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Die Wahrheit · 1923-02-15 · Heft 4 (15.2.1923) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 4 (15.2.1923)
Date
1923-02-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Unabhängige Zeitschrift für jüäische Interessen Itafefetton und Rdmlniftcation: Wien II«, fjelneftzafte 13 — Fernruf 42*2«1ö Mtt bem Beiblatt: VerSssentlichungen -er „Union deutschösterreichlscher Juden - XXXIX. Jahrgang Wir«. IS. Februar 182» ftmnwr 4 Offener Brief an Professor Dr. Nivard Schlögl von Dr. S. Funk, Herausgeber der „dlonuments judaica“. Sehr geehrter Herr Profeffor! Bon einem Freunde' und einstigen Mitarbeiter der ^oamnteratia Jiukladca“ auf Ihren Artikel „E n tstellungen des alttestamentlichen Bibeltextes" in der „Reichspoft" vom 24. Jänner b. I. aufmerksam gemacht, habe ich den letzten Passus desselben einigemal gelesen. Ich wollte, konnte es nicht glauben, dich auch Prof. Dr. Schlögl, der für die Psalmen so schöne, herzbewegende Töne gefunden, die Höhe der reinen Wissenschaft verlassen hat, um in die Niederungen des Parterhaders und des leidenschaftlichen Hasses hinabzusteigen. Sollte der Nachfolger Hofrat Professor N eu mann s, des einstigen Rektors der Wiener Universität, das Blatt „PriLiv" als Gsschichtsquelle benützen und an schwarze Messen, an Blut- und andere unsinnige Märchen glauben!? Jst's Wirklichkeit, ist's ein böser Tramn, ans welchem Sie sich selbst mit dem Zitat „Die Wahrheit wird Euch frei machen" wecken wollen. Zur „Entdeckung der Wahrheit" bedürfen l^ie, Herr Professor, nicht der Mithilfe der Juden. Sie kennen wohl das Werk Stracks über die unsinnige Beschuldigung, die sich in den ersten Jahrhunderten gegen die Christen richtete/ Vielleicht wird Ihnen das nachfolgende, vom 13. August 1913 datierte Schreiben, das Pros. Dr. Ne um ann ' ihn späten Greisen alter, zu einer Zeit geschrieben, d a er fern vom weltlichen Treiben, nur der Wahrheit dienen wollte, den Weg zur „Wahrheit" zeigen. .Ihm genügten wohl die Ausführungen Prof. Stracks, der das Thema gründlich und erschöpfend bearbeitet hat; er ist aber auch ohne Strack zu der Ueberzeugung gelangt, daß das unsinnige Märchen in das Reich der Unmöglichkeit, des Wohnst uns oder der Verleumdung zu. verwerfen ist. *t-a***&%f-&*4 <a *■</ .«ic**i ce.e4.?£e^&4itÄ*u> vmx. S/mxie , ^//^....,.J.W * ttfUc, Oty£*teu+*. t>-zrrt<U>^£tA x.<rrii&£ eure e*** &"?-t*j»Avn.a*t , -^o^a-r -zht^'**t**r LO>U- A-eU A-djilt -ZUrzj, r<Zf €dtä? £ ‘T&re btZdUt} /? Sß , a*y^ ^ir&><<& * /au** /MUy&wyuJ farttuit?. r*Z+t su*. m CLt**J .■•o4e4i**m -X*j r£ji*t £tZ £&**&**.c*A jOfLeA**tj tht^g <ivlgj)+*£#Ui tV^rCiM, *4**) )&} p-eAi y**A. .y&Le&o MAe*** 4*utj&****. X* tZct-i+&&*** ' <zu/icr- Mn)rA>y -^yUit'fr&M ^* *■***£kit- -I*n***d*Ari^4 mTÄf', aAj >5^ 4*.£0£n'c'&iyit(. &‘T'Y/aA^ttZr AcJff /ft£r/£<* c*** i**4sut?7 i. Euer Hoch wohlgeboren wünschen, daß ich ein paar Zeilen über das immer wieder auf* tauchende Blutmärchen an Sie richte. Ich srnyL gestehen* da6 namentlich nach dem Erscheinen des ausgezeichneten Werkes von Prof. H. L. S track, „Das Blut... usw.* *) Alles, was ich etw* ans Eigenem Vorbringen wollte, sieh wie ein Gemeinplatz oder Plagiat ausnehmen müßte. Sogar die päpstl. Schreiben, die mir nach meinem Stande am nächsten lägen, bat Strack mit anerkennenswerter Ausführlichkeit und Genauigkeit angeführt. Bliebe mir eigentlich nichts übrig, als ein Citat aus Scbnlchan Arucb II (Jore Deah) tz 69 „über das Salzen des Pietsches* als ein Hinweis an! die Praxis der jüdischen Küche und damit die Andeutung, wie peinlich genau die Nation das Vorbot des Blutgenußes beobachte. Damit wäre ein Schtnfi a minori ad majus verbunden, daß an das Blutmärchen nicht zn glauben sei. Allein auch hier muß ich gestehen, daß das wie derholte Waschen und stundenlange Auslaugen desPteiscfaes in Salz wohl jede Spur „freien1* Blutes aus dem Fleische entfernt, aber dem Fleisch kein besonders günstiges Aussehen verschafft; außer wenn es gebraten wird, well dann die peinliche Genauigkeit nicht notwendig Ist. Darum wunderte Ich mich nicht, als vor ein paar Wochen ein Gerichtsfall konstatierte, daß den jüdischen „koscheren“ Würsten ein Farbstoff beigemengt würde, um dieselben appetitlicher zn machen. *) Gemeint ist die Schrift „Das Blut im Glauben und Aberglauben der Menschheit“, des bekannten christlichen Hebraisten und Bibelforschers (C H. Becksche Verlagsbuchhandlung, München).

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