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Die Wahrheit · 1923-04-13 · Heft 8 (13.4.1923) · page 18

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 8 (13.4.1923)
Date
1923-04-13
Page
– (sequence 18)
Language
German
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80. Geburtstag. Am 8. April feierte Herr Alois I Winterst ein im engsten Familienkreise in körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag. Herr Winterstein, der seit 18 Jahren Vorstandsmitglied im Ottakringer Tempelverein ist, gehört zu den populären Erscheinungen des Bezirkes, bekannt unter dem Namen „Papa Winterstein", nicht nur wegen seines hohen Alters, sondern auch wegen seines herzensguten Wesens. Sein gottgefälliger Lebenswandel bietet seinen Kindern Alfred und Julie Z i k a u, geb. Winterstein ein leuchtendes Beispiel. Der Jubilar hat übrigens auch im Jahre 1866 den Feldzug in Italien mitgemacht. Todesfälle. Freitag, den 6. d. M., wurden auf dem Zentralfriedhofe (II Tor) die sterblichen Ueberreste des langjährigen Vorstandsmitgliedes des Leopoldstädter Tempelvereines „Aeschel Awrohom" Herrn Bernhard Pick beigesetzt. Nebst der Familie hatte sich eine überaus zahlreiche Trauergemeinde von Freunden sowie der Vorstand und eine große Anzahl Mitglieder des Tempelvereines unter Führung des Obnrannes R. A. W e n g e r und der Obmannstellvertreter S. Adler und O. Schramek eingefunden, um oem überaus verdienstvollen Manne das letzte Geleite zu geben. Bis in die spätesten Jahre seines Lebens an ehrliche Arbeit hingegeben, war Bernhard Pick ein Typus das wahrhaft Gottesfürchtigen, anspruchlosen Menschen, der jedem Achtung einflößte, der seine trefflichen Eigenschaften durch persönlichen Verkehr kennen und schätzen lernte. Nachdem I Kantor A. Stift unter - Assistenz eines Chores die rituellen Gesgnge vorgetrahatte, hielt Rabbiner Dr. S. Funk eine Trauerrede, die alle Anwesenden zu Tränen rührte. Aber auch die vom Obmann Wenger und Tempelvorsteher S. Leenmann namens des Tempelvereines gesprochenen tiefempfundenn Abschiedsworte, gaben überzeugenden' Beweis für die allgemeinen Sympathien, deren sich, der Verstorbene in weitesten Kreisen erfreute. H. Am 9. d. M. ist Frau Katherine Berger, eine in weiten Kreisen geachtete Frau, sanft entschlafen. Das Leichenbegängnis fand am 11. d. M. am Zentralfriedhofe unter außerordentlich großer Teilnahme statt. Rabbiner Dr. Max Grunwald hielt der Verblichenen einen tiefergreifenden Nachruf, der fungierende Oberkantor rezitierte die Trauergesänge. Den an der Bahre trauernden Söhnen Josef, Philip und Julius Berger wendet sich allgemeine Teilnahme zu, von denen der Letzgenannte der durch seine Wohltätigkeit rühmlichst bekannte Kultusrat Julius Berger ist. Niederösterrerchische Eskompte-Gesellschaft. Die 70. ordentliche Generalversammlung der Niederösterreichischen Eskompte-Gesellschaft findet am 25. April 1923 statt. Deponierungstermin: 11. bis 17. April 1923 lt. amtlicher „Wiener Zeitung" vom 10/IV. 1923. X Fernsprecher. Yen Sanitätsrat 6. Es freut uns aufrichtig, daß die deutschnationalen „Eisernen Blatter" Ihnen die Lektüre unserer Zeitschrift empfehlen und werden wir Ihnen, wenn Sie uns Ihren vollen Namen und Adresse bekanntgeben, gerne Nr. 5 zukommen lassen, in der wir Ludendorff „geradezu die Verkörpernng des bösen Prinzips in der Welt" genannt haben. Weniger überzeugt sind wir davon, daß „es Deutsche gibt, die sich durch solches Urteil einschüchtern lassen". Denn was ein richtiger „Deutscher" ist, fürchtet bekanntlich Gott nnd sonst nichts auf der Welt, also sicher nicht ein jüdisches Urteil. „Micdei" Ohne Sclilafmütze. In Ihrer Ausgabe vom 1. Ostermond befassen Sie sich mit der Wiener „Jüdischen Wahrheit". Gemeint ist unser Blatt und bewiesen ist, daß Sie im Gebrauch Ihrer Gänsefüße nicht sicher sind, denn, daß Michel eine jüdische Wahrheit ohne jegliche Gänsefüße gelten läßt, ist kaum annehmbar. Nach der abschließenden Bemerkung ist Michel mit dem Urteil der Wahrheit über sie zufrieden. Lieber nicht! Denn ein solches Zeugnis von Seite eines dem „Miesbacher Anzeiger" artverwandteu Organs ist nichts weniger als rühmlich. Die mit X beichueten Notitzen und Artikeln sind entgeltliche Ankündigungen (§ 26 des Preßgesetzes). Jüdischer Hochschnlausschutz, Wie», IX., Zimmermannplatz Nr. 8. - Ausruf! 300 arme Studenten richten in ihrer Verzweiflung ihre Bitte an die jüdisch,e Oessentlichkeit. 300 Studenten, die zufolge des Numerus clausus von den ungarischen Hochschulen ausgeschlossen wurden — man konnte es ihnen nichjt verzeihen, daß sie als Juden geboren sind. Die jüdischen Studenten, die alte Schrecken des Weltkrieges am eigenen Leibe verspürt nnd erlebt haben, sind jetzt der Gefahr ausgesetzt, ihre Sudien unterbrechen zu müsien. Die Schulgelder wurden auf das Sechsfache erhöht und betragen zirka 2,000.000 österr. Kronen, und wenn nicht rechtzeitig Hilfe kommt, so wird der ganze Kampf unseres Lebens zunichte. Wir wollen lernen, wir wollen für unsere Zukunft arbeiten und wir bitten um Hilfe, damit wir unsere Studien sortsetzen können. Beträge nimmt entgegen: Die Redaktion der „Wahrheit" oder die Filiale der Anglo-österreichischen Bank, Wien, IX. Alserstraße. «28** gS5S25S> Seidenbaus Kimstadt Wien. I. Fleischmarkt Nr. 26. Größtes Spezialhaus aller Qualitäten Seidenstoffe für Kleider u. Futter, Herrlicher Brokate, Crepe de Chine, Crepe Maroquine etc. zu staunend niederen Preisen. Telephon Nr. 76.201 und 79.202

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