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Die Wahrheit · 1922-05-30 · Heft 11 (30.5.1922) · page 17

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 11 (30.5.1922)
Date
1922-05-30
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 11 D i e Wahrheit Seite 17 Nietzsche vovbei m biie Mystik gmeteit. Dieses Kapitel ist durch nrcmchen tresslichon Geidanken und formschönes Pathos das weitaus bedeutendste im vorliegenden Hefte und läßt von dm: weiteren Arbeiten des Verfassers nur Vorzügliches erwarten. Wir können den Bezug des Wertes wärmsteus -empfehlen. Felix Weltsch, Gnade und Freiheit. München 1921. Kurt Wolfs. — Dieser gedankenreichen Schrift, die einen wertvollen Beftvasg zu rsüserer religio nsphilvsophischm Literatur bedeutet, liegt der folgende Jdeeugang zugründe: Der Kern der Religion ist der Glaube, der Kern, des Gluubens ist die Vertranensenbscheidnng. Ich vertraue dem Universum und entscheide mich dafür, ihm einen Wert. beizumeffeu, dessen Verlviriklichichig gegeben oder -aiber erreichbar ist. In dem ersteren Falle glaube ich an einen von allem Anfang -an vorhandenen Gott, dessen Gnade alles leitet, in: anderen an eilten durch die freie, sittliche Meuschentat werdenden- Gott. Dort löst göttliche Gnade die Disharmonie zwischen Geist und Natur, tnibem er jenem die Kraft gibt, diese irr Fesseln zu schlagen, hier nmcht der Geist die Natur, als wertvollen, unentbehrlichen Diener, seinen Zwecken dienstbar durch den sittlicheii Willen, der nicht dem Gesetz der Kansalität untersteht, sond'ern schöpferisch ftei sich entschließen kann. Die Konsequenzen der Gnadenlehre sind Jndiffeventisinns und Quietismus, die Sittlichkeit -sin anorgamschsr Anhang. In der Religion der Freiheit fallen Ethos und Religion zusammen, mxfo zwar in der Tat, von der alles abhängt. G. Hans Günther: Wunder in uns. Ein Buch vom menschlichen Körper für Jedermann. — Rascher u. Eie, Zürich, 1921. Preis Mk. 100. — Die gewaltigen Fortschritte, die in den letzten Jahrzehnten auf na-tnrwistenschaftlichem Gebiet gemacht wnrderwund die den Dezennien den Namen „Biologisches Zeitalter" gaben, haben in allen Kreisen eine intensive Beschäftigung mit naturwissenschaftlichen Fragen bewirkt. Dieses Interesse wurde tum gewissenlosen Autoren und Verlegern oft genug mißbraucht. Umso freudiger dürfen wir ein Werk begrüßen, das sich die Aufgabe gestellt hat, die Physiologie des Menschen in ihren neuesten Ergebnisten populär und doch streng wissenschaftlich darzustellen. Mit einem Stabe hervorragender Mitarbeiter/ unter denen wir nur den' jüngst verstorbenen Prof. Dr. C. L. S ch le ich erwähnen wollen, hat der Herausgeber diese Ausgabe glänzend gelöst. Tin. Buch bei Wissenschaft, das einen packt wie ein Roman: ein Buch, das in jedes Haus gehört. Bernfeld, Die jüdische Literatur. 1. Teil: Bibel, Apokryphen und jüdisch-hellenistisches Schrifttum. 1921. Der Altmeister jüdischer Literatnrkvitik hat in diesem Werk eine Glanzleistung ein dringenden Scharfsinnes und genialer Kombinationsgabe vollbracht. Es galt hier, nicht sowohl vorliegendes Material zu sichten und mit Werturteilen zu versehen, als vielmehr heiß umstrittenen Fragen eine Lösung zu geben. Und selbst diejenigen, die in dar Bibelkritik den-Standpunkt des Verfassers nicht teilen, werden der geistreichen Durchführung ssinsr GrnNdaussastnug ihre Anerkennung nicht versagen können. Einem Ban, der ans Basiernng durch Hypothesen angewiesen ist, kann, wie e^auf diesem Gebiet bereits wiederholt geschehen ist, durch die.Entdeckrmg eines einschlägigen Dokumentes unverhofft ein Pfeiler entzogen werden. Eine Revision des ganzen Systems liegt außerhalb des Bereiches der Möglichkeit. Immerhin wird -dieses Buch einen Ansporn für viele bilden, -die gestreiften Probleme wieder einmal gründlich durchzudenken. MW Vermischtes Oberkantor Morgenstern ist nach einer Abwesenheit von zwölf Wochen wieder in Wien eingetrossen und hat trotz seiner Ermüdung schon am Freitag, den 19. d. M., aus Ersuchen des Vorstandes das Mendgebet vor einer zahlreichen Zuhörerschaft verrichtet. Nach fabelhaften Empfängen in Kairo und Alerandrien hat der überall gleich gefeierte Künstler in den Synagogen von Jerusalem, Jaffa, Tel Awiw, Haifa, Rifchon lc Zion, Petach Tikwah, Tiberias ufw. gesungen und mit seiner unübertrefflichen Stimme und sympathischen Art des Vortrages ganz außerordentliche Erfolge gefeiert. Er sang unter anderen: beim Bankett des Lord M i l n e r, beim Bankett Lord Northelifses und des Redakteurs der „Times", Graves, ans persönliche Einladung bei Sir Herbert S a m n e l, von dem Qberkantor Morgenstern ein Dankschreiben und eine Photographie erhielt, bei Gouverneur Storr s-, von den verschiedenen Wohlfahrtsanstalten, zu deren Gunsten Konzerte gegeben wurden, erhielt er überaus lobende Dankschreiben. Besonders imposant gestaltete sich das Abschiedskonzert in Jerusalem, bei dem alles, was Namen von Klang besitzt, anwesend war. In Wien begrüßten der Präsident der Kultusgemehide Pros. P i ck und zahlreiche Bostandsmitglieder den Heimgekehrten, über dessen Reiseerhinernngen ich' demnächst ausführlich berichten. Chicago. Der am Temple Juden beschäftigte Oberkantor T u r n e r bittet mis, den Wiener Kollegen im eigenen, wie im Namen der Ehicagoer Kantoren die herzlichsten Grüße zu. übermitteln. Gleichzeitig teilt er uns in diesem Schreiben mit, daß die letzteren vor wenigen Wochen einen Verein gegründet haben, besten Präses der allgemein geschätzte Kantor A. M a n o w i c z. Schriftführer der gleichfalls sehr beliebte Kantor A. Grünberg ist. , Johann Kremenetzky in Jerusalem. Der bekannte Wiener Großindustrielle Johann Kremenetzky, der zu den ältesten Zivnistenführern und engeren Freunden Herzls zählt, hat trötz seines vorgerückten Alters nochmals die Reife nach Erez Jisroel, wo er selbst Industrien gründet, nnternommen. Seiner ehrlichen, ansopserNden, selbstlosen Weise der Palästinaliebe sei Anerkennung gezollt und nur der Wunsch ausgesprochen, daß seine Schöpfungen allen Juden -ohne Untevschickd zur Befriedigung dienen mögen. Das schwere Unecht, welchs Kreme netzky wie jider selbstlose Zionist iim eigenen Lager erlitten hat, wird ihn wohl nicht wankend machen. Generalversammlung des Tempelvereines im 9. Bezirk. In der am 28. März l. I. stattgvhabten Generalversammlung des Vereines „Chewra Beth Hatfilah" im 0. Bezirke, Müllnergan'e 21, wunden in den Vorstanid folgende Herren gewählt: Hofrat Dr. S. F r cr tr f f lt r t c r, Dr. Leo Goldham m e r, Gerson Koralek. Friedrich Krau s, Adolf M o s e r, Dr. Moritz S ch n e p p, Josef Steiner, Isidor Tre bi-t-sch, Kommerzialrat Alfred 'Wänt e r, Hermann David, Mar E i s n e r, Rudolf Forst, Rudolf Hendl, Siogmund Korn mehl. Oberrechnnngsrat Moritz Weiner, Ignaz Walzer, Michael Mar Weiß. Bei der Konstituierung des Vorstandes wurden gewählt als Obmann Tr. Moritz S ch tt p i) i), Obmann-Stellvertreter Hofrat Dr. S. F r a n t i n r t e r, Schriftführer Dr. Leo G o l d h a m m e r. Kassier Mar Eisner. Jahresbericht der Adas Jisroel. Die Adas Jisroel versendet den Rechen schastsbericht über ihre Tätigkeit während der letzten drei Jahre. Ter Bericht gibt das Bild einer sehr umfangreichen Arbeitsleistung einer grotzen Kehila. Alles, was das jüdische Leben benötig,., hat hier Raum gefunden. Für die Entscheidung ritueller Fragen, für Thorannterricht, für alle Fragen des Kaschruth, für Wohtätigkeit ist eine intensive Arbeit geleistet worden. Bemerkens- D x -

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