Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 8 (7.4.1922)
- Date
- 1922-04-07
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Heile \ö 8 Die Wahrheti „Hm zum Christentum!" hermtsgeschälk. Also klipp und klar, der „Zionssreund" ist ein ganz gewöhnlicher Seelen - fäuger, Eigentlich nicht so ganz gewöhnlich, >denn seine -Bor- und Mitläufer tvagteu es bisher nicht, mit einer jüdischen Ausmachung ihr Geschäft zn 'betreiben und dadurch das jüdische Berbvauen eher abznftvßeu -als zu gewinnen. Herausgeber und Macher dieser aufreizenden Werbeschrift ist ein Herr, Pastor Arnold Frank in Hamburg, der es uugleich besser, als das ewige .Heil der Juden zu sichern, versteht, zeitliche Vorteile zu gewinnen, denn er hat sich einen chnserntenteiil beigebogeu, der vorwiegend Aupreisungen von Kurpsllschern enthält, darunter auch eines ^lmtsbrndero des hochwnrdigeu Herrn. Gott schütze uns vor urtsereu ^ionssreunden, vor unseren ehrlichen, o s s e n e n Minden werden wir aus stets selbst zu schützen wissen. Ein Fragender» Die Prager „Selbftwehr" vom 17. v. M. brachte einen NewDorker Brief Louis Lipskis, der die. Latch e it der A-uchziv nisten geißelt t sollte. Als Auchzionisten tvertet man jene, die schlecht uni) recht uicht-ö als ihre Pflicht tun, die sich im Rahmen der Schekel- und Maaserleistnng hält. Ans einem angeblichen Gespräch Lipskis mit dem imaginären. „Freund ■£", der ins Gedränge getrieben werden soll, bringt der Briesschreiber einige Apostrophen, die hierübernommen werden: Sehen Sie sich um und lagen Sie mir, wie Sie erwarten können, daß der Zionismus Erfolg l)aben soll, wenn nichts so ist, wie es sein müßte. Warum hat man beim' Bankett von Sokolow keine Sammlung gemacht? Was hat es für einen Zweck, daß eine. Delegation in: ganzen Lande herumkutschiert? Ist NewAvrk nicht groß genug? Warum spricht Sokolow englisch, wenn alle Leute wollen, daß er jüdisch sprechen soll? Wie können Sie mir die Geschichte von Jaborinski und Petljura erklären? Die Organisation verhält sich passiv angesichts eines der -größten Verbrechen in der jüdischen Geschichte. Wo ist der Hatoren? Wo sind die Ban leb nt tut? Glauben Sie, Sie werden die sechs Millionen Dollar ohne den breiten Mittelstand bekommen? Und dann, was macht m a n m itde n M i l l i. d 11 e n, d i e man b e k o m m t? Ich höre nichts von großer Kolonisation. Ich sehe die Häuser nicht, die gebaut werben, ich weiß nicht, was für die Chaluzim geschieht. N n d tv a s ,: st in i t dem Frieden? Wird'niemals F r i e d e n i in Z i oui^mus sein? Lipski ist ehrlich genug zu erklären, daß er aus diese bedeutungsvollen Fragen statt jeder besonderen Antwort mit u-eitten Borwürsen reagierte. Für uns aber ist es recht interessant zu erfahren, daß nicht nur die bösen „Assinrilnnten", sondern auch gute Zionisten Fragen Men, wie sie seit Jahr und Tag die nichtjüdischnationalen Kreise beschästitzen und für den reinen Zionisnms von außerordentlicher Bedeutung siud. Herr Lipski spottete seiner selbst und wußte nicht tvie. . Oejjentliches Aergernis. Aus Leserkreisen wird uns geschrieberu Indent ich mich einer vor Monaten in Ihrer Zeitschrift gestandenen Notiz über die skandalöse Behaudliui>g des Kaschrus bei jüdischen Lobensmittelhändlern erinnere, will ich bemerken, daß die Zustände trotz des Appells an das Wiener Rabbinat, Mhilse zu schassen, sich nicht gebessert, foitbatat geradezu skandalöse Arrsdehnnng genommen haben. Mußte es schon in früherer Zeit Entrüstung 'erregen, wenn in beit Schaufenstern der Koscherselchereien neben den keineswegs über jeden Zweifel erhabenen „Rädern" und „Frankfurtern" auch das in amerikanischen Fabriken erzeugte Eorued Bees sagen, io muß es jedem rituell gearreteu Fuden outre.izeltbes Aergernis geben, tvie es bet veut Verschleiß der Mazzvt seyt hergeht. Untere religiöstu Vovfchristen gebieten bekanntlich, daß vor Beginn der Pessachlage eilte sorgfältige Steinigung des Hanfes oon jeder?lrt Choutez durchgesührt wende. Und nun erblicken wir in den Verkanssladen vieler Geschäftsleute Mazzot und Aukerbrot in traulicher Nachbarschaft, die Bicizzvtpvtete oft genug für Eiuzelverkauf, an Liebhaber, die sich ans der christlichen Kundschaft rekrutiercu. Sie seit jeher eilt Faible für „jüdische Osterflecke" hatte. Unter solchen Umftäudett wäre es doch am besten, ihr den ganzen Mazzvtbestand zn überlassen, denn für jeden nur halbwegs gcsetzesrreueu Juden müssen derartige „ungesäuerte Brote" eine schnöde Verhöhnung sein. Wird das Wiener Rav binar rtiemals au solchem öffentlichen ^lergeruis anstoßett und die unvermeidliche Asserung verhängen? R. Osvesnt eon5ut68! In Blättortt des Auslandes tzAbdruck im „Fewish Exponent" vom l7. März d. F.) tvi-vd dir folgende' sensationelle Nachricht verbreitet: „Die Wiener Geutetude tut Status des Ztisatumenbruches. Die W teuer jüdische Geutetude befindet sich infolge der toirlichastlichen Krisis, vor der sie steht, in einem chaotischen Zripaud. Die verschiedenen Elemente der Gemeinde, w i e d. i e ''A >i t i - N a 11 o u a [ t ft e it n n d die Ort h od o x e lt, Denken au die Gründnitg vott Separarorgauisattonen. Die >Ael-igivttskehrer drohen der Gemeinde mir Streik unv. ujw." Höffentlich gelingt es den berufenen klettern der Gemeinde, gegen diese Rebellen, „d ie Ant i- 4t a 11 o u a l i st e u und Orthodoxe n", das Palladinm der einen und unteilbaren KulkusgemeinDe ztt schirmen. Da die Wortführer der „Ordnungsparkei" die Hcruptaustifter dieser Sezessionsge lüfte bereits nvir Nameit zu ' bezeichnott wissen, sollte mit energischen Gegenmaßregeln nicht länger hinterm Berge halten. Die lomrnende Wahlagitation dürste für die Brandtnartnng dieser Störenfriede die willkommene Gelegenheit bieten. Auch die öffentliche Verurteilung des Lvhnlautpses der Religionslehrer und soustigen Genieindeartgeftellten sollte nicht länger ausgeschoben werden. Sie ist populär und darum für die Wahlen auch uicht zu verachten. Oavennr eousule«! Bor Tisch, las man es anders. Die Jüoischuationalen verdienen ein herzliches Maseltow. Bei den Kammertvahlen m 9rumänien ist ihr Kandidat in Czernowitz mit, sage und schreibe, 7 Stimmen bei der Ueberprüsung der Wahlergebnisse vor dem Deutschnationalen Kipper ge wählt und dessen Wahl annulliert worden. Die Wut der Deutschnatioiualen wird natürlich riesig sein, sind sie doch von denen übervorteilt wordett, mit denen sie während des Wcchlganges treulich paktiert haben. Die „Wr. Morgenzeitung" verkündet die lleberprüfnng des Wahlergebnisses und die daraus f-olgieude Wahl ihres Kandidaten in chrer Ausgabe vom 12. v. M. mit fetten Lettern. Am 11. war sie etwas bescheidener. Da wußte sie, wohl unter Fragezeichen, zu melden, daß sowohl Dr. S t r a u ch e r, als, damit auch die anderen zerspringen, sein Gegner, Mayer Ebne r, unterlegen siud. Schuld darau ist uatürlich die „Uneinigkeit im jüdischen Lager"; wer an dieser schuld trägt, sagt die „Wr. Morgonzeiturtg" tticht, wir wissen aber aus den vorhergegangenen Verhanbl>rtngekt wegen Einigung der beiden Gegner, daß an den übertriebenen Fordevungen der Jüdischnationalert alles scheiterte. Außerdem berichtete sie am 11. v. M.: „Die