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Die Wahrheit · 1923-10-17 · Heft 21 (17.10.1923) · page 15

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 21 (17.10.1923)
Date
1923-10-17
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 21 DIE WAHRHEIT ieite 15 der Geburt; Tag und Jahr der Geburt; Staatsbürgerschaft, seit wann; Durch Option erlangt (ja oder ifeiin); frühere Staatsbürgerschaft; Heimatzuständigkeit (Ort, Bezirk); seit wann? frühere Heimatzuständflgkeit; Muttersprache; Volkszugehörigk ei t; Rasse (a r i s c h, s e m i t i s c h); Glaubensbekenntnis, seit wann; f r ü Ii eres Glaube 11, sbekenntnis; Wohuungsadresse in Wien; Name uii'd Stand d^r Eltern; Wohnungsadresse der Eltern (Vormund); Staatsbürgerschaft der Eltern (seit wann); durch Option erreicht (ja oder nein); frühere Staatsbürgerschaft der Eltern; Volkszugehörigkeit des Vaters; Volkszugehörigkeit der Mutter; Rasse (arisch, semitisch) des Vaters; Rasse (arisch, semitisch) der Mutter; Auf Grund welchen ^Zeugnisses sucht Auinaihmsbewerber um Inskription an; Wo hat Aufnahmsbewerber die Mittelschule besucht; Und welche; Wo und mit welchem Erfolge die Matura abgelegt; Ist er o. oder a.-o. Hörer?; In welchem Semester; Studienrichtung; Kriegsteilnehmer (ja oder nein); Dieses Evidenzblatt kann im Bedarfsfälle auch zu amtlichen Zwecken des Rektorats herangezogen werden. — Ein erstaunter Hörer, dqrch den letzten Satz: „Dieses Evidenzblatt kann im Bedarfsfalle auch zu amtlichen Zwecken herangezogen werden'', stutzig gemacht, richtete an 'den Offizial der Rektoratskanzlei die Frage, ob es ein amtliches Formular sei und bekam nach einigem Zögern die Antwort: Nein, es sei ein Fragebogen von der deutschen Hochschulkammer. „Muß ich dieses Formular ausfüllen?" lautete die nächste Frage. „Zwingen kann ich Sie ja nicht dazu," war die Antwort. „Uebrigens sollen sich die Herren das untereinander ausmachen.." Der oben angeführte letzte Satz des Fragebogens beweist zur Genüge, daß das Rektorat dar Hochschule für Bodenkultur von der Existenz des Bogens weiß und dieser Art „Einschreibung" zustimmt. Der Kaiserkuddelmiiddel. Adolf Bartels, der rassiigie Literaturweriter, hat sich eine „patriotische Phantasie" geleistet, die er als neue Kaiseridee den „Michel"-Lesern verabreicht, vermutlich stand ihm für den verrückten Schmus kein reichsdeutsches Blatt offen. Nun wollen wir uns — eingedenk der Parole, heiter auch in ernster Zeit — mit der neuen Kaiseridee des Herrn Bartels ein wenig unterhalten, hoffentlich auch die Oeffentlichkeit. Der Phantasierende empfiehlt, den Gegensatz zwischen Hohenzolfern- und Wittenbach-Monarchisten dadurch aus der Welt zu schaffen, daß abwechselnd einmal aus diesem, 'das anderemal aus jenem Hause ein Kaiser gewählt werde, d'amit würde auch der religiöse Ge gensatz abgebaut. Auf den katholischen hätte ein protestantischer Wahlkaiser zu folgen. Wer den Reigen eröffnet, darüber äußert sich Herr Bartels nicht. Vielleicht schwebt ihm der Gedanke vor, das erstemal die deutsche Kaiserkrone auszuknobeln. Dagegen ist er sich über des Reiches Hauptstadt im klaren. Weder München, noch Berlin, sondern Erfurt, wozu seine historischen Baudenkmale (oder seine berühmte Gemüsezucht) das Anrecht geben. Es wäre zu sagen gewesen, ob das jeweilige Kaisersein befristet sein soll oder als lebenslängliche Anstellung gedacht ist. Neben dem Zeitkaiser hätten die ehemaligen Könige und Herzoge Daseinsberechtigung. Die Serenissimusse von Reuß-Gräz-Schleiz- Schaumburg-Rückelburg. Lippe-Detmold müßten in ihrem nichtsdurchbohrenden Gefühle weiter ausgeschaltet bleiben, was eine Gefahrenquelle für den nord- oder süddeutschen Kaiser schaffen könnte, wenn sich, die Duodez-Potentatlein zu einem wettbewerbenden Konzern vereinigen wollten. Den Operettenbuchschreibern eröffnet Bartels Phantasie schon jetzt unbegrenzte Möglichkeiten. „Michel" bemerkt in einer Fußnote, daß er den Gedanken Bartels zur Erörterung stelle. Unseres Erachten» wäre nur eines zu erörtern — kalte Kompressen auf die Stinte des Herrn Bartels. Bayerische Geistliche als Hakenkreuzler. So überschreibt,der „Vorwärts" (Nr. 320 vom 11. Juli 1923) eine Zuschrift aus Bayern, die mit dem Satze anfängt: „Es ist kein Geheimnis, daß ein großer Teil der bayerischen Geistlichkeit sich den Hakenkreuzlern mit Haut und Haaren verschrieben hat. Es gibt heute in Bayern keine nationalistische Veranstaltung, ohne daß ein katholischer Geistlicher seinen ,Segen' dazu gibt." Der Brtefschneiber stellt diese „Geistlichkeit" in Gegensatz zu Christus und dem Friedenspapst und fährt dann fort: „. . . und die Liebe zur Kirche, Religion und Volk gebietet, dies öffentlich einmal zu brandmarken. ... Es wäre Zeit, daß die kirchlichen Stellen diesem Unfug ein Ende machen und die betreffenden Geistlchen in die Schranken ihrer katholischen Aufgaben weisen." Eine Erinnerung. Aus Freundeskreisen wird ums geschrieben: „Als Teilnehmer an dein Leichenbegängnis Dr. J. S. Blochs drängt sich mir ein Vergleich aus dem Jahre 1914 auf. Damals wurde der Begründer des Egyenlöszeg, Max Sabolcsi, zu Grabe getragen. Nicht nur das jüdische Budapest, sondern ganz Ungarn war an der Bahre des Kämpfers für die Interessen des ungarischen Judentums vertreten. Auen die christlichen Honoratioren der Landeshauptstadt und zahlreiche Gemeinden gaben Max Sabolcsi das letzte Geleite. Ich will die Verdienste dieses hervorragenden ungarischen Publizisten nicht schmälern, keinen Schatten auf seinen Namen gleiten lassen, aber feststellen, daß Sabolcsi doch'nur für den engeren Kreis der ungarischen Juden eintrat, Doktor Bloch aber für seine Glaubensgenossen von universeller Bedeutung war. Ich muß sagen, daß ich mich aller, d.;e am vergangenen Donnerstag bei der Be- Dr. Benno Feuchtwang und Frau ddnken herzücbs! für alle ihnen gelegentlich ihrer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten Rabbiner Dr. David Feuchtwang u. Frau danken herzlichst für alle ihnen gelegentlich der Vermählung ihres Sohnes erwiesenen Aufmerksamkeiten

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