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Die Wahrheit · 1922-04-28 · Heft 9 (28.4.1922) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 9 (28.4.1922)
Date
1922-04-28
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Dir W ahrheil Nr. S Vermischtes Synagogenverein Beth Israel. Die Generalversammlung dieses Vereines vollzog sich unter -der jetzt fast selbstverständlichen Ka-nvpffignalur. Schon Aöonate vorher wurde von Agitatvrei: bei den Mitgliedern agitiert, konspiriert und mit allen erdenklichen, ruoralisch mcht immer ganz einwairdfreien Mitteln gearbeitet, so das; am entscheidenden Tage die Gemüter bis zur Siedehitze erregt waren, eine Stimmung, die in den leidenschaftlich geführten Debatten und Ausfallen gegen einzelne Personen der Kaiidiidatenliste Ausdruck fand. So bedauerlich diese auch bei anderen Gelegenheiten beobachtete Erscheinung ist, so muß es andererseits «begrüßt werden, daß schließlich in dem genannten Synagogerrvevein die Vernunft über das Temperament den Sieg davontrug und jene Männer das Vertrauen der Wählerschaft fanden, von denen zu erwarten ist, daß sie die volle Eignung für die ihnen übertragenen Obliegenheiten besitzen. Und so wird es hoffentlich auch in der Folge und immer der Fcckl sein, wo man in erster Linie bei gemeinnützigen Angelegenheiten das Interesse «der guter: Sache wahren muß, alles Persönliche zurückstellet). Au Vereinsvorstehern mit ^dreijähriger Funktion wurden gewählt die Herren: Dr. Leo Landau, Emil Pomeranz, B. S t u r z, Friedrich W e ch s l e r, M. H e u b l u m, Max K a r p, Wilhelm Flieget, Moritz B u r i a n, Hermann M a r z, zu Bethausvarstehern mit dreijähriger Fuirktion die Herren: A. B a rs ch a k, N. G o il d b e r g, Heinrich G r u b e r, M. Scho ck, L. M. Schmidt, Zllois Gr über, zu Kassarevisoveu die Herren: S. Berger, Josef G r ü n b e r g e r, H. H i r s ch f e l d, zu Schiedsrichtern die Herren: I. L. Horn, A. Gesund, Joses S che er. Bei der Konstituierung des Vorstandes wurden die Herren Dr. Leo Landau zum Obmann, Emil Pomeranz zum Obmannstellvertreter, Moritz Binrian zum Schriftführer, Max Karp zum Schriftführerstellvertreter und B. Sturz zum Kassier gewählt. Personalnachrichten. Der Bnwdespräsident ha-t Herrn Direktor Gustav S t ö ß l e r den Titel eines Kommerzialrates taxfrei verliehen. Kommerzialrat Stößler, der währerrdi -dies Krieges Ersprießliches -auf dem GejbieK sAer Approvissioniemmg geleistet hat, ist Direktor der reg. Genossenschaft der Butterhändler Oesterreichs, Vevwailtungsrat «der „Dömol", Handelsveremigung A.-G., erster Vizepräsident des Eievhändler-Berbandes und mar bis zum 1. Jänner 1922, nemi Jahre hindurch, kommerzieller Leiter der Vereins-Molkerei Ges. m. b. H. Direktor Stößler, ein guter Jude, hat Jahrzehnte hindurch irr der Knltusgemeinde äls Vorstandsmitglied getoirkt. — Herr Direktor Joses Koller feierte vor kurzem sein dreißi«gjahri!ges KÄnstlerjuibiläum und wurden ihm aus diesem Anläße zahlreiche Gratulationen «dargebracht, denen mich wir uns aus das herzlichste anschließen. Barmizwahfeier. Saimstag, den 29. d. M., feiert Wilhelm S ch l a ch e t, Sohn des Herrn Heinrich Sch lachet, Chef der Lager-Metallgesellschast, und seiner Gattin Negine, um 148 Uhr in der Schissschul sein BarmiMv!ahs«ft. Bei der bekannten Wohltätigkeit des Vaters wird der Freudentag des Konfirmanden auch ein Freudentiaig für die Avmen sein. Silberne Hochzeiten. Herr Joses Brod feiert am 2. Mai mit seiner Gattin Aimia, ge?b. Deuts ch, Tochter des Herrn Emanuel Deutsch s. A., der durch sein langjähriges Wirken als Lehrer an «der Talmud Thora-Schule' in weiten Kreisen bekannt und beliebt war, das schöne Fest dev Silbernen Hochzeit. Herr Brod hat auf dem Gebiete der Wohltätigkeit Hervorragendes geleistet, besonders durch seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied des Vereines „Selbsthilfe". — Bor kurzem beging der Inhaber des Cafe „Neptun", 20. Bezirk, Gaußplatz 7, Herr Markus Go Idstein mit seiner Gattin Bertha, geb. W e i n b e r g e r, die Feier der .silbernen Hochzeit. Herr Goldstein verfügt nicht bloß über ein ungewöhnliches Maß Mischen Wissens, sondern, was noch weit höher zu werten sei, über ein wahrhaft jüdisches Herz. Er übt viel Gutes und Schönes mit einer lobenswerten Diskretion «und Vornehmheit. Es erscheint daher vollauf gerechtfertigt, wenn dem Jubelpaare so vielfache und herzliche Gratulationen dargebracht wurden. Todesfälle. Sonntag, den 2. April, wurde Frau Katharina K l i n g e r, aus dem 20. Bezirk, unter zahlreicher Beteiligung zu Grabe getragen. An ihrer Bahre trauern drei Söhne und vier Töchter, Schwiegersöhne, Schwiegertöchter -und Enkelkinder. Die Verblichene war früh verwitwet und hat durch ihre Energie die Kinder imt jüdischen Geiste zu braven und angesehenen Menschen erzogen. In der Zeremonienhalle (1. Tor) fungierte Herr Oberkantor -S ch neeweiß in ergreifender Weise, während Herr Rabbiner Dr. Armin Ab et e s der Entschlaifenen einen tiesidurchdachten, würdigen Nachruf hielt. Am offenen Grabe (sie wurde ihrem Gatten beigesetzt) rezitierte zweiter Kantor, Herr Roth, namens 'des Vorstandes des Brigjttenauer Tempelvereines mit seiner schönen Baritonstimme ein tiefempfundenes Elmole rachamim. — Das Andenken einer braven, wackeren, jüdischen Frau bleibe in Ehren. ^Dienstag, den 25. April, wurde ans «dom Zenbralfriedhof (3. Tor) Frau Laura Bloch, geborene Lachmanu, die Gattin des Herrn Dr. I. S. Bloch, vorn Trauerhause aus zu Grabe getragen. Die im 65. Lebensjahre nach langen, schweren Leiden Verstorbene, einer angesehenen Breslauer Familie entstammend, hat sich in den Gemeinden, in denen ihr Gatte als Rabbiner -wirkte, durch hochsinniges, gemeinnütziges Wirken Anerkennung und Dankbarkeit erworben, auch in der Leitung der ,,Oesterreichischen Wochenschrift" sich jahvelarrg mit Hingebung -betätigt. Der Floridsdorfer jüdische Frauenverein verlieh ihr in -Würdigung ihrer Verdienste «die Ehrenpräsidentschaft. An ihrer Bahre nahm Herr Rabbiner Dr. Max Grun-wald, ihr Schwiegersohn, im Namen der Angehörigen von ihr Abschied. Unter den Trauergästen waren erschienen der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Univ.-Pros. Dr. Pick, die Knltusvorsteher S. Dohan und I. Schwarz, die Bethausvorstände Direktor Julius Haber. Leopold Otto und Gustav Planer, als, Vertreter, der „Adaß Iisroel" Vorsteher Stern, die Gemeinderabbiner Dr. A b e l e s, Dr. Baue r, Dr. Feuchtwang, Dr. Funk und Dr. Kaminka, Prof. Dr. S. Krauß,. Schulrat Prof. Dr. H. Pollak, Lektor Dr. Rubin, erster Sekretär Dr. Emil Adler, Amtschef W. F r e i st a d t, Amtsleiter R. Krauß, Oberkantor Bauer und Löwit, das Präsidium der „Werblichen Fürsorge" Frau Direktor Regine Ullmann und Hermine Kadisch. das Präsidium des Fräuenvereines im 2. Bezirke die Damen Beran, Handel, Kaminka, Rübner, Schwarz, die, Präsidentin des Döblinger Fräuenvereines Frau Dr. Sidonie Kahn, die Präsidentin des Fräuenvereines 21. Bezirk Frau En:. G r ü n w a l d, die Präsidentin des Jnb-Frauenvereines Frau Hermine Gerber, Frau Fr. Bischofsberger vom Frauenverein „Adas Iisroel", vom Verein „Maskiil el dol" Herm. Weinberger und Frau Dr. Eug. Frank, Obmann . des.. Tempelbaukömitees Dr. Ed. T h a l e r, vom Sanierungskomitee Jul. Berger, B. Engel, PH. Haas, Redakteua Ludwig Hirschfeld, Carl Schnitzer, Schriftstellerin Clothilde Benedikt, Schriftsteller Ch. Bloch, «die Direktoren L i s s a u und Reiß, die Delegierten der Chewra Kadischä Adler und. Wechsle r, Inspektor Max Schwager, zahlreiche. Freunde der Familie n. v. a. Die kantorale Funktion versah in würdigster Weise Herr Kantor F unke mit Chor. Am 22. -d. Al. statb nach längeren: Leiden . Herr Albert Strauß, ehem. Inspektor «der Bundesbahnen. Der Verblichene erfreute sich wegen seines streng rechtlichen Wesens der allgemeinen Hochschätzung in kollegialen und weiteren Kreisen. Herr Albert Strauß war -das Vorbild eines musterhaften Gatten und Vaters. Er hinterließ zwei Söhne in hervorragenden sozialen Stellungen. Das Leichenbegängnis fand am 25. d. M. unter großer Teilnahme am Zentralfriedhöfe statt. Eine bescheidene Frau mit -bescheidenem Namen ist am 11. d. M. aus der Welt gegangen. Wer Frau Malvine E n-d, Gattin 'des Herrn Ignaz End, Gesellschafter der Firma M. Lawetzky, jemals näher gekommen, der war von ihrer vornehmsten und dennoch schlichten Art gefangen. Belm Leichenbegängnis war Herr Dr. 'Rudolf Wohlm-ut in Vertretung des Vereines „Leopoldstädter Kuidevschutz" erschienen und Melk der Verewigten einen warmen Nachruf, in dem er ihr für ihre hingebungsvolle, langjährige Tätigkeit auf dem Gebiete der Humanität dm: wohlverdienten Dank des Vereines aussprach. Austritte aus dem Judentum. Wilhelm Beigel, geb. 15. Oktober 1893, Wien, ledig, 3. Bez., Hetzgasse 33. — Lydia Rosa Berger, geb. Samek, geb. 22. Juni 1894, Wien Pf., gesch., 4. Bez.,. Gußhausstraße 21. — Elisabeth Brick, geb. 19. April 1903, Nürnberg, ledig, Private, 10. Bez., Hintere Südbahnstroßc 15. — Martha Bergmein, aeb 5. Oktober 1897, Pilvr ■

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