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Die Wahrheit · 1923-02-01 · Heft 3 (1.2.1923) · page 17

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 3 (1.2.1923)
Date
1923-02-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. Z Gerte 17 Die Wahrheit es ein Glück Kr den Mischen Angestellten und Mrttelsicmd, daß -die „Woja" »den Mut famib die derben Mchen KU übernehmen. Das jährliche Küchendesi-zit betrug »beim „Joint" 12.000 dis 14.OO0 Dollars; nach der jetzigen Valuta mehr als eine Milliarde. Die Subvention, welche die „Wofa" bei der Uebevncchme der Küchen seitens des „Joint" erhalten hatte, war keine ansehnliche (7 Millionen Kronen). Nichtsdestoweniger gelang es der Leitung der „Woja" nicht bloß Vas Defizit abzubänen, sondern auch ein Betriebskapital für die 'beiden Mchen«nzulegen, so daß die jetzige Bölanz mit «einem Plus von 129 Millionen aibschließt. Die größten Schwierigkeiten verursachte die Mittelstandsküchtz „Roßauer-Kaserne", da das M i n i ft erium für Heerwesen das Lokal für sich beanspruchte. Ein Jahr lang konnte das Lokal aufrechterhalten werden, wobei das Ausschußmitglied Rechtsanwaltanwärter Dr. S a«d «g e r dem Verein beruflich große Dienste leistete. Es gelang ^schließlich, trotz ibestchend-en Mangels an Lokalitäten durch ein getroffenes Uebereinkommen mit denk „Pestalozzi-Verein" ein geräumiges Lokal in der Spevlgnsse 31 zu erlangen, das unter hohen Kosten, zum Teil durch eine Veranstaltung in Kaltenileutgsben gedeckt, adaptiert wurde. In »den Küchen werden Menüs zum Selbstkostenpreis ansgegsben. Einige hundert MittÄlständler erhalten aber auch das Mittagessen zur Hälfte des Preises und min.destbemiittelte geistige Arbeiter zum vierten Teil. Parallel mit der Verwaltung der Küchen war 'die Leitung der „Woj>a" bestrebt-, den Vereinsmitgliedern Boniftkationen zu -verschaffen. So wurden über Vorschlag der „Wosa" 230 Stück Dollar-Pcikete verteilt. Ferner «fanden, außer kleineren Mengen in Kakao, Salz und Kunerol, Abgaben statt von 14.000 Kondensmilchbüchsen, üiber- 10.000 Kilogramm Mehl, über 2000 Kilogramm Zucker 2000 Kilogramm Reis n. «a. Die letzte DezeMberaibgabe betrirg über 60 Millionen. Der Vorsitzende lappelliert schließlich an die Verfwmmlung, dieses Kleinod des jüdischen Angestelltenstandes nicht durch Unfrieden zu vernichten und ihm nicht dasselbe Schicksal wie seiner Vorgängerin, der „Wif" zu bereiten; Nach lebhafter Debatte wird eine paritätische gemeinsame Liste von 18 Vorstandsmitgliedern ausgestellt und ans »deren Mitte nunmehr per Akklamation Gemeiinderabbiner Dr. R o s e n m a n n, zum Präsidenten, Obkürverwalter Ioles P i s e k und Oberrevident Karl Blume zu Vizepräsidenten, Oberrechnungsrat M. Weiner zum Kassier und Bankbeamter Gustav Rappaport zum Schriftführer gewählt. Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer israelitischer Konfession, Men, 2. Bezirk, Ferdinandsstraße 19, Postsparkassenkonto 82667: Dieser in seiner Mrkfam'keüt auf ganz Men sich erstreckende Verein vollendete vor kurzem seine 25jährige' segensreiche und segenspendende Tätigkeit, 'der aus diesem Anlässe einige Worte dankbaren Gedenkens gewidmet sein sollen. . Aus einet kleinen Tischgesellschaft hervorgegangen, hob sich di? Leistungsfähigkeit von ursprünglich 20 mit kompletter Winterkleidung beteilten greisen Glaubensbrüdern auf 200. Im abgelaufenen Jahre verausgabte dieser Verein für Kleidung, Wäsche und Schu'he siebzehn Millionen Kronen, an regelmäßig monatlichen und temporären Barunterstützungen vier Millionen Kroneneine Gesamtleistung. die indes hinter den Anforderungen znrncktritt Würdigkeit und Dürftigkeit waren allzeit bestimmend für die Bevorzugung; unter den vielen Bewerbern, darunter Männer, die, einst angesehen, in ihrem Berufe selbst halfen, die. durch Zuteilung neuer warmer Wintevkkeidung nicht nur vor des Muters Härte, sondern vor äußrer Geringschätzung geschützt wurden. Um die Erfüllung dieser vornehmen Aufgabe bemüht sich eifrigst der aufopferungsvolle Vorstand, an dessen Spitze seit der Gründung als Präsident Herr Kultusrat Isidor Schwarz steht, hingebungsvoll unterstützt von den Herren Dr. E. Münz, Gustav Planer, Alois Reumann, Direktor Gustav Libesny, Eduard H o f m a n n, Karl Fuchs, Kultusrat Julius Berger, Josef Dohan, Moritz Kantor, Oskar T o n e l l o, Gustav P o l l a k, Viktor Nathansohn. Wirkungsvolle Förderung erfuhr seinerzeit dieser Verein durch sein Ehrenmitglied weiland Herrn Rabbiner Dr. Adolf S ch m i e d t, dessen geistige Widmungen anläßlich 'des -denkwürdigen Bekleid-ungsfestes, in einem schönen Büchleftr zusammengefaßt, erhältlich sind. Möge dieser bedeutsamen Institution weitere 25 Jahre des Bestandes gegönnt sein, umgeben von neuen Anhängern, die mithelfen, den Lebensasbend mancher Glaubensbrüder zu erhellen! Der Baural-Wilhelm-StiatzNV-Berem zur Unterstützung israelitischer Handwerker und Kleingewerbetreibender ist wi»eder in der Lage, unverzinsliche Darlehen unter Namhaftmachung vertrauenswürdiger Garanten, zu verleihen. Diesbezügliche Gesuche sind an den Verein: Wien, IX., Berggasse Nr. 4, zu richten. Dienstjubiläum. Donnerstag, den 1. Februar d. I., feierte Herr Adjunkt Oskar Mautner, Stellvertreter des Chefs der Steu?radministra>tion der israelitischen Kultusgemeinde Wien, sein 25jähriges Amtssnbiläum. Herr Mautner war aus diesem Anlasse Gegenstand herzlichster Ovationen, denen auch wir uns aus vollem Herzen anschließen. Barmizwahfeier. Samstag, den 20. v. M., fand in der „Schisfschul" die Barmizwahfeier des Studenten Samuel Bond i, eines Sohnes des Herrn Kommerzial-v rat Siegmund Bond i, Kultusvorsteher, und seiner Gattin Ernestine, geb. Moosbacher, statt. Die erhebende Feier lieferte wieder einmal «inen schönen Beweis der großen Verehrung und Achtung, welche alle Schichten des Wiener Judentums, besonders aber die Mitglieder der „Adas Jisroel", deren Obmann, und die Anhänger der Aguda-Bewegung, deren Führer Herr Kommerzialrat S. Bondi' ist, ihm zollen. Während des ganzen Tages kamen Gratulanten, die sich es nicht nehmen ließen, persönlich ihre Glückwünsche der überaus beliebten Familie zu überbringen. Ditz Charifos-Drosche und die kurze deutsche Ansprache des Barmizwanten haben einen starken Eindruck gemacht. Es ist nur natürlich, daß anläßlich der schönen Feier im Sinne -der Tradition der Familie zahlreiche Spenden jfcb'rfchcharitatwen Anstalten zuflossen. Sechzigster Geburtstag. Bor einigen Tagen feierte der Erbauer des Pazmanitentempels und anderer Gotteshäuser, Herr Architekt Ignaz Reiser, im engsten Familienkreise seinen 60. Geburtstag. Wir schließen uns den zahlreichen Gratulanten an. Goldene Hochzeit. Samstag, den 3. d. M., feiert das Ehepaar Leopold und Katharina H a h n, das sich in Pflege der Bersorgungsanstalt der israelitischen Kultusgemeinde Wien befindet, das seltene und schöne Fest der goldenen Hochzeit. Im Betsaale der Anstalt findet aus diesem Anlasse um 9 Uhr vormittags eine Tempelfeier statt. Max Nordau. Ein Feuerbrand ist erloschen. Sein heller Schein leuchtete jahrzehntelang der Menschheit auf den dnnklen Irrwegen des Lebens. Eine Kampfnatur hat, reich an Erfolgen, in die auch manche große Ent-! taarschun^ ihre Schatten warf, endlich der Natur ihren

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