Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1922-01-12 · Heft 2 (12.1.1922) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 2 (12.1.1922)
Date
1922-01-12
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3062972-3063949-3063951--11577-3078987
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 2 Seite 16 Die Wahrheit in Die Budapester Kultuswahlen. Diesmal werden sich die demokratischen Abgeordneten 'Dr. Wilhelm Vaszonyi und Dr. Ernst Brody an die Spitze der Bewegung stellen. Namentlich der Erstgenannte wird, dem einhelligen Wunsche Folge gebend, das Präsidium des Zentralwahlkommitees übernehmen und mit aller ihn: eigenen zielbewußten Energie sich in den Dienst der Sache stellen. Die Wahlkampagne, der auch Paul S a u d o r beigetreten, ist bereits im Gange und dürfte an Lebhaftigkeit alles Bisherige übertresfen. Nach dem in großen Zügen ausgestellten Programm sollen die Wahlen im Zeichen der Einigung sämtlicher Parteien stattfinden, auf die Hebung des religiösen Gefühls abzielen und als weitere Richtlinie die Festigung des vaterländischen und jüdischen Gefühls vor Augen haben. Wahlen, in diesem Sinne geleitet, bürften dem Gedanken zum Durchbruch verhelfen, auch den politischen Frieden zwischen der Judenschaft und andersgläubigen Mitbürgern nahe zu bringen. Varmizwahfeiern. Samstag, den 14. Jänner, 9 Uhr vormittags, findet im großen Leopoldstädter Tempel, 2. Bezirk, Tenrpelgasse 3, die Barmizwahfeier des Kurt Engel, Sohn des Herrn Heinrich Engel und feiner Gattin Iren >e, geb. B e r m a n n, statt. — Samstag, den 14. Jänner, 9 Uhr vormittags, findet im Leopoldstädter Tempel, 2. Bezirk, Tempelgasse, die Barmizwahfeier des Robert Blau, Sohn des Herrn Emil-Blau und seiner Gattin C h a r l o t t e, statt. Trauung. Sonntag, den 1. Jänner, fand im Paznranitentielnpel unter ungewöhnlicher Beteiligung der' Vertreter von Vereinen und Korporationen, sowie Verwandten und Freunden der Familien Weiß-Gottfried die Trauung des Fräulein Sabine Gottfried, Tochter des Herrn Salomon Gottfried, Chef der Firma S. G o t t f r ne d & C o., Wien, X., und seiner Gattin L o r a mit Herrn Kaufmann Norbert Weiß, Sohn des Ehepaares Marl u s und Saly Weiß, statt. In seiner Rede entwarf Herr Rabbiner Dr. A. L. M a n d e l, dem Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. S. Funk die Trauu.ngsfuniktion übertragen hatte, da erfteren langjährige Freundschaft mit den beiden Familien verbindet, ein schönes Bild von dein Leben und Wirken der Eltern des Bräutigams, sprach sodann von den vorbildlichen Tugenden der Brautelteru, würdigte deren jüdisch-religiöses Empfinden. Cr betonte besonders' den Wohltätigkeitssinn der Familie G o t t f r i e d, der von den Großeltern auf die Eltern und von diesen auf die Kinder übertragen wurde. Sr. Ehrwürden forderte das junge Paar auf, diesen leuchtenden Tugenden Mchzneifern. Aus die Anwesenden machte die Trauung in dem festlich geschmückten Gotiteshause einen tiefen Eindruck. Die kantoralen Funktionen versah in gewohnt vorzüglicher Weise Oberkantor G i b l i ch ul a n n mit verstärktem Chor. Goldene Hochzeit. Am 19. Dezember 1921 feierte der aus Lackenbach wiegen der ungarischen Hordenangriffe geflüchtete Herr Heinrich G ü n f e r mit feiner Gattin Sally im Kreise ihrer Kinder, des 'durch seine echt jüdische Wohltätigkeit bekannten Bäckermeisters Jakob Güuser, M. G ü n s e r, Hanny C z e ch, Jenny G r ü n, Rosa, verw. Bayer Netti Schis ch a,. das schöne Fest der goldenen Hochzeit. Zu dem Fest, das im Pazmanitentempel ftattfaNd, erschien in Vertretung des Leopoldstädter Tempelvoremes „Aeschel Awrohom" der Obmann, Rat Ad. W enger, ferner Vertreter des Vereines „N ä ch st e li l i e b e" und andere Korporationen. Die Festrede hielt Rabbiner Dr. S. Funk, döm das tragische Geschick der alten Leute Anlaß zu erhebenden Worten gab. Oberkantor G i b l i ch m a n n rezidierte ein feierliches „Mischeberach". Unter den zahlreichen Gratulationen befand sich ein herzliches Schreiben der Kultusgemeinde und des Bürgermeisteramtes. Reisende Humanität. Zu dieser Notiz unserer vorigen Nummer erfahren wir, daß der für die Wiener notleidenden israelitischen Wohlsahrtsanftalten stets in wahrhaft jüdischer Weise verdienstvoll wirkende Herr Franz D e n e s 1,600.000 Kronen, nicht wie irrtümlich gemeldet. li/2 Millionen, ans Reisen in der Tschecho-Slowakei, Deutschland und Jugoslawien für die Zwecke des „Samerungskomitees", des Vereines ,,Wohlfahrt" und anderer Vereine verwandter Tendenz gesamnielt hat. Aus dieser erfreulichen Tatsache ergibt sich die Lehre, wie die fruchtbringendsten Ergebnisse zutage gefördert werden, wenn Leute in Prominenter Stellung im Auslande reisen und in ihren Mußestunden ihre Glaubensgenossen für die Not unserer Wohlfahrtsanstalten zu interessieren wissen. Steirische Wasserkraft- und Elektrizitäts-Akticnqesellschart. Mit den zur öffentlichen Zeichnung aufgelegten 300 Millionen Kronen Prioritätsaktien und 210 Millionen Kronen Stammaktien der Steirischen Wasserkraft- und Elektrizitäts-Aktiengesellschaft wird eine Geldbeschaffungsaktiorr größten Stiles eingeleitct, welche den einheitlichen Ausbau aller namhGten steirischen Wasserkräfte mit insa es amt 450.000 PS, deren Konzessionen im Besitze der genannten Aktiengesellschaft sind, sichern soll. Die Finanzierung erfolgt auf Grund eines Finanzplanes, der sowohl Sicherungen gegen Verluste aus den derzeit so hohen Baukosten, als auch Sicherungen der Aktienzeichner gegen weitere Geldentwertung bietet. Die Prioritätsaktien ä K 200.— Nominale haben das Anrecht auf eine 5%tge Vorzugsdividende mit Nachzahlungspslicht. sie werden zum Nominale rückgezahlt und erhalten anläßlich der Rückzahlnng einen Genußschein, der ans Superdividenden über 5% Anspruch hat. Sind alle Prioritätsaktien rückgezahlt, so werden die Genußscheiine im Verhältnis 5:1 in Stammaktien umgewandelt. Die Stammaktien erhalten nach den Prioritätsaktien 5% -Dividende und teilen darüber hinaus mit den Prioritätsaktien die Mehrgewinne. Nach Durchführung der vorgesehenen steuerfreien Abschreibung der Baukosten auf 25 % des ursprünglichen Betrages wird den Stammaktien irr Form von Zinsen und Kapitalstilgung ein Ertrag ausznschütten sein, welcher durch entsprechende Gestaltung der Tarife derart aufzubringen ist, daß er eine mindestens 6 % x (? e V e rzin sun g des reellen, in st a b r l e r a u s l ä nd r s ch e r Währung festgesetzten Wertes der Anlagen darstellt. Die Placierung, der von der Steirischen Wasserkraft- und Elektrizitäts-Aktiengesellschaft ansgegebenen Titres wurde von einem Shndikat, bestehend aus allen großen Wiener Banken linb den führenden steirischen Kreditinstituten übernommen. Die Zeichnung kann bei den Shndrkatmitgliedern und bei allen namhaften Barsten und Bankiers erfolgen. Der Zeichnungspreis beträgt für Prioritätsaktien K 240.— für jede Aktie ä K 200.— Nominale, für Stammaktien K 270.— für jede Aktie q K 200.— Nominale. t. Tüchtige werden per sofort aufgenommen ~*K8 Vorzustellen in den Vormittagsstunden bei der Administration dieses Blattes, II., Heinestraße 15

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.