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Die Wahrheit · 1923-01-16 · Heft 2 (16.1.1923) · page 17

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 2 (16.1.1923)
Date
1923-01-16
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 2 Die Wahrheit Seite 17 M ergangen. In der kurzen Zeit seines Bestehens hat mm I bet Verein derTempelfre ix n b e den Professor Alfred G r ün fe ld - F o n d s geschaffen, Kandelaber, Jnftallationsarbeiten, Linoleumparkettiernng, rituslle Gebrauchsgegenstände, ein Harmonium, Innendekoration des Oraun Hakaudesch und anderes beigsstellt, sowie durch fast wöchentliche Vortragsabende und gesellige Zusammenkünfte seine Intentionen in weitere Kreise getragen. Diese 'beschränken sich nicht nur auf würdige Ausgestaltung des Gotteshauses und -dienstes, sondern sind zugleich sozialer Natur. Der Verein hat bereits zahlreiche Akte werktätiger Menschenliebe geübt und will das Gemeindeleben und Zusammengchörigkeitsgefühl unter seinen Mitgliedern heben. Besonders angesichts der immer weiter Um sich greifenden Missionstätigkeit und Absallbewegung ist der Verein bemüht, seine Tendenzen auch über andere Wiener Gemeindebezirke zu verbreiten. Die erste größere, in die Augen fällende Leistung des Vereines ist die mit einem Auswande von 20 Millionen Kronen hevgestellte Chnppoh, zu der die Herren Le-op. Berger, Sigm. Ernst, Alfr. Landesberger, Mich. Steissel, N. L u ft i g sowie die Damen Steffi Schnitzer und Jenny Schur beigetragen haben. Diesem Opfersinn der Mitglieder des Vereines, der bei der feierlichen Uebernahme am vergangenen Sonntag durch die Herren Berger, Ernst, Hirschfeld, Kalmann, Landesberge r, M e i ft e r, Oblatt und S t eiss e l vertreten war, wurde Herr Dr. Grunwald in der Ansprache gerecht, die er an die Vertretungen des Kultus- und Bethausvorstandes richtete, in deren Namen die Herren Präs. Univ. Prof. Dr. Alois Pick, Jul. Berger, D. D o h a n, Js. Schwarz, Obmann Anton Beck und G. Planer, sowie Sekretär G. F n ch s g e l b erschienen waren. Herr Gemeindepräsident Dr. Pick sprach hierauf dem Verein den Dank des Kultusvorstandes aus. * * » Air diese schlichte Feier schloß sich die Trauung des Herrn Direktor Mexander M. Groß mit Frl. Margit Weintraub, die reizende Tochter des Ehepaares Josef und Jancka Weint raub, 'an. Das festlich beleuchtete und mit Blumen reich geschmückte Gotteshaus konnte trotz seiner Größe die zahlreichen Anwesenden kaum fassen. In seiner Traurede hob Se. Ehrw. Herr Rabib. Dr. Grunwa l d 'den vorbildlichen Familiensinn hervor, der im Elternhause der Braut herrscht, sowie die jüdische Gesinnung, die den Bräutigam auszeichnet und als deren Vorbilder sein würdiges Elternpaav, aber nicht weniger seine zur Trauung von überall herbeigeeilten Geschwister zu rühmen sind, in deren Familien altsjüdische Tradition vorherrscht. Diese Hausgründung dürfte das Judentum und insbesondere unsere Gemeinde als einen wertvollen Gewinn verzeichnen. Die kantoralen Funktionen versah Herr Oberkantor I. Morgenstern mit verstärktem Chor unter Leitung des Dirigenten Herrn R. Heinrann. Die Cellobegleitung lag in den Händen des bekannten Virtuosen.Herrn Prof. Jos. S u l z e r, das Harmonium' spielte Herr Pwf. Menzer. Im Anschluß an die Trauung fand im „Oest. .Hof" -eine Gratulationskur der Hunderte von Hochzeitsgosten und am Abend im Restaurant I. Nagel ein Diner' statt, das unter geistreichen Toasten und Reden -sowlie ritnÄlen Gesängen sich bis weit nach Mitternacht ausdehnte, und an dem außer der zahlreichen Verwandtschaft des Brautpaares eine überaus Mustre Gesellschaft teilnahmcn^ Verlobung. Fräulein Franziska Go Idstein, Tochter des allgemein bekannten Herrn RrudvLf Goldstern und 'sein«? Gattin Hellene, verlebte sich mit Herrn Moritz Luftig, einem Schwager des durch feine WMtätigkeit überall hvchangesehenen Herrn Direktor Alfred L -a n d e s b e r g e r. Trauung. Sonntag, den 31. Dezember fand im Zeremoniensaal des großen Leopol'ostadter Tempels, die Trauung des Fräulein Berta H a b e r, Schwester des Bethausvorstandes Herrn Direktor Julius Haber, mit Herrn Mathias Tauber, Kantor und RÜrgionslehver in Liesing statt. Zu dem feierlichen Akte hatte sich eine ebenso illustre als zahlreiche Gesellschaft aus den besten jüdischen Kreisen ern-gesunden, die für die Beliebtheit, der sich die Familie H a b e r im hohen «Grade allgemein erfreut, hinreichend Zeugnis gab. In Vertretung der Kultusgemeinde erschienen Herr Präsident Generalstabsarzt Prof. Dr. A. Pick, sowie Kultusrat I. Schwarz, ferner eine Abordnung des Bethausvorstandes mit Herrn Präsident Anton Beck an der Spitze. Vom Seminar Rektor Prof. A. Schwarz und Prof. S. Kraus, des weiteren Deputationen der verschiedenen Wohlfahrtsanstalten. die in Direktor Julius Haber den wärmsten'Freund ihrer Bestrebungen schätzen. Räbb. Dr. Max Grunwald, ats Freund der Familie Haber, wies in seiner tiefempfundenen Rede zunächst darauf hin, daß die Braut, das Ideal eines jüdischen Mädchens, nunmehr auch das Ideal einer jüdischen Frau werden möge und die rührende Familientreue, die sie insbesondere ihrem in Gott ruhenden Vater bewahrt, an der Seite ihres Gatten reichlich belohnt finden würde', was umsomehr zu hoffen ist, als dem Bräutigam, einem würdigen Gottesdiener, die wahrhaft jüdischen Tugenden eignen. 60.' Geburtstag. Der Rechnungsdirektor -der Steueradministration 'für den zweiten Bezirk, Herr F. Gold färb feierte am 5. d. M. feinen 60. Geburtstag und hat >wus diesem Anlässe K 150.000 der „Jugendfürsorge" gespendet. Des weiteren erhielten die Insassen des jüdischen Versorgungs- und Siechenhauses an diesem Tage auf seine Kosten eine Extramehlfpeise verabreicht. Todesfälle. Am 23. Dezember ist nach kurzem Leiden der in weiten Kreisen hochgeschätzte und allgemein beliebte Obmann des Gemeindetempels, Wien, 16. und 17. Bezirk, Herr Salomon W e i tz m a n n, Photograph, im 56. Lebensjahr gestorben. Der Verblichene hatte wegen seines aufrichtigen Charakters und seiner Herzensgute -sich nicht nur unter -den jütäschen Mitgliedern des Bezirkes überaus viele Freunde erworben, sondern galt für di« vielen Bedrängten und Armen, der beiden Bezirke als ein wahrer, aufrichtiger. Berater und Helfer. Sämtliche jüdische Vereine verlieren in dem Verblichenen ein rühriges Mitglied und einen unersetzlichen Freund Me große Verehrung, deren er sich erfreute, kam in dem am 25. v. M. stattgefundenen Leichenbegängnis zum AuÄrruck. Der Trauerzug bewegt« sich vom Trauerhause 17. Bez.» Cglvarienberggasse 37 und hielt beim Tempel des 16 Bezirkes, in dessen BetHyusvorstcmd der Verstorbene viele Jahre als Obmann tätig war. .Auf dem Friedhose sprachen Herr Rabbiner Dr. I. M. Bach in tiefempfundenen Worten, für die Kultusgemeinde Herr Kultusvorsteher Max Markus, für die Chewra Kcrdischa deren Obmann Hem: Kultusvorsteher Dr. Jakob Deutsch, für den Bethausvorftcurd Ottakring Herr Siegmund Weiler, für -die Bezrrkskommiffion Herr L. Sitz mann, für die zahlreichen Freun-de Herr S. Stein und zuletzt ein Delegierter der Photographengenoffenischaft. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor Rudolf K o g a n mit dem Chorpersonal in ergreifender Weise. ’ — Nach Abschluß des Blattes erhalten wir .die Mitteilung vom Hinifcheiden Sr. Ehrwüvden Herrn Rabbiner Professor Heinrich Leopold Reich. Rabbiner Reich wirkte 25 Jahre äls Seelsorger ides Tempelveremes für die Bezirke Wieden-Margareten, in dem er

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