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Die Wahrheit · 1922-12-15 · Heft 24 (15.12.1922) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 24 (15.12.1922)
Date
1922-12-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Aus rmsereu Ortsgruppe».! Die Mitgll^schast Alsergrund «der „Union deutschöfterreichscher Inden" hielt Montag, den 27. November, «eine Überaus zahlreich besuchte Versammlung ab, an welcher auch viele Frauen teilnahmen. Der Obmann der Ortsgruppe, Herr Moriz O e st e r r e i ch e r, leitete die Tagesordnung mit einem Berichte Mer die Tätigkeit des Zsntralvorstandes während der Sommermonate ein/ in welchem er insbesondere auf den zähen Kampf der „Union" für «das vertragsmäßige Optionsrecht der Juden rn Oesterreich und aus die erfolgreichen AWionen zum Schutze >der Freizügigkeit Mischer Sommergäste in zahlreichen Erholungsorten verwiese Sodann ergriff Gemoindevat Dr. Schwarz-Hilter, lebhaft «begrüßt, das - Wort zu einem Bortrag über das Thema: „P a l ästina-frage und Weltkongreß". In ungemein klarer.und übersichtlicher Weise informierte der Redner zunächst die Versammlung libvr die Entwicklung der Palästmafmge, welche «durch.die Ratifizierung des englischen Mandats durch Iden Völkerbund und seitens der Vereinigten. Staaten in ein entscheidendes Stadium getreten sei. Dr. Schwarz-Hiller 'bekannte sich als Zionist in dem Sinne, «daß in Palästina ein Heim für jene Juden, schassen werden solle,, d i.e i n i h r e n derzeitigen Woh nst tzen nicht' bleiben «können oder wollen- Dieser Ausgabe habe der Keren Häjessod, der Aufbaufonds, zu dienen, welcher nur zu technischen nnd kulturellen Zwecken in Palästina selbst, nicht aber, zu nationalistischer Propaganda verwertet werden dürfe. Zu diesem Fonds «betzusteuern, sei Herzenssache -aller Juden, «denen Palästina die-Erfüllung einer religiösen Sehnsucht bedeutet. Um Palästina zu schassen, muffen Me sonstigen trennenden- Mmnente, die sich aus der politischen Stellung der Juden in'den Ländern der Diaspora ergeben, ausgeschattet werden. Es sei kein Zweifel, daß diese Gegensätze «bei Muellm Anlässen, wie zum Beispiel «bei Wahlen, wieder' hevvortreten werden, die Sorge um Palästina sei jedoch ein gemeinsamer Boden, auf welchem sich, die Juden aller Richtungen, die Orthodoxen wie. die Neologen, die politisch Konservativen wie die FortschriMichen,. finden könnten. Selbstverständlich müßte der Keren -Hajefföd -gemeinsam verwaltet , werden,, «denn in der ganzen Welt sei der Gvrmdsatz anerkannt, daß diejenigen, die zu einem bestimmten Zwecke Geld ge'ben, auch das Recht haben müssen, über die Erfüllung dieses M-eckes zu wachsn. Der auf.'der Karlsbader zionistischen Jahreskonfnrenz «beschloffene alljüdische W e l t k.0 n g r e ß habe die. Ausgabe, die von England ^forderte Wahl einer „leviLb axenev" vorzu-' n-ehrnen, welche im Namen der Gesamtjudenheit in Men Fragen der Bevroaltung Palästinas mit der Mandatsmacht zu verhandeln hatte. Es sei von größter Wichtigkeit, 'daß alle Juden diesen Kongreß beschicken, die unerläßliche Voraussetzung hiezu sei jedoch ein modernes auf den Prinzipien der Verhältniswahl beruhendes Wahlrecht, welches vorher von den jüdischen Organisationen vereinbart werden müsse. Redner schloß mit einem -eindringlichen Appell, den hier gebotenen Weg zu friedlichem Zusammenwirken in einer für die Gegenwart und Zukunft des Judentums so wichtigen Fragen zu beschreiten. Den Ausfüh- - rängen Dr. Schwarz - H i llers folgte lebhafter, andauernder Beifall. — Der Vizepräsident der Ortsgruppe, Herr Alexius Salzer, sprach hierauf über das Thema: „Die Bedeutung der Presse für das Judentum:". Er ging von der Feststellung aus,.daß durch die GMentwertung die Presse in Oesterreich in eine ungemein schwierige Lage geraten sei und daß infolge, dieser Schwie-! rrgkeiten auch die „Dtonatsschrift" der „Union" ihr Erscheinen einstellen mußte- Eine politische OrganiMion wie die „Union" könne jedoch nicht dauernd aus ein publizistisch^ Sprachrohr verzichten. Eine Zeitung wi> das Bindungs- und Verständigu-ngsmittel zwischen der Leitung und den- Mitgliedern, sie habe die Ausgabe, im Kampfe - den ersten und letzten Schuß abzugeben, die Indifferenten aufznrWeln, die Säumigen zu ermunrern, die Werbearbeit zu vervielfachen. Der Zorvtralvorstand habe solch ein Sprachrohr durch die Vereinbarung mit der ^Wahrheit" geschaffen. Pflicht aller Mitglieder sei es, durch Beiträge zum Preßfonds für den dauernden Bestand dieser- Vereinbarung zu sorgen und «die , Wahvheit" als Publikationsorgan der „Union" zu -abonnieren. Er selbst halbe sich mit einem Beitrag von K 100.000 an die -Spitze gestellt und rufe zu eifriger Nachahmung auf. Die überaus wirksamen ALusführungen «des Vortragenden fanden allseitig Zustimmung und hatten-zur Folge, «daß in der Versammlung sehr namhafte Beträge für den Preßfonds gezeichnet wurden. Herr. Dr. Böhm «begrüßte als organisierter Zionist mit großer Befriedigung «den versöhnlichen Ton,, den Herr Dr. Schwarz-Hiller angeschlagen habe, und erklärte, daß-er gern dazu beitragen wolle, die Annäherung der bisher gegnerischen Gruppen zu fördern. Mit Worten herzlichen Dankes schloß, «der Vorsitzende die anregende Versamml-nng. _ AuS der jüdischen Frauenbewegung. Bund jüdischer Frauen Deutschüsterreichs. Mittwoch, den 22. November d. I. fand in den Räumen der „Union" die zahlreich besuchte konstituierende Generalversammlung des „Bundes jüdischer Frauen Deutschöfterreichs" statt. Die Vorsitzende des Provisorscherr Komitees, Frau Hermine K a d i s ch, begrüßte in herzlichen Worten die Erschienenen und entwickelte in eingehender. Rede die Ausgaben und Ziele des Bundes, welcher eine einheitliche Zusammenfassung der Arbeit Mer jüdischen Frauenvereine Deutschöfterreichs auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge, der Jugenderziehung und der Pflege des altjüdischen Familiensinnes anstrebt. An die Verlesung der behördlich genehmigten Statuten knüpfte sich eine längere Diskussion, in welcher Frau Regine U l l m a n n einige Bestimmungen, insbesondere jene des Jahreesbertrages, mit Rücksicht auf die seit der Vorberatung geänderten Verhältnisse, als abändernngsbedürstig bezeichnete. Die Aenderung soll in geeignet erscheinendem Zeitpunkt angestrebt werden. Als. Jahresbeitrag für Einzelmitglieder wurde dm Betrag von X 1000 festgesetzt.. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl des Vorstandes wurde Frau Hermine K a rdisch zur Präsidentin und die Frauen Justizrat Jenny Adle r, Franzi B is ch o s.s Werder, Bella Deutsch, Helene Kanitz, Lina Körmendi, Henriette Schwarz, Theodora und Regine U l l m a n n gewählt.. Dem Vorstande wurde das Recht übertragen, sich nach Bedarf bis zur statutenmäßigen Anzahl zu ergänzen. Zu Revisorinnen wurden die Frauen Stella Schein und Erna .P i o w a t i, und als Beirat Sekretär Siegfried Fleischer gewählt. Auf Anregung der Frau Regine Ullmann wurde beschlossen, sich an- Me bestehenden Frauenvereine mit dem Ersuchen zu wenden, ihre Mitglieder zum Beitritte zu bewegen. Werbet Abonnenten für.ReWabrbeit' aaam*£-"

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