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Die Wahrheit · 1922-02-23 · Heft 5 (23.2.1922) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 5 (23.2.1922)
Date
1922-02-23
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr. 6 D i c W - h rh r iß lauft, eine Anleihe von 35.000 Psmrd bervilligt. In Eunopa sa-nunelt der Jüdische Nativnalsonds für das jüdische Volk und in Palästina werden Kredite für P r i vatl-eute getoährt! Schließlich fei noch die französische OpposiOonspartei unter Dr. M «a r m o r e f erwähnt, der ebenfalls einen Zusammenschluß der Mntschaftszionisten fordert. Angesichts all diese? oppositionellen Stivmnen ist die Haltung der „Politiker", resp. ihres Organes, der „Morgenzeitung", von Interesse. Sie laßt von ihrem NaOoNaRsmus nicht locker und schreibt in ihrer Ausgabe vom 19. d. M.: In Fragen, Äie an das Um und Auf des Zionismus rühren und nicht mehr als „Revisionismus" anMsprechen sind (gemeint ist der Nationalismus, D. Red.), kann «es für den nationalen Zionismus keine Verständigung geben — aber sie kann kommen, wenn man sie auf dem Gebiete sucht, auf welches die Gegengruppe ihre Anstrengungen konzentrieren will. Wne merkwürdige Auffassung! Man bekämpft von vornherein Äie Hauptforderung «der Wirtschaftszionisten, die Ablehnung des nationalen CH'arMers der Bewegung, und glaubt trotzdem au VerständiMng! Vierzig Jahre Judengotteshienst. Am korumeuDen „S ch e cke l-Sa b b at h", dem ersten der vier ausgezeichneter! S a b b a t >h e, sirrld es 40 Jahre, .daß in allen Wiener «Bezirken der I u g e n d g o t t -e s d i le n ft für Knaben u n d M ä d ch e n eingesührt würde. Es bestand wohl im Stadttempel schorr feit dem Winter 1870 ein Miftelschukl-Mincha^Gvttesdienst, bei dem 'der geniale Salomon Sülzer die erste kontorale Funktion versah und die großen Redner Dr. Jellinek und Dr. Güdemann alternierend die Jugend belehrten über.das Gros der Schüler in den anderen. Bezirken und namentlich die Mädchen wußten nichts von einer öffentlichen Andacht. Da öffneten sich wenige Wochen nach dem verheerenden RingchöaterbraNd, nach welchem es viele verwaiste Kinder auch in der Wiener jüdischen Gemeiitde gab, auch unsere größeren Synagogen in allen Bezirken und von allen Seiten, strömte nnlsere Jugend — ungezwungen — zur allsgibbathlichen Jugend and acht herbei. Auch Kinder aus LouseLvativen FamMen nahmen gern 'Um Gottsdieuste teil und bildete die allwöchentliche Exporte einen wesentlichen Gesprächsstoff in -den jüdischen Familien. Des-damaligen Vertreters der Wiener israelitischen GeMeiiinde, Emanuel B a nmg a r t e n s, des nachmaligen Obmanns der Uuterrichtsseiktion, und seines Freundes Dr. Leopold K o m p e r t s, dessen 100. Geburtstag in diesem Sommer begangen werden wird, des Präsidenten kaifevl. Rates Armrnio Cohn, Dr. Maximilian Stei n e rs und der übrigen um diese schöne Institution.'besonders verdienten Männer, zu denen zuletzt noch der verewigte Landesschulrat Dr. Markus Spitzer bis zu seinem viel zu frühen Hinscheiden gehörte, muffen wir dankbar heute gedenken. Schade, daß in den letzten Jahren Äer Nachkriegszeit wegen der unbeheizten Tempelräume der Jugendgottesdienst in der -großen Wiener Gemeinde, von wo aus er Eingang in alle 'Großgemeinden Europas fand, sich dermalen nur -auf die wenigen Sommer- Wochen beschränkt. Hoffen wir jedoch -auch hierin aus eine B-efferuug und ein WWerauMühen dieser schönen Institution, für die das Allerbeste nur gut genug ist; es gilt ja unserem kostbarsten Besitztum, unserer Jugend, der Zukunft unserer großen Gemeinde. . Moritz Äntscherl. Israelitischer Tempeloerem für die Bezirke Wieden- Margareten. Die 47 ordentliche - Generalverhammlung dieses Vereines findet Sonntag, den 26. d. M., um halb 16 Uhr vormittags, im Tempelgebäude, Y., Siebenbrunnengaffe 1 a, statt Vermischtes dL. Predigt. Freitag, den 24. d. M., findet im Großen Leopoldstädter Tempel, 2. Bez., Tempelgaffe 3, ein Gottesdienst Mit Predigt Sr. Ehrwürideu Herrn Rabbiner Doktor Max Grunwald statt. Die kantorale Funktion wird von Oberkantor M aty a s vollzogen. Hermann Löwy, der langjährige Kassier des Vereines „Nächstenliebe", feierte dieser Tage seinen 70. GeiburMag. . Seine VorstandskoM-egen nahmen den Jubeltag zum Anlaß, diesem aus dem GMcke der Humanität überaus verdienstvoll wirkenden Mann durch Ueberreichung eines Ehrendiploms den Dank des «Vereines abzüstaften. Trauung. Sonntag, den 5. d. M., fand im Stadttempel die Trauung dies Herrn Josef Feg er, Sohn des Herrn Markus Feg er, mit Fräulein Felicitas Hirsch, Tochter des in weilen Kreisen «bestens bekannten Herrn Friedrich H i r s ch, statt. Im Tempel fand sich sin zahlreiches Hochzeitspnblikum - ein,, das für die Wertschätz-nng des Brautpaares und deffen Familie «bersdtes Zeugnis gab.. - Herr Rabbiner Dr. Max G r u n w a l d hielt an das Brautpaar eine, herzliche Traurede. Herr Oberkantor Kaufmann trug unter Orgel-, Cello- und Chorbeglditung die Hochzeitsgesänge in bekannter meisterhafter Weise vor. Goldene Hochzeit. Bor 'folgern führte sich zum süusziigstenmail der Dag, an dem das «Ehepaar Julius und Klara Roth, geb. Hüll es vor den Traualtar getreten sind, um ein Bündnis für das ganze Leben zu schbießen. Aus diesem Anlaß fand nun «am Samstag, den 18. Febvitar, wahrend des Gottesdienstes im Deimpel des 20. Bezirkes in der Kluckygaffe eine solenne Fei«er statt, -zu der sich 'sämtliche Angehörige sowie zahlreiche Verwandte «und Freunde der Familie Roth einsaNden. Der Jubilar, Herr Julius Roth, würde in feierlicher Weise als „Achron" zur Thora gerufen und nachdem Oberkantor Schneeweiß einen hebräischen Mischeber ach stimmungsvoll rezitierte, hielt Herr Ehrwüvd'en Rabbiner Dr. Armin Ab el es eine gehaltvolle Ansprache.. Nach vollendetem «Gottesdienst versammelten sich alle Teilnehmer , im Hause des Jubelpaares, 2. Bez., Scholzgasse 11. Die Räume konnten kaum -alle Erschienenen 'fassen. Im Vertretung -der Wiener israelitischen Kultüsgemeünde überbrachte der Vizeobmann des Brigittenauer TeMpelvereineS, Herr Ignatz Freund, dre Glückwünsche, «ebenso namens «des «Brigittenauer Tempellvorftandes. Der Bri«gittenauer Unterstützungsverein für Witwen und.Waisen entsandte «eine Deputation', «geiführt von idem «Obmann, Herrn Hermann Fischer, der den Glückwünschen des Vereines Ausdruck verlieh. Freftag, den 17. Faibruar, erschien ein «Funktionär der Gemeinde Wien in der Wohnung des Jubelpaares und übepbvachte im Namen des Bürgermeisters wie der -Stadt Wien die herz- Jgnatz Paschkes f. A. Wieder wurde einer der „Alten " «des Leopoldstädter Tempelvereines , Aeschel Awrohom() zu Grabe getragen, einer jener treuen Freunde, die ihm «seit seinen ersten Anfängen anaehörten. Konnte er sich auch nicht ganz den GemeiNdeangelegenheittzn widmen, so brachte er denselben 'stets das regste Interesse entgegen, 'beteiligte sich au allen «größeren Versammlungen uNd tat überall mit, wo es galt, Gutes zu schassen, ohne Geräusch,. ohne Lärm und ohne Anspruch aus EhreNstellen. Und wie -ails Mitglied, wirkte er im Privatleiben. Er tat «vielen «Gutes, «aber «feinem etwas zu Leide und Herr Rabbiner Dr. F n n k konnte mit Recht in seiner «ergreifenden Grabrede von d em ^Verewigten sagen, daß er mit „reinen Händen" und mit „reinem

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