Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 5 (23.2.1922)
- Date
- 1922-02-23
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 12 ftfg »ajgjgil Nr. & Von Nah und Fern j§pp Gleiche Brüder, gleiche Kappen. In Berlin herrscht ebenso wie in Wien riesige Wohnungsnot und ebenso wie hier werden auch dort die Ostjuden für dieses Uebsl verantwortlich gemacht. Die deutschnationoken Abgeordneten Wulle, v. G r ä s e und Genossen haben der Reichsregierung folgende Anfrage eingebracht: „In der Antwort ans die Anfrage Mer die Maßnahmen der RÄchsregiernng zur Hebung der'Not der Wolgadeutschen hat die Reichsregierung unter anderem darauf hingewiösen, daß die Wohnungsnot in Deutschland Eine Einreise von 4000 deutschstämmigen Kolonisten unmöglich mache. Ist es der Reichsregierung bekannt, daß einige 100.000 Ostjuden und viele tausend Lästige Ausländer in Deutschland Wohnung gefunden haben? Ist sie gewillt, die Wohnungen der Ostjuden zu beschlagnahmen uUd sie den nicht erkrankten Wolgadeutschen zur Verfügung zu stellen?" Man sicht, daß auch in Berlin die' Deutschnationalen an der. -Spitze der Judengegner stehen, ja in ihrem Judenhaß sogar die Chvistlichsozialen übertreffen. Geht doch der Wahnsinn so weit, seit Jahr und Tag in Elendsquartieren hausende Flüchtlnrge zu vertreiben, um dafür 4000 Kolonisten nach Berlin zu bringen, für deren Unterbringung nur der Umstand angeführt werden kann, daß sie „deutschstämmig" sind. Auch in Wen sind die Deutschnationalen die Rührigsten in der Ostjudenhetze, die in den letzten Tagen besonders stark angeschwollen ist. Dies bewog die jüdischnationale Partei, Pvovestversamnlluugen eiuzubernfen in denen weidlich auf die Deutschnationalen geschimpft wird. Angesichts dieses Feldzuges der Jüdischgegen die Deutschnationalen ist eine Meldung der „Morgenzeitung" zu registrieren angebracht, die anläßlich der Wahlen in Rumänien von einem Zusammengehen der Deutsch- und Jüdischnationalen gegen die Vereinigten Demokraten zu berichten weiß. Hier in Wien zieht man auseinander los, beim Wahlkampf in Rumänien hält man, um die verruchten Assimilanten zu schädigen, fest und treu zusammen .Diese Feststellung richtet sich ckenso gegen die Hakenkreuzler wie gegen die Zionisten, denn beiden ift. ganz gewöhnliche Mandats- und OpportunitätspoliM vorzuwerfen. Ja, Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Prater-Bethausverem „Tesilath Jeschuron". In der am 26. Jänner d. I. unter dem Vorsitze des Präsidenten Herrn Bernhard Mäher abgchaltenen außerordentlichen Generalversammlung wurde dem in der letzten ordentlichen Generalversammlung znm EhrenmitgliÄ) ernannten Schriftführer des Vereines, Herrn Leopold Alt ho lz, in Anerkennung seiner Verdienste ein Diplom seitens des Obmannes überreicht. Herr Altholz dankte dem Obmann für die tief empfundenen Worte, für die chm zuteil gewordene Auszeichnung seitens der Mitgliederschaft und rechnet es sich zur größten Ehre, an der Seite der verehrten Borstamdskollegen zum Wähle des Vereines zu wirken. Nun begründet der Obmann Herr Berichlard Mayer in dem von chm erstatteten Berichte die einerseits infolge ein getretener Unstimmigkeiten und interner Differenzen im Vereinsvorstand, anderseits infolge der durch die Fortschreitung der Geldentwertung in außerordentlichem Maße gestiegenen Lasten die Notwendigkeit der Abhaltung der außerordentlichen Generalversammlung und gi'bt noch der Meinung Ausdruck, daß nur durch die OAerwilliigke.it aller Mitglieder, durch Erhöhung der Beiträge und der Einschreibgebühren, durch freiwillige Zuwendungen, durch Erträgnisse aus Veranstaltungen eine durchgreifende-Besserung dieser Grundbedingungen es ermöglichen witrden das Bethaus lebensfähig zu erhalten. Der Vorsitzende «erwähnt rühmend die Verdienste, welche sich das bisherige Schulkomitee, insbesondere aber dessen Obmann, Herr Heinrich E d e >l st e i n, um die Vereinsbibelschule, die infolge ihrer gediegenen Organisation anerkannt glänzende Erfolge erzielte, erworben hat und spricht diesem den herzlichsten Dank aus. Herr Edelstein erstattet'sodann ein «ausführliches Referat über die Bibelschule, bespricht die bereits erzielten Resultate des Unterrichtes, welche alle Erwartungen übertveiffen, erwähnt, daß durch die vor «kurzem statitgefundenen Prüfungen die erziehlichen «uÄ unte-rrichtkichen Leistungen der «Schule' rückhaltlos anerkannt wurden; Reifer,ent verweist auf die in Anbetracht der heutigen Verhältnisse ungewöhnlich großen Erhalbungskosten, «ans die dadurch notwendig geworbene HilfstätigkM und richtet schließlich an alle GlanbensbrMer die Bitte, «durch Beitritt die Talmud Thora zu fördern. Die hierauf erfolgte Neuwahl und Konstituierung des Voreinsvorstandes hakte «folgendes Ergebnis: Obmann: ( Bernhard Mayer, 1. Obmannstellvertreter: Heinrich ' E d e l st e i n, 2. ObmannstMvertveter: Salomon N a t ow i c z, Schriftführer: Leopold Alt h o l z, Schriftführerstellvertreter: Anton S chäfer, Kassier; Josef Go l db erg er, Kass ievstellv ertvötor: Wolf Steinberg, Kassenkontrollore: Dr. Adolf Frey und Direktor Joses G u t m a n n, Buchsührer: Eisig Chajes, Bethausvorftand: «MoritzKraus,Böthausverwalter: Samuel Bergmann, Mathias Silber «und Isidor Löblowitz, Ansschnßmitglieder: Joses Deutsch, Adolf Gold st ein, Heinrich Glase r, Jonas I m b e r m a n n, Lazar Joffe, Jakob H e l l i c z e r, Leopold K a mm er, Moritz Schorr,,Josef Teller, Mayer W,iesen, P. Aschk e n as y und Mark. B«a rt f e l d. Nach'der Neuwahl spricht der Obmann allen Anwesenden für das Verhalten bei der Generalversammlung «und für ihre Mitwirkung an der Verbandsavbeit seinen besten Dank «aus und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß der .neu berufene Ausschuß sich m Hinkunft in ebenso «hingebungsvoller als «erfolgreicher Weise in den Dienst der Huben Sache zum Wvhle und Nutzen des Vereines stellen wrrd. Der „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" gibt eine Zeitschrift „Der Schild" heraus, deren jüngste Nummer sich mit Generäl LudeMovff auseinandersetzt. «Es heißt dort: „Aus all diesen Gründen weisen wir 540.000 deutsche Juden, wir 100.000 jüdische Soldaten; diie wir im Kriege unsere Pflicht für das deutsche Vaterland mit Hand und Herz und Hirn treu erfüllt haben, zugleich auch im Namen der 12.000 gefallenen deutschen Juden die schweren Beschuldigungen und Beschimpfungen des Buches mit Entrüstung als unwahr zurück." Der Bund ist in der Tat durch seine Existeiiz der beste Zeuge gegen die teils aus Unwissenheit, teils aber wider besseres Wissen vorgebrachten Bchaupitmrg, daß die deutschen Juden in di«esem Kriege ihre Pflicht für «das Vaterland nicht in hinreichender Weise erfüllt hätten. Vorsitzender ist Hauptmann a. D. Doktor Leo Löwensteinin Berlin. Graf Bethle» als Süßholzraspler. Die ungarische Regierung, Ne es noch bis vor kurzer Zeit an blutigen „Atraktiontn" gegen die Juden des Landes nicht fehlen ließ und' auch in der Anwendung «administrativer Maßregeln zwingendster Art nicht genug tun konnte, sucht durch ihren leitenden Mann, Graf Bethlen, «ein halbw!egs gutes Eiinvernchrnen herzustellen. Es wurden auch bereits Annäh erungsversuche bÄ maßgebenden Männern des Judentums unternommen. Das perfide scheinheilige Gefaben «des Graf Bechlen wird durch eine vernichtende M Bazsonyis beleuchtet und aüsgedM: „Mir haben