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Die Wahrheit · 1922-05-30 · Heft 11 (30.5.1922) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 11 (30.5.1922)
Date
1922-05-30
Page
– (sequence 13)
Language
German
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£ette iB Nt. 11 Die W nicht aus dom Osten eingebrochen, den größten 3ianb anl Bolksvermögen, die ärgste Schädigung an der Volksgesnndheit -begangen. Und die Jndnstriebarone, die Leite nberger, Liebrg, Schroll, Hämintzrle, Solcher, die die strengste deutsch-arische dlhnenprobe anschalten, haben trotz manchem Kastantiäger „Rückwirkung ans die Formen des Wiener Handels geübt". Die neueste Phraseologie des Aristßdes ans der Rechten Wienzeile mag vielleicht ganz nach dem Herzen der Kollegen Kunschak, Ierzabek, 5)dehnal und Gleichgesinnter sein, aber' dadurch hat er sich, noch lauge nicht 'bei irrten Liebkind gemacht und vergebens ist des Kokettierens mit dein . Antisemitismlls Mühe. Die Chriftlichsozialen lehnen dankend ab: „Schöne Maske, ich kenne dich!" Die Rot des Wiener Palästinaamtes. Nach ein.nn kürzlich veröffentlichten Bericht dieses Amtes über .seine bisherige Tätigkeit seit November 1918 ist dasselbe außerstande, den zahlreichen Ansovdernngen zn genügen, bei alle bisher in Wien imd Oesterreich ansgebrachten Mittel in keinem Verhältnis znden drinigendeir Ausgaben stehen. Mehrfache Versuche, in valutastarken Fremdländern Hilfe zn finden, hatten keinen nennenswerten Erfolg. Dieses Bekenntnis spricht eben für die Tatsache, daß das Interesse für die Bestrebungen des zionistischen Patästinaamtes keineswegs in dem Maße vorhanden ist, wie fälschlich ansgesprengt wird. Wien bet ressend muß gesagt werden, daß angesichts der schwierigen Lage, mit der die hiesigen Wohlfahrtsgnstalten kämpfen, für Auswandererbestrebungen nur sehr wenig übrig bleibt. Die gleiche Haltnntz nehmen auch die maßgebenden Kreise der Judenschast in Deutschland ein. Amerikanisch. Bon einem ergötzlichen wahrhaft yenlenhaften rassegeschäslichen Duell des Automobil- und Antisemitenhänprlings Henri) Ford mit dem Kinoindustriellen Fox wissen die amerikanischen Zeitungen zn berichten. Ford ließ durch seine willfährige Presse ans sprengen, der Filmfabrikant Fox arbeite im Interesse der Inden. Fox bedachte sich nicht lange und ließ in allen Unwnftaaten Unfälle kurbe.lir, die durch Ford-Entos veranlaßt wurden; Ford stellte, alsbald seine Angriffe ein, denn business is bnsiness oder das Geschäft geht vor der Gesinnung. $ie Berjudung der Genua-Konferenz. Zu diesem Gegenstan.de äußert sich der Berliner „Vorwärts": „Wir sehen, , es handelt, sich in Genua um eine Vergnügungsreise mit gemütlicher Unterhaltung, an der keitzuuehmen eine Bevorzugung bedeutet. Gleichzeitig beriihrt. die Anfrage aber das Problem der Gleichberechtigung aller Menschen, die doch setzt verloren zu gehen scheint. Es gibt naturgemäß mehr Dumme als Kluge in der Welt. Die Bevorzugung der Klugen oder irgendwo Hervorragendere ist einer der vielen Nachteile des parlamentarischen Systems. Das hätte bei der Auswahl der Delegationsmänner berücksichtigt werden müssen. Wie die Vorkriegs- und Kriegszeit beloeist, läßt sich Politik recht gut vorr Männern betreiben, die unter dem Durchschnitt begabt sind Selig sind, die geistig arm sind". Die Ausführungen des „Vorwärts" entsprechen scziemlich dem Standpunkte, den wir mit der Notiz „Allzujüdisches in Genua" in der vorigen Nummer unseres Blnttes eingenommen. Es soll hier noch bemerkt werden, daß Italien die Konferenz mit einer über das konfessionelle Verhältnis hinausgehent>en Anzahl indischer Vertreter beschickt; desgleichen Die ziemlich „judenarmen" skandinavischen Länder. Nur die Denffchen sträuben si>h gegen die Losung: „Freie Bahn deni Tüchtigsten". h r h e i t Die .Sprache der Ziffern. Genau wie im Uelsen Oesterreich haben die Antisemiten Deutschlands den Ostjuden zum bevorzugten Prügelknaben und geduldigen Stecken pserd erloren. Mit geradezu phantastischen Zahlen will inan der dentschvölkischen Einwohnerschaft das Graulen beibringen. Mir einer halben Nullion oder gar noch mehr solcher östlicher Schädlinge wird in der Parteipresse und in Versammlungen hermngeworsen. Da ist es nur eine lobenswerte Tat zu nennen, daß eine dom deutschen Reichstag vorgelegte Denkschrift hierüber verläßliche Daten bringt, nach welcher insgesamt höchstens 60.000 Ostsuden durch den Krieg nach Deutschland gekommen, dein Zwang der obersten Heeresleitung gehorchend, nicht dem eigenen Triebe. Mer selbst von diesem Kontingent dürfte die Hälfte in Landwirtschaft und Industrie tätig sein. Das ar-mselige Häuslein Ostsuden, das noch übrig bleibt, kann unmöglich die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in Stadt und Land beeinflußen. Demgegenüber wird sestgestellt, daß sich neben 500.000 Flüchtlingen ans den abgetretenen Gebieten 120.000 Elsaß-Lothringer noch etwa 20.000 Balten zurzeit im Reiche anfhalten. Borbehaltliches. Der amerikanische Senat hat die Palästina-Resolution angenommen. Die Regierung der Bereinigten Staaten befürwortet die Errichtung einer jüdischen Heimstätte, vorausgesetzt, daß die zivilen und religiösen Rechte der nichtjüdischen Gemeinden nicht beernträchtigt und die religiösen Bauten und Stätten ausreichend geschützt werden. — „Times" verlangen, daß der I e w i s h dl g e n c e Rechte ans Kosten der Zionistischen Exekutive eingeränmt wellden. — In einenr Ausruf an die Inden der Schweiz zur Steuerung für den Keren Hajessod wird versichert: Die Organisation des K. H. bürgt dafür, daß die Beitragenden eine K o n t r o l k e über die V e r lv e n d u n g d e r G e l d e v aus üben werden. Mehr bat die Opposition der Zionisten nie verlangt. Es wird abgewehrt! Der Minister des Innern richtet an die Ortsuind Landespolizeijbehövden nachstehende Verfügung: „In jüngerer Zeit mchren sich die. Fälle, in denen Flugblätter öffentlich vertrieben werden, die in Wort und Bild den Charakter antisemitischer Hetze tragen. Ein Vorgehen gegen diese Machenschaften ist nur ans der Grundlage des Gesetzes über die Presse vom 7. Mai 1891 möglich nntd kann, soweit die Polizei hiesür in Frage kommt, nicht aus § 10, II. 17 A.-L.-R., gestützt werden. Die polizeiliche Beschlagnahme von D r u ck s ch r i f t e n i st ohne richrerliche dl n o r ön u n g nur i n d e n F ä l l e n d e s23 desReich s preßgesetzes zulässig. Hienach kann die Beschlag nähme einer Druckschrfft nfw. auch dann geschehen, wenn ihr Inhalt den Tatbestand einer in § 130 Sl.-G.--B. mit Strafe bedrohten Handlung — öffentliche A nr e i z n n g verschiedener Kl as s ett der Bevölkernng zn Gewalttätigkeiten gegeneinander in einer d e n öffentlichen Frieden gefährdenden Wells e ^— 'begründet, sofern die dringende Gefahr besteht, daß bei Verzögerung der Beschlagnahme idie Anreizung ein Verbrechen oder Vergehen unmittelbar zur Folge haben werde. Es ist Pflicht der Polizei, bei Verbreitung derartiger Flugschriften nachKuprüsen, ob ihr Inhalt den Tatbestand einer . hienach strafbaren Handlung darstellt, und gegebenenfalls auch durch Beschlagnahme der Flugblätter eiaHnschreiten." um keine besonders lebhafte Genngtiumg über diese ministerielle Verfügung ansznlösen, bemerken wir, daß sie . vom — preußischen Minister des Innern erlaßen wurde.

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