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Die Wahrheit · 1924-03-15 · Heft 6 (15.3.1924) · page 16

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 6 (15.3.1924)
Date
1924-03-15
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 16 D i e W^a h rHelr Nr. 6 Mi: t V:;i (!.;,• h; /!*' i ■; ' / i. i;/ Theater, Kunft und Literatur Verein der Freunde des großen Leopoldstädter Tempels. Das P-uvimsest bat Len geeigneten Anlaß zu einer sehr gelungenen Akademie, die Sonntag, den 4. d. M. im Theatersaal des „Caf6 Reichshof" stattfand'. Nach der BegpÜßungsanlprache des Vereinspräisidenten Dr. E. TH.a ler und einer gelungenen Festrede seiner Ehrwurden dps Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald folgten kürMeriische DarbMungeu, die äußerst beifällig aufgmomntfcijt wurden. Besonders glänzend und bei prächtiger Stlimme waren die Herren S t r i x und Reich, ebenso ein Sextett unter Leitung des Herrn Chovdirigenten Rudolf' H e i m a n n. Sehr lobensiwert Konzertmeister Joses Z i m b 1 e r; Hein TherDor Weiß vom Bo lkschsater löste mit seinen heiteren Vorträgen großen Beifall aus. .Wohltätigkeits-Akademie. Die durch ihre Wohltätigkeit bekannten Besitzer des Cas6 „Abazzia", Herr Leopold Frankl und seine rührige Gattin, veranstalteten SaUrstag, den 10. d. M. zu Gunsten des Vereines „Mo nt es io re" m ihrem Etablissement ein äußerst gelungene Akademie. Es genügt, aus dem reichhaltigen Programm . die Namen der Opernsängern: Rena Pfiff er, des Duettistenpaares Tranbert und Otto Glaser, und der Meisterhumoristen Karl 11 y Vary, Karl Farkas und Hans K o l i s ch e r hervorzuheben, um den Beweis dasiir zu erbringen, daß es wirklich ein genußreicher und künstlerischer Abend war, um dessen Gelegen sich auch der Gssamworstxuid mit den Herren Ehrenpräsidenten Paul S ch w a r z st e i n, den Obmännerlr Bgzirksvat E. H o s s m a n n und Fürsorgevat I. Mühlrad, Kassier Karl Kalman, an der Spitze, Wie-auch der Direktor des Etablissements Weiß redlich bemüht haben. Von «dein schönen Reinerträgnis durste ein großer Teil dem Paul 'Schwarzstein-Fonds, der zur Unterstützung verschämter, außerhalb des Vereines stehender Armen gegründet wurde, ^fließen. 'Konzert-Akademie. Dieser Tage fand iu Preßburg eine vom Schir-Chadasch unter Leitung des beliebten Kantors und Chordirigenten der israelitischen Religidnsgemeinde Joses K i j e w s k y veranstaltete Konzert-Akabemie statt, die dem zahlreich erschienenen Audiitorium länge in bester Eiünnerung bleiben wird. Die ganz hervorragende Leistung des Kammersängers G. M a i k l erntete stünnischen Beifall. Besonderes Lob verdient die jugendliche Pianistin Frl. Renee K i j e w s k y, die mit ihren geradezu staunenswerten künstlerischen Leistungen, mit ihrer formvollendeten Technik, mit der sie das Klavier, beherrschte, die Anwesenden begeisterte; es wird ihr allenthalben eine hoffnungsvolle Zuknust prognostiziert. Kon-.- zertmeister Zin: bler erfreute durch die geradezu. erstklassige'Wiedergabe. der Faust-Phantasie, sowie der Balladedes -Vieuxtemps. Dr. Max B e r n st e i n, -ein ausgezeichneter Vortragskünstler, trug ein Fragment aus dem demnächst erscheinenden Werk des Herrn Josef Kijewsky, „Beitrag zur jüdischen Musikliteratür", mit Verve *. vor. Die Begleitung am Klavier besorgte meisterhaft der bekannte Wiener Kapellmeister Leo H a h n, der vom Publikum gleichfalls m,it großen: Beifalle ausgezeichnet wurde. Das außerordentliche Gelingen des Konzert abends ist. in erster Linie Herrn K i j e w s k y zu danken. i ma l te n R o m". Die Ausführungen brachten, nichts neues. Ausgehend von dem himmelweiten Unterschied im Charakter von Römern und Juden schilderte der Vortragende die Schwierigkeiten dcö Sichh'iiiemfiiidens deraus Palästina Emigrierten in die rvesenssvernde --Um----, gebung. 139 v. Chr. gab es die erste Vertreibung durch/' einen Praetor, wahrscheinlich ans religiösen Motiven, schon 60 Jahre später müssen, wie ans Cicero. ersichtlich, - wieder zahlreiche Rückwanderungen erfolgt sein, die .von ' Ponlpejus gefördert tvurden. Caesar, der die Juden vom-. Militärdienste befreit hat, gilt als ihr Gönner in jeder. Beziehung. Angnstus blieb dieser günstigen Behaitdlmrg treu; unter Tibevius hatten sie schon zu leiden, sie dursten nur außerhalb. Roms wohnen, 4000 wurden nach Sardinien deportiert. Tragisch mußte das Erlebnis dch Triumphzuges von Titus auf die Juden in Rom gewirkt haben. Unter den späteren Cäsaren wechselte Lamie.ihr Schicksal von Gunst zu Ungunst. Das Innenleben ge-, staltete sich zu einem Genwindewesen:, der älteste BorstHer mußte am Sabbath eine Predigt halten; er war aus die Thora in Eid genommen; nur der Borbotor war besoldet. Die einzelnen Gemeinden, die jenseits des Tiber äuge-, siedelt waren nud blieben, si'chrten die Flamen ihrer Protektoren und erhielten ein Lehrhans. Die Hauptgüelle für ihre interne Geschichte , bilden die Nischengräbür in den Katakomben, resp, deren zumeist lateinische und griechische. Inschriften, hebräische werden höchst selten augetrofsen... Man ersieht aus ihnen, daß es znm größten Teil m. Ge-, sangenschaft geratene Juden waren, /die den Namen ihres Klienten angenvinmen hatten. Interessant ist der Fund von Bildwerken, Darstellungen einer Menorah, eines Scho far,. Ln lab, einer Schreibtafel oder . Spatens, aber, auch von Vögeln und anderen Tieren. Die Beschä-stigmitz-/. der Juden im allen Ron: bildeten Handwerkszweiige, wie die der Schneider, Schuster, Maler u. a., nicht der Handel. Das Zusammenleben wäre durch die Toleranz, der Römer allen sreinden Kickten gogeni'iber nicht gestört gewesen, wenn die Möglichkeit bestanden hätte, daß sie diesen bilderlosen Gottesdienst geistig verstanden uiid erfaßten. Eine Zeit lang, unmittelbar vor der Cutiflchüng des Christentums, gab es zahlreiche Prosolyten, die Gesalzenen konnten ja ihrem Glauben treu bleiben und so' die Bekehrung ihrer Klienten und Protektoren unbehindert bewirken. Ihre Anteilnahme an der Literatur WiNd durch Josephus Flavins bekräftigt. Die Treue am angestammten Glauben und die Beziehungen zur'Heimat wurden von den Juden im alten Rom stets aufrecht erhalten. M. R. Dr. H. - ♦ tt ft & f t44 Nrreiu?ur Grrichtuyg und Cr- 99'3' U haUnng von VoUrssprlsehallr»» Wien tt.. Malmte M 12 Wie alljährlich, werden wir auch Heuer die Pessach- Ausspeisung in allen Abteilungen, selbstredend auch in der; MittelstandsMeilüng, durchführen; an beiden Abenden wird in würdiger Weise in allen Sälen der Seder abgehalten. Wir werden bemüht sein, die Preise der allgemeinen Notlage entsprechend möglichst niedrig zu hültien und werden die Speisekarten lauten auf: 1. Suppe und Gemüse; 2. Suppe, Gemüse und Mehlspeise; 3. Suppe, Gemüse, Fleisch, Kompott und Mehlspeise.; Im Rahmen der vom Verein für jüdische Geschichte und Literatur veranstalteten Vorträge sprach an: 28. Fe- , bruar Herr Dr. Arthur Po sner über „Die Jud en .

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