Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1923
- Issue
- Heft 3 (1.2.1923)
- Date
- 1923-02-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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devausnah-me des Betriebes an der deutschen Hochschu'Le in Prag soll aber nicht gänzlich der Bevgesteicheft anheimsallen, denn er verrat, wes Geisteskind die deutschen Studenten in der Hauptstadt der tsch echo -flow aküschen Republik sind und wesien sich die Juden -dort zu versehen hätten, wenn nicht die Regierungssuchtel bäMngend hinter deni ohnmächtigen üuor reutomous drohte. Der Haß macht die schärfsten Beobachtungen,, sagt man, aber i.m Falle der Pva-ger deutschen Studenten trifft dies nicht zu. Es ist wohl mehr abgrundtiefer Stumpfsinn, wenn der Junge Herren-Ausfchnß erklärt, Laß es der „Gewaltäußernng jüdischer Macht zu trotzen gilt". Wie doch? Haben etwa die Weisen von Zion Samuel Stein herz zum Rektor der Universität gewählt? Uns dünN, es waren Professoren, deren Deutschtum 'jenem der Egerer und Reichenberger Jünglinge nicht nachsteht. Ist dieser Prof. Steinherz der angMiche Feind des Deutschtums oder sind es die B ett e s ch, S v e h >l a und R nf ch i n? Aber weil kein deutscher Jüngling gegen den tische cho -slowakischen Regierungstachel löcken kann, muß der jüdische Landsmann daran glauben. Der Aufruf schließt mit dem PavoxismuS, ,chaß -es für den Deutschblütigen nur eine Lebenslosung gibt,, -die Ketten zu zertrümmern, in die die Auserwählten eines verbrecherischen Gottes unser armes Volt geschlagen". Die deutsche Prager Studentenschaft und ihre Drahtzieher bleiben indes mit ihrem blindwütigen Gebaren, wie billig, in der Isolierzelle, denn als die Deutschnationalen, deutschen Chriftlichsozialen und Nationalsozialisten im Mgeordnetenhause den Antrag auf Einführung des Numerus clausus für jüdische Hörer und Lehrer an sämtlichen Hochschalen der Tscheche -Slowakei einbvachten,. stimmten sämtliche Tschechen des Hauses geschlossen dag>egen. Die Namen der Antragsteller und ihrer Mitläufer sollen die verdiente Anprangerung erfahren. Es sind dies die Herren Deutschnationalen F e y e r s e i I, Leh ner t, Kallin a, Mahner, B r u n n a r, S ch o l l i ch, R a d d a, L y d g m a n, Kraus, von den Nationalsozialisten Knirsch, Wenzel, Patzel, Jung, von den Chriftlichsozialen S ch ä l z k y, F e y e r f e i l, Scharnagel, Luschka, P e t e r s i l k a, Mark und B u d i g. Juden gegen Juden. Die jüdisch-kommunistische Moskauer „Eines" registriert mit Genugtuung, daß' nicht mchr die jüdischen VoÄs'konrmistäre allein den Kamps gegen den jüdischen Klerikalismus führen, sondern christliche Genosten diese Angriffe unterstützen. Durch diese Feststellung wird das Verwerfliche der jüdischen Sowjets nicht entschuldigt. Ludendorff, der Maulheld. Der Berichterstatter der „New-Dokr World" hatte sich mit dem höchftkommandierenden Antisemiten des deutschen Heeres über Kriegsmöglichkeiten der. Zukunst ausgesprochen und dabei vernommen: - Die Juden sind die Urquelle alles Unglücks in der Welt. Amerika ist das zentrale Nest, wo Juden gemästet werden. Wären nicht die Juden gewesen, wäre Amerika gar nicht in den Krieg eingetreten. Schau, schau! Da erfährt man aus Umwegen, daß der Unterseeboot-Tirpitz ein Jude war, denn er hat es aus dem Gewisien, daß ine „Lusitania" versenkt wurde, und von diesem Moment erfolgte der Eintritt Amerikas in den Weltkrieg. Ein umgebendes Urteil über die Weifen von Zion. Der frühere Londoner Polizeichef Sir Thompson äußerte sich kürzlich zu dieser Angelegenheit: „Im Jähre 1916 habe ich eine gründliche Untersuchung dieser Protokolle vorgenommen u-rch dabei festgeftellt, daß dieselben nichts als antisemitische Falsifikate darstellen. Ich glaube ganz und gar-nicht an die Existenz eines jüdischen Verschwörerbundes." Bon Deutschen für Deutsche! Den Juden wird jetzt eine Last abgenommen, die zu tragen sie zwar in ihrer be-, kannten Opferwilligkeit stets gerne bereit waren. Man will es über nicht mehr, und so müssen wir uns zurückziohen und' zusehen, was die andern ansrichten. Diese. andern sind die teutschen Bewohner unseres Vaterlandes und die Last, die sie uns abnehmen, ist das Hilfswerk für besten arg darniederliegenden Hochschulen, d'ie die Deutschnationalen jetzt allein sanieren wollen. Allein ist nicht ganz richtig, denn wenn die „Deutschen Nachrichten" vom arischen Hilfswerk schreiben, es „entbehrt jedes einseitigen parteipolitischen Charakters", so hüben sie vollkommen recht, es ist nicht einseitig, schon hat sich ein zweiter Bundes genoste im Streite . gefunden und eine gemeinsame Aktion mit den Chriftlichsozialen ist bereits in die Wege geleitet. Auch die Nationalsozialisten werden sich sicher nicht spotten lasten und der Börsen- und Häuserspekulant Doktor Walter Riehl wird mit seinen bekannten finanztechnischen Fähigkeiten der Sache gewiß gute Dienste leisten. Auch von einem anderen Mann, der sonst mit solchen Dingen eigentlich wenig zu tun hat, kann man dies füglich erwarten. Es ist Sr. Magnisicenz, der Rektor der Wiener Universität, von dem „Die Börse" — zwar ein Judenblatt, aber in Finanzsachen gut informiert und vollkommen glaubwürdig — mitteilt: „Der Rektor der Wiener Universität Dr. Karl Diener ist Professor der Geologie und Paläontologie, und man hätte annehmen müssen, daß er, wenn er sich schon in ein Geschäft einläßt, seine speziellen Kenntnisse in den Dienst einer Gesellschaft stellt, deren Betrieb in irgendeinem Zusammenhang mit diesen Fachwistenschaften steht. Weit gefehlt: der Rektor gründet in Gemeinschaft mit dem gewesenen Gourvlerneur der Bodenkreditanstalt und der Postsparkasse Minister a. D. Dr. Karl Leth und der Firma Glogowski u. Komp. eine Elektrizi täts-Aktiengesells chaft in Pr eßb a u m, die sich die Ausnützung der infolge des Ausbaues der Wasserkräfte im Wienerwaldgebiet zu gewärtigenden Konjunktur für elektrische Montage- und Jnftallationsarbeiten znm Ziele setzte. Später, Wenn die elektrische Stromführung gänzlich ausgebaut sein wird, werden der Rektor und Konsorten auch aus industrielle Gründungen ihr Augenmerk richten. Es handelt sich hier um ein ganz gewöhnliches Geschäft, das weder mit Geologie noch mit Paläontologie irgend etwas zu schaffen hat." Aus dem Deutschen Reich. Die zum Schutze der Repubik getroffenen Maßnahmen, besonders die Auflösung der auf den Sturz der Regierungsform hinarbeitenden Vereine hat sich bisher oft als ein Schlag ins Wasser erwiesen, nachdem die Aufgelösten alsbald an die Gründung anders benannten Vereinigungen, aber mit den früheren Bestrebungen schreiten. Richter, Hochschullehrer und aus dem antisemitischen Pveßfonds gefütterte Reptilien können sich in Beschimpfungen der Staatsgewalt und des Judentums nicht genug tun. Die Beschlagnahme ordnungsseindlicher Flugblätter und Hetzschriften erstrebt sich leider nicht ans die regelmäßig erscheinenden Zeitungen, die im gleichen Fahrwasser segeln. Die ,MHeinisch-Westfälische Zeitung", das Organ der Rathenaumörder-fteundlichen deutschen Schwerindustriellen, hatte kürzlich sogar die Verstiegenheil zu erklären: „Besser Sklaven der europäischen Engländer und Franzosen als der Juden!" Die Herren der Reparationskommission haben sich in letzter Zeit des Bekenntnisses der schönen rheinischwestfälischen Seele erinnert.