Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1923
- Issue
- Heft 11 (30.5.1923)
- Date
- 1923-05-30
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3062972-3064121-3064132--12197-3079637- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
gezählte Scharen jüdischer Freiwilliger willig aufnahm, wie Deutschland im Jahre der Erhebung gegen den korsischen Tyrannen, wie der Oberhakenkreuzler Ludendorff beim Einmarsch in Polen! die Juden umschmeicheln, betören ließ, wie man ihnen goldene Berge versprach, als über die Zugehörigkeit Oberschlesiens abgestimmt werden sollte. Es ist immer wieder die alte Erfahrung: Sobald der jüdische Mohr seine Schuldigkeit getan hat, kann der jüdische Mohr gehen, falls er nicht vorher totgeschlagen wird. Vorbemerkungen zum Zionistenkongreß. Am 6. August d. I. findet und zwar wieder in Karlsbad der XIII. Zionistenkongreß statt, für lden schon jetzt eine Werbearbeit anhebt, an die sich große Erwartungen knüpfen. Die lebhafteste Propaganda hat natürlich Dr. Weizmann in Amerika getrieben, und nicht nur eine Propaganda des Wortes, sondern, worauf es dem praktischen Zionisten am Meisten ankam, der Sammeltätigkeit. Der Schekel, der in Amerika Dollar heißt, fließt den: rastlosen Agitator in reichem Maße zu. Ergebnisse von 15.000 Dollars in den bedeutenden Städten der Union sind das Gewöhnliche. Weizmann, der sein eigener und bester Manager ist, erhält wie ein berühmter Star telegraphische Gastspielaufträge. Ohama im Staate Nebraska garantierte 150.000 Dollars, für einmaliges Auftreten. So erfreulich diese pekuniären Erfolge Weizmanns auch sind, haben sie andererseits das Bedenkliche des des zu großen Sieges, die valutaschwachen Keren-Hajessodisten Europas dürften sich der Illusion hingeben, Weizmann werde in: Lande der unbeschränkten Vermögen die Aufbauerfordernisse hereinbringen. Es bedürfe keiner besonderen anderweitigen Opfer. Die amerikanischen Zionisten werden aber auch, entsprechend ihrer Bedeutung für den Monismus die numerisch stärkste Gruppe des Kongresses in Karlsbad bilden, und wie ihr iDrganNew Pa:esMns durchblicken läßt, ihren Einfluß auf die Verhandlungen fühlen lassen. Dazu kommt auch, daß die unentwegte holländische Opposition mit ihren Forderungen nicht hinter dem, .Berg-halten wird. Auch der amerikanischen Bnai-Brith Zionisteu ist man nicht ganz sicher. Der XIII. Zionistenkongreß wird nach alledem noch weniger als der vorige ein einig Volk von Brüdern finden. - ' Bismarck und die Juden. Dem famosen Herrn Bartels, rechte Hand und Eidgenosse des ebenso famosen Reich,swart Reventlow, will es nicht passen, daß in der bekannten Schrift Dr. Jöhlingers Fürst Bismarrck als Nichtantisemit geführt wird und schürft deshalb in Schriften Hermann Hoffmanns, ohne dabei Glück Zu haben. Er läßt den Letztgenannten folgende Aeußerungen Bismarcks verzeichnen: „Was die antisemitische Agitation betrifft, so sehe ich, abgesehen von allen Erwägungen der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit, keinen Weg, auf dem sie ihr Ziel erreichen könnten. Ich habe öfters mit antisemitisch gesinnten Herren gesprochen. Wenn ich sie nach der Ausführung ihrer Projekte fragte, so ging es ihnen ähnlichwie den Sozialdemokraten. Sie griffen den gegenwärtigen Zustand an, wußte:: abewnicht, wie er,im heutigen Staatsorganismus abzustellen sei. Oder wenn sie es vorbrachten, so lag die Unmöglichkeit, es zu jverwirklsichen, so klar zutage. Ich sagte zu ihnen: Ausweisen können wir die Juden doch nicht und eine Bartholomäusnacht gegen sie auch nicht in Szene setzen. Andere Maßregeln, wie ihre Ausschließung von richterlichen und anderen Staatsstellen, aber können die Sache nur schlimmer machen. Dann würde sich die freigewordene jüdische Intelligenz noch mehr als bisher auf dem wirtschaftlichen und finanziellen Gebiete betätigen, was zur Folge hätte, daß Klagenüber die Zunahme der jüdischen Macht und über deren mißbräuchliche 7 Anwendung erst recht;'das Forum' erfüllten. Es ist auch widerrätlich, dem jüdisches Triebe nach Erwerb und Vermögensbildung staatlicherseits Hindernisse in den Weg zu legen. Solche Maßregeln könnten nicht getroffen werden, ohne zugleich die übrigen Volkselemente im Erwerbsleben zu behindern und zu beschränken, was nachteilig auf den nationalen Wohlstand einwirken würde. Auch pflegt namentlich der wohlhabende Jude ein sicherer Steuerzahler und guter Untertan zu sein. Ebenso darf man; die Augen nicht vor den -guten Seiten der Juden verschließen. Es steckt in ihnen manches, was wir nicht haben; Antriebe und Beweglichkeiten, die ohne die Juden in unserem Verkehrsleben kaum im gleichen Maße vorhanden sein würden. Die Juden bringen in die verschiedenen deutschen Stämme ein gewisses Mousseux, das nicht unterschätzt werden sollte. Wenn ich noch Minister wäre, würde ich in in Bezug auf die Juden den Grundsatz em - pfelen: La recherche de la confession et interdite. Man braucht sich aber die Juden nicht über den Kopf wachsen zu lassen oder sich finanziell, von ihnen in einem Maße abhängig zu machen, wie es in vielen Ländern der leider der Fall ist. Bei meinen Beziehungen alsMinister zur jüdischen kaute lmanee ist immer diese, niemals bin ich der verpflichtete Teil. — Reventlow der Reichswart hilft sich angesichts dieser Bismarcksworte damit aus der Affäre, daß er sie mit dem zunehmenden Alter des Reichskanzlers entschuldigt. Damit soll angedeutet sein, daß Reventlow der bessere Mann, bezw. der bessere Deutsche sei. Ein Beitrag zum Rassenwirrwarr. Bald nachdem die Bukowina nach Rumänien kam, wünschte der . bisher österreichische Staatsbürger Dr. S t o r f e r durch Option in in diesem Verhältnis zu bleiben. Daiuals stand die vom Justizminister Waber geschaffene Rassenverordnung in ihrer Maien-Sündenblüte. Es half dem Tr. Storfer nichts, daß er seinem Gesuch die Bestätigung zweier deutscher Gemeinden in der Bukowina über sein Deutschtum beilegte. Bewerber wurde gleich tausend anderen Schicksalsgenossen abgewiesen. Es gab eben kein Kriterium der Rasse als das Belieben der von Waber beeinflußten Entscheidungsstelle. Dr. Storfer ging mit einer Beschwerde zum Verwaltungsgericht. Es scheint aber, als ob der Geist der Waberei. noch immer nicht abgebaut wäre, denn der Verwaltungsgerichtshof wies die Beschwerde Dr. Storfers mit der denkwürdigen Begründung zurück: „Der Verpflichtung zur Dartuung des Erfordernisses durch faßbare Merkmale könne sich der Optionswerber angesichts der nach dem Gesetze ihm obliegenden Beweispflicht nicht dadurch als enthoben betrachten, daß in der Vollzugsanweisung keine näheren Vorschriften darüber angegeben sind, in welcher Weise der Nachweis der Rassenzugehörigkeit zu erbringen JflC. MAYER, a——p—üj^—tWUTTBII ■! IIIT JMjUHl Hl ——Ol—M——US— Kleider«, Pelze« u. Gummirnäntelfabrik Zentrale: Detailverkauf: Wien, II., ölockengasse 24. Wien, II., Taborstraße 44.