Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1923-02-15 · Heft 4 (15.2.1923) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 4 (15.2.1923)
Date
1923-02-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/3062972-3064121-3064125--12033-3079466
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 4 Die Wahrh111 Nr. 4 uhuji* tM. aJlt*t Tf-AdSi *+*4 ^«—«•■ £Z^. j&uitiifejcdUi, ***4 *-*&Zrß*n>iAf* ****** W*&Ou*iMu*s .pips*, A&iJtyi. A$***fi* /%</ (Ici^ 4j^J; &£* 4VkM4U& /d&4 ~w*- ')^'*^— t^UrrS *ti ^****jit yT^Sedcdt ■ fCnvH/ST <u« </eV Aj^ &/£**** &ZI* &*/ £^>i 4Sd<«. -*W >A»k &*4~ mW ßejUbUUtj ^r*n Sc*. Jty*. 4€/*p& -*4v -rfe^nis*£T /?SuS c~frtfan **£) -vo*n d«f6*&** ****&^ /AJZifc, j*&*£*. tu* e*J^ 4</&ZZ" tttTfvh+U*- «~f?«#<- fyrn** M* ** •***& ****' *t jßfJti^l ■/(&(£& jfy* •«*<& *4 Ay *$ J» <*V& ^u*<Sy<y- Lr^k (ßtlniU H*<< s/kf* vmkAAjsgi Jlifttr jfeu *+)* f**f- /cj£e& AtfaiX: *U &. fi***^!? *9 W&r .< ft*^*** JLäiA, m*t jtz ***** , a*f*J2t‘*° •*******’ &»• JjfrS* •4-t^t<&4^£*t4 »<<f *f£eri, wW »< A»c, ^ißr*4 «V *m3 At 'rftfftut ptfjvSfi**. -rr*4 Aw «AW -Jfct, ßß&Ä&S*** J&trrf My . ^JCff*^ Kt** fet«l. ■^i^./.>A^<*»,Wlif■/« <*A if* T~~% ‘ Mftcvi &4öt tä/t f *^4*1 &**>i edtüa, n.r&tdrze-'&t+jfaty ^*n'r£*^fyi*-ff’ /MccJht'>**££/ <&**£ •>*** t {$d£t£v(~ v#f& *U*s^4**LC«. ^/M*S * SCet*'^°^i*/*L£ p£t^(Z'4*t/ti?46t*S+t^ <7Za&*9rA**2 ./t&tep*** OMjipü&J***- ***4*A*n °4&rJt S**i &C&*/.'. M*r& ft+t&S-. 3<i ^e<if *4 A^S*> fl+ikfe., die. /^u- ^ften,* dtt^ ***££*>£// fZ6***n 'T&r Auch die Polgerbag Ut statthaft,daS clnaRellgionsgenoKtnichajh^die auf peinlicher Weise die Absonderung allen Blutes aus den zum Genüsse bestimmtenFieischstücken betreibt, wie-naturgemäß * . einen ererbten Widerwillen ge gen blutige Speisen und somi auch gegen die Manipulation mit Blut haben muß, und daß schon von solchem Standpunkt aus, die Wahrheit jedes Falles von Ritual*Mord a priori in Zweifel zu ziehen ist. „Blut-Ritual“ könnte nurbeielnerbestimmtenArtelnesblutigen Opfers eintreten, bei dem dem Opfertier (genau bestimmt nach Art und Geschlecht) von den dazu befugten oder beorderten heiligen Personen das Blut entzogen und vom bestimmten Priester unter bestimmten Gebeten an einen bestimmten Ort gebracht und Gott besonders geopfert wird. All das zusammen macht erst das Blut- Ritual aus. Den Schächter fasse ich nicht als-NachfoIger des Priesters. auf, vielleicht als Nachfolger des dem Priester dienenden (nicht notwendig Ievitischen) Handlangers. Zum B1 u t - R i t u a 1 gehört also nach meiner Anschauung soviel, daß man jetzt von diesem gar nicht reden darf. «Umso sicherer bestreite ich die Berechtigung des Wortes „Ritual-Mord* und halte das Wort für einen Unsinn, contradictio in adiecto. Der jüdische Priester beging doch am Opfertier keinen Mord, well er dein Rituale gemäß das Tier schlachtete und die ritualgemäßen Akten mit dem Blute und die ritualen Gebete verrichtete. Ritus schließt den Mord aus. Mord kann keinen Ritus haben, rselbst nicht bei Menschenfressern, die um den getöteten Weißen, als ihr Opfer,' den religiösen Tanz aufführen. Wenn aber nicht dies, dann muß ein etwa verbrecherisches Ermorden... mit abergläubischer Blutentziehung nicht durch den falschen Ausdruck Ritual-Mord einer ganzen, der Blut-Manipulation peinlichst gegenüberstebenden Nation und Religion 'aufgeladen werden. Mord ist Mord, denn Ritual-Mord gibt es nicht. Die Zeit spiegelt sich in diesem Briefe, mögen Sie bessere Tage sehen I Das wünscht Ihnen Ihr ergebenster Hofrat Dr. W. A. Neumann. Diesen Worten Ihres verewigten Ordenstwnders, d-er Ihnen auch als Freund nrrd Gönner nahestand, habe ich nichts bchusügen. Hochachtungsvoll ■ - -; Dr S. Funk. Nachwort der Redaktion: Untern-unrnt inan es, den dunklen Entstchmigsgrüniden der Fabel nachznspillren, so verdient eine Tatsache vor allem eingehende Würdigung. * Es ist eine erweisliche Tatsache, daß die rnedere christliche Bevölkerung in ihrer Naivität niemals Anstand nahm, auch dem vernieinEchen Feinde des Christentums eine christlich dogmatische Auffasiung zu supponieren, ohne zn bedenLen, daß derjemge, welcher außerhalb der Kirche steht, einer solchen Anffasiung vollständig unzugänglich ist. Wrr wissen zum Beispiel, wie oft blutige Judenverfolgungen ihren äußeren Anlaß und Vorwand in einer Anklage hatten, daß die Juden eine Hostie mißhandelt, verhöhnt, ja sogar, um ihren .Christushaß zu befriedigen, mit Nadeln durchstochen hätten. Wer ein solches Verbrechen begcht, ans Christenhaß die Hostie mißhandÄt, stcht unbedingt aus derl Boden jener dogmatischen Auffassung, welche die Kirche von dem Wesen und von der Bedeutuiig einer durch den Priester geweihten Hostie lchrt. Welchen Sinn hätte es aber für einen Juden, der natürlich dieser spezifisch kirchlichen Anffasiung der Hostie -negativ gegenüdersteht, meist sie gar nicht kennt, ein Verbrechen der geschilderten Art zu begehen? In diesem Falle tritt es ersichtlich zutage, daß man den Juden auf dem Boden spezifisch kirchlicher Aüffasiungen und Lchren sich gedacht hat, um ihn sodann eines Verbrechens gegen das Christentum zu zechen. Ein ähnlicher, ganz verwandter Denkprvzeß vollzieht sich auf dem Hintergründe des Blutmärchens, welches nur in einem Gedankenkreife ausrerfen bmkt, in welchem -der Glaube und die Borstellunig heimisch war, daß die ob lder Sünden der Menschen erzürnte Gotcheit sich durch ein Blutopfer versöhnen lasie. Das LchrgeLäude der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.