Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1923
- Issue
- Heft 5 (1.3.1923)
- Date
- 1923-03-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Die Wahrheit Seite 7 lKr. S zu Jerusalem die aewailligeu Q-u ad er steine $ii zerteilen, ein Wurm in Iber Größe eines Gerstenkornes, -besaß er die Kraft, gleich dem Diamant, welcher zufolge seiner Härte das härteste Material, das selbst den stärksten Werkzengen widersteht, zu bea-ribeihen imstande ist. Der Tempelban zu Jerusalem mußte nach dem Baugeseye geräuschlos erfolgen. Weder Hammer, noch Beil, noch sonst ein Eisengerät durste gehört werden. Der König Salomon wußte sich zusolge dieser Bestimmung keinen brat. Da berichtete mau ihm von dem Wurm Schamir, welcher von dem Dämon eükömig Aschmedäi! bewacht und beschützt wird. Ein Feldherr des Salomon, der Oberst Benes a, ein Sohn «des Priesters Joi-adas, erklärte sich bereit, bicjen Aschmedäi auszusuchen, zufolge seiner besonderen Treue und Anhänglichkeit zu dem König David übertrug König «Lalomon diesem B e n a j a die Mission, ihm den Aschmeda i auszusuchen. Dieser Aschmedäi hatte des Illach ts seine Schlafstelle aus einem hohen Berge, wo derselbe in einer Zisterne der Ruhe pflegte. Der Feldherr Benaja nahm zur Ergreifung des Aschmedäi einen Siegelring des Salomon, auf welchem der Name Gottes graviert war. Dieser Ring war an einer Eisen kette befestigt, nnd besaß diese Kette mit dem Ringe der Sage nach die Kraft, den stärksten Menschen zu überwältigen. B e n a j a fand rrach vielen Rekognoszierungen den Berg Aschmeüalis und grub -an der Seite der Zisterne eine Höhlung, diiese füllte er mit WM. A s ch m e d a i war eilt Geist, der sich durch seine Wollüstigkeit auszeichnÄe. Bai seiner Heimkehr swUd er die Vertiefung neben der Zisterne mit gutem Weine gefüllt, labte sich ausreichend bis zur vollsten Berauschung mir dem Safte der Reben urrd verfiel in einen tiefen Rauschesschlaf. B e n a j a benützte diesen Zustand des A s ch m e d a i und warf die Eisenkette mit dem Siegelring um den Hals Aschmedaiis; als derselbe erwachte, fand er sich in de: Gewalt des Feldherrn Benaja, welcher ihn zu seinem König Salomon -führte und mußte Aschmedäi Auskunft geben über den Ort, wo -der Schamir zu finden sei. Im Talmud Jalkut heißt es, daß König Salomo rr den Schamir aus dem Garten Eden, dem Paradies, erhielt. Mit Hilfe des Schamir konnte man dile kostbaren, durch besondere Härte ausgezeichneten Edelsteine in den Ephot des Hohenpriesters fassen (Gillin). Moses schrieb die Namen der zwölf Stämme Israels mit Tinte und führte den Schamir darüber, die Buchstaben wurden vertieft. Als Oberhaupt der Dämonen, als Göifterkönig, hatte Aschmedäi die Möglichkeit, den Ort -anzugeben, wo der Schantir sich aushält. Salomon beschwor den gefangenen Aschmedäi, ihm den Aufenthaltsort des Schamir prüiszugeben. „Unmöglich könnte ich dir, König, diesen bringen, sondern nur der Dämon des Meeres und der Auevhcchu sind in 'das Geheimnis eingeweiht, wo der Schamir zu finden sei. Der Auerhahn benötigt den Schamir, um Felsen zu zerklüften, um sein Nest ,un!d §eirve Jungen zwischen dem Gestein zu bergen und auch in den Spalten der Besge und Felsen Samen eiinzustreuen, Pflauzenleben zu wecken." Auch zu dieser Rekognoszierung war der gewaltige Feldherr Benaja unser sehen, und ist es ihm auch gelungen, das Nest des Auerhahns zu finden. Benaja deckt mit einer pasiendeu Glasglocke das Nest der Auerhahnjungen zu, wartete in einem nahen Bersten den Auilug des Auerpahns ab. Der Auerhahn, zu feinen Jungen zurückgekehrt, fand fein Nest mit der Glasglocke verdeckt, ließ den Schamir. be*i er immer im Schnabel verwahrte, aus die Glasglocke fallen, um diese teilen zu können. Diesen Moment benützte Benaja, indem er «durch lautes Geschrei den Auerhahn erschreckte, welcher den Schamir znrnckließ, um in weitem Flug sich zu retten. Auf diese Weise konnten die großen Bausteine zum Tempelbau ohne Klang -des Eisens, durch dir Kraft des erlangten Schamir, nutzbar gemacht werden Der Sage nach nahm sich der Auerhahn das Leben. tSote.) Gegen den Dämonenglauben und zu dessen Belämpsung stellt Moses viele Lehren und Gesetze auf (2. B. M-, 22. K., 9. B.): „Wer da opfert den Göttern außer dein Ewigen allem, soll vertilgt werden." Unter den weiblichen Dämonen werden gezählt Lilith, Alula les sind Nachtgeister). Iesaias (34. K., 14. B.:): „Da begegnen sich Steppentiere und Wild der Inseln, ein Waldteufel ruft dem andern zu; daselbst rastet nur der göttliche Kobold und sinder seine Ruhe." Rabbi Chanina b. Papa sagte: „Es ist verboten, in einem Haufe allein zu schlafen, wer es tut, ergreift die Lilith (Sa-bbath)." In vielen jüdischen Häusern, wo eine Wöchnerin zu Belte Leng, wurden -in längst verflossenen Jahren oberhalb des Hauseingaugs Amulette angebracht, um den Zutritt der Lilith abzuwe-hren. Aus dieser kurzen Darstellung ersieht man, wie auch im Judentum der Aberglaube Raum fand unb wie unser Gesetzgeber Moses denselben bekämpfte Ein besonderer Nährboden war der Orient. Indier', Perser und Araber sind die Hauvtverehrer der Gnomen. Die Mythen nnd der Abedgilaulbe sind die gesahröchsle Borst nie des Unglaubens. Albert L ö w. Schufchan-Purimfeier im Vormärz. Trotz des alten „numerus clausus" bei der Gründung einer neueil jüdischen Familie irr Böhmerr und Mähren urrd anderer Beschränkungen ging es vor 1848 Purim in Dev Judengasse bei unseren Vorfahren sehr heiter zu. In der alten mährischen (Gemeinde B a t t e l a u im Iglauer Kreise hielt am Schuschan-Purirn die Chewra Kndi'scha alljährlich ihren fei-erlichen Umzug. Sonst, wenn diese „fromme Brud-erschaft" in M jüdisches Haus während des Jahres zu Krarrken, Sterbenden oder Toten kam, um besonders den letzteren die letzte Ehre zu erweisen, gab es immer ernste und betrübte Gesichter, anr S ch rr s ch a n - P rr r i nt jedoch brachte die Chewra Ka discha Freude und schickte zwei Herolde, „Laferl" genannt, junge, maskierte Knaben; ein jeder war geschmückt mit einem Thora-Mantel, trug eine Fahne mit hebräischer Urschrift in der Hand und war behängt mit Taschen für Purim-Backwerk, für „milchig" und „fleischig". Diese, als Vorposten freudig überall begrüßt, meldeten in jedem Hause die baldige A n k u rr f \ der Chewra. Gegen 9 Uhr morgens begann die Feier zuerst inr Rabbiuerhause und ging dann von Haus zu Haus. Die fromme Hausmutter im Sabbatkleid entzündete die achtzackige Messinglampe und auf dem Tische standen Purim-L'eckerbissen M-r die Gäste bereit. Diese, au der Spitze der greise Obmann, trugen isn derr Händen die Si'lber-Enrbleme der Ch-ewra, zum frommen Gebrauch in errrsten Stunden, nrnt einer silbernen Sammelbüchse, denn es wurden milde Gaben in