Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 13 (23.6.1922)
- Date
- 1922-06-23
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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ist mir, daß die Quellenangabe nicht korrekt durchgeführt wurde. Das reich illustrierte Buch eignet sich vorzüglich als Barmizw ah-Geschenk. K. G. Jüdische Jahrbuch für die Schweiz. Die sechste Folge dieses Jahrbuches -1921/22 zeichnet sich gleich den bisherigen durch Reichtum und Gediegenheit des Inhaltes bestens aus. Obwohl zionistisch gerichtet, entbehrt es jedes Angriffes gegen andere Parteien und hält in seinen Aussätzen die rein fachliche Form ein. Es sind aber auch rühmlichst bekannte Vertreter des jüdischen Schrifttums, die ihre Arbeiten dem „Indischen Jahrbuch" geliefert haben. Nach einem umfassenden Rückblick auf das vorige Jahr eröffnet Rabbiner Dr. A. C o h n, Basel, den Reigen der Beiträge mit den „Grundzügen des Chassidismus". Es folgt eine schwungvolle Huldigung für „Erez Jsroel" von Dr. Max Rosenkranz, Bern, eine biographische Skizze von Dr. Markus C o h n, Bafel, j über Rabbi Awrohom Jizchok K o o k, von diesem selbst eine Betrachtung: „Israels Wiederbelebung". Ludwig Kraus, Bern, brachte ein Essay „Die Religion der Vernunft ans den Quellen des Judentums". Die „Messianische Endzeit" behandelt Dr. I. ,Löwenstei n, Zürich. Doktor M. Aschers, Neuchatel, Beitrag „Einiges über jüdische Erziehung" ist von hervorragender allgemein pädagogischer Bedeutung. Auch dem novellistischen Teil ist vorzüglich Rechnung getragen, wie auch das Jahrbuch wertvolle Proben deutsch-jüdischer PoÄen bringt. Nicht unerwähnt darf der schöne illustrative Schmuck des Buches sein, das sich bereits viele Freunde erworben. Bertholet: Kulturgeschichte Israels. Güttingen 1920 BaNdenhoeck u. Ruprecht. M!k. 38.—, geb. Mk. 50 - -. Selbst Leiser, die den bibelkritischen Standpunkt des Verfassers nicht teilen, werden dieses Buch als eine wertvolle' Bereicherung der Wissenschaft des Alten Testaments mit Freuden begrüßen. Vergleicht man eines der älteren biblischen Archaeologien mit dieser neuesten Darstellung des Lebens und Denkens im alten Israel, so fällt sofort der Fortschritt ins Auge, der nicht nur -durch QuelleNstudmm, sondern vor ickllem auch durch die Ausgrabungen an Ort und Stelle erzielt wunde. Was dem Buche seinen besonderen Reiz verleiht, ist die richtige Einstellung des Blickes für das gegebene Tatsachenmaterial, sowie die flüssige, ansprechende Darstellung. Das Streben nach Objektivität im Urteil tritt sichtbar hervor. G. Marcus Cohn, Jüdisches Waisenrecht (S.-A. a. Ztschr. f. vgl. Rechtswissenschaft, XXXVII, 3), Ferd. Enke, Stuttgart. — Der Verfasser, zugleich Jurist und Kenner des jüdischen Schriftums, behandelt dieses wichtige Kapitel der Waisensünsorge mit gründlicher Sachkenntnis in übersichtlicher Darstellung. „Allgemeine Rechtsstellung der Waisen," „Sonderrechte der Waism," .„Waisenfürsorge," „Pfleger und -Vormund" lauten die, Ueberschriften der Kapitel dieser trefflichen Monographie. Die in den „Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde" gleichzeitig erschienene Abhandlung des Referenten über „jüdische Waisenfürsorge in alter und neuer Zeit" und die vorliegende ergänzen einander gegenseitig. Hervorzuheben wäre in beiden unter anderein gewesen, daß, nach der von ihnen zitierten Stelle Gittin 52 a, auch Frauen eine Vormundschaft übernehmen durften. Dr. Grunwuld. L. Ascher, Zwischen zwei Zeiten, Philo-Verlag, Berlin 1922. Eine anspruchslose Erzählung aus dem jüdischen Leben, die den Uebergang von der alten zur neuen Zeit wiederspiegelt und die jüdischen, Familienleben mit seinen Festen schildert. Vermischtes UW Der Leopoldstädter Gemeindetempel. Wer den erhebenden Gottesdiensten an den Schowuaustagen und am Sonntag darauf den ersten Trauungen in dem neuerstandenen herrlichen Gotteshause beigewohnt hat, mutzte sich von Herzen des soweit gelungenen Werkes des-Wiederaufbaues freiten. Es war ein wahrer Kiddusch haschem. Freilich klafft noch manche Lücke. Noch fehlt das Gestühl für die oberen Galerien. Ebenso die Beleuchtung, die Heizanlage und vieles andere, vor allem >die Malerei, so daß auch die Trauungen nur bis auf weiteres wieder ausgenommen werden, da eine Unterbrechung 'durch die-Malerarbeiten erfolgen kann. Doch zeigt diese erste Probe, daß die Tempelbesucher sich -wieder zum GvtteshaUse zurücksinden, nicht nur beim öffentlichen Gottesdienst, sondern auch mit den Trauungen chrer Kinder und Anverwandten. Daß ohne solche Unterstützung und Ermutigung das au? gesichts der Zeit- und Bälutenverhältnisse ins Riesenhafte gewachsene Werk der Restitution des Tempels nicht durchgeführt werden kann, leuchtet jedem ein, der die-gewaltigen Schwierigkeiten kennt, mit denen unser wackeres Wiederautfbaukomitee zu kämpfen hat. In meinem Kreise wurde die Frage erörtert, ob es nicht angeht, daß einzelne Tempelbesucher den Betrag für die Herstellung je eines Tempelsitzes oder eines Beleuchtungskörpers erlegen und dafür ihr Name an dem gespendeten Sitz oder Leuchter angebracht wird. Ich gebe diese- Anregung in der Hoffnung, daß sie bei vielen Anklang >finden wird. A. K.' Barmizwahseier. Samstag, den 10. d. M. fand inr Pazmanitentempel die Barmizwahseier des Otto Maximilian E i n ö h r l, Sohnes des Riemensabrikauten und Ledergroßhändlers Emil E i n ö h r l und seiner Gattin Helene, geb. Fuchs, unter großer Beteiligung der Verwandten, Freunde und Verehrer der Familie des Konfirmanden statt. Herr Rabbiner Dr. S. Funk richtete an ihn eine zu allen Herzen gehende eindrucksvolle Ansprache, in welcher er besonders den Sinn seines Vaters fürs Judentum, die edlen humanitären Bestrebungen -seiuer Eltern hervorhob, und dem Sohne die Pflicht auferlegte, solchen Beispielen jederzeit nachzueisern. Der gleichfalls zur Thora gerufene Vater sowie Verwandte und Freunde der Familie spendeten bei diesem schönen Anläße namhafte Beträge für Wohltätigkeitszwecke. Silberne Hochzeitsfeiern. Heute darf man sie registrieren, denn zur Zeit ihres kalendarischen Eintrittes sträubten sich die engbesreundeten Jubilare in einer jeder Ostentation abholden Bescheidenheit, von dem Ereignisse durch die Oeffentlichkeit etwas verlautbaren zu lassen. So möge es denn heute, im wahren Sinne des Wortes pest festem, mitgeteilt werden, daß Herr Sigmund C h l a m t a ds ich mit seiner Gattin Netty vor vier Wochen das schöne Fest der silbernen Hochzeit beging, desgleichen Herr Moritz Biß mit seiner Gattin Hermiue. Beiden Jubelpaaren, die nur im engsten Familien- und Freundeskreise Gegenstand der herzlichsten Glückwünsche wären, möge heute nachträglich auch hier unsere Gratulation ausgesprochen werden.' Wir fühlen uns dazu mnsg mehr verpflichtet,als die beiden Jubilare im jüdischen öffentlichen Leben stehen und speziell aus dem Gebiete der Humanität sehr Ersprießliches geleistet haben. So Herr B i ß als auch Herr Eh! a m t at sch zählen zu dm verdientesten und uner-