Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 14 (7.7.1922)
- Date
- 1922-07-07
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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11 Vermischtes Ukrainische Hungersnot. Aus einem Briefe 'des °RaMners aus Charkow, Eiles Mileikowsky, 'cm Herrn Dr. Kaminka in Wien, vom 16. Jmvi 1922: „Die Lage in unserer Stadt ist furchtbar. Die Zahl «der Hungernden und Kranken wächst von Dag zu Tag durch den. Zustrom von Personen aus den Hungergebiieten «der Provinz, welche hier in der Hauptstadt der Ukraine HAfe suchen. Zwei Ausspeisungsstellen, 'die wir erhalten, kosten 120 Millionen Rubel täglich und sind Es Mangel an Mitteln jeden Tag von der Schließung bedroht. In der Talmud-Thora und im der Jeschiwa sind 170 SchÄler, deren Eltern zumeist durch Hunger und Küankheiten um- .gekommen sind und deren Erhaltung ungefähr 50 Mil- . lionen lliuböl täglich erfordert. Unser Komitee besieht aus Vertretern aller Parteien. Vorsitzender: B. Denis; Stellvertreter: B. Bassin und A. Jasanii." — Es haben bis jetzt für das Hilfswerk beigetvwgen: Israelit i s ch e Allianz zu Wien L 1,500.000, Michel Benies K 500.000, Ungenannt K 300.000, Genevalidiirektor Herr Weiner K 100.000, Paula Dub K 100.000, Schenker-Gottesm«ann K 100.000, Berger mnb Adler Li 100.000. Druckfehlerberichtigung im Artikel „Rasse, Volk, Nation" von Dr.Max Grunwald. In «der letzten Nummer ist statt „Gcs ch ä f t s konftruktion" zu lesen „G e s ch i ch t s konsttuktion". Oesterreichischer Kautoren-Berein. Am 27. Juni l. I. fand im GiHimgsfaalle der Kultusgemeinde die ordentliche Generalverfawmtung .des Oesterrsrchischen ' Krntoren-Vereincs statt, die sehr stark besucht war. — Der Präsident Oberkantör Isidor Löwit, der den Vorsitz führte, entwarf in gedrängter Kürze ein treues Bild der Ereignisse der abgelaufenen. Fnnktionsperio.de, erstattete den Rechenschafts- und Kassäbericht, woraus dem abtvetenden Vorstände das -Absolutorium von der Versammlung erteKt wurde. — Nach ErLMgung der Tagesordnung motivierte Oberkantor Leopold Müller in ausführlicher, irchaltsreicher und mit allgememiem Beifall aufgenvinmener Rede seinen Antrag betreffs des zukünftigen Verhaltens der Kollegen, wie der Tempelvorstehungen in Fällen von Kantorenentlassungen, respÄtive Neubesetzung von Kantorenstellen und legte eine diesbezügliche Resolution vor, die unter allseitiger Zustimmung dem neuwählenden Vorstände zur Beratung und Berichterstattung überwiesen wurde. — Der Präsident dankte dem Antragsteller für diese überaus wertvolle Anregung und leitet hieraus die Vornahme der Neuwahlen ein, als deren Resultat die ©ftutatotert die rmchfolgende Liste bekanntgäben: Jstdor Löwit, «instimmög zum Präsidenten, Jakob Schleifer, zum 1. Vizepräsidenten, Joses Schlesinger, zum 2. Vizepräsidenten, Emanuol Frankl, zum Schriftführer, Josef Giblichmann, zum Kassier, und zu Vorstandsmitgliedern: M. B. Kaufmann, Gotthold Friedländer, Joses Zellnik, Mathias Matyas, Josef Morgenstern, Arnrin Stift, Leopold Mülüer und Oberkantor Steiner (Klosterneuburg); zu Revisoren: Heinrich Kühner und M. Harendorf. Der zum Präsidenten gewählte Oberkantör Isidor Löwit erklärt die ihn hochehrende Wahl anzunchmen und verspricht, wie bisher auch für die Zukunft seine ganze Kraft und sein ganzes Können dem Wöhle der Kollegen und dom Blichen des Vereines zu widmen und schließt hierauf die Versammlung. Briaittenauer Bethaus- und Krankemmterftützungsoerein „Bne Brrth^. Anläßlich seines 36jährigen Zustandes hielt derselbe am Sonntag, den 21. Mai, 10 Uhr vormittags, i>m Festsaale des Magistratijl^n Bezirksamtes im 20. Bez. eine Festversammlung ab, zu der die Mitglieder in großer Zähl erschienen sind. Der Obmann Herr S. A r a k eröffnete präzise 10 Uhr in feierlicher Weise die Bechammlunq, -begrüßte die Erschienenen aufs herzlichste, warf eins» geschichtlichen Rückblick auf die 30jährige segensreiche Tätigkeit des Vereines und sagte, daß wir nun daran gehen wollen, unser Ideal, die Errichtung einer geistigen Kulturstätte in divsein von armen und ärmsten Juden so stark bevölkerten Bezirke'zu errichten. Ts sei ein beschämender Anblick, zu sehen, wie an den Hohen Feiertc^en Lokale, die nichtsweuigcr als moralischen Zwecken dienen, für Betstellen adaptiert werden und unsere Thora, das Licht der Welt,, in solche Gifthöhlen eingestellt wird. Es ist uns gelungen,. zwischen der Caches- und Rafaelgasse einen Baugrund von 670 Quadratzentimeter zu erwerben und dort wollen wir unserem Gotte ein Haus, unserer Jugend sine Bildungsstätte und der Judenschaft einen geistig, iittlichen Sammelpunkt schassen. Freilich sind wir zu schwach, ein solches Werk selbst zu vollenden. Wir fordern nicht das Geschmeide eurer Frauen, wie es bei Errichtung des Mischkan der Fall war, sondern die intensivste Mitarbeit und Propaganda für unser gottgefälliges Werk. Mit den Worten: Der Einzelne ist ohnmächtig, die Gesamtheit aber ist machtvoll, schloß derselbe 'seine wirkungsvolle Rede. Als zweiter Redner kam der allgemein geschätzte Herr Adolf «D e u t s ch zu Worte. Er sagte, ich bin 25 Jahre Mitglied be§ Vereines und durch 22 Jahre sein erster Schriftführer. Wöllte ich einen Ueberblick der 30jährigen Tätigkeit des Vereines geben, müßte ich ein Buch schreiben. Nachdem «der Obmann dieser Aufgabe sich in knappen Umrissen entledigt Hat, so will ich mich gleich denn zuwenden, was unsere Seelen in diesem Augenblick am meisten bewegt: dem Bau eines Gotteshauses. Mit bewegten Worten schilderte er, wie der unheilvolle Krieg dieses Bestreben fast zunichte lgemacht hat und appellierte an alle, das Werk tatkräftigst zu fördern. Dann ergriff Herr Buchheim, ein Mann von großem biblischen und talmudischen Wissen, das Wort. Es sprachen noch sehr eindrucksvoll die Herren Paul, Stapler, Taub, Kluman und andere. Es wurde sodann beschlossen, ein lOOgliedriges Komitee einzusehen. Eine augenblickliche Sammlung ergab eine namhafte Summe. Es ergeht somtt ein Appell an die'weiteste Öffentlichkeit des In- und Auslandes, dieses erhabene Beginnen tatkräftigst zu fördern- 'damit es ehebäbdbgst verwirklicht werden kann. Geldspenden wolle man an den Kassier Herrn Ch. Weingarten, Wien 20. Bez., Rauscherstvaße 10, richten. N. Ch. Barmizwahfeier. Scümstcug, Iden 8. Jul?, hallb 10 Uhr vornMags, finlÄ dm Tempel, 2., Bez., Sebastian Kneippgasse, die Ba-rmszwicchseier «des Alexander Glaser, Sohn 'des Ehepaares Heinrich Glaser, statt. ' Trauung. ' Sonntags «den 25. iv. M., fand!' -im PaMLnrtjSnjbempel die Trcmnnig des Fräulein JanLa Spitzer, Tochter des Ehepaares Josef Spitzer (Nüultra), mit Herrn Simon Ad ler statt. In «seiner Rede einiitvatf Herr Rabbiner Dr. S. Fnn«k ein schönes BW «von dem Familienleben« der Elte«vn des BrÄntigams, sprach Wann von den vioMMichen' Duigeinlden der Br-anteilterN und empfahl -dom Brautpaar, Iso'lchen Beispielen jedetrtzeit nachzueifern. Die lanitovalen.Funktionen vevsiah Oberkanbor I. Gi«b«l«ichmann. Geregelte wirtschaftliche Verhältnisse müssen eintveten, wenn Staat und Volk in einigem Zusammenwirken den Wiedevauslbau .Wtzen. Die Geldentwertung aufzuhalten ist unser nächstes Ziel Schon arbeiten berufene Stellen an der -Stabilisierung der Währung, die nicht ohne-Einführung von Sparmaßnahmen durchzuführen ist. Sparen ist -die gemeinsame Losung aller Oesterrsicher. Und wer hier dem Staate in feiner Bedrängnis «die Treue fetflteri will, muß neue Schatzscheine -der EmWon 1922 erwerben« die bei ungekündigtem Jahresbesitz 7,4 Prozent an Zinsen kragen. Alles Nähere über Rentabilität «und Sicherheit geben das Postsparkassenamt, die Banken und Sparkassen bereitwilligst bekannt. Kreditanstalt. Die diesjährige ordentliche Genevalversämmlimg -der Aktionäre -der Kreditanstalt findet am Freitag, den 21. Juli, abends -halb 5 Uhr, im großen Festsaale «des Oefterreichischen Ingenieur- und Architektenvereines statt. Außer den normalen Verhandlungsgegenstanden befindet sich auf der Tagesordnung auch die Beschlußfassung über den Antrag auf Erhöhung des Grund kapitales von 1000 Millionen Kronen bis auf 1500 Millionen Kronen. Austritte aus dem Judentum. Adler Elisabeth, geb. .. November 1893, Szymanyi, Men, 13. Bez., Breslaugasse 37. — Adler Ludwig, geb. 4. April 1876, Bag. Vecsen, Kaufmann, 14. Bez., Diesenbachgasse 46. — Adler Theodor, geb. 7. April 1889, Mitttveida, Wien, 13. Bez., Breslaugasse 37. — Adorjan Elisabeth, geh. 6. Oktober 1899, Miskoler, Wien, 2. Bez., Böcklinstraße 90. — Altmann Ludwig, geb. 4. Äpril 1876, Bag. Vecsen, Kaufmann, 14. Bez., Diefenbachgasse 46. — Altmaun Robert, geb. 24. Juli 1916, Wien, 14. Bez., Diefenbachgasse 46. — Altmann Stefanie, geb. Kittenbaum, gelb. 25. September 1892, Wien, 14. Bez., Diefenbachgasse 46. — Antschel Jalkob, geb. 8. April 1900, Stanislau, Beamter, 9. Bez., SchwarzspameriSLSLW»