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Die Wahrheit · 1922-06-23 · Heft 13 (23.6.1922) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 13 (23.6.1922)
Date
1922-06-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 13 Die Wahrheit (Seite 7 6. Die ethnographische NomeMlatnr der Bibel deutet nicht ans Raffennnlerscheidung ihm. „Am" ist das Volt -seiner Abstammung, „goj" seiner ethnischen Eigenart nach, „l'nm" ist ein geographischer Begriff. Für „das Volk Gottes" wird der Ausdruck „am", niemals „goj" oder „l'u-P" gebraucht. Denn durch seinen Zusammenhang -mit den Vätern nimmt es an dem Bunde mit Gott tei^l. Zum „goj", als Besonderheit im Gegensatz zur Umgebung, wurde es in Aegypten. (5. Moise. 26, 5.) „L'nm" ist die Bewohnerschaft eines Landes. Nach 5. Mose, 4, 6, wird die Klugheit -und Weisheit des als „am Gottes" seiuein Gesetze getreu, 'leibenden „gos" von den anderen ,,-ammim" anerkannt werden. Doch sind auch diese Unterscheidungen nicht konsequent d-urchzufi'chren. Daß sich innerhalb einer, durch die gemeinsame ' Religion zusanMeNgehaltenen M>asse charakteristische Typen ansprägen, ist natürlich. Einen einheitlichen indischen Typus aber oder gar eine besondere jüdische „Rasse" ju (konstatieren, dazu fehlen die wissenschaftlichen Handhaben. Geschweige denn gar „Rasse" in dem Sinne, der über das Anthropologische hinansgehi und auch eine konstant uniforme Mentalität beinhattet. Kein Einfluß der „Rasse" auf die Geistigkeit. Wie unhaltbar die Annahme eines Kairiifalvechältniffes zwischen bem anthropologischen Tatbestands und der geistigen Struktur inr allgemeineu -ist, -lchrt ein einfacher Blick auf Völker gleicher dlbstammung mit off: eNtgegeiNgeisetzter Geistigkeit. Die Juden insbesondere erweisen sich als geistig ebenso heterogen wie ht ihrer Leiblichkeit. Auch hier machen idas Milieu, der Niederschlag aller äußeren Elindrücke, die Kinderstube, die Schule, der berufliche Verkehr, Staudesrücksicht, öffentliche Moral ihren Einfluß geltend.. Was ist der Jude? Die ä u ß e r e n M e r k m a -l e. Fragen wir nun nach den konstituierenden Elementen, die der Jndenschast den Charakter einer besonderen Menschengruppe verleihen, so bieten sich uns für die-Beantwortung verschiedene Standpunkte dar: der des Historikers, -der des Politikers ‘irnib der des Ethikers. Der Historiker wild aius die klassische Periode, auf das jüdische Altertum, auif jene Zeit znrückgeh-eir, ki der der jüdische GedaNke eine so vollkommene Mlsprägung erreicht hat, daß sie in der Erinnerung seiner Träger als Ideal -und ihre Wiederkehr als Ziel der Sehnsucht erscheint. Es ist die Regierungszeit Davids. Mag die moderne Kritik auch manches in der biblischen Darstellung dieses Entwicklungsgipfels als 'idealisierende, tendenziöse, retrospektive Geschäftskonstruktion bezeichnen, zweifellos traf ' in jenem Glanzzeitalter alles zusammen, was als Kriterium jüdischer?lrt gelten darf. Aenßerlich war die von David regiierbe Gesamtheit abgegrenzt als selbständiger S t a a t. Den Hauptbestandteil dieses Davidischen Reiches bildete das L >a n d I s r a e l mit der Spruche K a n a a n s. Das Volk nllter dem Szepter Davids war nicht eines und desselben Ursprungs, einheitlich aber war der Staatsgedanke. Er deckte sich mit der Idee einer Vormacht des Monotheismus. Allster drill politischen Moment der Staatszngehörigkeit und dem ethnographischen der gem einsamen Spruche bildete das Bindemtttel >diiöser Gruppe nicht Blutsgenlemschast, auch nicht -ein Blntbnnd der Gent offen untereinander, sondern ein gemeinsamer -Brrnd mi: der Gottheit, der zugleich die Gleichheit Mer vor Gott und dem Gesetz staltuierte. Das Zeichen dieses Buntdes, die Beschneidüng, ist das Mittel -der politischen Option, zugleich aber auch einer gentileu Adoption. Der in diesen Bund ANsgenoiNmene ist damit ein „Sohn Abrahams" geworden. Diese Bundesschließung 'löst, ähnlich wie in Rom die Adoption, 'die Frage der BoUszulgehörigkeit von denr Zufall der Geburt ab und durchbricht das Prinzip der Raffegebundenheit. Insofern, kommt sie dem Gedanken des modernen Staates nahe. War und ist noch die BeschneiduUg bei -anderen Völkern ein rein kultisches Symbol, bei den JNden wurde ie zu einem Merkmal, das nach Analogie anderer Völker als das N -a t i o n a l e sich (bezeichnen ließe, wenn nicht, im Unterschied zu -anderen Nationalitäten, in diesem Zeichen eines Bundes, der nichts weniger als exklusiv ist, schon ein I n t e r- oder, wenn man will, U eb e r- Nationalismus -ausgesprochen wäre. Jedenfalls ist die Bundesschließung die unerläßliche Vorbedingung zur Teilnahme am nationalen Kultus, der niemals zu einein Kultus deI Nationalen ausartete, schon darum, weil er einer übernationalen Gottheit galt. (Fortsetzung folgt.) Weltanschauungen. Bon.Joseph Lazarus. (Fortsetzung.) Seite 146: „Das Gesetz der Juden hat beständige Sorge um den Körper. Die beständige-Sorge des Juden, durch 25 oder 30 Jahrhunderte ist, rein zu sein im Sinne des Gesetzes." Seite 147: „Es handelt sich um die Reinheit des Körpers, der Kleidung, der Speisen. Der fromme Jude lebt in beständiger Angst, sichanzuftecken." Seite 148: „Bloß Israel 'befolgte im Ntevhum die Gesetze der körperlichen mrd seelischen Reinheit. Das Gesetz hat -aus Israel eine reime und keusche Raffe gemacht. Durch alle seine LeidenhindurchMeb es eine g-estunde Rasse." Seite 150: „Die Bersündignng gegen die Natur, der bie griechischen und römischen Arier, die arabischen und syrischen Semiten oblagen, —haben niemals Judas Blut besudelt. Indem bei Jaden 14jährige Knaben mit ^jährigen Mädchen verlobt wurden, hat die Achtung vor der Ehe die Raffe gestärkt." Seite 162: „Für die Lebensfähigkett einer Religion ist.das Ritual wichtiger als dos Dogma. Das Ritual überlebt das Dogma." Seite 163: „Keinerlei Religion kann ohne Ritual bestehen." „Israel bleibt eine positive Religion: eine 'lebende Religion." Seite 164: „Der Judaismus ist nicht ein Glaubensbekenntnis oder eine Kirche, wie eine andere; es ist weniger Glaube, — als Kult it s, als eine Gesamtheit von Riten und Gebräuchen, eine Erbschaft der Ahnen, als solche verehrt, ein Familien Vermächtnis, . . . ein Hauskultus der Jakobs-iFamtt ie. Zurückweisen alles, was an die alte Herkunft erinnert, wie es manche reformierte Judengemeinden in Deutschland ton*, den Namen Zions, das Gedächtnis Jerusalems auslöschen, die Beschneidung aufheben, oder die Speisögesetze, den Sabbat durch den Sonntag vertreten, die hebräische Sprache durch die Deutsche im Gebet -ersetzen, das heißt nicht nur das Band der Einheit lockern, s ondern auch den Bund l ö se n, der -den Juden mit seinen Weltbrüdern verknüpft, wodurch das Judentum ein bloßer Schatten werden würde. Die reformierten Tempel, welche aus dem Kultus alles entfernen, welches strikte hebräisch ist, riskieren zu bloßen ttebergangs-Stadien zur Taufe zu werden."

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