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Die Wahrheit · 1922-04-07 · Heft 8 (7.4.1922) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 8 (7.4.1922)
Date
1922-04-07
Page
– (sequence 12)
Language
German
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vielte 12 D t e U a h r h r - 'r Nr. 8 Almo senge,ben. schafft Bettler, bloße kirchliche Bestrobuttgen Heuchler, es muß eckvas geschehen, was weder volrgiöst Missionen noch Wohltätigkeitsveretn-e bisher vollbracht halben, und das ist mir möglich, wenn die Gebildeten nicht . GM, svipsern ihr Wissen, ihre Kultur, ihre Zeit, mit einem Wort sich selbst der Hebung der Arbeiterklasse hingeben." So entstand 1883, zunächst int Ostende, der mit einem Kosten aufm attd vott 30.000 Sterling hergestellte Pevples Palace, ein herrliches Heini für Bolksunterhaltung und Bolksbibdung, und im folgenden Jahre die erste Toynbee- Halle. Während das erstere eine Volkshochschule zn nennet! ist, sollte in den Toynbeehalls oder Settlements der Gedanke lebendige Gestaltung gewinnen, daß die Gebildeten hier zusammen koutmen sollten mit den Armen, den ^Arbeitenden, unr sie persönlich kennen zu lernen, ihrem Privatleben freulldschastliche Teilnahme zu schenken, ihnen nach des Tages Arbeit eine anständige, anregende Erholung zu vsrschafsen, sie über alle (Gebiete des menschlichen Wissens in verständiger Form zu belehren, Ar tue und Reiche znsammenznführen, um in friMichett Anstansch der Meinungen den sozialen Gegensätzen ihre Schärfe zn nehmen und die verschiedenen Bevölkerungsklassen einander näher A» brirrgen. . - London besaß vor dem Kriege bereits 40 solcher . „Setlements", wie did Verhältnisse diesbezüglich heute liegen, wißen wir nicht, da uns keine Berichte darüber vorliegen, wir beschränken tms daher im folgenden apf dst! Schilderung der Zustande in der Vorkriegszeit. An jedent; Abend wurden Vorträge chter musikalische Darbietungen in ausgezeichneter Weise geboten, aus. allen Gebieten des menschlichen Wissens wurde M populärer, verständlicher Farm Belehrung erteilt, in freuttdscha-ftlicher Weise den! Hausfrauen Kenntnis in Hygiene, sowie Haushaltung und Kinderpflege 'beigebracht. Die jungen Arbeiter und - Arbeiterinnen wurden auf die Gefahren des Großfta'dtlebens aufmerksam gemacht und dafür gewomten, die freie Zeit den anftändigen und belehrenden Genüssen in den Settlements zu widmen. Jedes Settlement fachte neben der allgemeinen erzieherischen Tätigkeit noch itn besonderen Bedürfnisse der ärmeren vider arbeitenden Bevölkeirrmg zu finden. Das Unterrichts- und Arbeitsprogramm einzelner Settlements war geradezu hervorragend; in einigen wurde unentgeltlich Rechtsrat erteilt, in anderen Arbeit vermittelt, das eine hielt eine für verkrüppelte, invalide Kinder bestimmte Schule, ein Settlement gründete ein Arbeitsheim, Oxfordhoust förderte den Sport, ein anderes hat ein Restaurant für Fabriksntädchen und eine K-rippe errichtet usw. Auf dem Kontitrent hat im Dezernber 1900 Professor Dr. Kellner in Wien eine jüdische Toynbee-Halle g-?- gründet, dann hat im Juli 1901 Senator Dr. Frajn in Hamburg, ein „Volksheim" ins Leben geru-feiu, der Initiative des Herrn Gustav Tuch war es zu verdanken, daß int Oktober, desselben Jahres gleich falls itt Hamburg ein „Israelitisches Gestllschaftsheim" nebst Lesehalle eröffnet werden konnte und im Jahre 1902 wurde in Beülih eine Toynbee-Halle gegrüttdet. O. H. U« Wahrheiten vom Tage WZ Wie der Herr, so der Knecht. Zn Ungarn stevt die Bauet nschaft mehr als itt jeden», attderen Lartde unter dem Einflüsse des Klerus. War dieser mir einigen wenigen Ausnahmen antisemitisch, so schrie auch der Bauer „Hepp, Heppl", ist der Herr Psarrer incht tnehr Zndenfetttd, rvarum soll es dann der. Bau er fein? In beit tihuii'tctt Tagen uDttrbe eltvas sehr Bemeviettstvertes aus Ungarn gemeldet. Bischof Prohaska, der berüchttgte Kanzeiredner, der feine antisemitischen Fühler aus Agitatwnsreisen bis .nach München aus streckte, hat den Antrag uns Wahl in die Nationalversammlung -abgelehnt und will sich von der Politik zurückziehen. Er begründete seine Ablehnung damit, daß es mit seiner Würde als Geistlicher nn'vereinbarlich sei, Politik ztt treiben. Spät kommt dem Herrn die Einsicht, doch wir sind schließlich froh, daß sieihnt überhaupt kommt, wir hatten schon, die Hoffnung aufgegeben. Und hinter Sr. Eminenz will auch der Bauer nicht znrücl- . stehen, tvas der Geistliche tut, ist ihnt maßgebend. Und so wird uns folgende Meldung nicht verwundernt Ätts dem Dorfe Keezel in Ungarnwird berichtet, daß das Militärkommando von den. christlichsoziaten Bauern ^verlangt habe, sie sollen ihre Kinder ans den borkigen Indischen Schulen herausnehmen. Die Bauern aber halten die Erziehung! in den dortigen Schulen - für gut und weigern sich, dent Wunsche der. Militärbchörden zu folgen. Der Zionismus im 19. Bezirk. Aus.unsere Notiz über die Gründungeiner zionistischen Frauenorganisation. in Favoriten und die daran geknüpfte Kritik des Unternehmens als solches, sowie der geleisteten Iledettbunge.it schwingt sich die , Wiener Morgenzeituntz" zu einer vornehm sein sollenden Abfertigung empor. Das Vornchmseinsollende hat man in der verblümten Älbwehr zn erblicken, daß nu st re Argumente pans-chaliter als Die vorliegende Rnmmer iß SV Sette« Sie »Lchße Rommee erscheiul Infolae der Feiertage am 27. April. Mifchuationale" bezeichnet werden. Offenbar halten sich die Herren in der - Taborstraße für zu gut, um die Quelle zu -nennen, ans der sie schöpften. Wenrt sie schon die Spitzmarke „Zweierlei Niveau" ihrer Notiz voranstellew, so greifen wir dies gerne auf und überlassen dent Publikum die Ent-, scheidung, welches Niveau ihm höher dünkt: Das eines dem Gegner.mil offenem Visier entgegentretenden Walles oder eines Parteiorganes, das feine Angriffe Hintherum macht. Seelenfängerer. Da ist uns ein grünes Heftchen ins Haus geschneit. Es ist die MärznumMer des seit 24 Jahren rn Hamburg Zeitschrift erscheinendett „Zionsfreunid". Auf der ersten Umfchlagseite erblickt man als Bildschmuck Eniblemch die wirkliches Judentum künden sollen. Oben den siebenarmigeu Leuchter, in der Mitte im Mögen Ddvid mit hebräischen Lettern das Wort „Jeruscholafim" u-nb ztt unterst eine offene Thorarolle, die zur. Jnhaltsantzeige dient. Sie fei hier wiedergegeben: „Nazareth. Blicke itt eine jüdische Seck. Die religiöse Sehnsucht moderner jüdischer Jugettd. Eine seltsame Geschichte über Josefs Gebeine. Wasf ag t u n s Christi K r e n z?" Obwohl uns die letzte Titelantzabe über dett Zweck dieses Heftes jeden Zweifel löste, waren wir doch neugierig, ztt erfahren,- wie sich im Kopf des Zionssreundes die Sehnsucht der modernen jüdischen Jttgeüd spiegelt und 'erfuhren, daß voriges Jahr eine Vevsammlutig von etwa , 200 Leitern jüdischer Jugendveveine in Kassel -tagte und das Thema „Wie ist der jüngeren jüdischen Generation ein innerem Halt zu geben?" zur Diskussion kam. Ans einer Reihe offenbar ftn‘gi*ertcr Rckddn wird schließlich des Pudels Kern:

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