Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 3 (26.1.1922)
- Date
- 1922-01-26
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Geistesheroen ides 16. Jährhnniderts ist Icutm einer, der so mächtig auf seine Zeitgenossen gewirkt hat und «dessen Lebenslauf wir mit -größter Spannung verfolgen, als Rabbi Meschulem-Tysnnenioa-Pveßbuvg. Wir «alle «fühlen die überwältigende Größe dieses Mannes, der schon als Knabe und Jüngling . durch seinen außerordentlichen Scharfsinn Bewunderung erregte, 17 Jahve alt als „Kreisrabbiner" «der berühmten Jndengomeinde - Tysmieniea anfgenonrmen «wurde nn!d zu «dessen Füßen Männer wie der Nikolsburger Landesrabbiner Movdechaj Ban et,. Rabbi Jakob Lissa und Baruch Fvrnkel LeipnK gesessen -sind. Vorliegende Lebensbeschreibung gibt uns eine klare Vorstellung von der Lebensweise dieses großen Mannes, von seiner Heiligkeit und seiner Menschlichkeit. In diesen: Buche steht «das'ulte Preß-burg, wo Rabbi Meschulem seit dem Jahre 5534 bis 5562 als Rabbiner wirkte, wieder auf mit seiner jüdischen Schönheit, Liebe und Sehnsucht zu Gott un!d seiner heiligen Thora. Da wird so vieles wach, das längst in Vergessenheit geraten ist und man wird von einen: Schauer der Ehrfurcht ergriffen: „Der Ort da du stehst, ist heilig." Es ist, als stünde man in Alt-Pretzburg und von den Hallen des Bet-Hamidrasch und der Joschiwah tönt die säße Melodie des Talmudlernens. In meinem Tempo leidenschaftlicher Verehrung. Verstand es der Verfaer nicht nur, das Leben des «berühmten Mannes zu schildern, er läßt auch ein ganzes Menschenalter vorüberziehen, und Gestalten, die längst in die -göttliche Ewigkeit -gingen, Zeitgenossen Rabbi Meschuloms, wandeln wieder unter uns. Das in gutem hebräischen Stil abgefaßte Buch soll in keinem religiös-jüdischen Haus -fehlen und ist besonders als Buch der Jugend zu empfehlen. Ehaim Bloch. Israelitisch-Theologische Lehranstalt in Wien. Dem vorliegenden Bericht -für das Schuljahr 1920/21 entnehmen wir mit Befriedigung, daß die aufgewendete Miche leitender Persönlichkeiten zur Erhaltung und Ausgestaltung des ersprießlich wirkenden Instituts erfolgreich war, allerdings nicht in jenem Maße, wie zur vollständigen Lösung der selbstgestellten Aufgaben erforderlich wäre. Immerhin fanden sich namhafte Spender im In- -und Auslande. Es verdient anerkennend registriert zu werden, daß der Anstalt vom Bundesministerium für Inneres und Unterricht eine Jahressubvention von K 10.000.— zuteil geworden dagegen liest es sich einiaerm-aßen tragikomisch, daß an zwei würdige Hörer Stipendien von K 110.— zur Ausschreibung kamen. Wenn die zwei würdigen Hörer Glück haben uNd etwas ans Eigenem znlegen wollen, werden sie sich für das erhaltene Stipendium einer: Laib Brot -kaufen können. Diese Glosse -dient zur Beleuchtung der schweren Not der Zeit und als Mahnung, der Israelitisch-Theologischen Lehranstalt rnit reichlicherer: -Spenden beizustehen. Wir schließen diese Zeilen mit dem wohlverdienten Lobe für das unermüdliche Kuratorium urtd den trefflichen Rektor Prof. Dr. Adolf Schwarz. Das neue Europa. Wien, Zürich, Berlin:. Diese von Dr. Paul Cohn geleitete Revue steht nunmehr im 7. Jahrgang ihres Erscheinens. Die vielfältigen Probleme der. Zeit werden in den Spalten «dieser Zeitschrift von berufenen Federn in gediegen sachlicher Form behandelt. Dem Völkerfviöden, «dem geistigen Wiederaufbau dienend, ist das Blatt, welches sich in der verhältnismäßig kurzen Zeit seiines Bestandes eine ansehnliche, stetig wachsende internationale Lesergemeinde -erworben hat, unablässig bestrebt, -im Sinne dieser Richtlinien verdienstlich zu wirken. Verlag Karl Konegen, Wien, Operuring Nr. 3. iiül Vermischtes Chanuta-Ferer im Prater.") An vor vom Bethausvorstande ,,T' f i l l a s - I' s chn r u n" lüctd) dem Kriege wieder eröfsneten Talmnd-Tora-Schnle, woselbst 250 Schüler gediegenen hebräischen Unterricht genießen, fand Donnerstag, den 29. Dezember 1921 in Schönhossers Saallokalitäten eine echt jüdische Ehanuka-Feier statt. Selbe wurde vom Obmann der Schulsektiou Herrn Heinr. Ed e lstein durch eine herzliche Begrüßung der zahlreich erschienenen Gönner und Förderer dieser Institution eröffnet. Nachdie Kinder Psalm 118 gesungen, ein Schüler der vierten Klasse die Chanuka-Lichter angezündet und von mehreren Kindern die der Feier entsprechenden Gebetstücke und Gedichte tadellos vorgetragen wurden, hielt Se. Ehrw. Herr Rabb. Dr. G r u n w a l d eine geistreiche Ansprache. Die Damen Edelstein, Glaser, Spira, Deutsch, welche keine Mühe scheuten, «bedeutende Beträge zu sammeln, verabreichten in der Pause den Kindern Backwrk, Obst und sonstige Leckerbissen in liebenswürdigster Weise. Herr Oberkantor I. A l t e r, der mit seiner schonen Stimme jüdische Lieder zum Vortrag -brachte, fand allseitigen Beifall. Die Schuljugend unter Leitung «des Religionslehrers imb zweiten Kantors Herrn E. Rosenfeld leistete an diesem Abend so vorzügliches, daß derselben von: Vorst mvd und den Teilnehmern vollste Anerkennung gezollt wurde. Diese schöne Chanuka-Feier wird unseren Kindern noch lange in Erinnerung «bleiben. Personalnachrichten. Herr Julius Bergerin Firma Schiller & R o m wurde vom Bürgermeister der Stadt Wien znm Fürsorgerat stir den ersten Bezirk ernannt. Herr Berger, der eines der eifrigste:: Vorstandsmitglieder des „Komitees zur Sanierung notleidender israelitischer Wohlsahrtsanftalten Wiens" ist, wird sich auch in seiner neuen Würde sicher zum Wohle der Armen bewähren. Ehrung eines Schulmannes. Der Landesschulrat hat dem Schulleiter Herrn: Leopold Gut mann, 5. Bezirk, Siebenbrunnengass - 13, -in Würdigung seines vieljährigen besonders ersprießlichen Wirkens sowie seiner großen unermüdlichen Pflichttreue in: Schuldienste den Dank mvd die belobende Anerkennung ausgesprochen. Außer dieser Ehrung wurde diesem verdienten Schulmanne an der Stätte seines langjährigen Wiirlens, 2. Bezirk, Novaragasse, vom Lehrkörper, der Schuljugend und der Bevolkerurrg eine Abschiedsseier bereitet, die erst recht die Beliebtheit desselben bewies. Es war wirklich für die Anwese:rden rührend, zu sehen, in welcher Weise sich die Kinder von ihrem „lieben Oberlehrer" verabschiedeten. Trauung. Sonntag, de:: 22. d. M., fand im türkischisraelitischen Ten:pel die Trauung des Fräulein Ella Thaler, Tochter des Ehepaares Dr. Eduard Thal er, mit Herrn Artur L o w y unter ungewöhnlicher S&eteiHgung statt. In seiner Rode entwarf Herr Rabbiner Dr. Max G r u n w a l «d ein schönes Bild von den: Leber: der Elter:: des Bräutigams, sprach -sodann von «den vorbildlichen Tugenden der Brauteltern, namentlich von den Verdiensten -des Herrn Dr. Thaler um den großen Leopoldstädter Tempel, zu dessen Wiederaufbau er durch seine Tätigkeit als Obmann des Tempelbaukomitees sehr viel beigetragen hat. Die kantoralen Funktionen versah Oberkantor G u t t m a:: n n, unterstützt von dem meisterhaften Chor unter Leitung des Hern: Oberkantors L ö w i t. *) Verspätet erngelangt.