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Die Wahrheit · 1922-04-07 · Heft 8 (7.4.1922) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 8 (7.4.1922)
Date
1922-04-07
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 DirWa hrh etk Nr. 8 Straucher-Gruppe erklärt, daß Wahlmißbräuche erfolgt seien, um den Deutschen das Mandat zu retten, und hat gegen die Wahlvorgänge ihren formellen Protest angemeldÄ." Von Wahlmißbränchen und Protesten wird nun, da Dr. Strauch er (Hallelujah!) gewählt ist, sicherlich keine Rede sein. Wah lmißbräuche machen nur diOmit uns verbündeten Deutschen; von unserem Dr. Strauch er kann man wahrlich sagen: „ Dies Kind, kein Engel ist sv rein!" Noch merkwürdiger als dieses Verhalten der „Wr. Morgenzeitrurg" ist ein Mischeiberach, daß das Wiener Organ der Jüd-ischnationalen dem Chef der rumänischen Regierung Bratranu machte, als die Sache brenzlich zu werden begann, man von einer erdrückenden Majorität der Regievurrgspartei sprach, die Jüdischnationwlen ihre Wcch'lbeweribuug zurückzogen und die Wähler ausforderten, nur jene Listen zu wählen, von bereu Kandidaten man wußte, daß sie für die volle Gleichbere.chtigu.nlg der Juden eintreteu wurden. Da schrieb sie über ihn: „Seine Vergangenheit brachte ihm ein wenig Mißtrauen von seiten der Juden entgegen. (Ein wenig Mißtrauen ist sehr gut. D. R.) Mein sie gehört der Geschichte an. Ein Weltkrieg liegt dazwischen, die ganze Welt blutete aus tausend Wunden und >ein Mann wie B r a t i a n u mußte auch sein politisches Programm wechseln. Bratianu verkündete in einen: offiziellen Manifest, daß in der neuen Konstituante die Gleichberechtigung d e r I u d e n verbrieft werd e. Sie sollen in jeder Beziehung vollwertige Staatsbürger werden (So las man's auch im Berliner Vertrag, der die Bedeutung eines Fetzens Papier erlangte. D. R.) Der neue Ministerpräsident hat eine eiserne Hand. Er kann seinen Worten auch Taten folgen lassen. Das gegenwärtige Kabinett ist zur Lösung großer Ausgaben bernsen." An H-er eisernen, unter Umständen offenen Hand B ratianus zweifelt kein einsichtiger Politiker'und Kenner der rumänischen politischen Verlotterung. Der Urquell eines deutschen Sanges. Die „Arbeiter- Zeitung" schreibt in ihrer Ausgabe vom 30. v. M.: H eil Chri stian d i.r' Daß der deutsche Natioualhymuus „Heil dir im 'Siegerkranz" nach englischen Nöten gesungen wird, ist bekannt urrd seinen Sängern oft vorgch alten worden. Weniger bekannt ist, daß auch der Text aus dem Ausland ein,geführt worden ist. Ein Däne war es, der seine beschenkte tlntertanengesinnuug in gebundene Sprache zwang und im Jahre 1790 seinen König Christian anhimmelte: „Heil dir, dem liebenden — Herrscher-des Vaterlands! — Heil Christian dir! — Fühl' in den Thrones Glanz — Die hohe Wonne ganz, — Vater des Volks zu sein! — Heil Christian dir! — Nicht Ross' und Reisige — Sichern die steile Höh', — Wo Fürsten stehn .. ." Die Danen selbst hatten für dieses Untertanenlied offenbar keine Verwendung. Es blieb von ihnen unbeachtet, bis.ein deutscher „Doktor der Rechte" als rechter deutscher Doktor dem Schatz entdeckte und ihn seinen Landsleuten vorletzte. Seine ganze geistige Umbearboitung des Liedes beschränkte sich auf die Ersetzung des Namens „Christian" durch das Wort „König", in welcher Fassung es samt der „Wonnegans" als „das Lied aller Lieder" dem deutschnatwualeir Liederschatz einverleibt ' worden ist. Ist dieser internationale Beigeschmack des Siegsrkvanzliedes für die deutschen Nationalisten schon recht peinlich, so scheint ihnen auch das letzte Verhängnis nicht erspart zu sein: der dänische Dichter heißt Heinrich Harries, was mit einiger Bestimmtheit auf jüdische A lir a m-n! u n g schließen läßt. Hello! ii Von Nah und Fern gj Das Wirken des Joint in Ungarn. Bekanntlich hat das Joint DfftributionskomÄee in der Zeit von Juni 1920 bis Juli 1921 eine Aklion zur Linderung der Notlage der Inden in Ungarn eingesetzt. Nach dem offiziellen Bericht war die Tätigkeit dieses Komitees eine wahrhaft großartige. Die Gesamteinnahmen des nngarländischen Hilfsausschusses betrrrgen Li 112,726.283.80, von denen K 5,235.130.17 (4,06 Prozent) für administrative Spesen veransgalbt wurden. Berücksichtigen wir, daß von diesen administrativen Spesen nur etwas über dreH Millionen für Gehälter der Angestellten verwendet wurden, so ergibt sich vor «allem die anerkennenswerte Tatsache, daß 'der ungarlandische Hilfsausschuß mit Erfolg bestrebt war, die Berwaltungskosten aus das Mindestmaß zu reduzieren, um nur den Wohltätigkeitszwecken eine je größere >Summe zusühren zu können. Die übrigen Ausgaben verteilten sich folgendermaßen: dem Prosefsorenkörper des Rabbinerseminars I< 160.000.—, für rasche Hilfe K 2,493.277.—, ftiv Exifteuzgründungsdarlchen K 35,752.200.—, für Witwen K 2,501.902.64, für Jugendunterstützungen (Stndentenmensa, Rabbiseminar, Lchrerfemiuar, 'Unterstützung von Hochschülern und der jüdischen Kadimah) K 7,911.878.52, für Unterstützungen in Naturalien (Kohlen, Lebensmittel, Mazzothmehl, Kleidungsstücke) lv 22,766.046.44, für medizinische Unterstützungen und Prothesen K 7,399.708.91, Unterstützung verschiedener Institutionen (Künftlerschnle, Wvhltätigkeitsinftitutionen, technische Betriebe von Hochschülern, Kinder>gärten) K 4,023.652.45, für die Mittelstand stächen K 938.-847.06, für Schulküchen K 1,400.369.—, für die Palästinakommission K 227.034.05, pr die Provinzkreise K 7,575.551.77. Hiezu kommen^ rroch Mk. 300.000.— für die Beschaffung eines Itadio-Silex-Röntgenapparates und eines Transverter Lilienseld-Röntgenapparates sür die Spitäler der Pefter isr. Religionsgemernde und des isr. -orthodoxen Spitales. Während der Däner dev Liquidierung iwurden rroch weitere K 300.000.— für Wvhltätigker-tszwecke verausgabt. Einweihung einer Gedenktafel. Am.6. Mürz d. I. hat im Ottakringer Teinpel eine Felder stattgefunden, die in allen,.welche derselben beiwohnten, einen tiefen, nie errtschwiirdenden Eindruck hervorbrachte. Noch während des Krieges hat die „Chewra Kadischa" im 16. und 17. Bezirk anläßlich der um 7. War eines jeden Jahres veranstalteten Trauerandacht für die letztverstorbenen Mitglieder dieses Vereines rn pietätvoller Weise auch die gefallenen jüdischer Kämpfer in diesem Bezirke in diese -Feier mit einbezogen. Nach Beendigung des Krieges wurde der Wunsch laut, die Namen Mer Opfer des Krieges 'auf.einer Gedenktafel zu verewigen. Den eifrigsten Verfechter fand dieser Gedanke in dem KnltnsMrsteher und Präses der „Chewra Kadischa", Herrn Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch. Doch die hohen Herstellungskosten, («etwa 250.000 Kronen) erregten Bedenken. Wer mit zäher Beharrlichkeit setzte sich Herr Dr. Deutsch für das Projekt ein, und als «drei Herren aus dem Vorstände (es sind dies die Herren Sanruel Neumann, Gottlieb Drab und Hermann Rattin) sich erbötig machten, die ganze Summe im Wege einer. Sammlnrrg aufzubringen, war jeder Widerstand gebrochen und es konnte an di>e Ansführrrng des Projekts geschritten - werden.-Am 6. März, also am Vorabende dos 7. Adar fand ----- 'x~y- - . r

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