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Die Wahrheit · 1922-10-12 · Heft 20 (12.10.1922) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 20 (12.10.1922)
Date
1922-10-12
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Seite 15 Nr. 20 D i e W a hrheit kartätschen. Es fällt«uns ncht ein, Ms dom Umstande, daß im gesperrten Worte die «Silbe „zu" vergessen wurde, ein JManergeheul zu ergeben, 'daß Michel die arme deutsche Sprache mißhandle. Der dritte Punkt der Polemik, der uns der belangreichste -dünkt, ist jenem gesitmungsfesten Arierblatte Lust. Wir haben ihm namtlich vorgehalten, daß es bei uns schrtistleitend etwas, entwendet habe. Darauf kommt Michel mit kemom Sterbenswörtchen zurück. Sein Stillschweigen darf als Eingeständnis gelten. Im sonstigen wM leir noch in der nächsten Nummer bieolbachlten können, Väß anjch Arier von unzweifelhafter Waschechtheit (Name und Adresse der Redaktion bekannt) Hm die verdiente Lektion erteilen. (Denn nicht alle sind erbaüt KW Michels Taktik.) So, lieber Michel, wären wir eigentlich für heute fertig, aber Ich kGN kein Auge von dir wenden, Ich Muß dich anschau'n «immerdar, und da entdecken wir einen Stumpfsinn in Reinkultur. Ein Dr. E. Kü—hn hat ihn gepflanzt und „Wahrheit gegen Lüge" betitelt. Der Ansatz hebt an, daß es in der Tschecho-Slowakeji jüdische Wandervögel gebe, die, deutsches Gebiet durchziehend, aufreizende Tschechenliödör sängen, in tschechischen Gauen sängen sie aufreizende deutsche Lieder. Und diese jüdischen Wandervögel leben noch? Deutsche und Tschechen haben sie noch nicht mit nationaler Kraft erschlagen? Und die „Mchel"-Leser sollen das glauben? Wahrlich, ihrer ist das Himmelreich. Einer der Besten. Der «alldieintsche Verband entwickelr sich allgemach zu einer gegenseitigen Versicherungsgesellschaft für Ehre und Geld. Namentlich für letzteres. So oft sich einer aus ihrer Schar einem Jubilänmsanlaß nähert, gibt dieser -Fall bas Signal, KiNgeNde Ehrungen in die Woge zu leiten. So hat sich jetzt in Leipzig ein Theodor Fritsch--SpendenjMsschiNß znsammiengetan. der waniniglich daran mahnt, daß der Altmeister des deutschen Antisemitismus am 28. Oktober ein Siebziger wird und dieser Ehrentag ihm Nuch zu einem „Freudentag" werde. Um jeden Zweifel daran, wie sich der wahrhafte deutsche Mann solche FreNden denkt, wird klipp und klar anfgefordert, Zahlungen für den Jubilar an die Zweiganstalt Leipzig zu senden. Das daNkschuldige Deutschland wird bei diesem .Anlasse durch die SammMnäNnör erinnert, wie Meister Fritsch, als er Vor 20 Jahren für das bestgarnierte Programm .zur Verherrlichung iseines Kampsblattes, der „Hiamnrer", einen Preis «ausschrieb, selbst als Sieger .aus diesem Wettbewerb hervorging. Solche ergötzliche Znfälle kommen nicht selten bei Domboilas vor, wo die Gewinnung des Haupttreffers Msgöm-achte Sache ist. Diese Bemerkung soll keinen Schatten «ans den Schmied Wieland Frihsch werfen. Auch steht «er hoffentlich der Schlußzeile des Werbeblattes sern: Ein Quent chen (?) Tat w regt mehr als ein Z >e n «t n «e r W o r t e. Dunkel ist der Rede Sinn nnjr jenen, die der richtigen Lesart sernbleiben. Blaue Lappen sind vollkommener -als der nnderwelklichste Lorbeer. Diesem «Grundsatz darf Theodor Fritsch ungeschoWen ^huldigen, da «auch «andere ,/beste Deutsche" nachweisbar ^leichtt Gesinnung sind. Der Sturm im rabbinischem Wasserglase. Semn i tz e r und Hosfmann, deren Verurteilung zu Geld- und Gefängnisstrafen, wie bekannt, erfolgte, wurde der Rest «der letzteren erlassen, dagegen die erstere von 20 auf 50 Pftrnd erhöht. Das Jerusalemer Oberrabbinat, welches den Ehrenbeleidigringsprozeß gegen die Genannten anhängig machte, hat seine Handlung bereut und einen Begnadigungsantrag eingebracht, .mittlerweile aber einte Reihe neuerer Chrenbeleidiaunqsprozesse angestrengt und weitere angedroht. | Vermischtes „Montefiore" Kranken-Unterstützungsverein. (Wien, 2. Bez., Ferdinandstraße 19). Dieser Verein, der in den Nächsten Wochen sein vierzigjähriges Jubiläum feiern wird, hat anläßlich der hoher! Feiertige in der „Rolandbühne" unter Leitung seines verdienstvollen Bethausvorstandes Kabl Kalman und« unter Mitwirkung der Vereins- Präsidenten, Bözirksvat EdtNnnd Ho«fsman«n und Fürsorgerat Julius M ü h l r a d, sowie des Kchsiers K nd e l k a eiinen nach jeder Richtung hin äußerst würdigen Gottesdienst veranstaltet, bei dem den Humanitären Institutionen des Vereines zirka 15 Millionen zuftoßen. Am 2. Tag des Neujahrsfestes hat Herr A. G o l d st e i n Ms Anlaß des Todestages seiner Mutter in S. G r ü n e r's Restaurant ein Festmahl (Tik'n) gegeben, bei dem die Vorstandsmitglieder mit ihren Damen erschienen. Auch bei diesem Anlässe spendeten die als Gäste mit ihren Damen anwesenden Herren Karl P i ck, Bankier Brenner, sowie der wegen feiner Wohltätigkeit allgemein geschätzte Paul Schwa rzste in 'fitr «humanitäre Institutionen des 2. Bezirkes größere Beträge. Festgottesdienst. Samstag, den 2. September, fand im Tempel des Prater Betihausvereines ,Tofelat>h Jeschuvun" «anläßlich der Genesung des «allverehrten Obmannes dieses Tempelvereines, des Herrn Direktors B. Mayer, ein von zahlreichen «und «angesehenen Vereinsrnitgliedern besuchter Festgottesd-ienst staÄ. Der Einladung des Vereines „E s r a", der den Gottesdienst veranstaltete, waren die besten Kreise der Leopoldstadt «gefolgt un!d der Festredner, Herr Rabbiner Dr. S. Funk, «konnte mit . Recht Ms die innige Teilnahme des ganzen Bezirkes an dem Wöhle des bekannten Wohltäters und Förderers humaner und religiöser Vereine «per weisen, «konnte sagen, daß für die Genesung dieses Mannes nicht mit dessen Freunde und Angehörige, «soNdevn «auch «die Armen, die Waisen und Witwen «gebetet haben. Und wenn der allverehrte MMN heute dankerfüllten Herzens mit dem Pfamisten spri«cht: , Ich habe zu dir «geflcht und «du erhörtest mich!" so danken mit Hm Me versammeltenMitglietderider^Esva" «die zahlreichen «Besucher, die Armen dies ganzen Bezirkes, die Arm«en des Heiligen Landes, die Armen «aller Länder. Nachdem «der funktionierende Kantor ein deutsches und ein hebräisches Gebet verrichtet, richtete noch Herr D«0ktor A. Frei einige Worte an die versammelten Teilnehmer des Gottesdienstes. Nebst «dem schönen und erhebenden Verlause desselben dürften!dem alloerehrten Manne auch die Spenden von mchreren MMionen Freude bereitet hoben, die bei dieser Feier der „Esra" «gespendet wurden. Oesterreichischer Kantorenverein. Zum Berichte über die letzte Generalversammlung wird nachgetragen, daß in derselben auch das langjährige und verdiente Vofttandsm-idglied, Herr Kantor Josef G r o l, in den Dereinsvorstand wiedergewählt wurde. Amtsjubiläum. Herr Dr. M. R o s e n m a «n n 'beging «am 10. d. M. sein 25jähriges Jubiläum «als Rabbiner uNd Prediger der israelitischen Knltusgemeinde Wien im 21. Bezirke. Aus diesem Anlässe fand im Tempel in Floridsdorf «ein feierlicher Gottesdienst statt. Barmiwahfeiern. Ein schönes Familienfest vereinigte Svrmtag, den 8. «d. M. (2. SukkoH-Tag), die Mitgli-eder und Freunde «der «hochangöschenen Familie Demnnt» S ch m a r a f im schönen Gotteshause >des Leopoldstädter Tempelvereines „Aeschel Awvohom", 2. Bezirk, Paznranitengasse. Sie Waren herbeigeeilt, um an der Barmizwahfeier Otto Demant s, «des Sohnes des Papierimdnftriellen Josef M. DemMtz und seiner Gattin Anna, i I

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