Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 13 (23.6.1922)
- Date
- 1922-06-23
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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müdlichften Mitgliedern des Borftcmides des Tempelvereines „Aeschel Awrohom". Todesfälle. Unter den >hmtigen Bechältmissen, speziiell in der Großstadt, verschstvrnidet immer mehr jener berühmte Frauentypus, für den die heilige Schrift die so ehrennolle Bezeichmmig Esches C h a j i 1, das wahrhaft fronrme Werb, geprägt hat. Eine solche edle Fran war die am 14. d. M. zu Grabe getragene Fran Anna D e u t s ch^ geb. Werner, die sich wegen ihrer vorzüglichen Eigenschaften des Herzens und frommen Lebenswandels allgemeiner Sympathien in den weitesten Kreisen erfreute. Zwei Jahre nach idem Hinscheiden ihres gleichfalls hochverdienten, überaus geachteten Gatten Emanuel Deutsch, der in seiner Heimatsgemeinde Szelöcze Jahre hindurch als Vorsteher ein Segen für die Kehilla war, ist ihm die schmerzgebeugtie Gattin, man kann wiohl sagen, an gebrochenem Herzen über den schweren Vertust in ein besseres Jenseits gefolgt. Wahrhaft erhebend gestaltete sich die Leichenfeier, die wegen Ueberfnhrung nach Baden zur Ruhestätte ihres getrübten Gatten schon in frühen Morgenstunden begann. Rabbiner Dr. S. Funk hielt im Trauerhaufe einen überwältigenden Nachruf, in tvelchem er das nunmehr zerstörte FaMiliengNck, bas dort so viele Jahre blühte, herzbewegend schilderte. Alle, die Bahre umgebenden trauernden Hinterbliebenen sowie die große Zahl der Anwesenden standen unter «dem Eindruck dieser mächtigen Rüde. Nicht minder war die Bewegung, welche die tiefgehenden Wschiedsworte des Schwiegersohnes, Herrn Moritz Nagel, hervorrief. Änknüpfend an den Wochenabschnitt, „als die Lade zog", schilderte er den unermeßlichen Verlust, den die Kinder Jdcv Schvnherz, Franz Deutsch, Ella Nagel und Paula Bauer, die Schwiegerkinder Isidor Schönherz, Irma Deutsch und Felix Bauer, die Schwestern Henriette Frank! und Friedericke Grün, sowie die ihre Großmutter vergötternden Enkelkinder erfahren, und nachdem er im Namen der tieftivanernden Familie die Tote M'chilah gebeten hatte, gelobte er der teuren Verblichenen, daß die Hinterbliebenen in gleich gottgefälliger Weise wandeln wollen. Nun trugen die nächsten Angehörigen unter AbsingunF der Trauierchorate durch Obevkcmtvr I. G ib l i chm a n n und I. Kantor A. Stift Ibett Sarg znm lbereitstehenden Furgvn, woraus die letzte Fahrt nach Beiden begann. Am' dortigen Friedhof fand das Begräbns am Nachmittage statt. Oberrabbiner Dr. W. Rei ch hielt der Verstorbenen eine ergreifende Rüde und gedachte der Mten Werke, die sie an der Seite eines wahrhaft gottessürchtigen Mannes übte, mit dem sie vier Jahrzehnte in glücklichster Ehe vereinigt war und nach einer kurzen Unterbrechung wieder vereinigt ist. Nachdem Oberkantor K r e u t st e r n die zeremonialen Gesänge vorgetragen, wurde der Sarg zur ewi-gen Ruhe ins Grab gesenkt, woraus dir Faulilie nach schmerzlichem Scheiden von ihrem Liebsten die schwere Rückfahrt nach Wien antrat. Herr Abm-ham S ch ö n m a n n, ein allgemein geachtetes Mitglied der Gemeinde Senica, Komitat Neutra, verschied am 5. d. M. im hohen Greifenalter von 87 Jahren. Das imposante Leichenbegängnis, welches am 7. d. M. unter Beteiligung der ganzen Bevölkerung des Ortes, ohne Unterschied des Ranges, des Standes und Bekenntnisses stattgefunden hat, legte Zeugnis ab, welch großer Beliebtheit, allgemeiner Hochachtung und Wertschätzung der Verblichene sich allenthalben erfreute. Auch nichtjüdische Mitglieder haben das Elmolerachamiim- Gebet für sein Seelenheil verrichtm lassen. Sr. Ehrwnvden Herr Oberrabbiner L. Mar m o r st e i n wüvdigte mit beredten Worten die Tugenden nnld' Verdiienlste,^ die wahrhäste Frömmigkeit ujrid seltene Gottesfurcht dieses vorzüglichen Mannes. Der Nachruf machte auf alle Anwesenden einett mächtigen, ergreifenden Eindruck. An der Bahre trauert die Gattin, die Söhne Herr Moritz 5 ch ö n m a n n, Senica, Philipp, Isidor, Hugo Scho ntttait lt aus Wien. Frau Bertha F e i! n e r aus Gästin, die Söhne Herr Max und Mihäly Schönmann ans Budapest konnten leider nicht zur Zeit eintresfen. Friede seiner Asche. Sem Anidenken bleibe gesegnet. Am 9. d. M. wurde Frau Leontine Ern st, die Witwe, nach Herrn Engen Ernst, die ihren innigst geliebten Gatten nur 18 Monate überlebt hatte, unter großer Beteiligung zu Grgbe getragen. An ihrer Bahre trauern drei Mädchen, sowie der wegen seines bekannten WohWtigkeitssinns allgemein geschätzte Großkan.smann Herr Sigmund C n st. Herr Rabbiner Dr. Max G r n n w a ld sprach der Entschlafenen einen kiesempfnNden'en Nachruf, die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor Morgenstern. Das Andenken der Verblichenen werden alle, die in ihr eine brave, wackere jüdische Frau kennen gelernt haben, stets in Eh reit halten. Wiener Bank A. G. Wir erhalten boiit Vevwaldungsrat dieser Aktiengesellschaft nachstehende Inschrift: „Die bezüglich eines Geschäftes bestandenen Differenzen wurden restlos beseitigt, wobei festgestellt wird, daß die Bank hieraus keinen wie immer gegearteten Schaden erleidet. Der von Herrn Direktor Dr. Osoar Fuchs vorgebrachten Bitte, um Enthebung von seinem Posten wurde unter Anerkennung >seiner bisherigen Verdienste um das Unternehmen Folge gegeben. Herr Dr. Fuchs wird jedoch über Wunsch des Verwaltungsrates seine Dienste noch durch einige Zeitdem Institute widmen/ In der gleichzeitig stattgefundenen Direktionsvatsitzung wurde ibeschlossen, die Herren Direktorstellvertveter Oskar H a u >s e r und Dr. Josef Maier zu Direktoren zu ernennen." Die 57. ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Allgemeinen Verkehrsbank findet am 30. Juni 1922, nachmittags 6 Uhr, im Sitzungssaale der „Janus", L eb ensv erst che rungs an statt A. G., Wien, 1. Bez., Wipplingerstraßc 25, statt. Gegenstände der Verhandlung find: 1. Vortrag des Rechenschaftsberichtes: 2. Berichterstattung des Revifionsausschl'sses: 3. Beschlußfassung über die Bilanz pro 1921 sowie über die Verwendung des Reingewinnes; 4. Kapitalserhöhung; 5. Statutenänderungen-; 0. Wahl 'von Verwaltungsräten.- 7. Bestjinmnng des Wertes der Anwesenheitsmarken,' 8. Wahl des Revisionsausschusses zur Prüfung der'Bilanz für das Geschäftsjahr 1922. Jene Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilzunehmen beabsichtigen, werden hiermit eingeladen, ihre Aktien samt Kupons, in Gemäßheit der §8 41, 42 und 43 ^der Statuten, bei der EMten-Depot-Kqssa der Gesellschaft, Wien, 1. Bez., Wipplingerstraße.28, spätestens am 24. Juni 1922 als dem statutenmäßigen lEndtermine, zu erlegen. Das Eigentum von je 25 Aktien gibt das Recht auf eine Stimme. Jedem Aktionär oder Vertreter eines Aktionärs stehen so viele Stimmen zu, fo vielmal er 25 Aktien in feiner Person vereinigt. Das Stimmrecht in der Generalversammlung kann vom Aktionär oder von dessen gesetzlichem Vertreter persönlich oder durch Bevollmächtigung eines anderen stimmbevechtigten Aktionärs ansgeübt' werden. Pflegebefohlene und juristische 'Personen-Wen das Stimmrecht durch ihre gesetzlichen, beziehungsweise statutarischen Vertreter aus. wenn diese auch nicht Aktionäre find. Vollmachtsurkurvden müssen spätestens einen Dag vor der Generalversammlung der Direktion vorgelegt werden. Austritte aus dem Judentum. Rosa Fanta, gab. 8. März 1895, Wien, ledig, 3. Bez., Kundmann gassc 11. — Siegfried Großmann, geb. 1. Jänner 1880, Wien, 6. Bez., Münzergasse 2. — Elsa Herschkowitz, geb. 31. August 1888, Wien, 6. Bez., Esterhazygasse 12. — Adelheid Haber, geb. 28. August 1876, Wien, 21. Bez., Heinrich Schindlergasse 9. —; Walter Klein, geb. 8. Juni 1899, Lang-Enzersdorf, Lang-Enzersdorf. — Siegmund Löbl, geb. 11'. Juni 1888, Ada (Jugoslaw.), Kaufmann)