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Die Wahrheit · 1923-07-01 · Heft 13 (1.7.1923) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 13 (1.7.1923)
Date
1923-07-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 DIE WAHRHEIT Nr. 13 bon. Die Reisebeschreibungen eines jüdischen Seefahrers über die Herrlichkeiten Kutais (China"1..), Zi-~ pangus (Japans) und; Indiens wecken seine Begierde nach überseeischen Schätzen. Er sendet ein Gesuch an den König von Portugal, um dorthin geschickt zu werden, doch sind seine Ansprüche so maßlose, daß Johann II. ihn zurückweist. Hingegen entsendet der König zwei Ritter, den Alfonso de Payva und den Pedro de Covilhao, von denen jeder sprachkundige Juden mitnimmt. Die des letzteren waren Abraham aus B e j a (Portugal) und J osef Zapateiro (gleichfalls in Portugal), denen er in Kairo begegnete. Sie erforschen das Rote Meer und den Persischen Meerbusen. Ihr Bericht über Ormuz, den Stapelplatz für den indischen Handel, entflammt des Königs Habgier nach morgenländi'schen Schätzen. Er beschließt, weiter vordringen zu lassen. Vasco de Qama sollte Führer der Expedition werden. Columbus blieb wegen seiner Maßlosigkeiten unberücksichtigt. In seiner Not fand Columbus bei Juden Unterstützung. Deshalb verfügte er testamentarisch eine Spende für einen armen Juden, den der Pfarrer wählen möge. Seine wissenschaftliche Reisevorbereitung ■empfing er von jüdischen Gelehrten. Der bereits erwähnte jüdische Astronom Joseph Vecinho schenkt ihm eine lateinische Ueberseteunig der Sonnen- und Mondesfinsternis-Talbellen des Abraham Zacuto (der die „Theorie der Stürme" verfaßte), die ihm später das Leiben retteten^ als er, auf sie gestützt, den Indianern in Veragua drohte, den Mond auszulöschen, wenn sie ihm an den Leib rücken. Columbus „löschte" den Mond pünktlich laut Zacutos Tabellen aus. Hierauf ließen die Indianer von solch „höherem Wesen" ab. Vom König von Portugal abgewiesen, wandte sich Columbus an das spanische Königspaar Ferdinand und Isabella. Der Stempel der Zeit: die Geldgier, lag schwer auf des Königs und seines Seefahrers Seele. D,er König sah im Seefahrer seinen Konkurrenten. Denn Columbus verlangte 10 Prozent aller Reichtümer, die je in den von ihm entdeckten Ländern gefunden werden! sollten. Johann II. König von Portugal, ließ den habgierigen Columbus einfach bei Seite. Das war klar und ehrlich. Anders der hinterlistige Ferdinand. Dieser konnte es nicht überwinden, Aussichten auf reiche Beute wegen der Unbescheidenheit eines Kapitäns in den Wind schlagen zu müssen. Den Kapitän könnte man ja später in Ketten legen; früher möge er nur neues Land entdecken. Vor allem müßte sein Navigationsplan durch eine kompetente Junta überprüft werden. Diese aber verwarf den Plan. Verzweifelt wandte sich Columbus an den jüdischen Astronomen Abraham Zacuto. Dieser befürwortete den Plan beim Bischof von Saiamanca, empfahl aber gleichzeitig, den Columbus auf Gehalt zu setzen, ihn auszustatten und zu mündlichen Verhandlungen an den Hof des KöniigspaareSt zu schicken. Dort fand er bloß bei den jüdischen Ministern Verständnis : bei I s a a c A b r a v a n e 1 und' bea A b r aham Senior. Ihre Bemühungen scheiterten an der Konkurrenz der Habsucht des Königs mit derjenigen des Seefahrers, der überhaupt als „Admiral" abreisen und als „Vicekönig" landen wollte. Schließlich gelang es beiden klugen Männern, unseren Seefahrer zu mäßigen und seine hochtrabenden Pläne in einen durchführbaren Rahmen zu lassen. Verständnis für die Durchführung, die bei Hof gänzlich fehlte, fand Columbus bei jüdischen Bankiers: bei GabrielSanchez, bei Alfonso de la Caballeria und bei den Brüdern P i ii z an (letztere in Palos, wo er sich einschiffte). Diese Männer brachten drei Schiffe (Karawrellen) zustande: die „S. Maria", die „Pinta" und die „Nina", auf denen er sich am 3. August 1492, 45 Iahre alt, in Palos einschiffte20). Der wissenschaftlichen Vorarbeit unserer Väter, deren weitblickendem 'finanziellen Verständnis verdankt Europa die Entdeckung Amerikas. Was aber wichtiger ist: Seine erste Kultivierung nach europäischem Muster verdankt dieser neue Erdteil auch unseren Vorfahren. Denn die Schiffibesatzunig des Columbus bestand aus zwei entgegengesetzten, Elementen: aus Menschen, deren Leitmotiv lautete: „Die Völker sollen sich mit Dir segnen" lumd aus solchen, denen der Fluch der Völker auf den Fersen folgte, weil sie angetroffene Kulturen in Schutt und Asche begruben — bloß um Beute zu machen. Die Unkultur europäischer Beutesucher begrub (bis auf wenige Spuren) die hochentwickelte Ur-Kultur der Indianer, die von1 Hebräern abzustammen scheint21). (Fortsetzung folgt.) 20) Kayserling „Columbus und die Juden etc." 21) I. J. 720 v. Ch. zerstört S almanassa r, König von Assyrien, das jüdische Reich. Anzeichen sind vorhanden, daß ein Teil der Juden mach Amienilka igeflüohtet, wo sie Stammväter dter Infamer geworden sind, 'deren notorische Milde und Seelengröße inmitten einer barbarischen Welt biblischen Einschlag vermuten läßt. Außerdem fand man bei den Indianern: eine Bundeslade, die vor ihnen zog, Gebote der Fasttage; der rituellen Waschungen!, der Darbrimguing von Erstlingsopfern an Früchten, der Beschneidung, der obligatorischen Heirat kinderloser Schwägerinnen. Die Form der Ehescheidungen, das Verbot, Leichen zu berühren!, erinnern an hebräische Gesetze, Diie Sprache der Indianer weist hebräische Wortwurzeln nach. Personennamen, Namen der Flüsse, Form der Boote und der Werkzeuge erinnern an die des Hebräervolkes. Corteis berichtet am 10. Oktober 1520, Kapitel 15, an Kaiser Karl V., daß bei seinem Einzüge JVL o n t e z u m a, der Herr des Landes, folgende Ansprache gehalten tobe: „Unsere Vorfahren hatten ihren Ursprung nicht in diesem Lande. Sie sind aus w.eiter Ferne 'eingewandert, geführt von einem großen Fürsten, der sile hier. gelassen, selbst aber zurückgekehrt ist Nach langer Zeit ist er wiedergekehrt und hat 'hier gefunden, daß unsere Vorfahren neue Städte gebaut, die Töchter des Landes geheiratet, Kinder und Enkel um sich geschart hatten und hier heimisch wurden, so daß sie nicht mehr wollten mit ihm ita die ferne alte Heiimat ziehen, und so ist er allein wi'edergegangeni, indem er verkündet hat, ein anderer werde mit gewaltiger Macht kommen, um sich das Land gehorsam zu imacheni." (Artur Schurig, Die Eroberung von Mexiko. Ausgabe 1928, Seilte 135.) Diese bei den Indianern erhaltene hebräische Messias-Legende kamt den Spaniern zugute, denn Monte zuma ergab sich dem Cortes, in ihm den prophezeiten „Messias" vermutend. Der Erforschung der Zusammenhänge zwischen Indianern und Hebräerin hat Lord K i n g s b o r o u ig h, Verfasser des Werkes „Antiquities auf Mexiko" (1848) sein ganzes Vermögen gewidmet. Ueber diese Zusammenhänge haben geforscht: M e n a s s e Ben Israel, Rabbiner in Amsterdam (1650 „Spes Israelis"). — Antonio Monte sin os aus Simai, Bischof Louis Lopez aus Quinto; Gr egor! o Garcia >(Origeii de los Indos, Valencia 1607); Tliorowgood (Jews in America (London 1650); Jaquera („Esperanca de Israel" di Menasse, Madrid 1881); Biblioteca de la Real Acedemia de Historäia Vol. 42. Fol. 60. — Rayserling <,Columbus und der Anteil der Juden an spanischen und portugiesischen Entdeckungen. Berlin, Oronbach 1894."

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