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Die Wahrheit · 1922-04-07 · Heft 8 (7.4.1922) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 8 (7.4.1922)
Date
1922-04-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Vi’i. 8 Ausichc richtig ist, do.ß di? Verschieierung ihre Ursache in der Bespre-chlurg -oer Frage Der Oppo-sil-ion mvd der oou dieser erhoib-enen -Vorwüvfe hatte, daß ccho Die vbigp Darstellltit-g nichts weiter a-ls eine abermatige -mißglückte Verteiöignuig ist. Denn Die Vorwürfe der Opposition gehen dein A.-C. Doch nahe, den letzten Punikt Der Tagung des zionfftiischen Mtivuskoinitees bildete nämlich die Beratung einer Erspaollngsko-mulissiotl uilD lourde dtesbezüglich 'beschlossen: . - - ' . . . ' Irr Uebereilllstim-mun-g mit dorn Vorschläge der Exekutive wählt Das Mtivns-Komitee eine KommWon, unrsti-u sämtlichen Aenrlern der Zionistischerr ODga-nisation in P-a'läst-iM und imi Galuch schzustellen, ob und m welcher Stelle .Evsparrnste möglich sind. Die Kommission soll der nächsten Sitzung des Mtions-Komitees Bericht erstatten. Es scheint also doch die Erkenn inis zu därrrmern, Daß es mit der ischralikenlosen uukoutvollierten Verwendung der reichem Fonds nicht so weiter gehen könne. Auf den Bericht der Erspavrmigskom'misswn davf inan sehr gespannt Jein; hauptsächlich daraus, oib sie den Hebel an richtiger Ltette ansetzen wird. Aus der Geschichte einiger israel. Wohlfahrtsanstalten Wiens. Von Dr. Max Gruuwald. (Fortsetzung.) Der Bmr hatte drei hochherzigen Männern GÄ«genhe-vt zn rühmlicher Betätigung geboten. Vor allem war Dies Salomo n Herz, ein Verwandter des Hauses A nt st e i n, der aus Hamburg nach Wien übersiedelt war und später geadelt wurde. Er streckte den größten Teil der Baukosten vor und verzichtete auf Die Zinsen, reduzierte Mtch später .beu Rest der Schuld. Er war der Bruder jenes Herz, der während des Wiener Kongresses eine bedeutende finanzpolitische Rolle gespielt hat. Er war der Bankier MMernichs, und als Lord Wellington Wien besuchte, wurde er sogleich durch Metternich bei Herz eingeführt. Schon tags' darauf waren beide bei Herz zu Titsch geladen, was damals großes' Aufsehen erregte. Metternich hatte dem Kaiser als Grund angegeben, daß es so englische Sitte sei, daß der Minister bei seinem Bankier speise. Es erregte aber das Mißfallen der Polizei, deren Präsident damals m Wien ähnlich allmächtig war, wie zn Zeiterr der Jesuitengeueral irr der katholischen Kirche. Im jüdischen Bethaus irr Wien enthielt -das Gebet für beit Landesvater auch einen Segen für den Polizeidrrektor. Der zrveite Wohltäte-r des' Spitales war Arvrr Le i d e s d o r fer, dessen Bruder sich als Armeelieferant horvorgedan und mit denr AdelspoäMat von Neuwall vorn Kaiser ailsgezeichnet wurde. Ein Name, der aus der Biographie Grillparzers -bekannt ist, da der Dichter bei den Neuwalls irr Paris die gastfreieste Aufnahme gefunden hat. Jener Aron Leidesdorfer, wie fein Bruder mit dein genannten Salomon Herz oevschwägerr, bekleidete viele Jahre hindurch unentgeltlich die Stelle eines Spitalsdirekdors. Ihm ist die alte Spitals orDuuug zu verdanken. -Die Behörde widmete feiner Tätigkeit widderholt öffentliche Anerkennung^ mit einer Wärme, die man, zumal damals, fn amtlichen Berichten über Juden selten antrifft. Er erinnert, abgesehen von seiner bedeutenden jüdischen Gelehrsamkeit, an edle Charaktere vorr jener Weichheit des Gemütes und Herzensgüte, wie sie unsere Gemeinde später wiederholt Ml ihrer Spitze sah. Der dritte Vertreter der Judenschaft, der damals die Verhandlungen mit der Behörde führte, war David W e r t h e i m, ans jener Leite 3 velar.anu Familie Wertheinver, die sich als einzige ans den Anfätllgen mtferer Gemeinde bis heut erhalten hat. David Werkheim, ein Enkel des bekannten Simson Werthoinler, stand mät beiden Füßen im alten Judentum, war aber dtnchans modern gebildet. Er gründete, ein Jüngling non 2-1 Jahren, im Fahre 1763 die Wiener Ehewra Kadischa*), den ältesten Wiener jüdischen Verein, feine Frau den Franenwohltäti-gkeitsoerein. Der Gatte seiner Eickelin erbaute das Blindeninstitut auf der Hohen Warte, Baron Jonas Köuigswarter, der übrigens gleichfalls von Simson Wemheintest abstamnlte. Dessen Tochter Frort Hofrat voll Pfeifer svtoie feilte Schwiegertochter Charlotte von Königswarter, die wir noch das Glück haben, in unserer Mitte lvirken zn schell, zählten zu den eifrigsten Förderinnen des W a i j e n Vereines. Der Letzte der Familie, der i tl der Gemeinde,-tv i e nach außen ein.e führende Rolle inuehntte, lvar Leopold von Werthemtnein, der erste Präses -dar. Kultnsgerneiude, nachdem diese sich im Jahre 1852 konstituiert hatte. Seine Frau Foseftne und st irre Tochter Franzi bilderen den Mittelpunkt dech geistigen Wien in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhilnderts.- Der Kommune Wien fiel als Vermächtnis ihr herrlicher Park, der Wertheinlslem-Park," zu. Mit Absicht führe ich die Tatsache all, daß llllr diese eine Familie sich uachrveisbar von aller» Brgrlttt'dern llnferer Gemeinde fortgesetzt in Wien, erhalten hat. Der Aufenthalt in Wien lvar, wie gesagt, den Juden nur auf Widerruf gestattet itub in die Toleranz '.licht einmal die Kinder miteinbegriffen. Das allsgesprochene Streben der.Regilsrendeu, selbst Josefs 11., ging echt pharaoniisch Dahin, die Zahl der Juden möglichst eiuzuschränken. Nachdem sie 1820 auf 135 tolerierte gestiegen war, sinkt sie 1830 auf Ml, um sich am Ende des Vormärz, 1847, aus 107 zu erheben. Ganz anders in Berlin, wo sich einige der 1671 vom großen Kurfürsten aufgeuommeueu, aus Wien 1670 vertrieben'err Wiener Familien bis auf die Gegenwart erhalten haben, wo 1696 eilte Synagoge öffentlich anerkannt und 1714 in Gegen man des Königs und des Hofes eine neue eillgeweiht wurde. 100 Jahre später haben die Vertreter der Wiener. Juden noch vergebens um die Erlaubnis gekämpft, ein Haus für Bibelschule und Betraum zu erwerben, und nur durch eine Lift des damaligen Vertreters Biedermann wurde diese Erlaubnis erwirkt. Sie war unentbehrlich, weil die Juden keinen Grundbesitz, erwerben ilud aus den gemieteten Lokalen jederzeit hinausaesetzt werden konnten. Im September 1822 lvar ein Vethaos int Dempfingerhos, der jetzigen Seitenstettengaste, feierlich eröffnet worden. Biedermann ließ nun einen Dippelbaum öurchfngen, darallshili wurde von der Polizei das Gebäude für baufällig erklärt und so endlich der Neubau, der jetzige Tempel hi der Seitenstettengaste, ermöglicht, der im April 1826 eingewacht wurde. Aber auch der mußte versteckt bleiben und durfte nicht mit der Front auf die Straße zu gebaut werden, man war ja nur toleriert, nicht öffentlich allerkan-nt. Dies durste erst der Tempel in der Leopoldstaidt *) Die (i h e üD r a ft1 a b i f ctj a ist Laut den aus dem Jahre 1859 bis 1916 vorliegenden gedruckten Berichten in diesem Zeitraum von einen Mitiglleberstand von 105 auf etwa das Dreifache angewachsen. Ihr Budget hat sich von etwa 1300 fl. im Jahre 1860 auf zirka 21.000 im Jahre 1870, von da auf zirka 30.000 im Jahre 1394, in dem nächsten Jahrzehnt auf zirka 92.000 Kronen erhöht. Gegenwärtig durften die Einnahmen das Hundertfache übersteigen. Der Berein erhält ein sehr verdienstlich wirkendes Erholungsheim in Baden bei Wien. Die Chewra fällt, wie die Arme n a n st a l t, die kürzlich ihr Centennarium feierte, und andere Wohlfahrtsvereine, aus dem Rahmen des Vortrages, der sich nur mit in Wien bestehenden notleidenden I rt st i t u t e n besastle. Die Wahrhe^

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