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Die Wahrheit · 1922-01-26 · Heft 3 (26.1.1922) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 3 (26.1.1922)
Date
1922-01-26
Page
– (sequence 12)
Language
German
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boinitcf) gerade jener semitische Zveig dem Painfemitismus als Feind entgegentreten würde, der am meisten durch den Antisemitismus gelitten hat. Die Jndenhcit feinte so zwischen die Mahlsteine dies Pansemitismns und des Antisemitismus. Es heißt also, emweder der Zusammenarbeit sich entwichen, dann würden sich die Jerusalemer und Jafsaer Ereignisse wiederholen — dies würde allerdings eie Zerstörung der Arbeit und neue Heimio.e bedeuten —, oder eben aus den Tatsachen die Konsequenz ziehen und an dem Siege des Pansemitismus mitzuarbetten. Die gewiß beachtenswerte Auffassung des für gen Arabers bekräftigt die Schwierigkeit der im Vordergrund stehenden palästinensischen Problemlösung. Koprionica S. H, S. Am 15. Jänner 1922 ist von der außerordentlichen Generalversammlung der israelitischen Kultusgemeinde zu Koprionica Herr Dr. Lazar Margulies einstimmig zum Rabbiner und Prediger der genannten Gemeinde gewählt worden. Herr Rabbiner Dr. Margulies ist ein Zögling der israel.-theolog. Lehnarrstalt zu Wien, zu deren Zierden er gehörte. Trotz seirrer Jugend — Herr Rabbiner Dr. Margulies ist erst 28 Jahve alt — beherrscht der neugewählte Rabbiner von Koprionica den ganzen Lehrstoff des Talmud und auch der modernen rabbinifchen Wissenschaft. Dr. K a u f m a n n, Rabbiner zu Virvvitica, der während der Rabbinervakanz in Kaprionica die dortigen RabbinatsageNden geleitet, hat die Kandidatur des Dr. Margulies eifrigst gefördert, weil er der Ansicht ist, daß es eine große Gefahr für das Judentum im Staate S. H. S. bedeuten würde, wenn mit Rücksicht ans Kenntnis der Landessprache gute Rabbinatssitze mit Männern besetzt würden, die die leichteste Stelle im Talmud nicht entziffern können und sonst auf dem Gebiete des Indischen sich als förmliche 'Ignoranten entpuppen, wie dies leider auch in einem Falle geschehen ist. Wir können der jüdischen Gemeinde zu Koprionica zu ihrer getroffenen Rabbinerwahl ans vollem Herzen gratulieren. Große Spende für das Badener Waisenhaus der „Aguda". Anläßlich eines Besuches spendete Frau Hendl Thumin, Wien, Schwägerin des Präsidenten des Kriegswaisenfonds der . „Agudas Jisroel", Herrn I. I. Thumin, aus der Verlassenschast ihres seligen Mannes Herrn Moses Thumin s. I.- für den „eisernen Fonds" des Badener Waisenhauses der „Aguda" 200.000 Kronen mit dem Wunsche, am Jahrzeit werde von den Waisenkindern ein Perek Mischmajos gelernt und ein Kadisch gesagt. Es ist das erste Keren Kajeines dieser Anstalt, aber sehr nachahmenswert. Oberkantor I. Morgenstern,"der vom Vorstand der Kultusgemeinde einen längeren Urlaub erhielt, hatte bereits alle Vorbeeitungen getroffen, um eine Reise nach Amerika anzutreten, als er knapp vor seiner Abfahrt eine ebenso ehrenvolle als liebenswürdige Einladung der Great Synagogue in I e r u s a l e m erhielt. Er änderte also seinen Reiseplan und ist bereits ins Heilige Land unterwegs, wo er in den großen Synagogen zu I e r u s a l e m und Jaffa, des weiteren bei einem Konzert im Haufe des Generalgouverneurs Sir Herbert Samuel sein bedeutendes Können dokumentieren wird. Wie wir erfahren, wird sich Oberkantor Morgenstern erst von Jaffa nach Amerika einschiffen. * Ä 4 Außerstande, von allen meinen Gönnern, Freunden ui',2 Kollegen persönlich Abschied zu nehmen, sage ich ihnen auf diesem Wege ein herzliches Läbewohl und hoffe auf ein fröhliches Wiedersehen. Oberkantor I. Morgen st e r n. Literatur Jos. Klausner, Geschichte der nenhebräi s ch e n Literatur. Deutsch hevausgegeben von Hans K o h n, „Jüd. Verlag", Berlin, 1021. Mt dieser Veröffentlichung hat sich der Verlag nicht nur um die Freunde des neuheüräischen Schrifttums ein besonderes Verdienst erworben. Es wird vielmehr hier zum ersten Male eine den weitesten Kreisen ganz unbekannte Welt geistigen jüdischen Schaffens zu allgemeiner Kenntnis gebracht. Aus jeder Zeile spricht der Meister, der seinen Stoff bis in die feinste Faser souverän beherrscht, zugleich der berufene Richter, dessen Urteil man in seiner Treffsicherheit bewundern muß. Nicht nur gründliche Wissenschaft kommt riß diesen: prächtigen Buche zu Worte, sondern echte Kunst offenbart sich in der Anordnung des Stoffes und der Wahl des Ausdruckes. Auch für die Geschichte der neu-' hebräischen, Sprachbewegung und die Bedeutung der Palästinasrage sowie die gegenseitigen Beziehungen dieser beiden Kulturfaktoren ist aus dem Werke reiche Belehrung zu schöpfen. Wir sind überzeugt, daß diese Einführung in einen wichtigen Literaturzweig viele anregen wird, sich eingehender mit ihm zu beschäftigen. Ern kompletter Narr. Als solchen müssen wir Herrn Otto D i k e l ansprechen. Er hat ein Buch über die „Auferstehung des Abendlandes" geschrieben und kann sich dieselbe nicht anders als nach einer schmerzlosen Tötung des Judentums denken. Ohne Radauantifemitismns, ohne Knüppelkunzerei,- sondern ganz fachte im Verwaltungswege. Dikels Methode empfiehlt, den jüdischen Geist zu töten. Dabei müsse man von der Schule ausgehen. Kein Jude — ob getauft oder ungetanft — darf an öffentlichen Schulen, welchen Grades immer, ein Lehramt erhalten. Das wäre nun allerdings kein neuer Gedanke, also eine Narretei im übertragenen Wirkungskreis. Nur was Dike! als Eigenbau zur Begründung seines Vorschlages bringt, rechtfertigt den Titel der Eingangszeile. Man höre: Kein einziger Jude hat bisher in der Wissenschaft Hervorragendes geleistet. Der Jude blieb das, was ihm mittelbar oder unmittelbar Nutzen bringt. Hier entspringt die Quelle seiner Hartherzigkeit, die sich bis zur maßlosen Grausamkeit steigern kann! Er kann, ohne geringste seelischen Erregung, fremdes Leid zusehen, wenn nur sein eigener Vorteil gewahrt bleibt! Es ließen sich der Zitate, die nach Rufzeichen schreien, noch in Menge bringen, wenn nicht schon diese Kostprobe genügen würde, den Verfasser des Werkes als einen Ausbund von Lächerlichkeit erscheinen zu lasten. Bisher mußten nämlich selbst die deutschen Rekordantisemiten den Inden Wohltätigkeitssinn und Opferwilligkeit zubilligen. Für Dikel ist derlei Chimäre. Ebenso setzt er sich über die Feststellung der Literatur und Kulturgeschichte hinweg und eskomotiert alle jüdischen Namen, deren Träger als Forscher, Gelehrte, Künstler und Dichter auf die Nachwelt gekommen sind. Welch einen Tiefstand der Intelligenz muß der Mann bei seinen Lesern voraussetzen, wenn er des Glaubens ist, daß sie ihn ernst nehmen könnten. Gerem Mwnalot. Biographie des berühmten Gaon Rabbi Meschnlem Jgra aus Tysmienica in P-reßburg 1752 bis 1802 (Hebräisch). Von Schewach Knöbil, Wien, 20. Bez., Romanagaste 11/13. Zum Lobe dieser von Autoritäten gewürdigten nird warm empfohlenen, mit großer Sorgfalt und Liebe ausgeführten Lebensbeschreibung «braucht nichts, mehr gefragt zu werden. Unter unseren

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