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Die Wahrheit · 1922-07-07 · Heft 14 (7.7.1922) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 14 (7.7.1922)
Date
1922-07-07
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 14 Die Wahrheit Seite 13 ein Werk, das auf der Höhe dichterischer Leistung und verständnisvoller Einfühlung, ftcht und das zu lesen Freude un!d Belehrung bedeutet. Dr. WMy Cohn, Breslau. Bier Jahrtausende jüdischen Palästinas. Bon Professor Dr. Samuel Kraus. (I. K a u f m a n n, Verlag Frankfurt a. M.) In neuerer Zeit ist Palästina über den Rahmen eines geographischen 'Begriffes, einer territorialen Gegebenheit und frommen Gefühlswertes hinausgewachsen, ist. namentlich durch die vielumstrittsM Balfonr-Deklaration, zu einem Politikum und Zankapfel der Nationen und Parteien geworden. In ein>er solchen Zeit muß eiin Buch wie das vorliegende großem, allgemeinem Interesse begegnen, denn es zeigt rein sachlich, ohne Voreingenommenheit, das heilige Land im Spiegel der Vergangenheit und Gegenwart, die Schlüsse auf seine Zukunft gestattet. Der Verfasser bemerkt in einem kurzen schlichten Geleitwort, daß ihm der Gedanke einer volkstümlichen Geschichtserzählung geleitet habe, und die ist ihm trefflich gelungen, sowohl was die Anordnung des reichen Stoffes, als seine scheinbar spielend leichte Behandlung zeigt. Auch in der klugen. Auswahl des unendlichen Quellenmaterials zeigt sich eine bejfchraMendie Meisterhand, die, aus die prähistorischen Spuren . zurückgreitfend, die einzelnen PHUsen aUfzsigt, «die Palästina ' «vor der Besitznahme ldes Landes unter Joisua bis zu seinem Niedergang dürchgemacht hat. Me Zeit dar Mchter, der Könige, der Propheten, der babylonischen, persischen, griechischen, römischen, arabischen und türkischen Herrschaft zieht an unS vorüber. Eine Zeit wechselnder Erhebung und Versunkenheit, eine Zeit heldenhafter Kampfe um Freiheit und Glaube gegen äußere Feinde; aber auch beklagenswerter verhängnisvoller, grauenhafter Brüderkampfe. . So ist diese viertansendjähvige Geschichte Palästinas, die Kraus vor uns auftollt, zur Hauptsache eine Geschichte -des indischen Volkes, seiner Tugenden und Verfehlungen, Licht- und Schattenseiten, die ihm zum Teil noch heute eigen. Es ist aber äuch eine Geschichte viertausendjähriger Assimilation. Die Juden -assimiilierten sich stets dem kuNurhöheren Volke, sowohl den von ihnien besiegten Kanaanitern -als den Siegerdölkern der Aegypter, Assyver, Griechen n.n!d Römer. Es ist lchrreich, aus diesem Geschichtsbuche zu erfahren, daß,schon ein Jahrtausend vor der Balfonr-Deklara-tion, bald nach dem ersten Kreuzzuge der Plan einer Heimstätte der Juden in Palästina auftauchte, 1540 in Deutschland wieder erörtert wurde und durch die späterer! allgemeinen europäischen Kriiegswirren -verschwand. Auch der Keren Hajessod hatte seinen Vorläufer in den Sammlungen, die hauptsächlich, in Deutschland für die armen jüdischen Ginwanderer betrieben wurden; während es die reichen Spaniolen (Sephavdiim) Nlicht nötig hatten und daher, Wie bis zum heutigen Tage, mit Arrstokratenstolz aus die bedürftigen Aschkenasim herabsahen. Dieser von Egoismus nicht freie Kastengeist^mußte zur Chalukka der Landsmannschaft 'führen, Ider von mancher Seite eindringlich das Wort .geredet wird. D. „Das neue Europa", Zürich—Wien—Berlin. Diese klug czegestevgerten Menschlichkeit, ist in gewissem Sinne der Herzschlag des lertste Zeitschrift, offen allen Fragen der Politik, der Kultur, der erneuerten, unter schweren Kämpfen nach Klärung ringenden Europas. Ihr Leiter, Dr. Paul Cohn, erwirbt sich mit jedem neuen Heft europäische Sympathien und die teilnahmsvolle Achtung der Welt. Er leistet mit dieser von namhaftesten gelehrten Oekonomen, Soziologen und Literaten unterstützten Revue wirkliche Arbeit des Menschheitsfortschvittes. Immer sind diese Hefte, die erne mternativnol verständlich gewordene Sprache reden, für Versöhnung und Verständigung eingetreten, und es -ist erfreulich, «ine Zeitschrift begrüßen zu können, die tatsächlich eine Mission -erfüllt Bestellungen an H. Goldschnnedt, I./Bez., Wollzmle 11. Apples and Honey. Gd. by Nina Salaman. London 1921, William HMeimann. In «Mar Ausstattung, die den Untertitel des 'Buches „Ein GöscheNkbuch für jüdische Knaben -und -Mädchen" in vollstem Maße re'chtfertigtt, stellt sich diese Blutenlese als ein Muster geschmackvoll zusanmnengestÄlter jüdischer 'Juge-ndleMre dar. Englische Originale und Uebe-rsetzungen aus den verschiedensten Sprachen, bchondors Hebräisch -und Jiddisch, wechseln mit einander a!b. Die üNeste wie die neueste jüdische LitevÄur hat wertvolle Proben geliefert, auch nichtjüdische Autoren kommen mit passenden Beiträgen zu Worte. Jbn Gabiirol, Jehnda Halevi, Azariah de Rofsi, Schalom Al'evchem, Frug, Perez, Jsraeil Zangwill, Zunz, Grätz, Jellinek, Abrahams, Byron, Longfellow, GorR u. a. m., auch eine ganze Anzahl von schriftftellernden Frauen sind würdig vertreten. Bei dem Eifer, mit dem jetzt hier in Wien das Studium >dos Englischen betrieben wird., wird das Buch hoffentlich auch hier FreuNde finden, zumal es. -obgleich 'für die Jugend bestimmt, nicht minder vielen Erwachsenen willkommen sein dürste. Volkskundliche Bibliographie für das Jahr 1918. Herausgsgejben von E. Hofftnann-Krayer, Berlin und Leipzig 1920, Bereinigung wissenschaftlicher Verleger Walter de Gruyter & Co. — Im Aufträge des Verbandes deutscher Vereine für Volkskunde hat der um die Folklore hochverdiente Herausgeber des „Schweizer ArchÄs für Volkskunde" in dankenswerter Weise eine Jcchresschcm zusammengestellt, die jeder Fachmann mit Freuden begrüßen wird. Zur jüdischen Volkskunde sind außer best „Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde" an Beiträgen zu verzeichnen: O. Fischer über jüdische ZahlünsymbÄik; Eliasberg, Ostjüdische Volkslieder; Fvazer, alttestamentliche Folklore; Durham über eine Sage über den Grund der Vertreibung der Juden ans Spanien u. a. Wertvoll ist auch die Stoffeinteilung, die dem Inhaltsverzeichnis zugrunde liegt. G. Küchel E. F.: Die Umwandlung in Kalt, Magie und Rechtsbrauch, Schweizer Gesellschaft für Volkskunde, Basel, 1919. Mit großer BelesenhÄ und kritischem Sinn behandelt der Verfassier.das HermNgehen um einen Gegenstand bei den verschiedensten Anlässen im Familienleben, sowie als lkültischen oder Rechltsbvauch. Zu „Unreinheit der Wöchnerinnen" (S. 9) wäre .auf das Alte Testament und das jüdische Religionsgefttz hvuzuweisen, S. 12 wird von dem jüdischen „Bekrasen" gehandelt. Umwandeln bei Besitzergreifung noch heute bei Einweihung, eines Friedhofes. S. 28: Hevumfahren deir Braut um den Bräutigam. Zu S. 30 ist an das Lichterhalten bei den Hochzeiten der Ostjuden zu erinnerrr, zu S- 34 an das Kapparaschlagen, zu S. 45 an das Wasser'ausg-i-eßen -mrd Lichtanzünden bei der jüdischen Leiche, zu S. 51 (Ersatz des verlorenen Mitchzahnes) VLittoWungen zur jüdischen Volkskunde, III., S. 7, zu S. 55, das Steineniederlegen. auf jüdischen Gräbern, zu S. 85 (unten) ähnliche jüdische Sprüche mit Elijahu, zu S. 104 das jüdische „Messen". Auch das Umkreisen des Altares mit Sukkotsest ist in diesem Zusammenhänge.zu beachten. G. F. Caro: „Vom Judengott." (Milo - Vorlag, BerlinJ DoA Verfasser,. mGefopdert, auf ,,D« falsche Gott" ^zu antworten, entledigt sich dieser Aufgabe mit einem solchen Aufgebot schlagender Argumente und mÄft-o trefflicher MMHode, daß -diese Schrift eine wertvolle Bereicherung, .unserer -apologetischen Literatur bildet. Dieser Wert besteht ganz besonders darin, daß es hier wicht wie üblich, ein Theologe, sondern ein Jurist ist, der die Waffe führt. x

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