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Die Wahrheit · 1923-09-10 · Heft 18-19 (10.9.1923) · page 31

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 18-19 (10.9.1923)
Date
1923-09-10
Page
– (sequence 31)
Language
German
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Nr. 18/19 DIE WAHRHEIT Seite 31 Theater, Kunst u. Literatur Wohltätigkeitsvorstellung. Die in Bad Hall anwesenden Freunde des Badener Agudah-Waisenhauses haben dien kürzlich stattgefundenen Sammeltag dazu benutzt, um auf Veranlassung des Herrn Bankier Adolf Raab zugunsten dieses wirklich humanitären Institutes im Kurtheater eine Wohltätigkeitsvorstellung zu veranstalten. An der Spitze des Komitees stand Herr Raab selbst, nebst ihm gebührt;ein besonderes Lob Frau Stella Schiff, Galttm des Herrn Heinrich Schiff. Infolge des Entgegenkommens dies Herrn Theaterdirektor Rollet hatte die Vorstellung einen sehr schönen Reinertrag. Heinrich Haase: Frommt uns ein neuer Glaube? Berlin, Philo-Verlag 1923. An der Hand einer eingehenden Kenntnis der verschiedenen Religionen weist der Verfasser nach, daß die Lehre der Thora diejenige Religion ist, die in gleicher Weise für das leibliche, wie das geistige Gedeihen bedacht ist. Er erinnert an die Stelle : „Siehe, ich habe euch Satzungen und Vorschriften gelehrt, wie Gott der Ewige mir befohlen, so bewahret sie und führet sie aus, denn das ist eure Weisheit und Einsicht in den Äugender Völker, die sagen werden, weise ist dieses Volk." Der Verfasser meint, daß nicM eine dogmenlose Religion das ist, was uns nottut und frommt, und diese sieht er im reinen Mosaismus. Er erhofft, von der wirklichen Ausführung des in den 10 Worten und in: dem zweiten Buch des Pentateuchs niedergelegten ethischen Programmes die messianische Idee einer Völkerversöhnung zu verwirklichen. — Die anregende Schrift sollte recht viele veranlassen, sich mit unseren heiligen Schriften näher zu befassen, um zu der Erkenntnis zu gelangen, daß sie dem jüdischen Menschen viel mehr zu sagen haben als die arideren Bücher des Orients," die nun so oft. einer Mode folgend, gekauft und gelesen werden. Dr. Willy C o h n, Breslau. Preisausschreiben. In Ausführung eines Beschlusses der Kenessio Gedaulo in Wien, des Inhaltes, eine Literatur für die Jugend, dem Thorageiste entsprechend, zu begründen, erläßt der geschäftsführende Ausschuß der Agudas Jisroel folgendes Preisausschreiben: Es sollen für Schulkinder Elementarbücher, sowohl auf dem Gebiete der jüdischen Geschichte, wie aus dem Gebiete der Naturlehre und! den Anf ausgründen der Mathematik geschaffen werden. Diese Bücher sollen absolut im religiösen Geiste gehalten sein. Die Arbeiten können in hebräischer, jiddischer und deutscher Sprache abgefaßt sein. Die Prüfungskommission besteht aus der Exekutive des Rabbinischen Rates und aus einer Kommission des geschäftsführenden Ausschusses. Für jedes abgeschlossene Werk sind drei Preise ausgesetzt von ö. K 3,000.000,* ö. K 2,000.000 und ö. K 1,000.000. Die Arbeiten müssen bis zum 1. Nisan 56 4. bei dem geschäftsführenden Ausschuß, Wien IL, Malzgasse 12a eingereicht werden. Die Arbeiten müssen mit einem Kennwort versehen und von einem Kuvert begleitet sein, auf welchem sich der Name des Verfassers befindet. Elijahu Rappeport: Loblieder. Marcan-Block- Verlag zu Köln am Rhein 1923. Preis: Pappe 4 Mk. und Schlüsselzahl. Das ist nicht Literatur und nicht Dichtung in dem üblichen Sinne; das sind Ausbrüche einer gotterfüllten Seele, die ans Licht drängen. Elijahu Rappeport war einst Mathematiker und Doktor der Philosophie; er ist nun Landarbeiter im Tale Jisrael in Erez Israel. Diese Hymnen aber sind entstanden, als er noch österreichischer Offizier an der galizischen Front war. Martin Buber sagt in seinem Vorwort: „Ich weiß über diese Loblieder nichts anderes zu sagen, als daß sie es wirklich sind; sie sind zum Lob Gottes geschrieben." Man muß sie lesen mit der Inbrunst der Seele, mit der sie der Verfasser erlebt hat. Es scheint, als ob in ihnen noch einmal der königliche Sänger David lebendig würde und man merkt aus ihnen den unzerstörbaren Rhythmus des lebendigen Judentums durch die Jahrtausende. Wenn er uns zuruft: „Jisrael, laufe nicht mit der Heiden Hast", so empfindet er, auf welch falschem Wege die meisten der Juden wandeln. Er selbst hat den anderen Weg gefunden, den Weg der Umkehr, den Weg zur Tat und zu Gott, den er erlebt hat in unserer scheinbar so entgotteten Zeit. Israel soll den ruhigen Weg gehen, nicht den Weg der eiligen Füße des Heiden. Dr. Willy Cohn, Breslau. Leonhard Ragaz, Judentum und Christentum. Ein Wort zur Verständigung. Rotapfelver- 1 a g, Erlenbach-Zürich und Leipzig. .Grundpreis Mk. 1.30.. „Judentum und Christentum sind im tiefsten verwandt . . . Die Tragödie ihres Auseinandergehens haben wir auf die (freilich nicht gar zu stark zu pressende) Formel gebracht, das Christentum habe den Messias vertreten ohne den Messianismus, das Judentum aber den Messianismus ohne den Messias" (45). Daher habe das Christentum für den Sieg der Gerechtigkeit auf politischem und sozialem Gebiete viel zu wenig getan, das Judentum ohne die rechte Liebe, die Krönung des Heiligkeitsideals (29), gearbeitet und das Kreuz, das Symbol seines Berufs als leidender Gottesknecht, nicht erfaßt. — So unklar auch die Ansicht des Verfassers über die Zukunft der jüdischen Gemeinschaft bleibt und so wenig das Bild eines Jesus, dessen Reich „nicht von der Welt, aber für sie" (20) der Geschichte entspricht, so sympathisch berührt bei ihm der Geist wahrer Frömmigkeit. U. H. KWiWWiWWWWMWK Gedenket in Leid und f reud des israelifischen Taubsfummeninsfifufs in Wien III., Juchjasse 22. ■WWWWWWWWWWWWOWWW^^

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