Heft 23 (16.11.1923)
- Date
- 1923-11-16
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 15 Gelter hervor. Regie Marke: Direktor Marli o w s k y erstklassig! Ungeteilter Erfolg. Applaus! Josef Heller. Der Pionier. Doppelnummer 5 und 6 dieser trettlichen Zeit- und Streitschrift, Verlag Carl T h i n i u s, Hamburg, liegt uns vor und enthält eine Fülle gediegensten Inhalts. Die scharf satirischen Aufsätze gewinnen noch bedeutend an Wirkung durch die gelungenen Abbildungen, in denen man unschwer die Meisterhand George Groß' erkennt. Der Pionier hat sich bereits die Anerkennung und, was noch mehr sagen will, die weite Verbreitung in deutschen Leserkreisen gefunden. Er darf allen Freunden eines lustigen Krieges gegen Reaktion und Verlotternng des politischen Lebens angelegentlichst empfohlen werden. d. Zionistisches Handbuch. Herausgegeben von Gerhard H o 1 d h e i m. Mit einer Karte Palästinas. Berlin 1923, Berliner Büro der Zionistischen Organisation (W. 15, Sächsische Straße 8). — Ein gründliches Buch, eine Sammelarbeit, die ein Bild über die mannigfachen Fragen und Tatsachen der zionistischen Bewegung gibt, aus der Feder in jeder Beziehung sachkundiger Bearbeiter. Die Hauptkapitelüberschriften lauten: Zionistische Organisation. Zionistische Finanzinstitutionen. Zionistische Politik. Jüdische Arbeiterbewegung. Jüdisch-soziale Fürsorgearbeit. Die allgemeinen Landesverhälmisse Palästinas. Das jüdische. Palästina. Jedes Hauptkapitel enthält verschiedene Aufsätze über die besonderen Fragen. Dem Buche, das 455 Seiten umfaßt, ist ein Register angefügt. S. Müller: „Ueberblick über die biblische und nachb'iblische jüdische Geschichte." 2. Auflage, Verlag Metzler, Stuttgart. In der Reihe der Methodiker $es Religionsunterrichtes, zu dessen Hebung er durch seine Lehrbücher der jüdischen Geschichte erheblich beigetragen hat, nimmt der weithin bekannte Verfasser eine hervorragende Stellung ein. Er verbindet die Fähigkeit, zur Jugend zu reden, mit der Kunst, seiner Sprache künstlerischen Ausdruck und religiöse Empfindung zu verleihen. Diese Eigenschaften beleben nicht nur seine „Kleine Bibel", sein „Buch für unsere Kinder", seine „Jüdische Geschichte in Charakterbildern", sondern, was mehr ist, auch seinen in 2. Auflage erschienenen „Ueberblick". Denn hier ist epische Breite und behagliche Kleinmalerei dem Autor nicht gestattet. Auf 65 Seiten läßt er uns eine Wanderung tun durch das Gesamtgebiet der biblischen und nachbiblischen Geschichte, und obwohl eine Fülle von Namen und Daten unseren Weg begleiten — denn nichts Bedeutsames fehlt — so hat des Verfassers literarisches Geschick ein lebensvolles Ganzes, voll Geist, in die Welt gesetzt. Die erste Auflage des Büchleins war im Jahre 1898 erschienen, es ersteht nunmehr neu, vervollkommnet und geläutert durch Müllers 25jährige pädagogische und schriftstellerische Tätigkeit. Es wird auf Grand seiner geschmackvollen Darstellung ebensowohl von reiferen Schülern zur Wiederholung, als auch von Erwachsenen zur Auffrischung ihrer Kenntnisse in unsere Geschichte mit Genuß gelesen werden, denn: Des Weisen Sprache macht die Lehre angenehm. O. Ii. Vermischtes Die Verbandsleitung der burgenländischen aut. isr. orth. Kultusgemeinden beim Bundeskanzler. Im Zusammenhang mit der Audienz, die Herr Bundeskanzler Dr. S e i p e l dem Verbandspräses. Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner Löwy am 6. v. M. in Frauenkirchen gewährt hat, empfing der Bundeskanzler Mittwoch, den 17. v. M. die Verbandsleitung, um die Einzelheiten der Wünsche der burgenländischen Kultusgemeinden an der Hand der Akten zu prüfen und die ganze komplizierte Angelegenheit, die, durch die spezifische Entwicklung und Vergangenheit der burgenländischen Gemeinden bedingt, für die österreichischen Verhältnisse ein Novum darstellt, eingehend zu behandeln. Es wurden die Fragen der inneren Verfassung der Gemeinden, ihres organisatorischen Zusammenschlusses, der Zukunft der konfessionellen Schulen und der staatlichen Zuschüsse im Detail besprochen Der Kanzler, der die Herren der Verbandsleitung überaus liebenswürdig empfing, hat tiefes Verständnis für die behandelten Fragen an den Tag gelegt und baldige günstige Erledigung des Petitums in Aussicht gestellt. Erklärung. In der vorigen Nummer unserer Zeitschrift erschien die Notiz „Budapest und Wien", die mit Dr. R....n gezeichnet war. Herr Rabbiner Doktor Rosenmann versucht uns festzustellen, daß die erwähnte Notiz nicht von ihm geschrieben wurde, welchem Begehren wir hiermit Folge geben. Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge. Vor kurzem hat die Neukonsituierung der seit dem Jahre 1908 im Amtsgebäude der Wiener Kultusgemeinde und unter Patronanz derselben bestehenden Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge auf Grund behördlich genehmigter Statuten stattgefunden. Das Kuratorium ist nunmehr aus zehn von der Delegierten-Versammlung der jüdischen Wohlfahrtsvereine gewählten und vierzehn vom Vorstande der Kultusgemeinde ernannten Mitgliedern zusammengesetzt. Derzeit gehören dem Kuratorium an: Präsident J. Wachtel, die Vizepräsidenten Kommerzialrat Karl Klemperer und Regine Ulmann, Anton Reck, Oberrabbiner Dr. H. P. Chajes, Dr. Ernst Friedjung. Börserat Ignaz Glück, Oskar Goldschmied, Direktor Leopold Herz. Max Hofbauer, Hans Kohn. Obermedizinalrat Dr. S. Krüger. Dr. Hermann Low, Josef May, Leopold Otto, Regine Pick, Franka Rittermann, Kommerzialrat S. Rosenzweig, Medizinalrat Dr. J. Samuely, Isidor Schwarz. Helene Stein. Hofrat Rudolf Taussig. Helene Vogelbaum. Die Hauptaufgaben der Zentralstelle sind: Organisation der Fürsorge und praktische Fürsorgetätigkeit. Die praktische Fürsorgetätigkeit wird durch die von der 7^ntr:i!steH'j errichteten Zweckverbände (Altersiürsorgeverband, Kurverband, Bekleidungsverband, Jugendfürsorgeverband) geübt, in welchen die auf den einzelnen Fürsorgegebieten nach gleicher Richtung tätigen Wohifahrtsvereine zu Arbeitsgemeinschaften vereinigt werden. Der Altersfürsorgeverband gewährt fortlaufende Monatsrenten an würdige, unterstützungsbedürftige Alterspersonen, insbesondere des Mittelstandes, der Kur verband erhält das Hospital für Lungenkranke in Gleichenberg und gewährt Verpflegsbeiträge für Aufnahmen in Heil- und Kuranstalten, der B e k 1 e i d u n g s v e r b a n d sorgt für die Bekleidung dürftiger Schulkinder und unter Mitwirkung des Jugendfürsorgeverbandes war es möglich, im abgelaufenen Sommer zirka 500 unterernährten Kindern einen Erholungsaufenthalt in Ferienkolonien zu beschaffen. Nach Sicherung der rechtlichen und finanziellen Basis, die durch die Neukonstituierung bezweckt wurde, wird das Kuratorium mit erhöhtem Eifer daran schreiten können, alle auf dem Gebiete der jüdischen sozialen Fürsorge in Wien tätigen Kräfte im Rahmen der Zentralstelle zusammenzufassen und durch Ausbau der bestehenden Verbände sowie durch zweckentsprechende neue Einrichtungen die Grundlagen zu