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Die Wahrheit · 1922-06-09 · Heft 12 (9.6.1922) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 12 (9.6.1922)
Date
1922-06-09
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 124: „Zu Zeiten der Hasmonäer und der Nachfolger des Hemdes schlossen sich viele Völkerschaften dem Judentum an: die Jdumäer, die Jtnräer und andere Stämme Syriens. Ganze Araberstämme gingen zum Judentum über. Mahomed war ein Schüler jüdischer Lehrer. Im achten Jahrhunderte (der neuen Zeitrechnung) im Norden des Schwarzen Meeres, in den Steppen Scythiens nahm ein ganzes Volk finnisch-türkischen Stammes, die K h a z a r e n, das Judentum an. Sein König Joseph schreibt dem Rabbiner von Cordova (Spmrien): „Unsere Vorfahren nahmen den jüdischen Glauben an, nachdem Sie eine Rundfrage erließen, um den besten Glauben zu fntden." Dieselben Khazaren empfehlen dem Vladimir, Fürsten von Kiew, dem Heidentum zu entsagen und deir^jüdischen Glauben anzunehmen." Seite 125: „In Tiflis erwähnte inan mir einen kaukasischen Judeustaumr, kridgerifch, von anderen Jndenstämmen ganz vevschieven. Renan zweifelt daß die Juden in Gallien und Spanien, zur Zeit der Merovmger, ebeusooiele Juden zn Zeiten Gr6goire de Tours' — Rassenjuden gewesen seien. Vielmehr hält er sie für Gallier, die den jüdischen Glauben anuahmen." Seite 127: „Der Erzbischof A g o b a r d von Lyon, ebenso wie vier Jahrhunderte vor chm C h r y s o ft o r o s, Erzbischof von Ä n t i o ch i a, klagen darüber, daß die Christen jüdische Prediger besuchen und jüdische Feiertage halten." Seite 128: „Im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert gab es in Moskau und in Novogorod viele, die nach jüdpchem Ritus lebten. Man findet rroch hMte ihre Spuren in der Sekte der Sabbatisten (S o b o t n i k i)." Seite 129: „Man macht mich im Kaukasus auf eine Sekte aufmerksam, die nicht nur die jüdischen Vorschriften beobachtet, sondern die sich auch jüdische Vorbeter kommen läßt, um ihnen die Gebete in hebräischer Sprache Herzufagen". Sette 137: „Am Friedhof in Taurida fand man hebräische Aufschriften ans dem achten Jahrhundert, deren türkisch klingeröde Namen die finno-türkische older die taurische Abstammung beweisen." Obige, aus christlicher Feder geschöpften Angaben betveisen, daß die j ü d i s ch e W e l t a n s ch a u u n g aus dem Wege war, zur allgemeinen We-ltanstcht zu werden. Um aber die menschlichen Handlungen solcher Weltanschauung unterzuordnen, mußte Geist und Körper einem strengen Drill unterzogen werden. Das besorgten die Ritnalvorschrrften, die den Körper keusch hielten, die das Familienleben festigten, die mitten im Tagewerk die Oase schufen, die R u h e p a u s e, um den Geist zu bilden. Dies würdigt der genannte Schriftsteller ans folgende Weise: Seite 34: „Israel wurde durch sein Rituale gerettet. Dem Talmud verdankt es seine Lebensdauer. Seinem Ritziale, seinen Gebräuchen, die uns manchmal kindisch erscheinen — Israel verdankt ihnen sein Bestehen." Seite 145: „Israel ist weniger das Werk des Körperlichen, als das Werk des Geistes. Es war gemodelt durch seine Bücher. Es ging hervor aus den- Händen seiner Rabbis. Es wurde geschaffen durch die Synagoge. Das Talmudische Judentum ist ebensosehr eine Religion deS Körpers, wie der Seele." (Fortsetzung folgt.) jgjj Wahrheiten vom Tage WZ Das Pfingstminifterium. Unter normalen Verhältnissen war es für jeden verfassungsmäßig regierten Staat eine Selbstverständlichkeit, eine parlamentarische Regierung zu besitzen. Deutschöfterreich hat zwar kein Parlanient in voller Bedeutung des Wortes, sondern bloß eine bundesgesetzgebende Körperschaft, die gegeneinander und aneinander vorbeiveddt, aber sein neuestes Ministerium ist, mit allem Respekt zu melden, ein parlamentarisches, hervorgegangen ans den: langwierigen Knhhandel der beiden Hauptparteien, die in manchen Punkten verschiedenen Sinnes sein mögen, aber in den Empfindungen für die Juden einig sein dürsten. Der Unterschied liegt nur in der Tonart, die von den Deutschnatio na len immer viel schärfer angeschlagen wird als von den mehr gemütlich-praktisch veranlagten österreichischen Christlichsozialen. Eine Kostprobe brachte der Grazer deutschvöMsche Parteitag, der die maßgebenden Ministermacher vereinigte. Da sprach der grimme Urstn seine Bedenkon darüber aus, daß ein Kabinett Se-ipel für die Anschlußuttd Judenfrage nicht zu haben sein werde. Einen Schritt vor dem Abgrund, der uns alle zu verschlingen droht, hat der Mann keine anderen Sorgen! Auch Herr Dinghoser, das Haupt der Partei, konnte der n ational-p atriotischeu Beklemmung nicht Herr werden, die klerikalen Minister würden sich um die Kulturkämpfe sein hevumjdrstcken. Auch Herr Odehnal — hör' ich den Flamen Odehnal, wird mir inein deutsches Wams zu «itge — tat sehr aufgeregt. Als wirksames Mittel gegen solche Aufregungen erhielt er ein Ministerporteseuille. Nun ist der LaUdsriede geschlossen, aber wir trauen ihm nicht, denn Bundeskanzler Doktor Seipel scheint einige Gefangene gemacht zu haben, die ihn nicht lostassen werden, Nichtsdestoweniger wurde das parlamentarische Pfingstminifterium Seipel von der bürgerliche:: Presse begrüßt, von der nichtbürgerlichen begreiflicherweise angegriffen. Vorläufig bietet sich uns weder zn dem einen, noch zu dem andern Anlaß. Nicht Worte, Tatei: geben die Gründe zu einem Urteil. Ist es wahr, daß dort, wo Hartes sich mit Mildem paart, eil: guter Klang tönt, dann ließe sich von der neuen Koalition etwas Besseres hoffen. Uvbrigens hat noch jede Parteiregiernirg ihren herben Wein verwässert und es wird wahrscheinlich auch diesmal kann: anders sein. Auch bedeutendere Kapazitäten als. die, welche jetzSam Werke sind, würden sich den Verhältnissen gegenüber nicht gelmg stark erweisen. Die Krankheit hat zu weit und tief von den: ganzen Staatskorper Besitz genommen, als daß ein neues Aerztekollegium plötzliche Hilf« bringen Bunte. Zum Glück hängt das Wohl und Weh« eines Volkes nicht von den Männern ab, die an der Spitze der Verwaltung stehen, sondern von 'dieser selbst, deren Tüchtigkeit die Unfähigkeit der Chefs decken muß. Dadurch wird so manches „parlamentarische Ministerium" letzteil Endes ein Beamtenministerium, abhängig von allem, tvas seine erfahrenen sachkundigen Sektionsleiter schassen ul:d aliordnen. Wir teilen deshalb auch, nicht den radikalen Standpunkt, 'daß ein „Priester" ungeeignet sei, an die Spitze eines Staatswesens zu treten. Aus der Geschichte unseres eigenen Volkes ist uns bekannt, daß .ft5: nicht die unglücklichsten, noch unrühmlichsten Zeiten waren, in welchen Priester regierten. Bedeutsam ist jetzt vor allem, wie daS Parallelogramm der wirkenden Dväft« sich äußern wird. Dis deutschnLckionalen Führer hatten den traurigen Erfolg, daß sie «men de« besten Männer,

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