Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 11 (30.5.1922)
- Date
- 1922-05-30
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Dert^Hnd die Ziffern, von Lenen einzelne heraus gegriffen morden follenDie Anzahl der Mtglieder, die im Jahre 1918 452 betrug, ist im Jahre 1910 ans 6f6, im Jahre 1920 auf 743 und zu Beginn -1921 auf 790 gestiegen. Die Mitgliedsbeiträge sind von K 7591 im Jahre 1918 auf K 11.929, im Jahre 1920 auf K 47.128, im Jahre 1921 aus K 98.000 angewachsen. Die Einnahmen für Sitz- . 'mieten waren in den Jahren 1919, ' 1920 und 1921 K 28.300, ••-.59.884, 1,238.696. Die Anzahl der Trauungen stieg in den Jahren von 13 im Jahre 1918 auf 68, 93 und beziehungsweise 108, davon unentgeltich 3, 10, beziehungsweise 15. Brautausstattungsstiftungen wurden 3, 8, beziehungsweise 10 im Betrage von K 3500, 9000, beziehungsweise 33.000 gewährt. Die Fürsorge für die Angestellten drückt sich in den Ziffern aus, die für GehÄter ausgegeben wurden. Von K 56.805 im Jahre 1918 stieg die Gehaltsziffer in folgenden Jahren auf K 109.000, 278.000 und 1,634.000 jährlich. Im April 1922 wurde der Betrag für Gehalt und Remunerationen K 2,221.000 ausbezahlt. Erfreulich ist der Bericht über die Tätigkeit in den llnterrichtsanstalten. In sieben Abteilungen wurden mehr als 200 Knaben und 150 Mädchen von 5 Lelirern unterrichtet; - 30 Knaben wurden soweit vorgebildet dag sie sofort eine Jeschiwa mit Erfolg auffuchen konnten. Die Kosten der Unterrichtsanstalt beliefen sich im letzten Jahre auf K 2,235.000. Ansehnlich sind die Verträge, die den verschiedenen Wohltätigkeitsanstalten überwiesen Wunden. Sie beliefen sich im Jahre 1918 auf K 123.000, im Jahre 1919 auf K 215.000, im Jahre 1920 auf K 1,100.000 und im Jahre . 1921 aus K 3,900.000. Bei Erwähnung der Wohltätiigleitsaktionen s ' der Adas Jisroel soll auch hervorgehoben werden, daß im laufenden Jahre dieselbe -den Betrag von ungefähr K 7,000.000 darauf verwertet hat, um Mazzot unentgeltlich und zu bedeutend ermäßigtem Preise an Einzelhaus-Haltungen und Wohltätigkeitsanstalten abzugeben. Diese Leistung ist um so bemerkenswerter und gibt für die Mitglieder das ehrendste Zeugnis oft, da der Adas Jisroel von den reichen Mitteln, die der gesamten Wiener Judenschaft aus Sammlungen in Amerika und England zu diesem Zwecke zur Verfügung gestalt waren, nicht ein einziger Heller überwiesen wurde. Der Bericht widmet einer großen Anzahl verstorbener Mitglieder, besonders dem Heimgegangenen Chremnitgliede nnd Obmanne Philipp Back und dem Vorstandsmitgliede und Obmanne der Jefod HaHora Herrn Wilhelm Kritzler warme Worte des Nachrufes. Unter Hinweis auf -die sehr erfreuliche Tätigkeit und rühmenswerte Arbeit der Jugendgruppe schließt der Bericht mit einem hoffnungsvollen Ausblick in die Zukunft. Barmizwahfeiern. Samstag, den 13. Mai, fand im Großen Leopoldstadter Tempel die .Bavmizwahfeier des Ernst Do Han, Sohnes des Knltusvorftanües David Dohan, unter großer Beteiligung der Verwandten, Freunde und Verehrer der Familie Dohan statt. Alle Anwesenden waren von dem schönen Vorträge des Bamizwanten gerade entzückt. Herr Rabbiner Dr. M. G r u nw a l d richtete an den Konfirmanden eine zu aller Herzen gehende eindrucksvolle Ansprache, in welcher er besonders den Sinn des Vaters fürs Judentum, die edlen Bestrebungen seiner Eltern hervorhob, und dem Sohne die Pflicht anserlegte, solchen Beispielen jederzeit nachzueifern. Der gleichfalls zur Thora gerufene Vater, sowie zahlreiche Verwandte und auch Freunde -des Hauses spendeten bei diesem Anlässe namhafte Beträge. — Samstag, den 20. Mai, fand im Josefstädter Tempel die Barmizwahseier des Knaben Hermann Feldmann, Sohn des Vorstandmitgliedes Herrn Siegmund Feld mann und feiner Gattin Marianne, gab. Hirschl, statt. Zu der schönen Feier hatten sich der Gesamtvorstand -des Josefstädter Tempelverernes, die Verwandten nnd viele Freunde der Familien Feldmann und Hirschl eingesunden. Die zur Thora gerufenen Großväter des Konfirmanden, die Herren David Feldmann und Siegfried Hirschl, wie auch der Vater Herr Siegmllnd Feldmann spendeten größere Beträge für verschiedene wohltätige Zwecke. Der Präses des Tempelvereines, Herr Wilhelm Freund, der ebenfalls zur Thora aufgerufen wurde, ließ im Namen des Gesamtvorstandes für die Familie des Konfirmanden und die zahlreich erschienenen rllustren Ko-nsirmationsgästen einen feierlichen Mischeberach machen und spendete einen rramhaften Betrag für arme Kinder und der Bibebschule. _ Ebenso ließ der Bizepräses Herr Ludwig M e d a k für die Familie Feldmann einen Mischeberach rezitieren und machte eine größere Spende sür einen armen Barmitzwanten. Nach der feierlichen Aussprache des Herrn Rabbiners Dr. Bauer trug der Kosirmiand mit vollem Verständnis die Haftorah vor, was einen äußerst tiefen Eindruck auf die andächtigen Zuhörer machte. Nach dem -Gottesdienste wurden die im 8. Bezirke über alle Maßen geschätzten Familien Feldmann und Hirschl allseits herzlichst beglückwünscht. 75. Geburtstag. Samstag, den 27. d. M. beging Herr Medizinalrat Dr. Jakob König, Präses, der früheren Israelitischen Kultusgemeinde Floridsdorf, später Mitglied des Wiener Kultus- Vorstandes und Obmann der Bezirkskommission und des Bethausvorstandes für den 21. Bezirk, seinen 75. Geburtstag. Aus diesem Anlasse fand int Tempel des 21. Bezirkes, Holzmeistergasse 12, zu Ehren des Jubilars ein feierlicher Gottesdienst statt. Baden b. W. Am 19. Mai, 1922, 21. Isar, stack im Bälden bei Wien nach -langem Leiden Frau Rosalia Pollak geb. Eichner, unld wurde daselbst beerdiff-t. — Am 4. v. M. verschied hier plötzlich eine wackere Frau-, eine Esches-Cail, die Witwe Netti Flaschner im Alter von sechzig Jahren, die bis zu ihrem raschen Lebensende der Armut und dem Elend in aufopferungsvoller Weise ■ eine treue Beschützerin war. An der Hand der verdienstvollen Frau Louise Freiwillig, Präsidentin des hiesigen Frauenvereines, entfaltete die Dahingeschiedene eine' unermüdliche Tätigkeit zur Hebung und zum Gedeihen dieses Vereines. Sie hinterläßt einen Sohn. Fritz Flaschner, und eine Tochter, Frau Rosa S m e t a n a, deren Mann, Herr Alexander Smetana, sich ebenfalls durch sein edles, gutes Herz einer allgemeinen Beliebtheit erfreut. Eger. Leichenbegängnis.' Mit-twoch, den 26. AprA, wurden -die irdischen Ueberveste des Obevbezirtsarztes, Herrn Dr. Sigmund B e cf in Lger, zur ewigen Ruhe bestattet. Trotz Ungunst des Wetters erschien auf dem ifvaelitischen Gottesacker eine überaus zahlreiche Trauergemeindie — darunter die ersten Beamten der Bezirks- Verwaltung, des Bezirks- und Landesgerichtes, der Staatsanwaltschaft, die Schulbehörden, Abordnungen der Zivillunld MMärärAeschaft, des Steneramtes nnd andere Korporationen Ms ncch und fern —, dem allseits hochgeschätzten Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Die Trauerrede am offenen Grabe hielt Herr Rabbiner Doktor Grün seid. Er betonte in beredten Worten die faszinierende Persönlichkeit des teuren Toten als Gatte nnd Vater, seinen unbeugsamen Charakter als Angehöriger seiner Gemeinschaft,-sein Pflichtbewußtsein.als Beamter und seine Herzensgute als Helfer ünd Berater der leidenden Menschheit. Nach einem kurzen GrabgebÄe des Herrin Ob-erkantvr Wilkowitsch -entbot ein Mitglied der Unibn- Bn-e brit-Loige in Pilsen, deren Mitglied Dr. Beck jahrzehntelang war, dem Dahi-ngeschiedenen den letzten Scheidegruß, worauf die Schollen auf den Sarg fielen. Spende. Herr Alfred Lettner, Uhren und . Goldwaren, hat dem Gemeindetempel 2. Bez., Tempelgasse, eine hübsche Wanduhr gespendet. Wiener Bank-A.-G. Mit Bezug auf die in der Nummer -des „Neuen Mener Journals" vom 17. d. M. erschienene Notiz über angebliche „Unregelmäßigkeiten" in der Mener Bank-A.-G. erhalten wir eine von -der Verwaltung der Mener Bank-A.-G. gefertigte Zuschrift folgenden Inhalts: „Anläßlich der Vorlage der Bilanz ergaben sich bezüglich eines Geschäftes Unklarheiten, deren Klarstellung veranlaßt wurde und über deren Ergebnis in der nächsten Verwaltungsratssitzung Bericht erstattet werden wird. Direktionsrat und Verwaltungsrat der Wiener Bank-A.-G. Bauer m. p, Schönau m. p." Austritte aus dem Judentum. Sidonie Paneth, geb. 12. August 1868, Bielitz,- ledig, PrwÄe, 9. Bez., LiechtetHenfftraße 30; Siegfried Rosen, geb. 2. Juni 1888, Wien, verheiratet, Berussunterofsizier, 11. Bezirk, Art.-Kaserne Kaiser-Ebersdorf; Emmy Roth, geb. 9. Juni 1900, Budapest, ledig, Opernsängerin, 1. Bez., Grand Hotel; Stella Reiner, geb. 1. Oktober 1894, Wien/ ledig, 2. Bez., Ausstellungsstraße 49; Katharine Rosen geb. Drach, geb. 15. September 1898, Wien,.getrennt, Private, 4. Bez., Theresianumgasse lfe Albert Sreinheim, geb. 14. Oktober 1883, Lugos, 17. Bez., Palffygasse 18; Marie Spitzer, geb. 13. März 1879, Wien Ps., verwitwet, 7. Bez., Kaiserstraße 123; Anna Stein, geb. 7. April 1901, Prag, ledig, Konzertsangevrn, 7. Bez., Döblergasse 14; Paul Spielmann, geb. 11. November 1904, Wien, ledig,, Lehrling, 1. Bez., Speckbachergasse 34; Elly Steiner, geb. Adler, geb. 22.'November 1890, Frankfurt a. M., verwitwet, Bankbeamtin, 6. Bez., Gumpendorserstr. 49; Friedrich Schlesinger,