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Die Wahrheit · 1923-09-10 · Heft 18-19 (10.9.1923) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 18-19 (10.9.1923)
Date
1923-09-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr, 1P/19 DIE WAHRHEIT Seit» 7 Schechita (des Schächtens) für den thoratreuen Juden die unerläßliche Voraussetzung jedes Fleischgenusses bildet. Die Kenessio Qedaulo bittet die Staaten und Völker, der gegen die Schechita gerichteten, ungerechtfertigten antisemitischen Propaganda nicht durch Erschwerungen des Schächtens. oder Erlaß von Schächtverboten Folge zu geben und sofern derartige Verbote, die für den thoratreuen Juden einen unerträglichen Gewissenszwang herbeiführen, bereits erlassen sind, diese wieder aufzuheben. Jewish Agency. Die Kenessio öedaulo erneuert die hinsichtlich der „Jewish Agency" vom Zentralrate in seiner Sitzung vom 5. Triebet zu Breslau gefaßten Beschlüsse. Erez Jisroel Arbeit. Für die Arbeit dör Agudas Jisroel in Erez Jisroel wird bei jeder Landesorganisation ein Merkas Erez Isroel errichtet. Dieser entsendet je ein Mitglied in den Merkas Kloli (Allgemeine Palästina-Zentrale). Der Palästina-Zentralrat wählt eine Exekutive (Waad Hapoel), der die Ausführung aller Beschlüsse des Palästina-Zentralrates obliegt. Alle in der Agudas Jisroel für Erez Jisroel gesammelten Gelder, sind ausschließlich nach Jerusalem zu Händen der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel zu überweisen. Die Verwendung der Gelder geschieht ausschließlich nach den Beschlüssen des Merkas Hakloli durch die Exekutive (Waad Hapoel). Die Erez Jisroei-Kommission bittet den rabbinischen Rat der Agudas Jisroel, zu erklären, daß jedes Mitglied der Agudas verpflichtet sei, sich nach Kräften mit seinem Vermögen zum Aufbau von Erez Jisroel al pi hathauroh zu beteiligen. Zu diesem Zwecke möge jeder Delegierte und jeder Besusher der Kenessio Gedaulo sofort einen erheblichen Beitrag für praktische Erez Jisroel-Arbeit der Exekutive übergeben, Ferner mögen die einzelnen Landsmannschaften sofort sich zur Aufbringung einer bestimmten Summe innerhalb der nächsten zwei Monate verpflichten. Bezüglich der praktischen Erez Jisroel-Arbeit begrüßt die Kenessio Gedaulo jegliche Privatinitiative in Erez Jisroel und wünscht, daß der Waad Hakloli jeder praktischen Arbeit von Einzelpersonen weitgehendste Förderung angedeihen läßt. Insbesondere soll der Waad Hapoel die Vermittlung unter einzelnen Industriellen übernehmen und alle Auskünfte für dieselben durch eine ehestens zu schaffende Wirtschaftsvertretung in Erez Jisroel vermitteln. Die wirtschaftliche Erez Jisroel-Arbeit der Agudas Jisroel soll sich zunächst auf Bodenerwerb, Mäuserbau, Landwirtschaft und Industrie erstrecken. Zur Durchführung dieser Programmpunkte soll der Waad Hapoel eine Aktiengesellschaft mit dem Sitz in London oder Jerusalem gründen, die nach kaufmännischen Grundsätzen zu leiten ist. Die Reihenfolge der Ausführung der einzelnen Projekte wird dem Waad HäkloK übertragen. Der Waad Hapoel wird beauftragt, sofort in Erez Jisroel Schritte zum Ankauf von Ländereien zu unternehmen, sobald die hierzu erforderlichen Mitte*! vorhanden sind. Chinuch in Erez Jisroel. 1. Die Kenessio Gedaulo drückt ihren tiefen Schmerz über die Tatsache aus, daß es Schulen in Erez Jisroel gibt, welche nicht nur gegen den Willen der Thoraautoritäten des heiligen Landes, unjüdische Weltanschauungen den Kindern übermitteln, sondern geradezu ostentativ alle Heiligtümer des jüdischen Volkes dadurch gefährden, daß sie den Gegensatz den und' um sich greifen, ältere und gut geborgene Alte werden Steine beitragen undl Material liefern und herrlich schön wachsen und erstarken wird ein großer Fonds für ein zweites, schönes, jüdisches Altersheim mit etwas mehr Komfort und weniger Dürftigkeit ausgestattet. Der goldene Mittelweg zwischen Humaniltätsanstalt und kostspieliger Pension, basiert auf festen Statuten und so begründet und geleitet wie unser Wiener israelitisches Versorgung^- und Siecheahaus für zahlungsfähige a 1!t e Menschen, wäre eine Wohltat für dieselben. Im Alter hat jeder das dringende Bedürfnis, unter seinen Glaubens»- un>d Stammesgenossen zu sein, weil wir ja unter Andersgläubigen nur Geduldete sind, unsere Menschenrechte als Gnade empfangen sollen. Christen haben Klöster, in denen sie zu jeder Zeiit gastliche Aufnahme und! liebevolle Pflege bis ans Ende finden bei Zahlungsfähigkeit. Da wir keine solchen Zufluchtsstätten haben, sollten wir einen Ersatz schaffen für die in günstigen Lägen dennoch armen Alten, die nichlt bei Kindern und liebevollen Verwandten ihr Leben beschließen können. Nur frisch drauf los — Jugend voran! Es wird und muß gelingen mit der Devise „Viribus unitis" für das Alter! Ünter den jüdischen Haus- und Realitätenbesitzern werden auch welche zur Erkenntnis und Einsicht gelangen, daß sie sich das schönste Monument errichten könnten durch Zuwendung solcher Objekte zu edlem, gemeinnützigem Zwecke. Wenn ein rühriges, verständiges Komitee den Plan aufstellen und die Aktion ins Werk setzen möchte, kann und muß es gelingen! Die jüdische Wohltätigkeit leistet viel, zersplittert oft große Summen, die in der Luft verwehen, ohne einer Wunde Heil zu bringen, so wird sie doch auch da nicht versagen, wo es gilt, etwas ins Leben zu rufen, was seinen Schöpfern zur Ehre und zum eigenen Heile gereichen kann. Den ganz Armen wird durch den großen jüdischen Wohltätigkeitssinn der Wiener Juden viel Hilfe geboten, aber es gibt auch arme Reiche, die im Alter bittere Erfahrungen und Enttäuschungen erleben und hilflos zugrunde gehen in ihrem einsamen eigenen Heim, welches umlauert ist von Beutesuchern und Glücksjägern, die sich in verschiedenen Masken den hilfsbedürftigen Alten nähern, um ihnen ein gewaltsames, trauriges Ende zu bereiten. Der Besitz lockt den Besitzlosen zum Verbrechen und die Wehrlosen sind die meist gesuchten Opfer. „Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei", auch der Reiche soll es nicht sein, darum schaffet geschüitzte, behagliche Altersheime, mit individueller Behandlung und Versorgung, in die man ohne Zagen und Bangen im Alter einkehren Rann, mit dem beruhigenden Bewußtsein, einen behaglichen Lebensabend zu genießen. Rosa Stransky.

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