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Die Wahrheit · 1924-03-15 · Heft 6 (15.3.1924) · page 15

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 6 (15.3.1924)
Date
1924-03-15
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr . 6! Die Wahrheit Seite 15 Was eine gerechte KriegShandlung ist. Die berüchtigte „Allgemeine Zeitung" erhebt ein Freudengeheul wie ein Sivuxindianer, der sich einen neiren Skalp an den Gürtel hangt. Man denke nur, das Ndw-Poriker dlppelliatiionsavrichit hat in der Zivilsrage der Erben Panderbilts ans Zahlung der Versicherungssumme von 2ö0 Vtillidnen Dollar erkannt, daß diese Forderung nicht begründet sei, denn Mr. Banderbilt hat -sich int Widerspruche mit den BestiinmÄlNgen der Polizei für die lldberfahrt nach Euivopa eines Schiffs, der vtelgenannteir , ,Lusitania-", bedient, die Krregsmatje.rial nach England schmuggeln wollte, hat sich also freiwillig tu Kriegsgefahr begeben und ist darin umgekommen und die Assekuranzgesellschaft ist außer Verbindlichkeit. Denn die Bersenkmtg der „Lnsitania" war nach obersten amerikanischen llrteilssprnch kein sec räuberischer, sondern eine kriegsgerechte Tat, behauptet der Nerv-Yorker Appellationssenat, folglich rmch es wahr seirr. Niemals haben sich nämlich amerikanische Richter von etwas anderem a!ls dem Streben, die Wahrheit zu finden, leiten lassen. Nitanals hat die Theorie im Lande unbegrenzter Korruption schelmisch Es der Augenbinde Hervorgeblinzelt. Die Ntovalitätsworte für Deutschland, „daß es im Lusttcmöa-Fall nach Kriügsrecht" vorgegangen, enthebt eine amerikanische LdbensvevsichertMgsanftailt der Zahlungs- Pflicht. Was für die Riesenansprüche der VanderbAt-Erben recht, Muß 'für aridere!, kleinere Polizzenbesitzer billig sein. Die höchstgerichtliche Woh lberhaltriote ist die Resultieren'de -aus dem Juristengezärrke, ob die CouNard-Linie oder die Assekuranz zahlen muß. Dieser Begleitumstand komnrt aber für die deutsche „Allgemeine Zeitung" nicht in Betracht. Hauptsache ist, sie hat es vom höchst ehremverten saNch Brnttrs w ein ehrenwerter Mann) Now-Porker Appellationsgericht schrvarz aus weiß, baß die Torpedierung «der „Lnsitania" kriegsgerichtsmäßrg erfolgte, daß folglich Deutschland über alles korrekt vorgegangen. Es soll nicht untersucht werderr, ob die Bordwände der „Lnsitania" aus durchsichtigen! Glas, waren, so daß der Kommandant. des fluchwürdiger! U-Bootes mit Sicherheit die Kriogskontpebande nit Innern des Dampfers seststellen konnte. Vielleicht war es nur ein glücklicher Zufall, wie sie auf Seite der Deutschen so oft im Weltkriege eine Rolle spicklten. Unbestritterr aber ist, daß sofort nach jerter unheilvollen Kriegsgerichtshandlung die Unionstaaten sich auf die Seite der Feinde Deutschlands schlugen und den Ausgang des Völkormordeus entschieden. Diese Tatsache ist noch irr. jedermanns Erinnerung. Die „Allgemeine Zeitung" und ihre verschiedenen auch Wiener Unterläuser mögen mit dem arnerikantscherr Richterfpruch so dick tun als ihnen beliebt, dem Wahnsinn der U-Boot-Berbrechen undwas daraus folgte wird ein anderes unbestechliches Forum verewigen, denn die Weltgeschichte ist das Weltgericht. Entjudung und Verdeutschung des Alten Testaments. Die Allg. Gv.-Luth. Kirchenzeitung (Nr. 48) vom 1. DezSrNber 1922 brachte eins Kurze Nachschrift ans Bamrn, betreffend den Entwurf eines Lehrplanes Mr.den protestantischen Religionsunterricht, der im Sinne eines germanischen Christentums erteilt werden soll. Hieran knüpft die Schriftleitung folgende Nachschrift: „Bis jetzt steht unsere Kirche noch,anf der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments; wir werden nicht dulden, daß aus fnbfektivDnr 'gcamanischem Empsinden heraus das Alte Testament zusaminrengeftrichen wird." Diese kurze Nachschrift bringen wir als Nachschrift zu der Notiz in der vorigen Nummer unter dem gleichem Titel, 'denn sie macht ersichtlich, wie trotz allem ein sehr erheblicher Teil derdeutschen Geistlichkeit denkt. Der Wiener jüdische Hochschulausschuß und die exilierten ungarischen jüdischen Studenten. Der „Egyenlösvg", das bekannte ungarische Wochenblatt, berichtet dedato 24. Februar d. I., der Wiener jüdische Hochschulausschuß habe jüdische Hochschüler aus Ungarn, die bisher m der jüdischen Mensa aßen, aus dieser ausgeschieden, weil sie sich nicht als jüdischnational bekennen rntib nwi'l sie nicht die ihnen aus Ungarn znsließenden Unterstützungen ganz dem Hochschnlausschuß zur Verfügung stellen wollten. Auf diese Anklage ist eine strikte Klarstellung des Tatbestandes um so sicherer zu erwarten, als der Hochschulausschuß sickr gerade jetzt an die gesamte Wiener Judenschast um Unterstützung seiner Aktionen in einem Aufrufe wendet, der auch die Unterschrift des Präsidenten der Wiener Kultus-- gemeinde trägt. Ein Ehrenjude in der Wiener Technik. Nach einer Meldung des „Abend" wurde im Empsangsranm des Rektorats das Bild des Studenten Karl Heinrich Spitzer, eines der ersten Opfer in den Märztagen der RevolrÄon angebracht. „Die Technik ist also 'swlz ans diesen Kampfer für Menschenrechte" meint der Albend. Nach unserer An sicht aber haben die Kämpfer für Menschenrechte tvenig Anlaß daraus stolz zu sein, daß dieses Bild die Hochburg der jmigen Hakenkreuzler schmückt. Es ist „der goldene Nasenring am Rüssel einer Sau". Sprach-Schändnng. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, wohl aber ein tonischer Journalist dem anderen, selbst -wenn sie bei Zeitungen schreiben, die der gleichen Tendenz angehören. So ist es erklärlich, daß in der letzten Nummer 'des „Hammer" unter dem Titel „Knust-Schändung" — der gute „Hammer" hat die hübsche Gewohnheit, zusammengesetzte Hauptwörter durch einen Bindestrich abznteilen — erst der Berichr-Erstatter der dentschnationalen „Deutschen Zeitung" über das. Auftreten der Amazonen in der Evst--Aussührung von Kleists | „Penchesilla" im Berliner „Deutschen Theater" folgendermaßen zitiert wird: „Bis zur Unmöglichkeit der Fleischbeschau eng anliegende Trikotagen, und bisweilen in überaus freigebiger Weise weitostreichend, auch das nicht einmal. Man bekam schon einiges zu schen . . Hauptsache, daß nackte Beine und Rücken ergiebige zu schen kamen. Was an diesen Rücken -verdeckt blieb, hatte, die Phantasie durch Vermittlung der prallen Trikots keine Mühe, sich bis zur letzten Bervollständigung zu ergänzen. Die Ober priesterin der Diana m einem die Beine durchschimmern lassenden Punrphosenanzug, anscheinend letzter, oder vielleicht, erst 'künftiger Pariser Mode . . . Penthesilea: gleichfalls in stahlgrauen Trikot, eine von Wollust ergriffene, die mit Schenkeln, Anmen und Brüsten Begierde windet und vast". Hier wendet sich der „Hammer" mit Grauien und schreibt den folgenden ergötzlichen Satz: , Wir wollen abbrechen.', der Herr BerichdErstmter scheint selbst in der Erinnerung an das Gesehene in die „jiddische" Sprechweise (warum nicht Sprech-Weise?) verfallen zu sein!" Der deurschnationale Berrcht-Erstatter mit der ffddifchen Sprechweise-, da lachen die Hühner. KeinHeim, kein Obdach! Eine Greifin bittet edle Me», schen, sich ihrer anzunehmen; sie schläft in einer Küche, in der Wasche getrocknet wird, ist lungenkrank, leidet an Ischias. Wahrend des Tages darf sie die Küche nicht benützen; sür die Schlafgelegenheit muß sie per Woche K 2000 zahlen; ihr Elend spottet jeder Beschreibung. Auskunft über die Bedauernswerte erteilt Herr Schulrat Antscherl, 2. Bez„ Schissamtsgasse 10/19.

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