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Die Wahrheit · 1922-08-11 · Heft 16 (11.8.1922) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 16 (11.8.1922)
Date
1922-08-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 D i e Wahrheit M- 16' Theater, Kunst und Literatm: j Hellwig A., Ritualmord und Blutabe-rglaube, I. C. Bruns, Minden in Westfalen. Dieses Buch gehört zu jenen, denen sofort mit allem Nachdruck entgegengetreten werden muß, weil es sich hier nicht um eine rein wissenschaftliche Frage handelt, sondern die Gefahr besteht, daß einem verhängnisvollen Wahn, der. bereits die wüstesten Ausschreitungen gezeitigt hat, durch diese Schrift eine Hintertür (geöffnet wird. Auch wenn wir die Unbefangenheit des Verfassers gelten lasten, können wir zunächst die Nvt- Wendigkeit einer solchen Veröffentlichung nicht einsehen. Ueber den Aberglauben, soweit er auch in jüdische Kreise Eingang gesunden hat, ist in den vom Verfasser zitierten Schriften sowie in den „Mitteilungen zur jüdischer; Volkskunde" u. a., m. ohnehin ausgiebiges Material zu finden. Wenn aber Hellwitz mit dieser Zusammenstellung aus Quellen zweiter und dritter Hand nur daran erinnern tvill, daß, weit auch nranche Juden abergläubischen Vorstellungen huldigen, dieser Aberglaube sie bestimmen ft)raute, um Blut; zu abertzläulbischen Zwecken zu erliangen, einen Mord zu begehen, so muß er dadurch.schon in de;; Verdacht demagogischer Tendenz gericvten. Zu allem lieberfluß erweist sich aber dieser Schluß als trügerisch. Wie im 5. Heft der genannten „Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde" nachjgewiesen wird, unterscheidet sich ausfallend der jüdische Volksglaube dadurch von jedem anderen, daß sich in Hm keine Anwendung irgend eines' Teiles des menschlichen Körpers oder gestohlenen Gutes findet. Daß aber die biblische dluffassnng, daß die Seele im Blute wohne, gerade für das Gegenteil der These des Verfassers, d. h. für bfe Scheu vor dem Blut gebrauch besonders beweiskräftig ist, kann ungeblendeten Auges niemand übersehen. Es muß mit aller Bestimmtheit festgestellt werden nicht nur, daß sich im ganzen Bereich der jüdischen Lehre wie des jüdischen Lebens 'keinerlei Anhalt ftir VvrstellMtgen findet, die zu einem Morde aus Aberglauben, geschweige aus rÄitzilösen Gründen führM könnten, daß vielmehr gerade im GegetrteU durch eine sorgfältige Durchforschung des gesamten Judentums in der Theorie wie in der Praxis^wie gegen jeden Mord überhaupt, so insbesondere gegen Tötung eines Menschen zu Zwecken des Glaubens oder Aberglaubens ausgesprochene Stellungnahine und instinktive Abscheu in allen jüdischen Kreisen ohne Ausnahme üestMitzt wird'. Es gibt weder im Judentum geheime Selten noch irgend einen Zweig des jüdischen Stammes, die sich der Wissenschaft vom Judentum entziehen könnten. Und deren Urteil kann nur dahin üamitem, daß eine Annahme, wie die des Versasters, jeder Begründung durch Tatsachen entbehrt. Das Mutmärchen hat schon des Unheils so viel anger.ichtet, daß man jede Möglichkeit, ihn; neue Nahrung zu bieten, bis in die geheimsten Schlupfwinkel ausstöbern und mit den Waffen der Wahrheit unschädlich machen muß. G. Judenstreik. Ein Roman von Mac Morton. Buchkunstverlag. Absonderliche Menschen und Dinge behandelt dieses Werkchen. Börith, der Sohn des Großindustriellen und Geheimen Rates Cronheim, kann sich den Luxus eines reichen Innenlebens als Künstiler und Auch-Jude vergönnen. Er hat nichts , 'übrige fiir den „Kaftanjuden und galizisiche Läuse" mrd äirßert dies ganz ftevmütitz gegen Dr. Franz Lewy, seinen Wniftigen Schwäger, der in dev Wolle -national gefärbt ist, und hievon M Mch ein Bedeutendes auf Daisy, Berths hold-, selige Schwester,, übergegantzen. Geheimrat und die jungen Leute kornnren recht gut miiteWander ans, jeder nach seiner Fasson. Da ereignet sich ettvas Gvundstüvzendes. .Die Geschichte spielt nämlich ln Berlin W. zur Nachkriegszeit, als die großen Straßenlämpfe und JudlenltterfoMüngen anhoben. Im Teesalon des Geheimen Wies . fließen die schöngeiftilgM Reden munter fori, .als plötzlch das seid e Ohr der jungM Dame,. entferntes, Schießen vernimmt,. Dr. Löwy ahnt Unheil. Fillugs nimmt er Mantel und Hut, aber ebenso rasch , ist die Braut ausgehsertig au seiner Seite, ohne daß die Eltern sie zurückhalten 'können. Berth. ist schon vorher ist Nacht und Nebel dies Gottes voll seiner Wege gegangen. Da hat er sein Erlebnis. Er läßt sich von: Strom der Menge tragen und che er sichs versieht, besindiet er sich in einem dicht gefüllten Saale. Hier soll der Gelehrte Eisenbach (Einstein?) über seine große Erfindung sprechen. In diesem Augenblicke veranlaßt ein völkischer' Student durch wüste Beischinrpsung des Gelchrten Tumult und allgemeine Flucht. Mit einem giftigen Stachel in der . Seele, wendet sich Berth hinweg. Er fühlt sein jüdisches Bewußtsein erwachen. Um dieselbe Zeit aberist es dom Dr. Levy und seiner Braut sehr schlimm ergangen. Sie' sirld Ohren- und Augenzeugen eines furchtbaren Hakenkreüzler-Exzesses. Juden werden beschimpft, geschlagen, ihre Wohnungen gestürmt;, geplündert und irr Brand gesteckt. Urrd diesen entfesselten Bestien wagt das Helden-. Mädchen Daisy entgegenznschreien: „Lumpen seid ihr, feigc,: erbärmliche Lumpen!" Man denke! Die Geheim-, ratstochter, eine gegen die tanftrteköpsige Horde. Sie kommt, wunderbar genug, mit einem blauen Auge, das. heißt einem Ste-iinwiuÄse, weg. Man schasst die Verwundete nach der Klmik und verständigt spät nachts den jungen Cwnheim von d!sm Geschehenen. Außer sich, stürzt er fort' — man denke wieder! — zum Leiter der zionistachen Bewegung, trommelt ihn arrs dem Schlaf unö fordert — man denke zum dritten Male — als Sühne für das an Daisy urrd anderen jüdischen Personen Verübte, den Streik der Weltjudenheit. Wie gewünscht, so geschehen. Das ganze' Geschäftsurrd Kulturleben in allen Ländern der Erde ist mrterbunden. Wie sich das vollzieht und überall answirkt, muß mau bei Mac Morton nachleserr. Der Staat, die Gesellschaft sind der Vernichtung nahe. Die Regierung muß mit dem jungen Str ei kob er ko rnm and ai rterr paktieren und holt ihn vom Totenbette seiner Schwester. Sie ist der Verletzung erlegen, denn die jüdischen Aerzte mußtendem Streikbefehl folgen. Berch hält dem versammelten Stwats- 'irrirristerinm eine ftrlminante Standrede, eine erhebende, Rüde bei dem grandiosen Begräbrris der Schwester nnd nach dieser rhetorischen Leistung springt er ans dem Bett. Der Leser hat es wahrscheinlich schon längst geahnt, daß er es mit einer Traumgeschichte zu tun hat. Aber'solche Sachen würden einem anderen nicht einmal im Schlaf einsallen. Mag sein, daß die vom Dichter geschilderten Phant-ästeveierr. sich den Wachträumen überspannter Köpfe nähevn. Sie; können aber auch die feindseligen Bcharlptuugen vonder jüdischen Weltmacht stützen. Alle Räder stehen still, wenn... ihr starker Arm es will. Das hätte Mac Morton bedenken sollen. sollen. _. _ . _ _ Druckfehlerberichtigungen. In der letzten Nummer haben sich infolge von durch die Renovierung unserer Druckerei nur notdürftig vorgenommenen Korrekturen eine Anzahl von Druckfehlern an verschiedenen Stellen einaeschlichen. So steht in der Besprechung von Enelows Werk „The Iew and the World" in der 2. Zeile Epelxir statt E n e l o tv. Im Artikel „Rasse, Volk, Nation" vvn Dr. Max - Gr unwald ist zu 'lesen: Seite 7, Spalte 1, Zeile 29 statt Kultus-: Kultevgsmeinschaft, Seite 7, Spalte 2, Zeite 30: EWkmten statt Exilanten, Sette 8, Zeile 6: chazrfuth.

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