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Die Wahrheit · 1923-01-01 · Heft 1 (1.1.1923) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 1 (1.1.1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Ar. 1 Seite 15 Die Wahrheit 31. Dezember eiuzülöseu gewillt War. Drüse Scheine weisen lidbliche antstemMche Berschen ätulf, wie etwa das soVgend-e: Der freie Deutsche wird zum Knecht Der Ju-de fälscht das deutsche Recht. Der Mann, der wohl zrr seinem Privatpläsier Geld ausgibt,.ist also der Meinung, der Jude fälsche das deutsche Recht. Nun gebietet gerade dieses deutsche Recht, das zu schützen der freie deutsche Rehmann, der nicht zum Knecht wrden will, sich gezwungen fühlt, daß es nur dem Staate zusteht, Geld in Verkehr zu setzen. Wenn sich also Rehmann berechtigt sieht, eine solche Ausgabe von Papiergeld vorzunchmen, so ist er es, der das deutsche Recht fälscht, was doch eigentlich, wie er sagt, sonst der Jude tut. Er wird 'also in einen Konflikt mit dem von ihm so verhaßten Juden kommen, zu dessen Austragung nur 'der Staatsanwalt herhalten kann. Und wirklich hat sich die Hildesheimer Staatsanwaltschaft gefunden, aber nicht um den oben angedeuteten Konflikt auszutragen. Dieser Konflikt, ist für die Staatsanwaltschaft und für die ganze gesittete Welt bereits entschieden. Rehmann ist wegen Fälschung und.Aufhetzung zum Klassenhaß angeklagt. Aus dem alldeutschen Jauchenküdel. In einer Versammlung der nationalsozialitstischen AvbeiüerpWrtei zu Dortmund verzapfte ein Gast aus (natürlich) München, der Genosse Esser, folgende Weisheit: „Zur Besserung der jetzt bestehenden,himmelschreienden Zustände aus dem gesamter wirtschaftspolitischen Gebier dürfte <e3 einer grundlegenden Aenderuug in der Einstellung der Menschen. Die Stniats- - form ist dabei von ganz nebensächlicher Bedeutung. Wir brauchen dazu keine Monarchie und keinen Kaiser, wir brauchen auch keilte RätevepulMk, so nidern da wüüde die ' heutige Miftvevublik vollkoumvem ausreichend sein... Der .Indianer, der früher die Gewohnheit hatte, dem Fremdling, den er besiegte, die Kopfhaut akbzuziehen und sich nachher an den BauchniabÄ zu hängen, und die Kannibalen, die -die Gewohnheit hatten, dien Freien aufzNfressen, werden von keinem Indianer oder Kannibalen den Borwurf gemacht beikommen, daß derartiges nicht am Platze sei... Ein gerüttelt Maß von Schuld trifft ujnseren letzten Kaiser, der bas Judentum zur Macht gebracht hat. Bei ihm konnten die Juden Ratheniau, Ballin Md ähnliche MLid chenh an b l e r auÄlindeingcheu uNd ihm ihre wohlgemeinten Ratschläge, die zur Verjudunig des maßgebenden Deutschland 'führten, zUflüftern, während er einen Mann wie Bismarck zum Teufel jagte." Ueber die Berufung aujf diesen vergleiche die Notttz „Deutsche Worte" in Iber vorliegeNdM Nrcmmer. Knüppel gegen Knüppel. Nach dem Maße, mit dem er gemessen, wird ihm nun vergolten, dem, berüchtigten Nadauantisemiten, den man, so weit d-ie deutischnationule Zunge reicht, unter dem Namen Knüppelkunze kennt. Seiner gesellschaftriettenden Weisheit letzter Schluß war ■ bis allher: „Haut die Juden!" Ein Programm, für das er entschlußfrohe, handfeste Genossen in Bewegung zu ' setzen verstand. Sie alle beachteten die völkische Methode: „Der Worte sind genug gewechselt, so laßt uns endlich ■ Prügel sehen!" Und man sah ihrer bekanntlich mehr, als der öfsentlichen Ruhe und dem deutschen Namen gut war. Endlich aber scheint auch für diesen Kunze das dicke Ende des Knüppels gekommen zu sein. In Ratibor wirkten ■ Staatsgewalt (Schutzmänner) und, Volkes stimme zusammen, den wüsten Schimpfer gegen Regierung, Republik und ' selbstverständlich Inden an die' Lust zu setzen. Schlimmer noch erging «es ihm bei ähnlichem Anlaß'in Oppeln. Dort wurde er für fernen aufreizenden Quätsch nach' allen Regeln der völkischen Bersammlungskunft bis aufs Blut geholzt, antwortete mit seinem Revolver, hat 'aber diese Art Rhetorik bis jetzt, noch nicht mit längerer uNsteiwWgee Zurückgezogenheit büßen müssen. Deutsche Worte. Der Minister <r: D. Dr. Dü ringer sandte'vor kurzem der deutschnationalen Partei des Reichstages, nachdem sie es ihm gar zu bunt getrieben, einen Absagebrief und begründete diesen Schritt durch eine Erklärung im Berliner „Tag". Den trefflichen Ausführungen Düringers entnehmen wir: Das Wort „völkisch" ist erst in den letzten Jahren populär geworben. Es wird seitdem mit ihm ein politischer Begriff verbunden, den es ursprünglich nicht hatte. In der Regel ist „völkisch" jetzt nichts an.de- - res als eine verschämte Bezeichnung für „antisemitisch". „Völkisch", „deutschvölkisch" in dem Sinne, daß jeder deutsche Mann, jede deutsche Frau und insbesondere auch die deutsche Jugend mit allen Kräften dafür eintritt, daß deutsche Eigenart, deutsche Sitte, deutsches Gemütsleben, deutsche Kultur und deutsche Lebensaustassung im deutschen Volke erhalten und gepflegt werden — in diesem Sinne „völkisch" bin ich auch. Das ist einfach die Pflicht jedes Deutschell. Wenn unser-Volk sie vernachlässigt, wäre es nicht mehr wert, zu existieren! — In einer Breslauer Versammlung sagte Stresemanu: „Ich bin iiberzöngt, daß Bismarck in unserer außenpolitischen Lage Iden Unfug des politischen Antisemitismus sich eNtlschieiden verlbeten . hätte." Der Streit um den „reichsten Mann der Welt". In vielen amerikanischen und >eurvpäischen Zeitungen erifchien eine Notiz, laut welcher der Auitofabriikcntt Henry Ford als der reichste Mann der Wett bezeichnet wirld. Da Genannter im Nebenberuf Antisemit ist, rügtsich der „Hammer" in seiner Okdobevausgabe sehr darüber aus, daß eine derartige Behauptung offenbar oon jüdischer Seide verbreitet werde. Nun schreiben die ,Times", die gewiß nicht iw Verdacht 'des Philosemitismus stehen, zu diesem Gegenstand 'aus sicherer Quelle, nämlich auf Grund der Aussagen eines verläßlichen Finanzagentear, Henry Fords Unternehmen mit 400 MMionen Pfund Sterling Kapital trage 5 Prozent Dividende. Sein privates Barvermögen beziffert er selbst auf W Millionen - Pfund Sterling, fern t äg l i ches Einkommen auf 100.000 Pfund. Bei jedem Tluto bringt Ford 35 Prozent des' Verkastfspveises ins Verdienen, riesige Summen fiir die Lieferung von -Bestandteilen der Autos feiner Fabrik. Nach diesen Aufstellungen wird es wohl stimmen, daß Henry Ford als der reichste Mann der Welt anzusprechen ist. Abonnements-Erneuerung. Die enorme Steigerung der Kosten für Papier, Druck und Porti zwingt uns, die Preise für das 1. Halbjahr 1923 wie folgt festzusetzen: Oesterreich K 25.000.—, Tschecho- Slowakei tsch. K 35—, Deutschland Mk. 2500, Schweiz Fres. 5.—, Amerika. 1 Dollar, Italien 10 Lire, England 10 Shilling, Rumänien 50 Lei, Jugoslawien 35 Dinar, Polen 5000 pol. Mark. Wir machen unsere geehrten Leser darauf aufmerksam, daß in der nächsten Zeit die Abonnementsrechnungeu hmausgehen werden, und ersuchen um prompte Begleichung, damit die Zusendung der Zeitung keine Verzögerung erleidet. Redaktion und Aministration „Die Wahrheit". «»G«GOOGO»OGOOGGGGGrG»GG»G«GOGG»OGGG«GOGG

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