Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1923-04-13 · Heft 8 (13.4.1923) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 8 (13.4.1923)
Date
1923-04-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3062972-3064121-3064129--12130-3079567
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 8 Die Wahrheit Seite 13 glücklich machen! Der deutsche Arbeiter wird und kann nicht eher glücklich sein, als bis er auf seinem eigenem Grund und Boden, in seinem eigenen Häuschen wohnt, bis er sein eigenes Gärtchen und seinen eigenen Kartoffelacker hat" und Dinter seinen eigenen „völkischen" Verlag, in dem er seinen antisemitischen Mist bestens anbauM kann. (D. R.) „Das ist das» Ziel, das jedem von euch bewußt oder unbewußt im Blute liegt, weil ihr eben nicht Juden, sondern Deutsche seid. Es ist aber nur zu erreichen durch gemeinsame Erneuerungsarbeit des ganzen deutschen Volkes. Es gibt heute keinen Deutschen irgend einer Partei und Richtung, der dem deutschen Arbeiter die Verwirklichung. dieses Z ieles nicht gönnte und wünschte, denn Brüder sind wir alle, entsprossen dem gleichen Stamme, dem gleichen Blute, Angehörige einer einzigen großen Familie! Blutsbrüder kennen keinen Unterschied des Standes und der Klasse!" (Hör' es Stinnes!) „Gleichberechtigt sind wir alle vor dem Vaterlande und dem Gesetz! Volk ist eine große Gemeinschaft von Gliedern die eben alle gleichwertig und notwendig sind: Der Unternehmer sowohl, ebenso wie der Arbeiter, der Gelehrte, und Geistliche ebenso wie der Handwerker und der Soldat. Jeder ist an seinem Platze, auf den 'ihn 'der 'Herrgott gestellt hat, unentbehrlich; jeder arbeitet an seinem Platze zum Nutzen der Gesamtheit unter Einsetzung aller Gaben und Kräfte, die ihm der Herrgott verliehen hat. Darum gibt es keinen Unterschied zwischen Bürgern und Arbeitern, Arbeitgebern und Arbeitnehmern, denn Arbeiter 'sind wir alle!" Ehren-Dinter ist eben für die gottgewollte Gesellschaft, in der es nun deutsche, d. h. christliche Arbeiter und ebensolche Lohnsklaven geben soll. (D. R.) „Das Wort vom klassenbewußten Proletariat ist die Erfindung eines Juden und wi^ alles Jüdische eitel Schwindel und Betrug. Die Partei- und Klassengegensätze in unserem Volke werden von selber verschwinden, sobald der Jude aus unserem Volksleben verschwindet. Denn nur der Jude ist es, der immer wieder neue Keile ins Volk und in die Partei eintreibt, der Volk und Parteien immer.wieder spaltet. Das erlebt ihr in euren Arbeiterparteien ja jeden Tag. Der Jude und die mit ihm verfilzten weißen Juden sind es, die allein ein Interesse daran haben, daß ejne große Werkgemeinschaft des ganzen einigen Volkes nicht zustande kommt, weil sie dann wie wir alle arbeiten müßten und von ihrem Spekulations-Börsenschwindel und Valutamanövern nicht mehr auf unsere Kosten leben und schlemmen könnte." Mittlerweile hat es sich begeben, daß der wackere Dinter als einer der im Roßbach-Putsch arg Kompromitierten hinter Schloß und Riegel unschädlich gemacht wurde. Das Beweisverfahren gegen ihn dürfte wohl an den Tag bringen, daß der berüchtigte Sudelschreiber nicht „auf unsere Kosten gelebt und geschlemmt hat", sondern auf Kosten des deutschnationalen Kriegsfonds. Er hätte jetzt reichlich Muße zu einem neuen Roman: „Die Sünde wider die Republick." Taasse-Anekdoten. Der Ministerpräsident des alten Oesterreich war ein Mann von glücklichem! Humor. Dr. I. Bloch erzählt von ihm manch'gutes Wort. Nun haben wir auch von dem langjährigen Parlamentsberichterstatter der „Narodni Listi", Josef Pemzek, zwei köstliche Taaffe- Anekdoten, die so recht bezeichnend für diesen stets wohlgemuten Staatsmann sind. Ein Jude nahm bei Exzellenz Taaffe Audienz, um Aenderung seines Namens Kohn zu erbitten. Aus diesem Anlaß entwickelte sich eine angenehme Unterhaltung. Der Ministerpräsident fragte: „Wie ist eigentlich die Mehrzahl von Kohn? Kohne oder Köhne?" „Weder so noch so", erwiderte der Jude, „sondern Kohanim." „Ich kenne mich in der jüdischen Grammatik nicht aus". meinte Taaffe, soweit aber weine jüdischen Geschichtskenntnisse reichen, waren die Kohanim eine auserwählte Kaste des auserwählten Volkes, nichtwahr?" „Jawohl Exellenz.,, Und Sie, Herr Kohn, wollen aus diesem altjüdischen Adel heraus, freiwillig heraus, zu einer bürgerlichen Klasse herabsteigen! Nein, Herr Kohn, das kann ich in Ihrem eigenen Interesse nicht erlauben. Wir bleiben die Alten. Ich bin der Taaffe, Sie der Kohn!,, Damit war die Angelegenheit erledigt. — Bei einer anderen Gelegenheit leistete sich Graf Taaffe folgenden Namenklapphornvers: Zwei Herren gingen über den Hof, Der eine hieß Kohn und war Erzbischof, (von Olmütz, . ‘ D. R.) Der andere hieß Bloch und war Rabbiner. Ich heiße Taaffe, Koschamerdiener! Gewissensfreiheit. Unsere Leser erinnern sich des seinerzeitigen Erlasses in Sachen der religiösen Gewissensfreiheit im „Freistaat" Sachsen. Nun liegt eine neue Verordnung des sächsischen Unterrichtsministers mit folgenden Inhalt vor: Urlaub an Lehrer und Schüler an religiösen, staatlich nicht anerkannten Feiertagen soll nur gewährt werden: 1. für die römisch-katholische Kirche am Fronleichnamsfest, am Donnerstag nach Trinitatis, am Feste Peter und Paul am 29. Juni, am Feste Maria Himmelfahrt am 15. August, am Feste Allerheiligen am 1. November und am Feste Maria Empfängnis am 8. Dezember: 2. für die isralitische Religionsgesellschaft an den beiden Neujahrstagen im September oder Oktober und am Versöhnungsfeste 8 Tage nach dem Neujahrsfeste. Dieisraelitischen Lehrer und Schüler sind außerdem auf Antrag, der für die Schüler von ihren Erziehungspflichtigen schriftlich zu stellen ist, an den Sonnabenden ^Sabbaten) und den hohen israelitischen Festtagen vom Schreiben, Zeichnen und Handarbeiten in der Schule zu befreien. Terrorakte in Palästina. Von Ueberfällen auf misrachistische Arbeiter in Erez-Jsrael meldet der „Hator" folgende Fakten: Der Hapoel Hamisrachi hatte mit zwei Mazzothbäckereien Verträge abgeschlossen, auf Grund derer ihm die Arbeit übertragen wurde. Darauf lief seitens der Allgemeinen Arbeiterorganisation ein Brief ein, daß bei Uebertragung der Arbeit an eine andere Arbeitergruppe als die ihr angeschlossene für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung keine Gewähr übernommen werden könne. Auf eine Anfrage des Hapoel Hamisrachi begründete die Allgemeine Arbeiterorganisation ihren Standpunkt damit, daß sie in früheren Jahren die Arbeit in den Bäckereien übernommen habe und daher auch jetzt einen Anspruch darauf habe. Tatsächlich drangen große Mengen von Arbeitern in die Bäckereien ein, suchten die misrachistischen Arbeiter zu vertreiben, und in Tel-Awiw gelang es ihnen sogar, die Maschinen und Geräte zu zerstören. Arabische Polizei mußte eingreifen (!), um die Ordnung herzustellen. Der Gouverneur übertrug die Entscheidung einem von beiden Parteien zusammengesetzten Schiedsgericht, das sich vollkommen auf den Standpunkt dermisrachistischen Arbeiter stellte und dieses Urteil auch publizierte. Der Erfinder des Telephons — ein deutscher Jude. Gegenüber den Artikeln vieler deutscher Blätter, die den verstorbenen amerikanischen Professor Graham Bell als den Erfinder des Telephons feierten, macht die „Deutsche Zeitung" des Herrn Maurenbrecher zutreffend darauf auf-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.