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Die Wahrheit · 1923-02-15 · Heft 4 (15.2.1923) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 4 (15.2.1923)
Date
1923-02-15
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Die A fl h t|efi_ _ _____ Nr. 4 t n?': i;!i-i; ii Earifat die Leisten Männer ihrer Nation fällen, wenn Geld und Auftrag von jenen Leuten ansgeht, denen der Luden- ÄnHf auch heute als Genevalstabschef des Feldzugs gegen Juden und Judenknechte gilt. Der Wiener Blutsonntag der Hakenkreuzler wird hoffentlich den Verantwortlichen eine Mahnung sein, die bisherige Schonungspolitik aufzugeben. Jede rechtzeitig -erkannte Gefahr läßt sich leichter abwehren als unterdrücken, wenn sie zuw Ausbruch gekommen. Und daß die Hakenkreuzlerei die Gefahr eines Bürgerkriegs in sich schließt, ist uns Deutschland traurigster Buveis. Woher stammt das Geld der Hakenkreuzler? In München ist der Adjutarrt des Führers der Nationalsozialisten Hitler, ein Herr Lüttke, unter der Beschuldigung der Spionage zugunsten Frankreichs verhaftet worden. In der -bayrischen Kammer hatte schon vor einigen Tagen der sozialdemokratische Abgeordnete Auer die Frage gestellt, ob die Regierung wisse, daß Lüttke in einer R-eichswehrkaserne mit Zehntausendmarkscheinen nur so herunigsvorsen hat und daß dieser Herr ei n S p i tz e l de r E n t en t e ist, der er bereits Waffenlager der Reichswehr und von Hitler mitgeteilt habe? Die deutschen Blätter werfen immer lauter d'liie Frage nach der Herkunft der den Nationalsozialisten zur Verfügung stehenden großen Geldmittel auf. Der Geschäftsbericht «der Partei weist ein sehr beträchtliches Konto als mobiles Kapital ans, wobei ohne Namennennung Ausländsdeutsche als Spender angeführt weiden. Der letzte Propagandaseldzug der Nationalsozialisten mit AutorÄsen, einer Flut von Agitationsschriften, Massenversammlungen und zahlreichen Extrazügen hat viele Milli one n gMstet. Von verschiedenen Seiten wird bchauptet, daß der amerikcmische Multirnillionar Henry Ford die Hetze firraruiere. und sogar der „Bayrische 'Kurier" registriert dje Gerüchw, daß der Geldzufluß an die NMonalsoMÜften mit französischen Quellen im Zusammeicharrg stehe! Der Münchener Korrespendent des „Berliner Tageblatt" -bemerkt zu der Angelegenheit: „In diesem Wrgenblick höchster Gefahr ist es keine Parteisache urehr, sondern eine Lürgelegenheit des Staatswohles, zu wsijsen, wer hinter den Auslandsmillionen der N a t i o n a lso z ial i st en .sieh t," — Das ist eine. Frage, die auch die österreichische Staatsregierung interessieren sollte. Auch Gummiknüppel und Stinkbomben kosten heutzutage Geld, noch mehr aber Flugschriften, Hetzblätter und Agitationsreisen. Die antisemitische Lügeufabrik. Im Züricher „Volks- . recht" erhebt der Schweizer Nation-alrat Dr. F a r b st ern gegen den Züricher Pfarrer Zanetti und gegen einen D. Bucher den Vorwurf der Verleumdung und . fahrlässigen Verbreitung einer Fälschung. Doktor Zanetzi hat nämlich im Kirchenanzeiger der katholischen Pfarrei Sankt Peter und Paul einen Artikel, „Ein jüdisches Dokument", veröffentlicht, in dem behauptet, wird, daß anläßlich eines Z i o n-i st e n k o ngre.sses in.Lemberg im Jahre 1911 gesagt wurde, daß die Juden nunmehr alles beherrschen und daß lediglich die katholische Kirche ihnen hinderlich sei, mit der nun der Kampf begonnen werden müsse. Diese Behauptung findet sich auch in einem Artikel Buchers im Luzerner Wochenblatt der katholischen -Schulvereinigung „Schweizer SMle" mid ist schon seit Jahren in zahlreichen deutschen und österreichischen Hetzblättern abgedruckt worden. Doktor Farbstein stellt nun feit, daß es sich um eine niederträchtige mw infame Verleumdung, die von A bis Z erlogen iftj j handelt In Lemberg hat nie sin Zionistenkongreß statt- \ gefunden. Der Kongreß in Basel vom 9. bis 15. August 1911 tagte in aller Qeffentlichkeit, zahlreiche Vertreter der schweizerischen Presse wohnten ihm bei. Pfarrer ZarveM hat in seinem „Kirchlichen Anzeiger" auf Dr. Favbsteins Artikel im Züricher „Volksrecht" geautwovtet. Herausfordernd wie nur je. Die Echtheit des Lemberg,ür „Dokuments" läßt er zurzeit „prüfen". Aber schon zum voraus benennt er andere antisemitische Schriften, öfte fchne Zeugen sein sollen, falls das bisherige Zeugnis verjagt. Nicht er, sondern Dr. Farbstein sei- BrunneuodrgistM. Entwickelt sich in Pfarrer Zauetti ein katholischer Dtöcher? Wladimir Jabotinsky. Die heftigen nnausgleichbaren Konflikte, die schon lange zwischen der gemäßigten zionistischen Partei -und den radikalen Elementen bestchen, als deren Führer Wladimir Jabotinsky galt, haben endlich zum Bruch, geführt/Schon anläßlich des Karlsbader Kongreßes traten die'Gegensätze in einer Weise hervor, die baldigen Bruch voraussehM ließ. Jabotinskys Selbstbetvußtsein und feilte angemaßte Stellung gründete sich aus den Umstand, daß er während des Weltkriegs mit seinen jüdischen Legionen eine Rolle spielte, -die in ihren letzten Auswirkungen keine besonders glückliche war. Auch in Palästina gefiel er sich als bedingungsloser Draufgänger der bewaffneten Hand und störte dadurch die Kreise der ruhigen Politik. Dabei vergaß er, daß die Zeiten des Makkabäertums mit den Mechoden des 20. Jahrhunderts nicht vereivbarlich sind. Go wurde der gefährliche RalMakismUs dieses Mannes-zu einer Quelle der größten Verlegenheiten für die Sache, der er gedient zu haben glaubte. Ob die Palästmapolitik, nachdem Wlcchimir Jabotinsky abgesägt wurde, in glücklicherem Rahmen einlenken wird-, ist eine Frage, arr die mit begründetem^ Zweifel herungetveten werden muß. Aus einem Brief Jabotinskys <an das „Jüdische Morgenjournal" in New Dork: „Meine Auficht ist, daß England die Versprechungen des Mandates nicht erfülle. Wir haben auch keine nationale Autonomie in Palästina. Wir haben eine antisemitische Verwaltung dort/ Ich bin überzeugt, daß die englische zionistische PoLM zu unserem morcckifchen und finanziellen Bankrott! sichren wird." lieber feine weiteren Pläne gibt Jabotinsky nur solche Andeutungen an, aus denen sich ein klares BW) nicht ergibt. Die Klage des Konvertiten. Im „Abend", dem Blatt für Gewifseits- und. alle erdenklichen Fvecheiiten, schirtitet ein Täufling sein Herz darüber ans, daß er -nach vollzogenem Uebertritt zum Christentum seinen Posten als Haudelsangeftellter bei. einem rechtgläubigen Juden verfi>r und viertiM den Rechtsstandpurekt, daß e-igeMich der Staat ihn schützen müsse. - Dem gegenüber ließe sich geltend machen,!>aß eher die Kirche, zu der sich der junge Mann angeblich aus Ueberzeugung und GewißensquÄ bekennt, ihren Adoptivsohn schützen, bzw. in seiner Existenz behilflich sein müsse. Mit gewohnter großer Ausmachung betitelt der „Abend" die Sache als Erpressung. Eine solche wäre es, wenn man den Juden verhaken könnte, gegen seine Ueberzeugung — und diese dürfte waschechter als jene des Angestellten gewesen s«n — diesen zu behalten, zumal viele jüdische Handelsbeflissene vergebens einen Posten.suchen und dies bei. choistlichen Chefs im Zeitalter des Hakenkreuzes ganz Misgeschloflen wäre. . i!itiHmnnnwnmH»nmM*ynmnmMmimMH(nMHiiimMuiiuMiHmuHiniinniiiminiinimimuiiyiimiiyinnMnifiiH!iiiii lil!ifll!ii!iilii!lliiill!llillliil!iill(li!ll!ll[]|^^ Werbet Momente» für.Die Wahrheik

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